Ausgabe 
25.11.1886 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

denn, wie viel eine Million ist? Haben Excellenz denn schon einmal eme Million gesehen?" Der nachmalige Statthalter von Elsaß-Lothrmgen war durch dreie Frage einigermaßen in Verlegenheit gebracht und wußte nicht, was er darauf antworten sollte, da er allerdings niemals in die Lage gekommen war, eine Million zu sehen. Er entließ aber die Deputation recht freundlich. Daß auf die Zahlung dieser Kon­tribution bald verzichtet wurde, ist bekannt. Auch der Vorgänger Manteuffel s, der General Vogel von Falkenstein, muß wohl keine genaue Vorstellung voneiner Million" gehabt haben, denn er schickte damals, um die erste (Kontribution von 5,700,000 Gulden in Empfang zu nehmen, zwei Soldaten mit einfachen Schiebekarren auf die Frankfurter Bank, in der Dieinung, daß dieselben das Geld auf diesen beiden Vehikeln zur Bahn bringen könnten. Der General war nicht wenig erstaunt, zu ersahren, daß die Sendung über 1000 Eentner wiege und sandte dann eiligst einige große SJ^Ul^a0e^ar.§ bie beiden Italiener Merletti und Sucio jetzt um die Wette; der eine will fünfzig, der andere dreißig Tage ohne Nahrung zubringen. In den Blättern ist jeden Tag ein Bericht der beobachtenden Aerzte zu lesen. Wie es scheint, kann Merletti bei der Sache in keinem Falle etwas verlieren, bringt er es auch nicht auf fünfzig Tage ohne Brot, so bleibt ihm doch, wie behauptet wird die Hand einer hübschen und reichen Dame sicher, welche sich tn ihn verliebt hat. In­dessen sind beide Hungerleider schon übertrumpft, und zwar durch eure Pariser Oafßn- kehrerin. Dieselbe ist unter dem Namen Möre-Marin in der Umgebung des Palais Royal Jedermann bekannt, da sie dort fast täglich betrunken durch die Straßen .aumelt. Sie trinkt nichts als Absynth, täglich ungefähr 10 kleine Gläser. Iber trotzdem dies Getränk die Eßlust reizt, ißt Mutter Marin nie etwas freiwillig. Sie ist schon etliche dreißig Male wegen öffentlicher Trunkenheit verurtheilt und noch öfter m polizeilichen. Gewahrsam genommen. Sie ißt nur, während sie ihre Strafen abbußt demr im Gefängniß vermag sie sich kein geistiges Getränk zu verschaffen. Nach verbüßter Strafe lebt sie wieder nur von Absynth bis zur nächsten Verhaftung. Den beiden yunger- meistern stellt sich übrigens auch ein Eßmeifter als Gegenstück zur Seite. Derselbe erbietet sich, Tag für Tag nicht weniger als 50 Kilogramm Nahrung zu sich zu nehmen, gleichviel, woraus dieselbe besteht, wenn sie nur gekaut werden kann. In­dessen ist dieser Tage auch ein Weitester um's Leben gekommen. Derselbe em Belgier, hatte mit Landsleuten tüchtig gespeist und wettete danach, noch etn Dutzend faustdicker, in Fett gebackener Kuchen zu essen. Bei dem fünften erstickte er und war trotz schnell herbeigeholter ärztlicher Hilfe nicht mehr zu retten. £

- sBoshaft.^ Dame:Haben Sie Häringe?" - Verkäufer:Gewiß!

Dame:Sind dieselben auch gut?" Verkäufer:Jawohl! Dame: Wie theuer sind sie denn?" - Verkäufer:Das Stück zehn Pfennige - Dame:Wollen Sie mir dann einen nach Hause schicken Derkauser (arge^ lieb zum Knecht):Johann, spann' an und fahr' der Madame den Harrng nach Hause!" ______________________________ _

gewagt werden darf. Kopf und Hand der Göttin sind» im. Verhältniß -u den übrigen Körpertheilen zu groß ausgefallen; überhaupt erhebt sich die Arbeit bes ^Reliefs nicht über das Mittelmäßige derartiger spätrömischer Denkmäler. Von einer Inschrift ftnbet fid) leider keine Spur, wenn eine solche überhaupt vorhanden war, muß ste auf eurem eigenen Block angebracht gewesen sein. Das Material besteht aus feinkörnigem ro et feen Sandstein. Der Stein ist im Allgemeinen wohl erhalten, wenn auch dreVordersertc einiae Besckädiaunaen aufweist. Als man vor einigen Jahren die Friedhofskapelle ausräumte fand man den Stein nur wenig unter der Oberfläche des Bodens; seit sesttekAuMnduna Mrd er in der Vorhalle der Kapelle aufbewahrt Die erste Kenntniß dieses Denkmals verdanken mir einer Mittheilung des Herrn Gieß 111 ^B-bra. Ein f-hr trauriger Vorfall trug sich am Morgen des 12. d. M. hier »n. Der Telegraphist Schulz hatte, wie man der »Hersf. Ztg. schreibt, ein krankes Ei'nd bei welchem er wohl gewacht haben mag. Früh am Morgen ries lhn sein -Beruf zum Dienst, welchem er auch nachkam. Kaum non Hause weg, stirbt das Kind. Die Mutter schickt eines ihrer anderen Kinder tort, um den Vater wieder zu rufen Als es am Bahnhofe anlangt, gewahrt es mit Schrecken, daß auch der Vater soeben seinen Geist"aufgegeben hat- kaum kurze Zeit seinen Dienst angetreten, ist er zusammen, gebrochen und verschieden. Man kann sich den Schreeken^der Frau denken und welche traurige Verhältnisse hier eingetreten find, da Schulz Frau und einige Kinder hinterlaßt. z^fall, welcher zur Warnung dienen möge, entnehmen wir der

Post": Als man sich am Donnerstag in einer In der Kastanienallee in Berlin Lohnhasten Familie R. um den Tisch zur gemeinfamen Mahlze.t versammel, °g e n Iljähriger Sohn des Hauses der ungefähr lkiahrigen Schwester dm Stuhl IN dem Moment fort, als sie sich aus denselben niedersetzen wollte. Sie setzte sich natürlich mit aller Foree ans den Fußboden und vermochte sich nicht wieder zu erheben. Em Arzt wurde gerufen, welcher eine höchst bedenkliche Verstauchung am Beckenknochen conftatirte und zugleich erklärte, daß, wenn der Fall nicht mit der größten Sorgfalt behandelt würde, das junge Mädchen Zeit ihres Lebens lahm bliebe.

° _ Manteuffel und Rothschild.s Einige Frankfurter Zeitungsreporter werfen,

wenn sie von dem nachgelassenen Vermögen des Baron Meyer Karl von Rothschild sprechen, mit den Hunderten von Millionen nur so um sich. Der Franks. Kl. Preße ist dabei unwillkürlich ein Wort des verstorbenen Barons emge,allen, das feiner Zeit viel Aufsehen erregte. Als im Jahre 1866 der General Manteuffel der Stadt Frank­furt eine Kontribution von 25 Millionen Gulden auferlegte, erschien eine Deputation von Bankiers und Kaufleuten bei dem Commandlrenden der Mam-Armee, um die Rücknahme der verhängten Zwangsmaßregel zu erwirken. Freiherr v. Rothschild stand an der Spitze der Deputation. Nachdem dieselbe ihr Anliegen eingehend begründet, erklärte der General, er könne nicht von der Forderung abgehen. Daraus sagte Herr v Rothschild:Man verlangt von uns fünfundzwanzig Millionen. Wissen Excellenz

Allgemeiner Anzeiger.

Ieikgeöolenes.

Normal-Unterkleider,

und alls Arten

Hemden, Unterjacken, Unterhosen

empfiehlt billigst 7491 |

Beclits

Wagen-Iaörik MAINZ «armelitenstraße 12 rr. 14, empfiehlt ihr stets reichhaltiges Hager aller Arten Luxuswagen bester Qualität, sowie eine Anzahl gebrauchter Wagen. 1274

Keinflen

Medicinal-Leberthran

empfiehlt 8071

Emil Fischbach.

OODDÖCM30QaDIDDDÖODDC3DDDOD

8 Der

§ Gesangs-Komiker, g g Ausgewählte Couplets, Duette, q Solosceuen rc. mit Pianoforte-Be- c O gleitung. 20 Bände (Bd. 1820 neu) C s ä i r

o Jnhaltsverzeichuitz gratis und L D franco. o

| Die g

g besten Deklamationen o u. komische Vorträge y

8 für frohe Menschenkreise. Q

9. Aufl. - Preis 1 Jt 50

--

g Die

B Bauchrednerkunfl

g von G. Lund. q

D Mit Jllustr. Preis 50

O u

n C. A. Koch s Verlag, D

g Leipzig. g

DOaagDODoaaaiDODQoaDoaooQ

SopSaas

in gediegenem Fantasiestoff und Damast­überzug, sowie

fertige Betten

empfiehlt

Wilh* Uuteschrad,

Ml Tapezier, Kaplansgaffe 27.

Ausverkauf von Leilzeug, Barchent, | 8chürzenzeugeu, weiß Leuten etc.

Bismarcksfrasse tl.

g Eduard. Ottens Wwe.

Ernst Blödner, ®

G ä

M Bahnhofstraße 12 GK

9 empfiehlt für bevorstehende Winter-Saison seine reichhaltige Auswahl ® M in allen Arten 9

® Teppichen, G

$ Tisch- uxid Rcisedecken, I

G Pult- und Bettvorlagen, g

ä bei billigster Preisstellung. . . , ©:

X Aeltere Muster werden zu und unter Einkaufspreisen ab- d gegeben. Q7915

Wurmbachsche Fiillregulir-Oefen

mit Universal-Rost, zu immerwährendem Brennen eingerichtet; geeignet für jedes Brennmaterial.

Amerikaner* Oeffen

der Buderus'schen Eisenwerke mit neuester Regulirvorrichtung. Uegulir-KüUosen. Wormser Ösen. Kochofen. Kohlenkasten. Ofenschirme. Feuergeräthe.

sm______________Emil Fistor.

Wegen bevorstehender Vergrößerung meines sonstigen Waarenlagers will ich nachstehende Artikel: Tischdecken in Wolle and Leinen, wollene Decken (Colter), Reisedecken, Bügeldecken, Pferdedecken, weiße Gardinenstoffr, Möbel-Damast eingehen lasten und verkaufe dieselben zum Einkaufspreise.

Auf wollene und halbwollen« Kleiderstoffe, Tuche und Buckskins vergüte bis Weihnachten IvpCt. Scto. 8256

Martin School, Marktplatz 5.

8224 Als Ofenputzer empfiehlt sich I 8253 Ein Mädchen empfiehlt sich im Karl Keil, Marktstraße 8, bei Kauf- Bügeln in und außer dem Hause billigst mann Schmücker. I Grünbergerstraße 18.

Aecht chinesische Thees (Erndte 18 8 6) empfiehlt 8072

Emil Fischbach.

Den Alleinverkauf von

Carbolineum

Marke Krank & Co., Mensen habe für Gießen und Umgegend übernommen.

Dieses verbesserte Carbolineum ist das bewährteste Jmprägnirmittel der Neuzeit, für Holz und Mauerwerk, bester Schutz gegen Nässe u. Schwamm.

Prospekte stehen zu Diensten.

7882_______Carl Hensel.

Süßrahmbutter

ä Pfund Mk. 1.25, aus der Dampf- Molkerei Alsfeld, empfiehlt 8374 ______H. Roth, Teufelslustgärtchen 3.

Gummi-Regenröcke, Gummi-Patent-Wäsche, Gummi-Gamaschen, Gummi-Hosenträger empfiehlt 7315-

__H. Rübfamen.

Kästörtchen, Schillerlocken, Merinques, Prinzesstörtchen sowie verschiedene Sorten Kaffeekuchen täglich bei 8151

M. BLiiad, Schulstraße 4.

Pelz « Baretts für Damen und Kinder, sowie alle Arten Pelz-Besätze empfiehlt in reicher Auswahl zu billigen Preisen 7285

_______H. Rübfamen.

Moselwein

garantirt rein"

direct vom Produzenten, per Flasche «X 0,80, JL 1,-, «X 1,20, 1,50

empfiehlt 8073

Emil Fischbach.