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Grstes Blatt. Donnerstag dm 23. December
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299 Grstes Blatt. Ponnersiag om 40. ^klklllpcr
Meßmer Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießern
Erscheint «»glich mit VkrSinhme deS VUnrlag».
»wrteut Schxkstratzs 7.
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Drei» vierteljLhrlich 2 M O
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart »0 Pt-
Politische Ueberficht.
Siegen, 22. December.
lieber den Aufenthalt der bulgarischen Deputation in Berlin wird der „Mn. Ztg." berichtet: Die drei Herren-der bulgarischen Abordnung sprechen sich über den Empfang, den sie gestern beim Grasen Herbert Bismarck gesunden haben, sehr befriedigt aus. Sie haben Jeder einzeln Gelegenheit gehabt, ihre Ansichten und Wünsche darzulegen; sie haben insbe- sondere betont, daß die bulgarische Regierung wiederholt und' r° ?ieit6ehender Weise versucht habe, sich mit Rußland zu verständigen und Ruß ands Willen soweit zu erfüllen, als es irgend mit der Unabhängtgkett und Selbstständigkeit Bulgariens vereinbar gewesen sei. Aber alle biese Versuche seren an ber HaU- näckgkeit des Generals Kaulbars gescheitert; °uch letzt noch sei bie bulgarische Regierung innerhalb dieser Grenzen bereit, Rußlands Wunsche zu erfüllen, dre Wahl des Prinzen Waldemar habe das auch äußerlich bewiesen, und es sei zu bder Seit, wenn Rußland er wolle, dessen nochmalige Wahl ausführbar. Auch sei nicht daran zu denken, daß die Ausstellung der Candidatur des Prinzen Coburg, die ihren Ursprung nicht in einer bulgarischen Quelle habe, eine Kundgebung gegen Rußland beabsichtige; nur die Wahl des Prinzen von Mingrelren, der weder durch Geburt noch durch Erziehung und Stellung die Bewahrung der bulgarischen Unabhängigkeit verbürge, sei unmöglich; sie würde einen wahren Selbstmord bedeuten. Tie eigentliche Schwierigkeit der Lösung der butzanschen csrQae liege zur Bett nicht bet den Bulgaren, sondern bei Rußland, sobalv dieses eine Lösung unter Bewahrung der bulgarischen Unabhängigkeit wolle, fei eine Verständigung leicht ausführbar. Graf Bismarck, der die Herren mit großer Aufmerksamkeit angehört, beschränkte sich wie dies auch erwartet wurde, daraus, zu betonen, daß Deutschland keine birecten Interessen in Bulgarien besitze, daß es aber dringend wünsche, den Frieden ^wahrt zu sehen; der eWg möaltcke Wea bei* bahin führe, sei aber ber einer birecten Verständigung 3Ä RuLnd und BulAen', die zu erzielen er den Herren «arm an'»
Der Rechenschaftsbericht über die Verhängung des Kleinen Belage.
. oSoä für ^Y-ftTtfiurt a M. u. s. w. wird noch während der ^Ferien dem Reichstage zugehen und also bald nach denselben aus die Tages, ordnuna gesetzt werden. Es wird verbreitet, daß die Begründung manche über- rAüfipnhe Ausschlüsse über das Treiben der Soctaldemokcatte in Frankfurt es heL wären gleichfalls während der Ferien noch Mit- tüeilungen diplomatischer Actenstücke bezüglich der Colontalpolttik zu erwarten. D^r Gesetzentwurf über die Fürsorge der Wittwen und Waisen der Angehörigen des Reichsheeres und der kaiserlichen Marine (35 Paragraphen) ist bereits an dsn Reichstag gelangt Ebenso der Gesetzentwurf über den Verkehr mit Kunst- buller wonach der Verkauf der letzter» deutlich durch Bezeichnung des Fabrikats erfolgen soll und Zuwiderhandlungen mit Geldstrafe bis zu 150 «X belegt werden. IS« soll Alles daran gesetzt werden, das Hinterbliebenen« Gesetz noch in dieser
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S£iriO$ibeUr3io?bbnan8. Ztg.» schreibt: Es ist erfreulich, aus der letzten, viel. iaL besprochenen Mittheilung des russischen „Regierungsboten" entnehmen zu können daß dar Cabinet von Petersburg dis Insinuation gew.sier Blätter,. wo- ni4 Deutschlands geheime Einwirkung die Ursache der bulgarischen Schwrer>g. keit-n fei entschieden zurückweist und als grundlose, bedauerliche Abschweifung d-,üchn- Auch kann nur mit Befriedigung bemerkt werden, daß der Reaierunqrbote» auf Die zahlreichen gemeinschaftlichen Lebens ntereffen hinweist, welche Deutschland und Rußland miteinander verbinden und die schon zu wieder« bolten Malen die Probe bestanden haben. Wir unsrerseits Haben uns mema r können daran zu glauben, daß die Tonart der russischen Zeitungen SJ' russischen Politik sei. Diejenigen europäischen Mätter, die deutschen msi einbegriffen für deren politische Richtung die guten Beziehungen zwischen" Deutschland und Rußland als ein Hinderniß erscheinen, sind na ürl.ch bemüht gewesen das Gegentheil als zweifellos hinzustellen, um die au diese Weise gelegten Keime zu Verstimmungen zwilchen beiden Ländern zur Entwicklung und Reis/zu bringen. Für die französische Revanchepolitik ist d,e Feindlchast zwischen Deutschland und Rußland etwas Erwünschtes, man kann sagen, ein Bedürsnih; für englische Auffaffungen ist dar Zusammenhalten der drei^Kalser mäck'e eine Unbequemlichkeit; den polnischen Bestrebungen endlich erscheint der Kriegb gegen Rußland als da- erste Ersorderniß; der polnische Einfluß auf die« innigen russischen Blätter, welche gegen Deutschland Hetzen, hat deshalb auch einen sehr wesentlichen Beitrag zu den Preßkämpftn beioer Nationen geliefert. Aber auch in Deutschland selbst finden solche deutschfeindliche Jntereffen und Bestrebungen Unterstützung, da die regierungsfeindlichen deutschen Parteien, die einstweilen im Reichstag die Mehrheit haben und die für polnische und bulga« EE^ntereffen wärmere Gefühle hegen als für die deutschen , in Der Feind« fäaft zwischen Deutschland und Rußland eine willkommene Unterlage ihrer Politik Erblicken. Wenn die regierungsfeindliche Presse und die von ihr be« Herr chte äußerlich erkennbare öffentliche Meinung einen entscheidenden Einfluß uuf die Regierungspolitik hätte, so würde sich Europa schon seit P^naten in «4 mw.-****
Telegraphische Depeschen.
Wolsf's telcgr. (Korrespondenz «B»rcau.
Rerlin. 20 December. Se. Majestät der Kaiser nahm heute Vormittag eine sirn.hM imlitäriid>et melbungen und den Vortrag Albedyll's entgegen und empfing Nackmittaa? dm Staatssecretär Grafen Bismarck. Um 5 Uhr findet -in Fam lien- Nr statt °n welchem di- hier anwesenden Mitglieder des königlichen Hauses, sowie hi? (Srnfaiürftin Katharine mit Tochter und andere Fürstlichkeiten thestnehmen. die Gr«m K--^r.n-^m^ «,£ ^lgarische Deputation ist Mittags nach Paris
abgereist. December. Dem Vernehmen nach ermächtigt- die rumänische
Regierrmg die Zollbehörden, die nach dem bisherigen englisch-rumän chen Vertrags- Mrif bestandenen, durch neuerliche Vertragsabänderung ausgehobenen Tarifb-gunst.LUNgm noch aus diejenigen deutschen Waaren anzuwenden, welche innerhalb einer zweimonatlichen Frist vom 15. December 1886 neuen Styls gerechnet in Rumänien eintrcsten.
Bern, 21. December. Der Ständcrath nahm die Vorlage, betr. das Alkohol- monopol, an. December. Di- „Jndependance" veröffentlicht über die Räumung der Congostation „Stanleysälle" -inen Bericht des belgischen Capitans E°-,uilhat welcher in Folge der Strapazen gezwungen war, hierher zuruckzukehren. Als er aus dem Dampfboot congoauswärts fuhr, fand er die arabische Fahne aus der Station aufgezogen. Die arabischen Posten der Umgegend zwangen ihn, sich zuruckzuziehen. Bet der Rückkehr rettete er Deane und dessen G-tähr e Bei Iaporro bestand er em blutiges Gesecht mit den Araber» und wurde mit zwols Gefährten verwundet. Coquilhat meint die Araber würden nicht über den Kongo vorgehen, man habe deßhalb Zeit, d,e Station wieder zu nehmen und den Arabern den Weg zu verlegen.
Petersburg, 21. December. Der deutsche Botschafter v. Schwenntz ist heute nach Berlin abgererst.
ißte Anzeigen.
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tat Offerten Mi-id»
inzureichen. —>,
«ollem Kriege befinden — neimyrano mcgi
reicht die Macht der Presse noch nicht fo wert. Wenigstens die Politik des deutschen Reiches ist namentlich auch nicht im mindesten durch die
' t demokratischen polnischen und Centrumspartei beeinflußt worden. Die deutsche
- I Wolitik hat unbeirrt an der Ueberzeugung festgehalten, baß — wie an dieser
Stelle wiederholt und vom ersten Augenblick an gesagt worden ist deutsche ^nteresien in Bulaarien nicht in Frage stehen. Wir freuen uns. daß das amt- iche russilche Blatt diese Thatfache anerkennt, indem es die Ueberzeugung aus- vricht daß Deutschland sortsahren werde, sich aller Handlungen zu enthalten, welche' sowohl die Würde Rußlands als auch seine Interessen zu dessen östlichen Glaubensbrüdern berühren könnten." Der deutsche Einfluß ist unentwegt auf bie Erhaltung des allgemeinen Friedens
mifckuna derjenigen Sonder-Interessen, welche die deutschseinblichen BlätM iym ruaeschrüben haben; unb bie Leitung ber deutschen Politik ist m diesen mngen durch die Artikel Der unter Püvat-Einwirkung ^reibe^ russischen Presse niemals irre gemacht worden, weil igr Vertrauen1 aus die^Weisheit und Charakterfestigkeit des Kaisers von Rußland stets unerschütterlrch gebl^ben ist.
Was das Ausland über die Knickerigkeit des deutschen Reichs taaes in Sachen der Militär-Vorlage denkt, erhellt aus einem.Lettartkel des Londoner Standard." Wenn der Kaiser Wilhelm uno der 8ürst Bismarck noch einmal der Volksvertretung Trotz böten, um die Sicherheit des Reichs und der durch schwere Opfer erreichten Errungenschaften zu^bewerkstelligen^^ so würde der Stmid." dies gerechtfertigt finden, denn „des Staates Wohlfahrt muß das höchste Gesetz sein". Freilich fei dies kaum nothwendig, da ein anderer Reichstag das von dem jetzigen verworfene Armeegesetz annehmen werde; indessen fei es immerhin schade, daß die deutsche Gesetzgebung durch ihre huckendenund sich wi^r svreLenden Beschlüsse die parlamentarische Maschine in Verruf bringe. Die deutsche Regierung habe stets den Frieden im Auge ^habt und niemcüs ihren Unterthamn unvökhige Opfer zugemulhet. AugenblicNich aber flarre ganz Europ- in Waffen. Dis rufsifche Armee fei gewaltig angeschwollen, in Frankretq verwende man trotz der zerrütteten Finanzen Millionen auf das Kriegsbudget, während manckn sonstigen Beamtenstande überall knickere; der üa-iemsche Kriegs- Minister Hab-Iben noch auf die Kriegsfertigkeit feiner 400,000 Mann hrogewiesen sN U sNzer Rationalrath habe sich für i° Vermehrung eines Krieasmaterials ausgesprochen. „Bei all' diesen Beweisen von militärischen Vorbereitungen", sagt der „Standard", „wäre Fürst Bismarck wirklich mcht mehr der Mann, der er wäre, der Mann von Vink und Eisen, der größte und entschlußfesteste Charakter seiner Zeit, wenn er nicht auf einer ollen Zufällen gewachsenen Vermehrung der Vertheidigungskcaft Deutschlands beMnd^ Wic find nur erstaunt über die Mäßigkeit seiner Forderungen. Diese Forderungen stellen den Mtndestbetrag dar; je schneller der Reichstag dies emfieht, desto eher wttd Die Frage gelöst. Die Krone Deutschlands ist kein bloßer Schmuckzeichen, sondern eine lebendige Macht, die sich ihrer Verantwortlichkeit bewußt und auf ihre Rechte eifersüchtig ist. Sie betrachtet sich als den Hort der Nation und wird ihren Vertrauensposten weder verrathen noch übergeben.
Berlin. 20. December. Die Ostasrikanische Gesellschaft erhielt einen Bericht des inzwischen ermordeten Jühlke aus Kirmaju vom 11. November wi Details über ben bereits gemeldeten Tod bes Lieutenant Günther. Der Beucht melbet ferner: Jühlke mietete in Kismaju mit Erlaubnis des zanzrbarltifcheu Vali ein Haus und schickte Janke mit der „Isolde" zur Berichterstattung und Karawanen.Ankauf nach Zanzibar. Jühlke hebt Hervor, die Somalis seien ihm besonders freundlich entgegengekommen, während der Bali des Sultans von Zan- zibar von vornherein intriguirend Schwierigkeiten bereitete. Die Erlaubniß, in Kismaju zu wohnen, erlheille der Vali erst, nachdem dies die Somalis m einer Volksversammlung verlangten.
Berlin, 21. December. Die Abendblätter melden: Anläßlich der zu Anfang April bevorstehenden Heeres>Vermehrung ist gestern eine aus den Gene- ralstabs-Chefr und der Intendanten verschiedener Armee«CorpS bestehende Com« Mission hier zusammengetreten, um über verschiedene Fragen zu berathen.
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Kah, Celtersweg 20. ^innnberge^enbe~§i^lme^.| wummer, für 1 ober 2' llsch mit Pension, zu ctu _ Frankfurterstrabe 36. kher von Herrn vr?Fusr - Stock meines Hauses oermiethen und für sofort'
»liatz, Südanlage 15. milienlogis ru vermietjeü'... inger, Sternsttaße 43.
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