zeit gefeiert. — Auf der Mainzer Landstraße wurde heute früh die Leiche eines beim Central-Bahnhof beschäftigten Arbeiters gefunden. Der Mann war erfroren.
Esch weiter, 20. Januar. Der Mord an dem Posthilfsboten aus Eschweiler- Auc scheint, so schreibt man dem „Echo", weniger ein Raubmord als ein Racheakt zu sein. Der so schrecklich um's Leben Gekommene stand nahe vor seiner Hochzeit. Die Obduction hat ergeben, daß außer mehreren tödtlichen Schlägen am Kopfe auch noch ein Stich mit dem Messer in eine Seite ausgefährt worden ist. Hierauf ist der Todte auf einen Reisighaufen geschleppt, seine Kleidung mit Petroleum getränkt und in Brand gesetzt worden, um so jede Spur von demselben zu vernichten. Dem Vernehmen nach sind 2 Personen, ein jüngerer und ein älterer Mann, als der That verdächtig eingezogen worden.
Greifswald, 18. Januar. Hiesigen Blättern entnehmen wir den folgenden Fall von Trichinose, der eclatant zeigt, wie nothwendig die obligatorische Fleischschau auch für das Land ist: Ein Zimmermann in dem Dorfe Bclgast bet Barth (Vorpommern) schlachtete Anfangs December ein Schwein und aß bald darauf mit seiner Frau, Schwiegertochter, einer Frau, die bei der Schlächterei behilflich gewesen war, und einem an Scropheln leidenden Kinde von dem noch rshen Mettwurstfleische, so zwar, daß er wenig, die Uebrigen beträchtliche Quantitäten genossen. Am 12. De- cembcr erkrankte der Zimmermann — Lau mit Namen — an Kopfweh und rothen Augen. Er erholte sich nach einigen Tagen jedoch wieder, während seine Frau und, die übrigen Personen, die schon vor ihm ähnlich, nur bedeutend schlimmer, erkrankt waren, bald das Bett hüten mußten und unter beständigen Fiebercrscheinungen schwer krank darniederlagen. Da Sämmtliche keinen Arzt zu Rathe zogen, so blieb ihnen die Natur der Krankheit, gegen die sie mit allen möglichen Hausmitteln zu Felde zogen, natürlich verborgen: der im Dorfe stationirte Gensdarm sollte sie erst am 24. December über dieselbe belehren. Lau hat nämlich Kinder in Zittau und in Kiel wohnen und an beide von dem Fleisch und den Würsten geschickt. Die Zittauer haben von dem Fleisch sofort gegessen und sind gleich darauf an der Trichinose schwer erkrankt. Der sie behandelnde Arzt machte der Polizeidirection Anzeige, die an die hiesige Regierung berichtete, welche ihrerseits den Gensdarmen beauftragte, sämmt- liches Fleisch von dem besagten Schweine zu beschlagnahmen. Der auf die Intervention des Gensdarmen endlich herbcigerufene Arzt hat noch Hoffnung, wenn auch nicht sicher gegründete, das Leben seiner Patienten zu erhalten. Schlimm steht es noch immer in Zittau, während die Kieler scheinbar mit einigen üblen Tagen weg- kommen werden.
Metz, 22. Januar. Ein mörderischer Ueberfall, der vorigen Mittwoch gegen Abend, muthmaßlich in der Nähe von Ars a. M., auf den Anfangs der sechtzziger Jahre stehenden Bürgermeister Naut von Gravelotte verübt wurde, macht viel von sich reden. Zwischen 7 und 8 Uhr am Abend des genannten Tage- erschien, wie man der „K. Z." schreibt, der schwer Verwundete in einem Fuhrwerk aus Ars an der hiesigen Heilanstalt „St. Blandinenstift", um Aufnahme bittend, die ihm gemährt wurde. Wenn auch über die genauere Oertlichkeit der That, sowie über den oder die Thäter bis zur Stunde noch nichts in die Oeffentlichkeit gedrungen ist, so steht doch fest, daß auf den Naut drei Nevolverschüsse abgefeuert wurden, von denen der eine den Hut, der zweite in der Schultergegend den Ueberzieher an zwei Stellen durchbohrte, das Geschoß des dritten dagegen leider unter dem linken Ohr vvn rückwärts in die untere Kinnlade drang, von w» sie in Folge eingetretener hochgradiger Gesichtsschwellung bis jetzt nicht entfernt werden konnte. Das Anfangs geschwundene Bewußtsein des Verletzten ist seitdem zurückgekehrt und zur Zeit hegen die behandelnden Aerzte alle Hoffnung auf dessen Wiederherstellung. Die gerichtliche Untersuchung dürfte das Weitere lehren, obwohl schon jetzt die Vermuthung dahin geht, es handle sich dabei nicht um eine räuberische Absicht, sondern um persönliche Rache. Herr Naut, schon vor 1870 und seitdem unausgesetzt Bürgermeister von Gravelotte, wurde vor Jahren durch Verleihung eines preußischen Ordens ausgezeichnet.
nunmehr 17 Jahre so beliebte, trotz aller Nachahmungen rruüber- troffene Haarwasser von C. Retter, München (staatlich geprüft ii. begutachtet), welch, statt Oel sd. Pomade tägl. gebraucht bestens zu empfehlen ist verkauft zu 40 4 u. 1,10 I. H. Krrhr, Sonnenstraße 25, Gießen. 62<
Handel und Verehr.
Gießen, 20. Januar. Der heute und gestern dahier abgchaltene Viehmarkt war mit 1160 Stück Rindvieh und 129 Stück Schweinen befahren. Der Handel bei ersteren war zwar lebhaft, jedoch machte sich ein Unterschied in den Preisen nicht merklich, bei, Schweinen waren die Preise in Folge der starken Nachfrage hoch.
Nächster Markt Dienstag den 9. und Mittwoch den 10. Februar d. I.
Gießen, 26. Januar. Aus dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund 0.80—090, Hühnereier pr. Stck. 7—8 H, Enteneier St. 0—0 <4, Käse pr. St. 5—8
Käsematte 3—0 Erbsen pr. Liter 20 Linsen 28 H, Tauben per Paar 0,60 bis
1,10 Hühner per Stück 1.00—1.50, Hahnen pr. Stück JL 1.00—2.00, Enten
per Stück JL 1.50—2.20, Ochsenfleisch per Pfund 62—64 H, Kuh- und Rindfleisch 54—56 Schweinefleisch 50—60 H, Hammelfleisch 50-62 H, Kalbfleisch 48-50 Kartoffeln per 100 Kilo Jt 3.50—4.00, Milch per Liter 12—18 H, Zwiebeln per Centner JL 5.00—6.00.
Frankfurt, 25. Januar. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesigeru. Wetterauer JL 16,50—16,75, fremder <X 17,25—18,50, Roggen eff. hies. JL 14,75-^15,00, fremder 14,75—15.00, Gerste effectio hiesige und Wetterauer «X 15,50—19,00, fremde X 00,00—00,00, Hafer eff. hies. JL 13,50—14,50 fremder JL 00,00—00,00.
Frankfurt, 25. Januar. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Angetrieben waren 379 Ochsen, ca. 11 Bullen, ca. 408 Kühe und Rinder, ca. 295 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Cual. Jt 60—62, 2. Qual. JL 50—55, Kühe und Rinder 1. Qual. 50—55, 2. Qual. 38—44 per 100 Pfund Schlachtgewicht, Kälber 1. Qual. 60—65 2. Qual. 50—55 H per 1 Pfund Schlachtgewicht.
LandwirthschaftlicheS.
Von dem Director der Königl. Lehranstalt für Obst- und Weinbau zu Geisenheim a. Rh., Herrn Göthe, erhalten wir nachstehende Mittheilung:
Auf zum Kampfe gegen die Blutlaus!
Nachdem sorgfältige Beobachtungen dieses für unsere Apfelbäume so gefährlichen Jnsectes zu dem Resultate geführt haben, daß sich die Vertilgung am leichtesten und wirksamsten zur Winterszeit durchführen läßt, fordern wir hiermit zu einem allgemeinen Feldzug gegen den Schädling und zur nachdrücklichsten Bekämpfung im Laufe der Monate Januar, Februar und März auf. Es müssen sämmtliche Wundstellen an den Bäumen, auf denen im vergangenen Jahre die Blutlaus gesessen hat (man erkennt solche an dem weißlichen Ueberzuge), mit einer der nachfolgend beschriebenen Lösungen gründlich ausgebürstet werden. Auch räume man die Erde von den Stämmen etwas weg, um Blutlauscolonien, welche sich etwa unter der Oberfläche des Bodens befinden sollten, erreichen zu können. Wer recht sorgsam verfahren will, bürste die ganze Rinde der Stämme und der Zweige ab.
Da bei einem solchen Verfahren ziemlich große Mengen Flüssigkeit gebraucht werden, so können hier nur die billigen Blutlausmittel in Betracht kommen. Es sind dies: 1) gewöhnliche Lauge, wie sie durch Uebergießen von Holzasche mit Wasser gc= wonnen wird: 2) Gaswasser, ein Nebenproduct der Gasbereitung, ist um das Doppelte mit Wasser zu verdünnen; 3) Kalkmilch; 4) eine Mischung von Soda und Alaun (2 Kilogramm Soda und 1 Kilogramm Alaun werden in 50 Liter Wasser aufgelöst).
Es sei ausdrücklich bemerkt, daß es viel weniger auf bas Mittel ankommt, als auf die Gründlichkeit, mit welcher das Ausbürsten vorgenommen wird. Es muß dabei auch die kleinste Perwundung der Rinde berührt werden, so daß das Jnsect in allen seinen Schlupfwinkeln getroffen wird. Bereits stärker verlauste Bäume bürste man mit doppelter Sorgfalt ab.
Wenn so von allen Seiten und mit aller Energie gegen den Schödling vorgegangen wird, muß es gelingen, seine Ueberzahl auf ein unschädliches Maß zu vermindern. Es sollten in jeder Gemeinde besondere Tage angeordnet werden, an welchen überall das Abbürsten der Apfelbäume unter sachverständiger Controle zu geschehen hat.
(Um weitere Verbreitung durch die Localblätter wird gebeten.)
Holzversteigerung
im Villinger Grmeindewsld.
Montag den 1. Februar,
Vorm. 10 Uhr anfangend, werden versteigert:
1. 30 Stück Eichen-Stämme von 52 bis 87 Ctm. Durchmesser und 6 bis 16 Mir. Länge mit 48,54 Cbm., zu Schnittholz geeignet.
2. 7 Stück Eichen-Abschnitte mit 10,20 Cbm.
3. 8,4 Rmtr. Eichen-Nutzscheitholz,
4. 231 Stück geringere Eichen, zu Wagner- und Grubenholz geeignet, mit 30,15 Cbm.
5. 179 Stück Kiefern-Stämme von 12—24 Ctm. Durchmesser und 8 bis 12 Mr. Länge, mit 34,95 Festm.
6. 137 Kiefern-Derbstaugen mit 7,77 Festm.
7. 1 Lindenstamm u. mehrere Kirsch- bäume.
Die Zusammenkunft ist im District Blaustück.
Villingen, den 23. Januar 1886.
Grsßh. Bürgermeisterei Villingen. Koch. 599
Donnerstag den 28. d. M.,
Nachmittags 2 Uhr,
in der L v u i s F l e t t'schen Hofraithe dahier, sollen gegen Baar
2 Svpha's, 2 Kleiderschränke, 2 Com- moden, 1 Bettstelle, Tische, Stühle, Spiegel, Bilder rc-, versteigert werden.
Gießen, den 24. Januar 1886.
Engel, 619 Gerichtsvollzieher.
601 Ein gebrauchter
Kassenschrank
billig abzugeben bei Fried. Krogmann.
Allgemeiner Anzeiger.
Preisen.
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Brustumfang.
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Montag den 1. Febr. 1886,
Vormittags 11 Uhr, soll in der elzenba ch'schen Wirth- schaft zu Nord eck nachverzeichnetes im Schlage Hilbersdorf der Waldung zu Nord eck belegenes Holz meistbietend versteigert «erden:
Fichten - Nutzstämme:
11 Stück HL 61, 33 Stück IV. Cl., 83 Stück V. Cl. von zusammen 64 Festmeter.
FichteurNutzOange»:
73 Stück I. El-, 17 Stück II. Cl., 110 Stück III. Cl., 222 Stück IV. Cl., 70 Stück V. Cl., 120 Stück VI. Cl.
12 Nm. Fichten-Prügelholz,
26 „ „ Stockholz,
200 „ ,, Reisig.
Die Besichtigung des Holzes kann vsr dem Termine stattfinden.
Marburg, am 25. Januar 1886. Freiherrlich v. Rausche Revenuen- verrvaltung. 607
Ileifgeöotenes.
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aus der Fabrik von Dorfelder in Mainz, wird billig abgegeben.
Näheres in der Exped. d. Bl.
Fst. Sauerkraut
empfiehlt 613
Ferd. Drebes,
vorm. Gg. Wilh. Weidig.
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