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Lokale-.

Gießen, 24. September. Gestern wurde dahier ein junger Mann verhaftet, der einem anderen eine nicht unerhebliche Verletzung am Kopfe beigebracht hatte.

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Berlin, 23. September. Die Bekanntmachungen betreffend die Verlängerung des kleinen Belagerungszustandes für Berlin und Umgegend, sowie für Altona und Umgegend werden amtlich veröffentlicht.

Berlin, 23. September. DenBerliner Polit. Nachr." zufolge dürfte die Alters- und Invaliden - Versorgung, wennschon der Reichstag in der nächsten Session zweifelsohne mit der Fortführung der Socialreform befaßt werde, keineswegs bereits Gegenstand der Verhandlung fein.

Pest, 23. September. Anläßlich Der Besprechung der Stellvertretung des Fürsten Bismarck im Bereich des Auswärtigen Amtes sagt derNemzet", das deutsch­österreichische Bündniß bleibe aufrecht und unverändert trotz der Angriffe Derjenigen, welche eine solche weltgeschichtliche Gestaltung vom lokalen und Parteistandpunkte aus fritifirten.^, September. An der Cholera erkrankten bezw. starben: in Triest 4/1, Budapest 36/3 und 16 Todesfälle früher erkrankter, Fiume 2/0, am 21. d. in Komorn 3/1, Neusatz 2/1.

Pari-, 23. September. Im heutigen Ministerrathe setzte Freycinet die Schwierig­keiten auseinander, denen der Ministerresident Lemaire auf Madagaskar begegnete. Die Lage in Annam und Tongking dagegen sei fortdauernd besser.

London, 23. September. Lord Jddesleigh wohnte heute Nachmittag im Bea- consfield-Club der Enthüllung des Bildes von Lord Beaconsfield bei und hielt eine Ansprache, worin er die Anwesenden zu der von den Conseroativen bekundeten Festig­keit beglückwünschte und hervorhob, obwohl noch viele Schwierigkeiten zu bekämpfen seien, glaube er doch, daß man die Lage des Reiches im Allgemeinen als eine stabile bezeichnen könne und eine glückliche Ueberwindung aller Schwierigkeiten mit vollem Vertrauen erwarten dürfe.

Reuter's Bureau meldet aus Zanzibar vom 22. ds. M.: Nach den letzten Nachrichten befand sich der Afrikareisende Junker in Msalala, südlich von Victoria Nyanza, und beabsichtigt nach Zanzibar weiterzureisen.

Galway, 23. September. Heute fanden in Portumna (Grafschaft Galway) Ruhestörungen statt. Die Polizei, welche gegen die Ruhestörer einschritt, wurde vom Pöbel, der die Verhafteten zu befreien suchte, mit Steinen beworfen und mußten von ihren Stöcken Gebrauch machen, wobei mehrere Personen verwundet wurden.

Madrid, 23. September. Villecampa und Gonzalez, die Häupter des Auf­standes, sind gefangen genommen worden.

Madrid, 23. September. Der Ministerrath unter dem Vorsitze der Königin entschied, bei der jetzigen Politik zwar zu beharren, gleichzeitig jedoch Maßregeln gegen Verbreitung der antimonarchischen Bestrebungen zu treffen.

Ein Tagesbefehl des Generals Pavia, Gouverneur von Madrid, verbietet den Zeitungen jede Meldung und jeden Commentar über den Proceß gegen die Auf­ständischen, sowie jede Erörterung der Armeedisciplin und der öffentlichen Ordnung.

Mandalay (Birma), 23. September. Meldung des Reuter'schen Bureaus.) Als heute früh die Thüren der öffentlichen Wohlthätigkeitsanstalten geöffnet wurden, um Lebensmittel an die durch die jüngsten Ueberschwemmungen Betroffenen zu ver- theilen, stürzte ein Haufen Nothleidender gewaltsam gegen die Thüren, wöbe: zwölf Personen zertreten und acht verwundet wurden. Fast 6000 Personen empfingen im Laufe des gestrigen Tages Lebensmittel.

Konstantinopel, 23. September. Der Sultan empfing heute Nachmittag den Herzog von Edinburg und den Prinzen Georg von Wales in feierlicher fast ein­stündiger Audienz. Der Sultan verlieh dem Herzog von Edinburg den Stern des Osmanieordens mit Brillanten und dem Prinzen Georg das Großkreuz des Osmanieordens.

und tiefes Elend von den Frauen und Kindern abwenden würde. Möge dieses Vor- kommniß, das ein herbes Schicksal über eine Reihe von Familien bringt, wiederum zur Warnung dienen. Daß der Sergeant und Constabler Braun, dessen Benehmen semm Untergebenen gegenüber kein solches gewesen sein soll, wie es zur Aufrecht­erhaltung soldatischer Zucht durchaus erforderlich erscheint, sich nicht einer besonderen Hochschatzung erfreut, ist wohl zu begreifen.

Hamburg, 20. September. Abgehende Seminaristen sind verschiedentlich auf- gefordert worden, sich zur Uebernahme von Schulstellen in Kamerun zu melden. Es wurde ihnen bekanntlich ein Gehalt von 5000 JL, freie Wohnung und freie Hin- und Rückfahrt angeboten, wogegen die jungen Leute sich auf zwei Jahre verpflichten sollten. Mecklenburgische Seminaristen, welche ebenfalls eine Aufforderung erhielten, wandten r ^at^ und Auskunft an unfern Reichstagsabgeordneten Woermann, der gewiß als Kenner der in Frage kommenden Verhältnisse gelten darf. Sie erhielten die Ant- wort, daß weder zu- noch abzurathen sei. Das Klima sei ungesund, an der Küste dürfe kein Europäer wagen, die Nacht auf dem Lande zuzubringen, ohne sich der größten Flebergefahr auszusetzen. Die Kosten der' Verpflegung hat Herr Woermann auf 4 bis 5 JL angegeben.

Qr, .Börde i. W., 20. Septbr. Ein entsetzlicher Unglücksfall hat sich am Samstag Abend dahier ereignet. Das dreijährige Söhnchen des Specereihändlers Thun stieß die brennende Petroleumlampe so unglücklich um, daß sich der Jnhali derselben auf oas Kind ergoß und dasselbe sofort in Hellen Flammen stand. Die zwanzigjährige Schwester des Knaben riß diesen, um die Flammen zu ersticken, an sich, erlitt aber bedenkliche Brandwunden, daß beide in kurzer Zeit ihren Leiden erlagen, wunden r" cr erhielten bei den Rettungsversuchen auch verschiedene Brand- , r Brüssel, 18. September. Der König von Portugal hat im Verein mit der belgischen Königin die Sehenswürdigkeiten Brüssels besucht, aber ein Gebäude ist ihm nur von außen gezeigt worden - der neue Justizpalast. Die Königin hat den Wagen rings um den Palast fahren lassen, aber hineinzugehen,dazu fehlte die Zeit". Diese Vorsicht ist sehr begründet. Decke auf Decke stürzt ein und zwar auf eine so plötzliche' Weise, daß man ganz rathlos dem gegenübersteht. Gestern sind wieder drei Decken emgesturzt, darunter die des Berathungssaales der Geschworenen. Heute wird die Decke des Seitenganges bei dem Handelsgericht alssehr bedrohlich" angegeben. Wenigstens aber haben sich die Decken für ihren Zusammenbruch die Gerichtsferien ausgesucht, sodaß bisher die Menschenleben nicht gefährdet gewesen sind. (Voss.Z.) . ~ Stadtrath von Mährisch-Ostrau hat eine Resolution angenommen,

m welcher dem Entsetzen über den Einsturz der Brücke und der Entrüstung darüber, daß nicht durch genaue Untersuchung das Unglück verhütet wurde, Ausdruck gegeben roirfx hatsch nämlich herausgestellt, daß nur sträflicher Leichtsinn die Katastrophe verschuldete. Sämmtliche Sachverständige im Brückenbau sprachen übereinstimmend aus, daß das Eisenmaterial der Kettenbrücke seit langer Zeit derart verrostet war, daß der Einsturz jederzeit erfolgen konnte. Im Juli v. I. wurde eine Eingabe der Gemeinde Ostrau, welche die Untersuchung der Brücke forderte, dahin erledigt, daß der Zustand der Eisentheile dieser Brücke einvollkommen guter" und die Befürchtung bezüglich derselben ungerechtfertigt fei. Die Fachmänner behaupten jedoch, die Kette sei bereits Jahre lang verrostet und gar nie oder nur höchst oberflächlich untersucht worden.

c® sonderbarer Zwischenfall ereignete sich auf dem Johannisberg in Elberfeld bei einer Vorstellung des Magnetiseurs Herrn Georg Schmidt. Es hatte sich als zweites Medium der Schuhmacher R. gemeldet. Als Herr Schmidt demselben seinen ausgestreckten Arm bestrichen und dann erklärte:So, jetzt können Sie Ihren Arm nicht mehr bewegen", sagte R.:Das kann ich aber doch", wobei er Herrn Schmidt eme kräftige Ohrfeige ertheilte. Es entstand eine allgemeine Aufregung unter dem anwesenden Publikum und wurde nun der Schuhmacher an die Luft gesetzt.

©in Kuriosum in Steuersachen aus Anlaß der Vermehrung der Lotterie- "llecten fft nach demLeipziger Tageblatt" in Beuthen in O.-Schl. passirt. Dort ist die städtische Verwaltung in der günstigen Lage, die Communal-Einkommensteuer von 260 auf 250 Procent herunterzusehen, weil die massenhaft erfolgte Bewerbung um eine erledigte Lottenecollectur, bei welcher der Nachweis eines Vermögens von 60,000 erforderlich ist, mit einem Schlage den Nachweis geliefert hat, daß die Zahl der Kapitalisten, welche zur Einkommensteuer heranzuziehen sind, erheblich größer ist, als man bisher angenommen hatte.

Während der Nacht ist die Sakristei der Martinskirche zu Bamberg aus­gebrannt. Die Retlungsarbeiten wurden theils durch den Umstand, daß das Feuer in per Sakristei stundenlang unbemerkt geblieben war, theils dadurch, daß die Kirchen- schlufsel in der Sakristei aufgehoben waren und die Feuerwehr sich nur durch Ein­sprengen der starken Kirchenthür Eingang verschaffen konnte, erschwert. Als die Feuerwehr in die Kirche eindringen konnte, hatte das Feuer schon den Hochaltar er­griffen; derselbe wurde jedoch gerettet. Lediglich dem massiven Gewölbe der Sakristei und dem umsichtigen Eingreifen der Feuerwehr ist es zu danken, daß das Feuer sich nicht auf die neureftaurirte schöne Kirche und die anstoßenden Gebäude mit ihrem un­schätzbaren Inhalte ausgedehnt hat. Die Kirche hat nicht gelitten.

(Dachziegel aus Papier.) Eine Bedachung, welche infolge ihrer Leichtigkeit und vieler anderer Vortheile das Schieferdach weit übertreffen soll, wird nach Scient Amenc." gegenwärtig in Amerika aus einem faserigen Papierstoff hergestellt. Aus dem' breiartigen Material werden mittelst Maschinen Ziegel von jeder gewünschten Gestalt gepreßt, dieselben hierauf theilweise getrocknet und dann mit einer wasserdicht machenden ^'UNg tmpragmrt und gebacken, wodurch die wasserdichte Mischung vollkommen er­härtet. Nach dem Backen werden die Ziegel mit einer Mischung behandelt, welche ihnen eine emailartige Oberfläche verleiht: hierauf folgt nun eine Schicht Sand welche die Ziegel gegen die Einwirkungen der Hitze und des Feuers schützt. Durch Verwendung von verschiedenfarbigem Sand können die Ziegel mannigfache Farben- schattirungen erhalten. Nach dem Aufträgen der Emaillierflüssigkeit und der Sandschichte werden die Ziegel ein zweites Mal gebacken und sind zum Gebrauche geeignet.

r. (Hammelfleisch-Import von den Falklands-Inseln.) Nach den neuesten englischen Berichten gewinnt, wie dieN. Fr. Pr." mittheilt, der Import von ae- frorenem Hammelfleisch aus diesen Gegenden in letzter Zeit große Bedeutung. Mitte Juli kam der DampferSelembria" in den ostindischen Docks mit einer Ladung oon nicht weniger als 30 000 gefrorenen Hammeln an, die in ausgezeichnetem Zustande conferpirt waren und zu guten Preisen willige Abnehmer fanden. Dies dürfte wohl v" frvtzte Hammel-Ladung gewesen fein, welche jemals den Ocean durchquerte. Die Falklands-^nsel-^leisch-Eompagnie" ließ dies Schiff eigens für ihre Zwecke erbauen uno gedenkt regelmäßige Fleischlieferungen nach England einzuführen. Wenn man bedenkt, daß em Theil dieser Inselgruppe im Jahre 1853, der fernere Theil der Falk- rnnds-Jnseln erst im Jahre 1861 besiedelt wurde und nunmehr daselbst ein Schaffend von 600 000 Stuck vorhanden ist, muß man über den raschen Aufschwung dieses Zweiges der Thierzucht staunen. Die übersendeten Hammel hatten ein Gewicht von oO ms 70 englischen Pfund per Stück, waren von ausgezeichneter, nicht zu fetter Be­schaffenheit und fanden per Pfund zu 5 Pence 30 fr. (50 Pfg.) rasche Abnahme Der Dampfer faßt 3041 Tonnen Laderaum und ist ausschließlich für den Fleisck- 3mport gebaut. Zu diesem Behufe ist er mit äußerst kräftigen Maschinen versehen von welchen vier große Dampfkessel nur für die Kälte Erzeugung bestimmt sind und die genügen, um die Fleischstucke stets in der entsprechenden trockenen Kaltluft zu er- palttn,n welche allein ermöglicht, das Fleisch in tadellosem Zustande auf unseren Markt

(Beweismittels Es ist noch wenig bekannt und verdient deshalb erwähnt zu werden, daß post,estig eingeschriebene, sogenannterecommandirte" Briefe in Streit­fällen vor Gericht nickt als Beweisobjecte dienen können. Wem daran liegt, einen Mtimmten Schriftsatz (Kündigung, Widerspruchserhebung rc.) vor Gericht beweis- kraftig zu machen, der muß die Uebersendung desselben durch den Gerichtsvollzieher vor sich gehen lassen. Es ist dabei ganz gleickgiltig, ob der Adressat am Orte selbst oder auswärts wohnt. Im letzteren Falle befördert die Post das betreffende Schreiben guftrafle des Gerichtsvollziehers. Dies Verfahren kostet 50 Pfg. mehr als das ^vsmreiben der Briefe, bietet aber, wie gesagt, die Garantie, daß das betreffende Schriftstück eventuell als Beweismittel dienen kann.

au- ^vthigt Schuldner seinen in drückender Geldverlegenheit befindlichen Gläubiger, der eine fällige zweifellose Forderung an den Schuldner hat, unter der S^ung, ihm nichts zu zahlen, wenn er sich nicht mit einer Teilzahlung abgefunden "klare, zur Ausstellung einer Quittung über den ganzen Schuldbetrag gegen Zahlun

Vermischtes.

Butzbach, 23. September. Gestern Abend fanden Passanten der Schloßgasse vor dem Hause des Herrn Nathan Strauß dessen erst kürzlich eingetretenes Dienst­mädchen auf der Straße liegend; als dieselben das Mädchen aufheben wollten, be­merkten selbige, daß der Tod bereits eingetreten war. Vermuthlich hat das junge Mädchen den Tod freiwillig gesucht, indem es sich aus dem Fenster seiner Schlafstube auf die Straße stürzte. Aus welcher Ursache, ist uns nicht bekannt geworden, doch soll das Mädchen seit seinem Diensteintritt schwermüthig gewesen sein, so daß ihr Dienstherr Veranlassung fand, den bet Battenberg wohnenden Eltern desselben über diese Erscheinung sofort Mittheilung zu machen, worauf denn auch der Vater des Mädchens bereits gestern Nachmittag hier eingetroffen war, um dasselbe nach Hause zu holen. Der bedauernswerthe Vater, welcher in einem Zimmer neben dem des Mädchens schlief, ist durch diesen traurigen Fall untröstlich. (W. B.)

Lehrbach bei Homberg a. d. O., 22. September. Am Abend des 18. September fiel ein hiesiger Einwohner, Namens Johann Georg Engel, von einem beladenen Grummetwagen und verletzte sich derart, daß am 19. Abends der Tod eintrat.

Mainz, 21. September. Als gestern Abend der DampferHansa" der Köln- Düsseldorfer Gesellschaft an dem unteren Stadttheil vorüberfuhr, um an der Landungs­brücke anzulegen, sprang plötzlich in der Nähe des neuen Zollhafens von dem Bord des Schiffes ein Mensch in den Rhein, ohne daß dies vom Schiffe aus beobachtet worden war, denn dasselbe setzte ruhig seinen Cours weiter. Mehrere Hafenarbeiter die vom Lande aus den Fall mit ansahen, lösten sofort einen Nachen vom Ufer los und es gelang ihnen auch, den mit den Wellen Kämpfenden zu erreichen und in dem Nachen unterzubringen. Ehe derselbe jedoch am diesseitigen Ufer ankam, machte er nochmals den Versuch, in den Rhein zu springen; nun hielten ihn aber die Arbeiter mit Gewalt zurück. Am Hafen wieder angekommen, wurde der Gerettete der Polizei übergeben; der Unbekannte verweigerte jede weitere Auskunft über seine Person und gab vor, daß er aus Unvorsichtigkeit in den Rhein gefallen sei. Da er auch gar keine Legitimationspapiere bei sich führte, wurde er einstweilen in Haft behalten. Nach­träglich erfahren wir noch, daß der Unglückliche am Halse eine Schnittwunde hatte und wahrscheinlich schon einen Selbstmordversuch mit einem Messer gemacht hat. Da er übrigens Spuren von Irrsinn zeigte, wurde er vorläufig dem Hospital übergeben. Der Sprache nach scheint er aus der Gegend von Köln zu sein. (M. A)

Frankfurt, 20. September. Hauptmann a. D. Jung heirathete vor einigen Jahren das Fräulein Wohlfahrt, Tochter des verstorbenen Buchbinders Wohlfahrt Herausgebers und Eigenthümers des ehemaligen Tageblattes. In den letzten Wochen trat, obschon das Paar mehrere Häuser hier und in Cronberg besaß, Vermögensverfall ein, welcher durch die Börsenspeculationen der Frau heroorgerufen wurde. Für die entstandenen Differenzen gab sie Wechsel, welche während der Ferien im Betrage von <a. 50 000 JL eingeklagt und für die sie verurtheilt wurde. Versuche, Geld aufzu­nehmen, schlugen fehl. Am Sonnabend nun kam es zu einer Katastrophe. Jung war in Steinach und hier auf dem Grabe seiner ersten Frau erschoß er zuerst seine schöne, lebenslustige Frau, die damit gewiß nicht einverstanden war, und dann sich.

Frankfurt a. M., 19. September. Ein hiesiges Börsengeschäft wurde von einem Hauvtmanne a. D. wegen Uebervortheilung verklagt. Der betreffende Haupt­mann hat durch Speculation ca. 80,000 verloren. Der Staatsanwalt wird aeaen -as Bankhaus einschreiten. 0 0 n

Hamburg, 17. September. Gestern hat, so berichtet dieK. Z.", das Kriegs­gericht sein Urtheil gesprochen in Sachen derjenigen Landwehrmannschaften, welche im Juli dieses Jahres von einer Dienstleistung aus Stade mittelst Dampfschiffes unter Commando zurückkehrten und eine, das Leben des in seinem Civilverhältniß als Constabler in Hamburg angestellten Sergeanten Braun bedrohende Haltung annahmen die während der Fahrt in directe Auflehnung gegen den begleitenden Offizier und gegen den Capitän des Schiffes ausartete. Wie verlautet, sind 12 Angeklagte als Rädelsführer verurtheilt worden und zwar theils zu dreijähriger, theils zu zehniäbriaer Festungsftrafe. Die VerurthMen sind meistens Ernährer zahlreicher Familien so daß die kaiserliche Gnade, wenn sie nach Lage des Falles Platzgreifen kann, großen Kummer