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Dienstag den 22 Juni

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Bern, 19. Juni. Rumänien einstimmig an.

Schweiz.

Der Ständerath nahm den Handelsvertrag mit

In diesem Attest darf die Erklärung des Vaters oder 93or- mundes, daß er in der Lage sei, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen, auch muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt fein.

c. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches von der Polizei-Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellm ist;

d. ein selbstgeschriebener Lebenslauf.

5. In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (Französisch, Englisch, Lateinisch oder Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will.

6. Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholtenheits­zeugniß beizulegen.

Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Heffen seinen dauernden Aufenthaltsort hat.

Die^Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebens­jahr erfolgen.

Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adreffe angegeben wird. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizusügen:

a. Geburtszeugniß;

b. Einwilligungs - Attest des Vaters oder Vormundes mit der Er­klärung über deffen Bereitwilligkeit und Fähigkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszu­rüsten und zu verpstegen.

Großh. Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: vr. Zeller. ________

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n Wein, welcher Lage gewachsen, en Tischwein ver-

kann nicht gerechnet werden. Darmstadt, den 17. Juni 1886.

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Z>rinzregen1en und fuhr mit demselben zu dem Palaste des Prinzen Leopold, auf dem Wege von der Volksmenge ehrfurchtsvoll begrüßt. Ferner sind der Großherzog von Hessen, Prinz Georg von Sachsen, der Erbgroßherzog von Oldenburg, Herzog Albrecht von Württemberg eingetroffen und im Residenzschloß abgestiegen.

München, 19. Juni. Die Stadt ist mit Fremden überfüllt. Noch immer treffen Extrazüge mit Tausenden aus den Provinzen ein. Die Straßen, durch welche der Leichenzug gehen wird, sind zu beiden Seiten von einer dichtgedrängten Menschen­menge besetzt; seit 10 Uhr sind sie für den Fährverkehr gesperrt. Die Haltung des Publikums ist eine ernste und ruhige. Das Wetter ist trübe.

Der feierliche Leichenzug mit der sterblichen Hülle König Ludwig II. setzte sich gleich nach 1 Uhr in der vorgeschriebenen Ordnung unter dem Trauergeläute sämmtlicher Glocken und unter dem Donner der Geschütze von der Residenz aus in Bewegung, in seiner ganzen Länge durch eine nach Hundcrttausenden zählende Menge dahinschreitend. Der Prinzregent Luitpold folgte unmittelbar hinter dem Leichenwagen, gleich nach ihm Se. K. u. K. Hoheit der Kronprinz in der großen preußischen General- Feld-Marschalls-Uniform mit dem Marschallstabe, neben ihm Kronprinz Rudolf von Oesterreich in der Uniform des 2. bayerischen Reiterregiments. Der Zug dauerte l3/« Stunden. In der Michaelkirche, vor welcher die Spitze des Zuges gegen 2 Uhr ein­traf, fand die Einsegnung der Leiche und Gebet statt, worauf der Königssarg kurz vor 3 Uhr zur Gruft gebracht wurde. Das Wetter hatte üd) gegen Mittag aufgeklärt und blieb günstig.

München, 19. Juni. Der besondere Ausschuß der Kammer der Rcichsräthe trat heute dreimal zusammen; zu der zweiten Sitzung war Professor Graschey zu­gezogen worden. Es wurde schließlich einstimmig der Beschluß gefaßt, der Uebernahme und der Fortsetzung der Regentschaft durch den Prinzen Luitpold zuzustimmen.

Oesterreich.

Wien, 19. Juni. DieWiener Zeitung" veröffentlicht das vom Kaiser sanctionirte Landsturmgesetz.

Die Abgeordneten lehnten in später Nachtsitzung nach zweitägiger Debatte über den Petroleumzoll den Antrag Süß mit 160 gegen 154 Stimmen ab, ebenso die anderen von der Minorität ausgehenden Anträge, genehmigten den Vermittelungs-Antrag Abrahamovicz's, den Zoll für rohes Petroleum aus 2 st. zu erhöhen.

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Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt die Prüfungs-Ordnung (Anl. 2 zur Ersatz-Ordn. I. Theil der Wehr- 'Ordn. v. 28. Septbr. 1875 Reg.-Bl. Nr. 55 von 1875) Aufschluß.

Bezüglich des Prüsungs-Termins, sowie des Locals, in welchem die Prüfung stattftndet, erfolgt ev. weitere Bekanntmachung; auf specielle Ladung

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England.

London, 19. Juni. Gladstone hielt gestern in Edinburgh eine Rede, worin er die Ueberzeugung aussprach, daß das britische Volk entschlossen sei, Gladstone's Politik, Irland die Autonomie zu gewähren, auszusühren. Die irische Streitfrage müsse baldigst eine Lösung finden, da sonst die Staatsge­schäfte eine Unterbrechung erleiden würden und die sociale Ordnung Irlands nicht hergestellt werden könnte. Die Homerule-Vorlage sei tobt, nur ihr Princip lebe. Ueber das Princip zu entscheiden, seien die Wähler die besten Richter. Einen neuen Plan, um diesem Principe Wirkung zu geben, könne er nicht mr* sprechen; er würde jedoch keinen neuen Vorschlag annehmen, falls derselbe mcht besser sei als der alte. Die von anderer Seite gemachten Gegenvorschläge böhtt keine endgiltige Lösung der Frage, wohingegen die Politik der Regierung die Frage zur Zufriedenheit Irlands und zum Vortheile Englands lösen würde. %

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Deutschland.

Berlin, 19. Juni. DerReichs - Anzeiger" meldet: Professor Adolf Menzel ist zum Kanzler, Professor Helmholz zum Vicekanzler der Friedensklaffe des Ordens pour le mdrite ernannt.

Die nächste Sitzung des Reichstages findet am 25. d. Mts. statt. Auf der Tagesordnung stehen u. A. die zweite Beratbunq der allgemeinen Rech­nung über den Reichshaushalt für das Etatsjahr 1882/83 auf Grund des Be­richts der Rechnungs-Commission, die erste und vielleicht zweite Berathung der am 2. Juni d. Js. zwischen dem Reich und Großbritannien abgeschlossenen Uebereinkunft zum gegenseitigen Schutze der Rechte an Werken der Literatur nnd Kunst, und die erste und vielleicht zweite Berathung des Gesetzentwurfs, Mr. die Errichtung eines Seminars für orientalische Sprachen.

Während der Krankheit des hessischen Gesandten Dr. Neidthardt führt der stellvertretende Bevollmächtigte zum Bundesrath, Ministerialrath v. Werner, &ie gesandlschaftlichen Geschäfte.

Die ständige Deputation des deutschen Juristentages hat tn chrer Pfingstsitzung unter dem Vorsitze des Professors Gneist beschlossen, den dies­jährigen. Juristentag am 9., 10. und 11. September d. Js. (mit dem Be- arüßungS'Äbend am 8. September) in Wiesbaden abzuhalten. Als Thema der Verhandlung ist u. A. auch die Betheiligung des Laien-Elements in Straf­sachen ausgestellt. .

Das Reichsversicherungsamt hat unterm 16. d. Mts. bte Anmeldung Dnsallversicherungspflichtiger Baubetriebe auf bte Zeit bis zum 1. September 1886 einschließlich festgesetzt. Jeder Unternehmer von Schreiner-, Tischler-, Einsetzer-, Schlosser- oder Anschlage-Arbeit hat bis dahin die Anmeldung unter Angabe des Gegenstandes und der Betriebsart, sowie der Zahl der durchschmtt- lich darin beschäftigten versicherungspflichtigen Personen der untern Verwaltungs­behörde anzumelden. .

München, 19. Juni. In der gestrigen geheimen Eommisswnsschung der Ab­geordneten wurde der ärztliche Befund verlesen, ferner em Gutachten des Medicmal- raths Ziegler, früheren Cabinetssecretärs des Königs, und schließlich em Gutachten Les Dr? Graschey, welcher zuletzt den König behandelte. Darauf wurde die Sitzung vertagt.^ Tagesordnung der Reichsrathssitzung für den 21. d. M., Nachmittags 4 Uhr, kündigt mündlichen Bericht des Sonderausschusses über die Regentschaft und Rescklußsasfuna über die Apanage des Regenten an. . ...

München- 19. Juni. Seit dem frühen Morgen hält eine dichte, meist schwarz gekleidete Menge, welche von den mit Sonderzügen aus allen Richtungen hierher strömenden Fremden fortwährend noch angeschwellt wird, alle Straßen und Platze, ^urck welche der Leichenzug sich bewegen soll, soweit besetzt, rote sie nicht für ben &ei- Ä« sich nur an roenigen öffentlichen Gebäuden

«nb Vrivatbäusern. Das Wetter ist glimpflich, aber unsicher. Es ist nicht zu ver­kennen daß durck; die immer mehr bekannt werdenden einzelnen Ereignüse und 3u-- stÄe aus den letzten Jahren des Königs in den Volksschichten welche .gegen die Entthronung waren, eine Umstimmung hervorgerusen und die Schwärmerei für den verstorbenen Monarchen merklich gedämpft ist. Ebrcn-

_ Der Kronprinz von Oesterreich traf um 7*/, Uhr hier em. ferne «men -comvaanie des Rußreaiments Kronprinz roar zu seiner Begrüßung aufgestellt. Die »enfiuttpotb I o p oempfingen ihn. Der Kronprmz trug d Galauniform seines "bayerischen schweren Reiterregiments. Er umarmte und küßte

Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Militärdienst im Herbst 1886.

Bekanntmachung.

Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Herbst 1886 stattfindenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, Hre deßfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meldung des Ausschlusses von dieser Prüfung

spätestens bis zum 1. August 1886

Hei der unterzeichneten Commission einzureichen.

Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Speciellen das Folgende bemerkt:

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