Ausgabe 
27.6.1886 Erstes Blatt
 
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thaten des Unfalloersicherungsgesetzes zu Gute.

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Es folgt die erste und zweite Berathung der am 2. Juni d. I. zwischen dem Reich und Großbritannien abgeschlossenen Uebereinkunfl zum gegenseitigen Schutze der Rechte an Werken der Literatur und Kunst.

Abg. v. Str o mb eck (Ctr.) machte einige Bedenken geltend und beantragte die Verweisung des Gesetzes an eine Commission zur Vorberathung.

Commissarius des Bundesraths Geh. Rath Reichardt hält diese Bedenken, zumal bei dem provisorischen Charakter des Gesetzes, nicht für erheblich.

Staatssecretair v. Bötticher ersuchte, von einer Ccmmissionsberathung, die unnothig sei, abzusehen.

Die Uebereinkunft wurde danach in beiden Berathungen angenommen.

Der Gesetzentwurf, betreffend die Errichtung eines Seminars für orientalische Sprachen wurde auf Antrag des Abg. v. Köller zur Vorberathung an die Budget­commission verwiesen.

Nächste Sitzung morgen. Denkschrift über die gegen die Socialdemokratie er­lassenen Anordnungen und Branntweinsteuer-Gesetz in zweiter Berathung.

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gleichzeitig mit dem Kartoffelstößer seiner Frau auf den Kopf, so daß diese zurück­taumelte. Hedderich verließ darauf das Haus und begab sich zu Verwandten in's Dorf, bei welchen er kurze Zeit verweilte, bis er von seiner 13 Jahre alten Stieftochter gerufen wurde mit dem Bemerken, daß seine Frau todt sei. Der im Hause des Hed- dcrich wohnende Vater der Ehefrau Hedderich, sowie die ebengenannte Stieftochter hatten die Hedderich vor dem Bette liegend gefunden und alsbald in dasselbe verbracht, woselbst sie an der erhaltenen Verletzung verstarb. Die Sektion der Leiche ergab einen durch einen kräftigen Schlag entstandenen Schädelbruch, in Folge dessen alsbald der Tod eingetreten sei. Die heute vernommenen Zeugen konnten zwar über die That selbst nichts aussagen, bestätigten jedoch fast sämmtlich, daß die Ehesrau Hedderich eine her­rische, jähzornige und streitsüchtige Person gewesen sei, welche gar häufig mit ihrem Manne in Streit gelebt und solchen oft ohne alle Veranlassung vom Zaune gebrochen habe. Der Angeklagte behauptet, sogar mehrfach von ihr mißhandelt worden zu sein, welche Angabe durch die Zeugenaussage unterstützt wurde. Die Zeugen schilderten Hedderich als einen friedfertigen und fleißigen Mann. Die Verteidigung machte gel­tend, daß Hedderich die Thal nicht vorsätzlich vollbracht habe, sondern die Handlung durch Noihwehr geboten gewesen wäre.

Die den Geschworenen vorgelegte Schuldfrage wurde bejaht, jedoch dem Ange­klagten mildernde Umstände bewilligt; worauf der Gerichtshof auf eine Gefängnißstrafe von sechs Monaten erkannte.

Gießen, 26. Juni. (Schwurgerichts Der ledige Georg Reinhardt von Klein-Karben ist beschuldigt, in der Nacht vom 9. auf den 10. Mai d. I. die Scheuer der Philipp Schäfer Wittwe in Klein-Karben vorsätzlich in Brand gesetzt zu haben. Der Angeklagte gibt die That zu, entschuldigt sich jedoch damit, daß er sich in jener Nacht in sehr betrunkenem Zustande befunden habe und sich deßhalb der Folgen seiner Handlungsweise nicht recht bewußt gewesen sei. In der Verhandlung wurde fest­gestellt, daß der Angeklagte bereits mehrfach vorbestraft ist und in keinem guten Rufe steht. Die Geschworenen bejahten die ihnen vorgelegte Schuldfrage und verneinten die auf mildernde Umstände gerichtete Nebenfrage, worauf der Gerichtshof auf eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren erkannte; auch die Aberkennung der bürgerlichen Ehren­rechte auf die Dauer von 5 Jahren aussprach.

Gießen, 26. Juni. Das Huhn'sche Besitzthum in der Bleichstreiße wurde durch Vermittelung des Herrn K. Klees an Herrn Kaufmann Siegel für 30,500 x verkauft.

Gieße: ^0.75-0-80, MsemÄte 3-i 0,80 4, W per Stück* 62-56 4 Kartoffeln per * 10.00-0.01

Telegraphische Depesche«.

Wollst'r tele-r. Lsrresporr-erH-Grrieearr.

Berlin, 25. Juni. Das heutige Künstlerfest im Ausstellungspark verlief, vom Wetter begünstigt, in glänzendster Weise. Vor dem pergamenischen Tempel erhob sich der Zeus-Altar, ebenso in der Mitte des Parks der Dionysos-Tempel mit Altar, im Park standen zahlreiche antike Verkaufszelte. Gleich nach Erscheinen des Kronprinzen, welcher mit der Kronprinzessin und seinen Töchtern um 6 Uhr eintraf, begann der Zug, welcher den Triumphzug des Königs Attalos darstellte. An demselben nahmen an 1500 Mitwirkende Theil, viele zu Pferde. Zahlreiche Wagen, Opferthiere. Kameele befanden sich im Zuge. Derselbe machte einen überaus großartigen Eindruck und be­wegte sich durch die Feststraße gegen den pergamenischen Tempel, wo Opfer, Tänze, Kampfspiele und Pantomimen stattfanden. Ein auf dem Dionysos-Altar dargebrachtes Opfer schloß die eigentliche Festlichkeit, alsdann folgte ein Volksfest im glänzend be­leuchteten Park.

München, 25. Juni. Der bekannte Thiermaler Professor Friedrich Volz ist heute gestorben.

Paris, 25. Juni. Der Graf von Paris erließ ein Manifest, worin er im Namen des Rechtes gegen die an ihm verübte Gewaltthätigkeit protestirt und auf seine Liebe zum Vaterlande hinwcist, dessen Gesetze er nie verletzt habe und dessen man ihn in dem Augenblicke beraubte, da er ein neues Band zwischen Frankreich und einer befreundeten Nation hergestellt habe. Die Ausweisung sei die Rache für die 3Va Millionen Stimmen vom 4. October. Man wolle Frankreich von dem Haupte der Familie trennen, welche die nationale Einheit bildete. Frankreich werde sich weder über die Ursache noch über die Urheber der Schäden täuschen, unter welchen es leide; es werde die traditionelle Monarchie anerkennen, denn diese allein könne durch ihr modernes Princip und ihre Institutionen Hilfe gewähren, nur sie vermöge die poli­tische und religiöse Freiheit zu sichern, die öffentliche Wohlfahrt herzustellen, der demo­kratischen Gesellschaft eine starke, allen zugängliche und über allen Parteien stehende Regierung zu bieten, deren Beständigkeit für Europa eine Bürgschaft dauerhaften Friedens sein werde. Mit Gottes Hilfe und unter dem Beistände seiner Freunde werde er seine Aufgabe erfüllen, er vertraue auf Frankreich und werde zur entscheidenden Stunde bereit sein.

Die republikanischen Blätter sagen, das Manifest des Grafen von Paris, worin derselbe sich als Prätendenten erklärte, rechtfertige die Ausweisung. Die monarchistischen Zeitungen loben den Grafen, daß er als König gesprochen.

Mehrere Blätter wollen wissen, Montebello, Gesandter in Brüssel, gehe als Botschafter nach Wien. 1

Bei den gestern im Bergwerk von Ronchamp (Departement Haute Saone?- stattgehabten schlagenden Wettern ist oon 27 Arbeitern einer lebend, 15 todt heraus­gezogen worden.

London, 25. Juni. Gladstone ist Nachmittags in Manchester eingetroffen; er wurde von der dichtgedrängten Volksmenge mit sympathischen Zurufen, worin sich hin und wieder Rufe des Mißfallens mischten, empfangen. Eine enthusiastische Begrüßung wurde dem Premier beim Eintritt in den Saal zu Theil, wo er eine längere Rede hielt. Gladstone sprach die Ueberzeugung aus, die Nation stehe in der irischen Frage auf seiner Seite.

Konstantinopel, 25. Juni. (Meldung des Reuter'schen BureausZ Der russische Botschaftsrath Onou theilte der Pforte mit, daß ihm aus Petersburg eine Note zugegangen sei, worin die Aufmerksamkeit der Pforte auf verschiedene durch den Fürsten Alexander hervorgerufener Verletzungen des organischen Statuts ge­lenkt werde.

Juni: Hrm'M M Eisendrehn do geb. Georg, $ Emil Ludwig non hier. 25. von hier. 25.

Eingelaufene Gesuche um Erlassung der Pachtgelder von Triebvierteln aus An­laß der durch den schweren Hagelschlag am 1. Juni vernichteten Saat, sollen durch Feldgeschworene, nach vorhergehender Prüfung der entstandenen Schäden, entschieden werden. Die Verwerthung von verschiedenem Gehölz aus der Hand wird genehmigt. Die Verpachtung der Kellerräume unter der neuen Mädchenschule soll öffentlich ausgeschrieben werden. Die vor Kurzem entworfene Baufluchtlinie im Teufels­lustgärtchen hat die Zustimmung Großh. Kreisamtes nicht erhalten und da diese bei der hierzu gewesenen Veranlassung nicht direkt in Betracht kommt, soll vorerst von der Feststellung derselben abgesehen werden. Das eingereichte Baugesuch des Herrn Wilh. Ockel kann nach Artikel 45 der Bauordnung nicht genehmigt werden. Großh. Kreisamt hat die Beschwerde der Stadtverordneten - Versammlung gegen die Genehmigung des Baugesuches des Bäckermeisters Horn verworfen. T2 ___

beschlossen, gegen rc. Horn auf dem Klagewege vorzugehen, falls er von dieser und nicht von der in der Sitzung vom 10. d. Mts. ertheilten Genehmigung Gebrauch machen sollte.

Das Gesuch des Herrn I. Seibel um Erlaubniß zur Anbringung eines Luft­schachtes wird nach Antrag der Baudeputation gutgeheißen.

Genehmigung finden ferner das Gesuch des Herrn Ernst Müller um Her­stellung eines Wasserabflusses, auf Widerruf, und das Gesuch um Ueberlassung der Turnhalle an das Bezirkscommando zur Abhaltung einer ärztlichen Untersuchung von Mannschaften, worauf die öffentliche Sitzung geschlossen wird.

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Dr. May in Aurich. Lran Keiheitsberan Mkau.

Eine Zusammenstellung von Spitznamen der preußischen Regimenter bringt das letzte Heft vonSchorer's Familienblatt". Danach wird die Infanterie von der Cavallerie im Allgemeinen alsSandlatscher",Sandhasen" undFurchenhopfer" bezeichnet, wofür sie sich mit dem AusdruckPferdeknechte" etwas ungenügend ent­schädigen. Die Garde nennt die Linienregimenter verächtlichFeldratzen", die Mus­ketiere heißenWeißgerber",Schmierlacksjungen" die Füsiliere. Dann folgen die sehr drastischen, wohl meist dem schlagfertigen Berliner Volkswitz entstammenden Bezeichnungen für die verschiedenen Gattungen der Cavalleiie: CürassiereMchl- säcke", DragonerTobakreiter", HusarenBindfäden" und UlanenPadden- stecher". Die Artilleristen heißenKuhsoldaten" und die PioniereMaulwürfe", während sich der Train der würdevollen BezeichnungReitende Bäcker" oderDroschken erster Jüte" erfreut. Ueberhaupt schießt, wie beinahe selbstverständlich, bei allen diesen Ekelnamen" der Berliner Volkswitz int Punkte treffender Präg.ianz den Vogel ab. Das 1. Garde-Regiment nennt er auf Rechnung der bei der ersten Compagnie noch gebräuchlichen BlechmützeBlechlöppe" und das vierteblaue L Uscher". Die Alexander werden alsKartoffelpeller", die Franzer alsHackenputzer", die Elisabether als Kronenengel'' bezeichnet, die Krongardisten (eine Sammlung ausgedienter Feldwebel) heißenKronensöhne". Die Gardejäger heißenLaubfrösche", dagegen kommt der NameNeufchateller" für die Gardeschützen wohl allmählich außer Gebrauch. Tie Garde-du-Corps werden alsSandjungen" bezeichnet, die rothen Husaren alsGlüh­würmer", die Pioniere auch alsRegenwürmer" und die Artillerie alsLeichcn- bitter", weil sie wie solche hinter den Geschützen einhergehen sollen. Woher das 6. Regiment den NamenGurkenzwicker" hat, ist nicht ersichtlich. Das 8. Regiment heißt wegen der Form der Acht dieBretzelgarde" und das 11. nennt sichStreich­hölzer" oderTrommelichlägel". Die 20er und 35er, die sich meist aus Berlin rekru- tiren, heißen wegen ihrer Flottheit und ihres FeuersZuaven" nndTurkos"; minder wohlwollend ist dagegen die BezeichnungFlickjchneider" für die 72er undSchwamm- klopper" für die 37er. In Sachsen führen dieLeibhasen" (Nr. 100) undSand­hasen" (Nr. 101) den bezeichnenden NamenKloß.r-Brigade" und das Füsilier-Regi­ment Nr. 108 heißt wegen der schwarzen KragenRußbutten",Wichsschachteln", Feuerrübel" oder auchDammichbrüder". Unter den Husaren verdienen die 6. (grüne Uniform mit gelben Schnüren) alsSpinat mit Eiern" hervorgehoben zu werden. Das 1. Manen-Regiment heißtOder-KosakerU'. Das 3. Arttllerst-Regimmt führt dir

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Gießen, 26. Juni. (Stadtverordnetensitzung vom 24. Juni, Nachmittags 4 Uhr.j Anwesend Herr Bürgermeister Bramm und Herr Beigeordneter Keller, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Bai st, Georgi, Grüneberg, Dr. Gutfleisch, Haustein, Hoch, Hornberger, Kauf, Lüdeking, Ad. Noll, Aug. Noll, Petri, Scheel, Schopbach, Simop, Vogt und Wortmann.

Nach Eröffnung der Sitzung wird die Ausloosung der zur Rückzahlung be­stimmten städtischen Schuldverschreibungen vernommen; es wurden, gezogen 3h'2pro- zentige: Serie A ä 1000 fl Nr. 7, 19, 79, 80 und 151, Serie B ä 500 fl Nr. 31, 64, 77, 92, 128, 131, 146, 178, 186 und 195, Serie C ä 100 fl Nr. 73, 78 und 360. 4V2prozentige : Serie A Nr. 24, Serie B Nr. 4 und Serie C Nr. 86, zusammen ein Werth von circa 20,000 Mark.

Gieße«, 25. Juni. (Schwurgericht.j Ein bedauernswerther Ehemann, der Wagner Friedrich Hedderich von Wallenrod, steht heute vor dem Schwur­gerichte, um sich wegen der Beschuldigung, seine Ehefrau mittelst eines gefährlichen Werkzeuges verletzt und in Folge dieser Verletzung den Tod der ersteren herbeigeführt zu haben, zu verantworten. Die Verhandlungen ergeben das Folgende:

Hedoerich war am Morgen des 17. April d. Js. von Wallcnrod nach Lauter­bach gegangen, um dortselbst mehrere Geschäfte zu besorgen.1 Er kehrte am Nachmittag desselben Tags gegen 4 Uhr nach Wallenrod zurück, wo er von seiner Ehefrau mit einer Fluth von Schimpfmorten über sein langes Ausbleiben überhäuft wurde. Der Angeklagte ließ lange Zeit die Schimpfereien seiner Frau über sich ergehen; er mahnte sie zur Ruhe und ging seinen landwirthschaftlichen Arbeiten im Stalle nach. Als er .zurückkehrte, begann der Streit von Neuem und es kam zuletzt so weit, daß die Ehe­frau Hedderich eine an der Zimmerwand stehende Axt ergriff und auf ihren Mann eindrang. Hedderich versah sich zu seinem Schutze mit einem auf dem Stubenboden liegenden Kartoffelstößer und griff mit der linken Hand nach der Axt, welche seine Frau gegen ihn zum Schlage erhoben hatte und entwand ihr dieselbe; schlug jedoch

Vermischte-.

Butzbach, 22. Juni. Der 24. Verbandstag der hessischen Vorschußvercine fand heute unter Leitung des Verbandsdirectors Diehls von Kassel und unter Vertretung der Anwaltschaft durch den Reichstagsabgeordneten Parisius statt. Von den 21 Ver­einen waren Alsfeld, Bad Nauheim, Bleichenbach, Butzbach, Kassel (Creditoerein), Friedberg, Fulda, Gießen, Grünberg, Hersfeld, Melsungen, Reichelsheim, Wächters­bach, Wetzlar vertreten; nicht erschienen waren Kassel (Beamten Sp. u. D. Kasse), Dodenau, Großalmerode, Hünfeld, Lichtenau, Marburg, Schotten. Aus dem Berichte des Verbandsdirectors ist zu entnehmen, daß die Mitgliederzahl 15,121 betrug, der Gesammtkassenumschlag in Einnahme und Ausgabe 98,983,134 X war, daß auf Vor­schüsse auf Wechsel und Schuldscheine X 7.447,282, auf discontirte Wechsel 6,569,330, auf Hypothek und Kausschillinge X 518,300, im Conto-Eorrent X 16,716,151 gegeben wurden. Zusammen X 31,251,063. Das eigene Vermögen war X 728,364, Reserve­fonds X 4019, 169 Geschäftsantheile X 7,747,533, fremdes Kapital als Darlehen X 4,531,527, Spareinlagen X 5,477,244 Guthaben, im Conto-Eorrent X 902,927, in laufender Rechnung X. 290,818. Gesammtbetrag 11,202,516 X. Das eigene Ver­mögen besteht zum Theil in Werthpapieren X 1,800,000, Hypotheken X 439,000, Kauf­schillingen X 623,000, in Immobilien X 189,000. Vereinnahmt wurden an Zinsen und Provisionen X 881,840. Verausgabt an Zinsen und Vereinsgläubiger X 446,136, an Verwaltungskosten X 115,892; Verluste betrugen X 4962, der Rein­gewinn dagegen 315,026. Dividenden wurden verthei^ von 415 pCt., im Durch­schnitt 10"/,2 pCt. Von den 21 Vereinen gehören 9 dem Giro-Verkehr mit einem Umschlag von über 81 Millionen Mark an. Die Spesen darin betragen 82 4 pro 1000 X; ebenso ergibt die Mittheilung von 9 Vereinen, daß diese 1427 ausschließlich Landwirthschaft treibende Mitglieder und 617 nebenbei diese treibende haben. 17 Vereine haben sich dem Revisionsoerbande angeschlossen, 4 (Gießen, Großalmerode, Marburg, Schotten) dagegen nicht. Die Revision der Verbandsrechnung wurde richtig befunden. Zum allgemeinen Vereinstage in Colberg wurden Alsfeld und Butz­bach mit je einem zu bestimmenden Vertreter erwählt und jedem derselben 150 X Ver­gütung gewährt. Der nächste Verbandstag für Hessen findet in Dielsungen statt. Als Verbandsdirector wurde per Acclamation Diehls-Kassel und zum Stellvertreter Preußler gewählt und damit der Verbandstag geschlossen.

Wetzlar, 25. Juni. Durch einen schreckliche» Unglücksfall ist eine brave, acht­bare Arbeiterfamilie ihres Ernährers beraubt worden. Der 12jährige Knabe des Fuhr­manns Jost Pausch wollte gestern Nachmittag seinem vom Kalksteinbruch an der Dalheimer Kapelle daherfahrenden Vater entgegengehen, als er den beladenen Wagen desselben sammt den Pferden allein herankommen sah. In der Meinung, daß sein Vater noch im Bruch zurückgeblieben sei, nimmt der Junge die auf dem Wagen be­findliche Peitsche an sich und fährt ruhig eine ganze Strecke weiter. Endlich wird er von einem Arbeiter eingeholt, der ihm die Schreckensbotschaft verkündigt, daß sein Vater überfahren und todt oben auf dem Wege zum Steinbruch liege. Und richlig, so war's. Wahrscheinlich hatte der arme Mann den unglückseligen Fehler so mancher Fuhrleute begangen, sich vorne auf die Deichsel zu setzen, war dort, von Müdigkeit überwältigt, eingcschlasen und bei einem Stoße des Wagens heruntergefallen. Dabei sind ihm denn die Räder des brutto etwa 130 Centner wiegenden Gefährtes über die Brust, Arme und Oberschenkel gegangen und haben diese Körpertheile vollständig zer­malmt, bezw. plattzedrückt. Natürlich mußte der Mann augenblicklich seinen Tod gefunden haben. Pausch stand schon lange im Dienste seiner Arbeitgeber, die ihn als einen fleißigen wackeren Arbeiter schätzten; hoffentlich kommen seiner Familie die Wohl-