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Allgemeiner Anzeiger

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VII.

Jedes Spätjahr streiche dann

Deine Bäum' mit Kalkmilch an; Das macht eine glatte Rinde, Ungeziefer tilgt's geschwinde.

VIII.

Soll der Baum viel Frucht dir geben Mußt mit Dünger ihn beleben 8 '

Du mußt aber wohl bedenken, Daß sich Wurzel tief einsenken

Und so weit im Boden gehen, Als die Aest' vom Stamm abstehen. Druin weit vom Stamm und tief gedünat Soll er werden neu verjüngt! '

IX.

Bleibt ein Baum ganz undankbar Und steht leer da Jahr um Jahr, Ist jedoch gesund und schön, Laß ihn dennoch fortbesteh'n!

Hau' ihn nicht im Zorne um, Sondern pfropfe dir ihn um!

Ist der Baum jedoch zu groß, Nimm für's Jahr ein Dritttheil bloß!

X.

Hast du einen alten Baum, Der hervorbringt Früchte kaum, Doch von wohlbewährter Sorte: Laß ihn steh'n an seinem Orte!

Doch die langen Aeste stutze, Krumme, sterbende wegputze;

So verjüngt wird Kraft ihm bleiben Daß er noch mag Früchte treiben!

XI.

Halt' ein Äug' auf deine Bäume! Siehst was Krankes, so versäume Nicht, die Ursach' zu erfahren, Dich vor Schaden zu bewahren.

Kranke Stellen schneid mit Fleiß, Bis die Wunde frisch und weiß;

Mach' auch Längsschnitt in's Gesunde, Wohl verstreiche dann die Wunde.

XII.

Folgst du, Freund, nun diesen Winken, So wird Segen viel dir blinken-

Wird der Bäume Werth sich zeigen, Wenn sie, früchteschwer, sich neigen, Dich erfreu'n mit süßer Kost, Laben auch mit gutem Most.

Dir bringt's großen Nutzen ein, Andern wirst ein Vorbild fein.

Weil die Wurzel sehr gelitten, Werde auch die Kron' geschnitten. Einen Dritttheil von den Zweigen Darfst du immerhin wegschneiden, Doch den Leitzweig in der Mitte Kürze nicht zu sehr, ich bitte.

Nach 6 Jahren solcher Zucht: Schöner Baum und bald auch Frucht.

VI.

Alte Bäume lasse putzen, Sonst geht dir zurück der Nutzen! Misteln, Moos und welke Aeste Rasch entfernt, das ist das Beste! Ist das Astwerk gar zu dicht, So verschaff' dem Baume Licht; Doch wenn es soll gut gelingen, Halte Maß in allen Dingen!

LandwirthschaftlicheS.

Die zwölf Grundregeln des ObstdaueS.

^Jc<cti01? des Innern und der öconomischen Gesellschaft des Canton hfit (I § 9^bcn^rooIf Grundregeln des Obstbaues, in finüttdoerfen De"

ßeHn??« 8U? Aufhangen in Gaststuben, besonders aber zur $er= r Schulen bestimmt, herausgegeben worden, damit die Heranwachsende fugend insbesondere die gegebenen Regeln leicht im Gedächtniß behalte und im h?ÄCn ? te£ darnach handle. Wir entnehmen sie den vom (sächsischen) Landes- Grundregeln Mittheilung-n über Obst- unb ©artenbau Di-

.. fürstlicher u. gesunder Erfrischungstrank ist kaltes, kohlens. Waller mit ca. V« achtem Magenbehagen von Wldtfeldt. Niederlage bei Emil Fischbach. 6657

konnte' sich aber noch immer nicht zertheilen, weil die Kirche auf einem Hügel gelegen ist und somit noch ein Stufenweg zurückgelegt werden mußte. Die Masse konnte sich also auch im Freien nur langsam weiterbewegen. Da auf einmal erschütterte ein gellender Schrei die Luft: ein Mann, welcher auf dem Kirchthurme gewesen, hatte in seiner Angst das auf die Straße mündende Fenster geöffnet und sich aus dieser be­trächtlichen Höhe unter die Menge hinabgcstürzt. Er blieb mit zerschmetterten Gliedern auf dem Pflaster liegen und verwundete durch seinen Fall noch zwei andere Personen. Die Menge, welche sich bereits ein wenig beruhigt hatte, ward nun, fürchtend, daß sich noch mehrere Personen vom Thurme herabstürzen könnten, neuerdings von einer schrecklichen Angst erfüllt; es entstand wieder ein fürchterliches Stoßen und Drängen, wobei abermals einige Personen über den Haufen gerannt und niedergetreten, andere über die Treppen hinabgeschleudert wurden. Endlich war die Menge unten angelangt und jetzt kam sie wieder zur Besinnung, doch war es zu spät, schon schleppte man die Todten und Verwundeten, die Opfer dieser blinden, eingebildeten Angst, herbei. Man zählte 15 Todte und gegen 20 Verwundete."

sAuf der Alm verhungert.) Wie derLinzer Zeitung" aus Goisern be­richtet wird, fand man vor einigen Tagen in einer sehr vereinzelt liegenden Almhütte der Schladminger Alpe sowohl die Sennerin als auch den ganzen Rinderbestand (zwanzig Stück) tobt. Nach dem Todtenschaubefunde mußte die Sennerin vor etwa vierzehn Tagen am Schlagflusse gestorben sein und da Niemand zur Hütte kam, mußte sämmtliches im Stalle eingeschlossene Vieh durch Hungertod zu Grunde gehen.

lieber den Brückeneinsturz bei Mährisch-Ostrau werden noch folgende Einzel­heiten gemeldet: Eingestürzt ist der mittlere von den drei Boaen der Kettenbrücke, der eine Spannweite von 66 Metern besaß. Die Katastrophe wurde durch das Reißen der durch den Rost völlig morschen ftettcii verursacht und ist dieser Uebelstand von der Gemeinde Mährisch-Ostrau schon wiederholt zur Anzeige gebracht worden. Unter diesen Umständen war das Gewicht, welches die Brücke im Augenblicke des Einsturzes zu tragen hatte, offenbar zu groß; es befanden sich nämlich bei der Katastrophe 18 Reiter, 2 beladene Lastfuhrwerke und mehrere Private auf der Brücke. 18 Personen und 4 Pferde sind verunglückt. 4 Personen vom Civil sind tobt, 5 Personen vom Civil und 9 Soldaten verwundet. Es ist ein glücklicher Zufall, daß die Reltungsarbetten in Folge des niedrigen Wasserstandes erleichtert wurden. Die zur Aufrechthaltung der Ordnung und zur Hilfeleistung allarmirte Feuerwehr war sofort auf dem Platze und leistete in kurzer Zeit Erstaunliches. Unter den Todten, die furchtbar verstümmelt unter den Trümmern der Brücke hervorgezogen wurden, befanden sich die beiden Kinder des Ottrauer Hausbesitzers Stein, Mädchen im Alter von 9 und 11 Jahren - die Uebrigen sind bis jetzt nicht agnescirt. Drei Mtlitärpferde mußten in Folge erlittener Verletzungen getödtet werden.

Aus Sofia schreibt man einem ungarischen Blatte: Abergläubischen Menschen zu Liebe will ick die nachfolgende kleine Geschichte erzählen: Am 19. August wurde der einzige in Sofia befindliche Mechaniker zum Fürsten beschieden mit der Weisung, seine Instrumente, wie Feile und Säge, mitzubringen. Der Meister er­scheint vor dem Fürsten, welcher ihm die Linke hinreicht, auf deren kleinem Finger ein zarter Reifring blinkte.Diesen Ring feilen Sie mir vom Finger." Schon zu Anfang der Arbeit bemerkte der Mechaniker, daß es höchste Zeit war, den Ring zu entfernen, welcher, bereits stark in's Fleisch gewachsen, die Blutctrculation hemmte. Während der Arbeit sagte der Fürst:Geben Sie Acht, ich bitte, daß möglichst wenig Spähne verloren gehen, denn der Ring ist meine theuerste Habe. Meine Mutter steckte ihn mir an den Finger und schärfte mir ein, ich möge darauf wohl Acht haben, denn das Glück bleibe mir nur so lange hold, als ich den Reif tragen werde. Seitdem kam er mir nicht vom Finger. Ich würde ihn auch jetzt nicht herabfeilen lassen, wenn es der Arzt nicht befohlen hätte." Als der Finger frei war, schloß Alexander von Battenberg den Ring in ein Etui und frug den Mechaniker, ob in Sofia ein Goldarbeiter zu finden wäre, der den Ring wieder zusammenschmelzen und weiter machen könnte.Denn", setzte er hinzu,ich möchte ihn je eher desto lieber wieder tragen; es ist merkwürdig, daß der Mensch an solche Dinge glaubt, aber ich halte viel aus den Glücksring meiner Mutter." Nachmittags wurde der Ring zum Goldarbeiter getragen und sollte Tags darauf fertig werden. In der Nacht aber stieß die russische Palastrevolution den Fürsten vom bulgarischen Throne.

Handel und Vermehr.

Mo Betreffs des Verschlusses der nach dem Auslande bestimmten Gelds,ri-so w

die rulli^"^^andet oder zurückgewiesen. Besonders streng ist in dieser Beflehuna Rußland stren^st!ns"b bc§b°?? bte Verwendung groben Lacks für Werthbrieff nach Jtuß and strengstens zu vermelden, was um so sorgfältiger zu beachten ist

nicht'zu'lL L 'JnLnf'waLkL

Briese, sobald bte Stege! nur trgenbrote beschäbigt sinb, ohne Weiteres werben mnhnrrf, neu verpackt unb mit feinem Siegellack verschlossen

toläae'fiarMmb ?'* Weitläufigkeit unb Zeitoerlust entsteht. Daß bie Um-

icy ge stark und haltbar sein müssen, bedarf keiner Hervorhebung.

für Vorto toa9r^L®COTäft§mall!! ?rÄn8t b-i Bezahlung mittelst Postanweisung 20 Pfg. auta?ffam hÄL roieMederschl. Anzeiger" mittheilt, darauf

be8 n.bIu!,6§n,ctJe 0nnj unberechtigt unb laut ergangenem Urtheil

fernen ift§S $ § & PJ 8 f°aar ftra*bar 'st, ba in ihr ber Betrugsoersuch zu er-

I.

Hast du einen leeren Raum, Pflanze dorten einen Baum! Ein Kapital ist er fürwahr, Bringt Zinsen dir fast Jahr um Jahr.

II.

Mach' gute Auswahl dir zur Pflicht, D'rum setze einen Krüppel nicht;

Der Stamm sei schön, von gutem Wuchs, Nach unten stark, gesund wieBuchs", Und Wurzeln, Kron' in gutem Stande! Die Bäume kauf' im eignen Lande Dann pflanze viel von einer Art, Nicht eine ganze Musterkart'!

III.

Mach' deine Pflanzung nicht zu enge; Nicht liegt der Nutzen in der Menge! Dem Bäumchen gönne Licht und Raum, Sonst wird es nie ein schöner Baum! Denkst du an die Folgezeit, Setze sie 10 Meter weit, Dazu schon auch inVerband", Solches zeuget von Verstand.

IV.

Die Grube mache metertief, Den Stamm darin nicht halte schief! Die Rasenstücke kommen unten, Den Stamm nicht allzu fest gebunden; Denn, weil die Erde ausgehoben, So senket er sich mit dem Boden; Und daß er nicht zu trocken werde, Mach schüsfelförmig rings die Erde!

Literarisches.

Bet der Nedaction eingegangene Bücher:

»re G. Krüger, ßueifer, Bischof von Calaris unb bas Schisma der Luciferianer. Leipzig. 1886. Breitkopf unb Härtel.

»r. L. Diesfenbach. Der menschliche Wille unb seine Grundlagen. Die Freiheit des Willens unb die Zurechnung. Darmstadt. 1886. Selbst­verlag des Verfassers.

Tribunal. Heft 8 und 9. Verlag von I. F. Richter, Hamburg. Inhalt: 1. Zum Kapitel vom Meineid. 2. Ein Hund als Verräther eines Raubmörders. 3. Jrrthümliche Recognition der angeblichen Thäter Seitens des Ueberfallenen. 4. Diebstahl von Seiten eines an Größenwahnsinn und moralischem Jrsinn leidenden Epileptischen. 5. Mord durch Dynamit. 6. Diebstahl der Schwester gegen den Bruder. 7. Ermordung von 4 Kindern, immer einige Wochen nach der Geburt, durch die un- verheirathete Mutter und angebliche Anstiftung hierzu. 8. Ein Socialistenproceß in den Niederlanden. 9. Vollendete unb bezw. versuchte Töbtung burch Gift, verübt von der Mutter an ben eigenen Kinbern. 10. Eine merkwürbige Freisprechung von ber Anklage des Kindesmordes. 11. Kindesmord.

(Preisausschreiben.) Der Verlag desUniversum" (E. Friese) in Dresden eröffnet eine Concurrenz für literarische Arbeiten zum Abdruck in seiner iüuftrirten ZeitschriftUniversum" unb labet alle beutschen Schriftsteller unb Schrift­stellerinnen zu reger Betheiligung ein. 1. Preis: 4000 JL für bie beste Novelle, beten Stoff bem beutschen Familienleben entlehnt ist, jedoch eine geschichtliche Begebenheit oder Person als Hintergrund hat. im Umfange von mindestens 45 bis höchstens 60 Seiten desUniversum". 2. Preis: 2000 JL für die beste Novelle ohne Be­schränkung des Stoffes im Umfange von 2430 Seiten desUniversum". 3. Preis.: 1000 JL für die beste Humoreske im Umfange von 612 Seiten desUniversum".

Das Preisrichteramt haben: Professor Dr. Georg Ebers, Dr. Ernst Eckstein und die Redaction desUniversum".

Alle Einsendungen müssen bis zum 1. Februar 1887, Abends 7 Uhr, bei der Redaction desUniversum", Dresden, Pillnitzerstraße 55, eingegangen fein.

Alles Nähere, sowie bie Regeln für bie Betheiligung an der Concurrenz enthält das soeben erschienene erste Heft desUniversum", welches von jeder Buchhandlung und birect vom Verlag desUniversum" in Dresden zur Ansicht frei in's Haus ge­liefert wird.

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