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, _ Aus allem Ihnen nuninehr Vorgetragenen werden Sie hinlänglich ersehen haben, daß Ihr Vorstand auch tn turnerischer Beziehung nichts versäumt und stets Alles auf- geboten hat, den Verein auf der Höhe der an ihn gestellten Forderungen zu erhalten. Möge er werter blühen, wachsen und gedeihen und möge ihm recht bald wieder die Gelegenheit geboten werden, sich als mitwirkendes Glied im großen deutschen Turnverband betrachten zu können.
Gießen, 24. April. Die Kaufmännische Kranken- und Bcgräbnißkasse, E. H., Gießen hatte am 20. er. ihre erste ordentliche Generalversammlung. Nach dem von dem Vorsitzenden, Herrn Wilh. Köser, eingehend erstatteten Berichte über den Wirkungskreis derselben seit ihrer Constituirung, vom 19. Juni bis 31. Tecember o. I., kann solche mit voller Befriedigung auf die hinter ihr liegende Verwaltungsperiode zurückblicken. Als von allgemeinem Interesse heben wir aus dem Berichte hervor: Die Kasse nahm am 1. Juli v. I. ihre Wirksamkeit mit ca. 90 Mitglieder auf, weiche Anzahl sich bis heute durch Ab- und Zugang auf gleicher Höhe erhalten hat. Die Einnahmen betrugen JA 908,60, die Ausgaben einschließlich der Rücklagen zum Reservefonds JA 823,04, das Vermögen belief sich am 31. December auf JA 495,48. In 9 Krankheitsfällen wurden JA 230,33 und vom 1. Januar bis heute in weiteren 8 Fällen JA 402,50, also seit Bestehen der Kasse insgesammt in 17 Krankheitsfällen JA 632,83 Krankenlohn gezahlt. Trotz dieser hohen Leistungen sind bis heute JA 350 als Reservefonds verzinslich angelegt und neben diesem ist eine weitere Sicherheit geboten durch eine Garantiezeichnung von JA 500 Seitens der hiesigen Actien- brauerei. In den Vorstand wurden gewählt: Herr Wil h. Kö ser als Vorsitzender Herr Jac. Jung als kassier, Herr Andr. Laub er als Schriftführer, die Herren G. Minoprio, Carl Heil jr., Hch. Wagner, Moritz Krämer als Beisitzer und
»reis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bxin-rrkchr
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50
MergSSÄ' 22‘ 3tPriL Se' ÄÖni9L W bet ®r°^W9 h°b°" <n den General-Secretär des Landes-Gewerbvereins Karl
ofei? Nachsuchen umter Anerkennung seiner langjährigen treugeleisteten Dienste, sowie unter Verleihung des Charakters als „Geheime Baurath" Dr J?“ bem Amtssitze in Mainz, Justizrath
Dr. Adolf Lipp old, auf fein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner lang- lährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. Juli d. IS. an in den Ruhestand zu versetzen.
„„„ „7 Am 16. b. MtS. wurden die Hilfsbremser Johann Georg Jochim niLt; rrtxnb 3°Xnn, ®elnn^ Schneider aus Elbenrod zu Bremser bei den Oberhessischen Eisenbahnen ernannt.
„ 22. April. Am heutigen Vormittag um 11 Uhr fand wie
alljährlich am Gründonnerstage im königlichen Palais bei den Majestäten, denen sich auch Prmz und Prinzessin Wilhelm angeschloffen hatten, die Feier des heil. Abendmahls statt, aus welchem Anlaß der Balconsaal des Palais in eine Kapelle umgewandelt worden war. Heute Nachmittag unternahmen die Majestäten eine gemeinsame Spazierfahrt durch die Stadt; nach der Rückkehr ver- blieben sie im Palais und verbrachten den übrigen Theil des Tages in stiller Zurückgezogenheit. Auch morgen, am Charfreitag Vormittag, wird im tönig- lichen Palais bei den Majestäten vom Oberhosprediger Kögel ein Gottesdienst abgehalten werden.
— Der Kronprinz ist soweit hergestellt, daß er gestern schon auf einige Stunden das Bett verlaffen konnte, auch heute hat er den größten Theil des Tages außerhalb des Bettes zugebracht. Die Prinzessinnen Sophie und Margarethe, die jüngsten Töchter des Kronprinzen, haben nach ihrer Genesung von dm Masern gestern zum ersten Male das Zimmer verlassen und bei dem schönen warmen Wetter eine Ausfahrt unternehmen können. Die Frau Kronprinzessin wird mit der Prinzessin Victoria sich in Kurzem zum Besuch auf einige Zeit nach London begeben.
— Das der New Guinea. Compagnie gehörige Segelschiff „Norma", welches mit Häusern, Vorräthen und Kohlen beladen, im November v. Js. nach Kaiser- Wilhelms-Land abgesegelt ist und daselbst als Depotschiff verbleiben soll, ist am U. April wohlbehalten in Finschhasen angelangt.
Berlin, 21. April. Höherer Anordnung gemäß sollen die Landwirth- schäft und Gartenbau treibenden Personen zur Bekämpfung und Ausrottung der Distel aufgesordert werden, die auf den von ihnen bewirthschafteten Weiden und Saatfeldern vorkommen (auf Feldern mit Winterkorn, Oelsaaten, Buchweizen, Erbsen und Bohnen, soweit der Stand der Saaten es gestattet), nicht minder auf den nicht landwirthschastlich benutzten Flächen, welche letztere vielfach als Hauptbrutstätten der Distel sich erweisen, ferner an Wällen, Gräben und namentlich auch in jungen Holzschlägen, sowie in Gärten. Es wird darauf hingewiesen, daß diese Maßregel im Jntereffe der Landescultur liegt und eine allgemeine Aussürung derselben auch deshalb nöthig ist, weil der durch Unterlaffung der Distel'Vertilgung erwachsende Schaden in Folge des Samenflugs auch auf die Besitzungen der dagegen gänzlich schutzlosen Nachbarn sich erstreckt.
— Durch Verfügung vom 13. ds. hat das Reichspostamt die Bestimmung betreffs der Benachrichtigung des Empfängers von der beanstandeten Auszahlung einer Postanweisung dahin abgeändert, daß künftig in jedem Falle, wenn Post- anweisungen unrichtig ober unvollständig ausgefüllt am Bestimmungsorte ein# gehen und deshalb zur Berichtigung ober Vervollstänbigung nach dem Aufgabeorte zurückgesandt werden müffen, der Empfänger von dem Eingänge und der nothwendig gewordenen Rücksendung dsr Postanweisung durch die Postanstalt am Bestimmungsorte in Kenntniß zu setzen ist. Sollten in solchen Fällen, in welchen die Auszahlung von Postanweisungen am Bestimmungsorte in Folge eines "offenbaren Versehens der Aufgabe-Postanstalt beanstandet werden muß, besonders dringende Umstände vorliegen, so kann die Berichtigung unter Umständen durch telegraphische Rückfrage herbeigeführt werden.
Lokale-.
ra Hetzen, 24. April. sVortrag des 1. Sprechers hiesigen Turnvereins in der |ammIuH0 am 21. April.j Wie in jedem geordneten Geschäft alljährlich bei Schluß des Rechnungsjahres Abschluß der Geschäftsbücher, Aufstellung des Inventars und etwaige neue Voranschläge stattzufinden haben, so auch im Vereinsleben. Und solchem muß — soll die Verwaltung eine gesunde sein — Alles auf das Gewlsienhafteste geregelt und ausgeführt werden. Auch wir befinden uns heute in .vblben Lage; auch wir wollen heute unseren Vereinsangehörigen Rechenschaft ablegen, nicht allem über die vorjährigen Verwaltungsgeschäfte, sondern auch über die speciell lurnenschen Angelegenheiten, und ^hnen gleichzeitig, an der Hand gemachter Erfahrungen, diverse Vorschläge auf beiden Gebieten Ihrer geneigten Ansicht unterbreiten.
.>n angelt unserem vorjährigen Rechenschaftsbericht in der Generalversammlung vom 30. Marz 1885 wurden m dem zuruckgelegten Verwaltungsjahre 1885/86 38Vorstands- 'ltzungen und 5 Generalversammlungen abgehalten. Der Mitgliederbestand am 30 Marz v. I. betrug 403 ordentliche und 29 außerordentliche Mitglieder — heute M ?er Verein, trotz aller von gegnerischer Seite in Scene gesetzten Maßregeln 731 ordentliche und 43 außerordentliche Mitglieder. Ein Zuwachs also von 342 Mitgliedern.
Unser Vereinsoermögen, welches laut voriger Rechnung 18 899.59 JA betrug, ? ,lld) jn dem vergangenen Jahre um 317.17 JA vermehrt, so daß der Bestand oesielben heute 19 216.66 JA beträgt. Außerdem wurde im vorigen Jahre aus dem lleberschuß der Hoffmann'schen Unterstützungs-Sammlung und dem Erlös bei unserer Weihnachtsbescheerung, von vorher gewonnenen, bereitwilligst aber wieder zur Ver- 'telgerung übergebenen Gegenständen, sowie dem Ertrag des |oon Herrn L. Möser bei
ießener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Drittes Blatt Sonntag den 25. April
unserem Winterfest gemalten Bildes ein Unfallfonds im Betrage von 149 IO ja bei ßKhpHeiüehb^anff,-anöele0t/ -roeId)er 'ich hoffentlich von Jahr zu Jahr zur größeren Sicherheit und Beruhigung unterer activen Turner steigern möge! Und von solcher irM-Stta.:“;,,""'........
1 LfnV- Rlegenabenden durchschnittlich 60-65 Mitglieder, welche sich wiederum naeiö 40 A 35"40 "ctlve und 25—30 Zöglinge theilten. Vorturnerstunden wurden b0ftUe?‘ Dieselben wurden von 16 Vorturnern incl. der beiden Turn" unL»arf in.nn Werber den Durchschnittsbesuch sicher auf 10 -12 ansetzen
i?^?eAhenbe Mannernege hielt im verflossenen Winterhalbjahr 10 Stunden ab --i" Mitgliedern besucht wurden. Auch an 6 3keiS'
5 Ä bo^!?len sich 43 Preisturner und errangen dieselben 36 Preise (hierunter ? Preise). Turnfahrten sand nur eine statt und zwar nach Lich. Außerdem
9r°5 ^r Verein durch 9 Mitglieder beim 6. allgemeinen deutschen Turnfest Auch hielt der Verem bei seinem 39. Stiftungsfest am 4. October v I em Schauturnen ab, an welchem fich 85 Turner betheiligten. Alles in Allein genommen kann und darf der Verein mit Befriedigung auf das vergangene Jahr zurückblicken und frohen Muthes der Zukunft entgegen sehen. Eins aber möchte ich Ihnen noch nnl1h CU Sie uicht m Ihrem Eifer zur edlen deutschen Turnsache und halten für -E f- bcn Uf"UmJ?ofeÄn ^rt"ctpien derselben, treten aber auch ein, wo immer beit pdit hS Är Ä- der eigenen Vereinsinteressen, treten ein für Wahr- uud Gerechtigkeit. Und, meine Herren! thun Sie dieses, so kann ein
A ^ahre glanzvoller Vergangenheit hinter sich hat und immer für m b Große emgetreten ist, trotz Berge hoher Hindernisse nicht unter- gehen . Das gute Recht wird und muß endlich doch zum Siege gelangen.
, c ,un "der, mente Herren! gestatten Sie mir noch, wie ich Ihnen schon ein- vorschlagende Ansichten Ihres Vorstandes Ihrer gütigen
^bre m nn tb r"' dem Augenblick an, wo unser Verein durch
Stellungnahme sich fast um das Doppelte vergrößerte, in turnerischer
d^^h"Ng wie auch im Verwaltungsjache ungleich mehr Arbeitskräfte als bisher erforderlich fmd, werden Sie gewiß alle zugeben. Und, um solches zu beschaffen sich°igung"zu unterhielten. 3bncn foI9eni,c D-rschläg- zur gütigen Berück:
®in-9en ST5™f!.t£ru"9 des SßorftanbeS dringend geboten.
nw;?? Sn-Cr+ K^I0C? §Ä?lt halt es für rathsam. noch einen dritten Schriftwart, Pcl ^sUere Beisitzer und 3 altere, womöglich active Turner, als technischen Turnrath den beiden bis jetzt beftehenden Turnwarten zur Seite zu stellen; im Ganzen also
Vorstand anstatt der seitherigen 11 Mitglieder auf 17 zu erweitern. Sodann 111 cincm' r 'bren Leistungen gemäß, angemessencir Gehalt pro Mu?bS^° -^Cdagegen aber nur berathende Stimme int Vorstand zu gewähren. Auf diese Weise glaubt und hofft der Vorftand, zu Ihrer aller Zufriedenheit den Verein weiter unter pünktlichster Gewissenhaftigkeit verwalten zu können. Wie schon vm:her bemerkt, wollen imr ^hnen diese unsere Ansichten vor der Hand nur zur Berück- sichtigung unterbreiten und hoffen, Hand in Hand mit Ihnen, in einigen Wochen nach vorheriger genauer Prüfung fragliche Aenderungen in einer weiteren Generaloersamm- lung, zum Besten unseres Vereins wie der edlen Turnerei überhaupt, endgültig regeln tonnen.
, Um das Jncasso der ^jährigen Beiträge rascher, und was die Hauptsache ist, ohne Verluste vornehmen zu können, haben wir unfern Vereinsdiener Bärrn, welchem ohnedies durch das Wachsen des Vereins, wie Neuerungen im Turn- und Fechtfach, mehr Arbeiten erwuchsen, hiervon völlig entlastet und Herrn Schuhmacher Fr. Loder, unter Bürgschaft ihres Vorstandsmitgliedes Herrn W. Löber, mit der Er- hebung der .^jährigen Vereinsbeiträae beauftragt. Derselbe erhält als Honorar hierfür 4pCt Provision von den zu erhebenden Beträgen. Auch hierbeit hat der Vorstand nur das Wohl des Vereins un Auge gehabt, denn Verluste, wie seit den letzten Quartalen,-durch uneinbringliche Quittungen, in Liquidation zu setzen, konnten wir unmöglich für die Folge gutheißen. Schon diese Verluste würden das Gesammthonorar übersteigen. Und darum die Theilung der Diener-Berufspflichten seitens ^hres Vorstandes, welcher jich hierbei voll bewußt fühlt, das Richtige und für ben Ayrern Ersprießlichste gethan zu haben. Ebenso haben wir den Gehalt unseres Rechners
«r ' 111 ^"betracht seiner bedeutenden Mehrarbeiten, um 60 JA pro W glauben wir Ihre volle Zustimmung zu haben und hoffen, daß Hen Stohr sein Amt mit derse ben Gewissenhaftigkeit wie seither, mit demselben Eifer und Pflichttreue weiterfuhren wird.
Schließlich muß ich noch erwähnen, daß wir uns endlich, nachdem einmal das Wen aß obligatorische Hebung m der deutschen Tnrnerschaft eingeführt wurde, entschloflen haben, daffelbe auch in unserem Verein einzuführen. Wir haben demgemäß die vor der Hand nothigen Fechtutensilien durch unseren Zeugwart Herrn H. Scherff anschaffen lassen uno einen von vielen Seiten warm empfohlenen Fechtlehrer zur Unter- Ä »betlun9 Engagirt. Derselbe erhält für 2 Stunden Unterricht pro Abend 3 Mark.
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