Sonntag oen 19. December
Zweites Blatt
1886
Air. 286
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erfolgt, den Anzeiger
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Wßmer Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
überall da anwenden, wo Zucker ausgeschlossen werden muß, wie z. B. zum Versüßen von Speisen, Getränken und Arzneien für solche Kranke, denen wie Fettsüchtigen und Diabetikern, der Zuckergenuß schadet. Ebenfalls wird das Sacharin in der Liqueur- fabrikation und in der Bäckerei Anwendung sinden, namentlich aber giebt man sich der Hoffnung hin, mit Hilfe des sehr süßen Sacharins den minder süßen Kartoffelzucker- derartig zu „verbessern", daß er den Rohrzucker verdrängt. Wir wollen nicht wünschen, daß es dahin komme, denn reine Naturprodukte sind im Allgemeinen der Gesundheit zuträglicher als die Ersatzmittel, obgleich Thierversuche ergeben haben, daß das Sacharin in größeren Gaben nicht schädlich wirkt.
— Von Minnie Hauk erzählen amerikanische Blätter allen Ernstes folgende seltsame Geschichte: Die Sängerin erregte in Tin-Cup, einem Orte im Staate Arizona (Neu-Mexiko), wo sie Vorstellungen gab, einen solchen Enthusiasmus, daß 12 Häuptlinge des halbwilden Stammes der Apachen nach Schluß einer dieser Vorstellungen unter sich das Loos darüber zogen, welchem von ihnen die gefeierte Sängerin als „Hausfrau" angehören sollte. Minute Hauk mußte sich der ihr zugedachten Ehre noch in derselben Nacht durch schleunige Flucht entziehen.
— sBedenkliches Zeichens „Du, Hedwig, freue Dich, Mama hat eben einen Brief erhalten: Großmutter kommt nächste Woche." — „O weh, da bekommen wir gewiß wieder einen kleinen Bruder."
Verwischtes.
Bonn. Nach einer Meldung der „BonnerZlg." soll im Laufe des kommenden Jahres hlerselbst von altkatholischer Seile em Asyl zur Erziehung von Knaben gegründet werden. Das Streben der Anstalt soll daraus gerichtet sein, die übernommenen Pflegesöhne durch eine sittlich strenge, auf religiöser Grundlage beruhende Erziehung zu tüchtigen, charakterfesten Männern heranzubilden und ihnen durch den Besuch guter Schulen und durch sonstigen Unterricht eine Bildung zu geben, welche ihnen den Em- tritt in's bürgerliche Leben erleichtern soll. Es werden evangelische und altkatholische Knaben Ausnahme finden, vorzugsweise Waisenkinder, dann aber auch Sohne solcher gebildeten und mittellosen Eltern, welche in ihrer Nähe keine Gelegenheit zur Ausbildung derselben haben. Besondere Berücksichtigung soll den Söhnen allkatholischer Geistlichen und Beamten zu Theil werden.
— ^Zucker aus Steinkohle.^ In einer der neuesten Nummern von „Schorers Familienblatt" finden wir folgende Mittheilung: Die Darstellung der prachtvollsten Farben aus dem Theer der Steinkohlen erscheint uns heute als fein Wunder der Chemie mehr, weil wir mit den aufdringlichen Anilinfarben und ihrer Herkunft, nach Md nach vertraut geworden sind, daß aber nunmehr auch ein neuer Süßstoff aus gewissen Bepandtheilen des früher fast werthlosen, jetzt kostbaren Sieinkohlentheers gewonnen wird, überraschte selbst die unerschrockenen Männer vom Fach. Auf der Antwerpener Weltausstellung des Jahres 1885 ward in der deutschen Abtheilung zum ersten Male ein Stoff an die Oeffentlichkeit gebracht, den sein Entdecker Dr. Fahlberg in Newyork mit dem Namen Sacharin belegt hat, weil der chemische'Name zu chinesisch klingt, als daß er dem großen Publikum jemals geläufig werden könnte, nämlich: Anhydroortho-Sulfamin-Benzoesäure. Das Sacharin bildet ein weißes Pulver vom Aussehen des gestoßenen Zuckers, löst sich leicht in kochendem, schwerer dagegen in kaltem Wasser und ist von einer geradezu unglaublichen Süßigkeit. In einer homöopathischen Verdünnung von einem Theil Sacharin mit zehntausend Theilen Master schmeckt dasselbe noch stark süß. Diese ungeheure Süßigkeit ist nun von großer Be- leutung denn man wird, obgleich das Sacharin noch sehr hoch im Preise steht, es
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Die Einleger werden daher aufgefordert, Ahr- Schuldscheine vorzulegen.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf orts- i Mche Weise bekannt machen zu lassen.
Ließen, den 27. November 1886.
Der Rechner der Spar- und Leihkasse.


