stellung im Juni konnten sich die Eltern davon überzeugen, daß die Lehrmethode des Frl. Möser bei allen Schülerinnen Erfolge erzielte, die sich ebenbürtig denjenigen anderer Schulen an die Seite stellen dürfen. Auch die praktische Einrichtung des Hellen, geräumigen und gesunden Schullokals fand den Beifall aller Besucher C
—o— Aus dem Dekanate Gießen. Der Herr ^.-Korrespondent der „Oberhessischen Nachrichten" erklärt in einer neuen Einsendung vom 14. d. M. „Aus dem Kreise Gießen", die außerordentliche Sitzung der Dekanatssynode Gießen betreffend, daß es einer „Richtigstellung" im „Gießener Anzeiger" vom 12. d. M. und besonders der dort enthaltenen „l a n g e n A u s e i n a n d e r s e tz u n g en" gar nicht bedurft habe. Für den Herrn ^.-Correspondenten gewiß nicht, das geben wir zu. Ein Blick in seine letzte Besprechung belehrt uns, daß jedes Wort unserer Berichtigung für denselben vergebens war. Da es aber im Kreise Gießen auch noch andere Leute gibt, die einer sachgemäßen Berichtigung nicht so unzugänglich sind und dieselbe auch eine ira et etudio entgegenzunehmen vermögen, so kommen wir immerhin auf die Angelegenheit noch einmal zurück und zwar umsomehr, als wir uns verpflichtet fühlen, von vornherein jeder Mythenbildung, die sich hier ansetzen könnte und mehr noch einer jeden Beunruhigung der landeskirchlichen Gemeinden, wie sie durch eine ungenaue Darstellung ohne Zweifel heroorgerufen werden muß, ganz entschieden entgegenzutreten. Wir wiederholen daher, daß jener Lll.-Correspondent irrt, wenn er schreibt, daß die Gemeinde Burkhardsfelden beantragt habe, „es möge jeder evangelische Geistliche, bevor er sein Amt antritt oder vrkarirend eine Predigt hält, verpflichtet werden, sein Bekenntniß zur Augsburgischen Eonfession zu erklären! Eine derartige Erklärung wird bekanntlich schon gelegentlich der Ordination von jedem hessischen Geistlichen abgegeben, wobei es allerdings unentschieden bleibt, ob iin Ordinationsformular die Variata oder Invariata gemeint ist. Die Gemeinde Burkhardsfelden verlangt dagegen unter ausdrücklicher Aufzählung der weiteren Bekenntnißschriften der evangelisch-lutherischen Kirche die fragliche Verpflichtung nur von jenen Geistlichen, die von Kirchenregiments wegen zur bleibenden Pastorirung nach Burkhardsfelden gesendet werden. „Daß es dabei herzlich wenig zur Sache thue, ob man die Wünsche der Burkhardsfeldener Gemeinde streng lutherisch oder sonstwie nenne", wie der Herr l^.-Correspondent meint, kann durchaus nicht so ohne Weiteres gesagt werden und wird am allerwenigsten Zustimmung finden bei solchen, die auf eine gewisse Con- gruenz von Wort und Begriff sehen, darum aber auch in der Wahl ihrer Ausdrücke vorsichtig sind. Unrichtig ist es weiter, wenn behauptet wird, die Gemeinde verlange, daß „am Grabe: Was Gott thut, das ist wohlgethan! von den Schülern gesungen werde". Völlig unbegreiflich ist es jedoch, wie gesagt werden kann, die Synode „habe einen Antrag von 15 Mitgliedern, den Gegenstand von der Tagesordnung abzusetzen, nicht stattgegeben". Das reinste Gegentheil war der Fall. Es ist ebenso unrichtig, daß „der gleichfalls vorgesehene Punkt — Maßregeln gegen das Stromerthum — der vorgerückten Zeit halber nicht zur Verhandlung gekommen sei". Nicht der vorgerückten Zeit halber — es war noch nicht einmal 12 Uhr, als die Herren Synodalen zu Tische gingen — sondern weil einfach gar kein Referat vorhanden war, daium kam die Sache nicht zur Verhandlung. Gradezu ergötzlich ist endlich, was am Schluß jener letzten Einsendung bemerkt wird, daß nämlich „die für Oberhessen so bezeichnende Sectirerei einen neuen Triumph zu feiern im Begriff stehe". Es müssen, hiernach zu urtheilen, die kirchengeschichtlichen Studien des Herrn Li.-Eorrespondenten noch in den Windeln liegen. Wahr ist es allerdings, daß auch in Oberhessen das Sectenthum neue Anstrengungen macht — warum das aber gerade für Oberhessen so bezeichnend sein soll, ist uns wirklich unerfindlich. Oder weiß der Herr L-l.-Correspondent nicht, daß auch Starkenburg und Rheinhessen in ähnlicher Weise von den Sectirern zu leiden haben? Und hält er denn, wie aus dem ganzen Tenor seines Berichtes hervorzugehen scheint, dre Anträge der Gemeinde Burkhardsfelden für gleichbedeutend mit Sectirerei? Wir wiederholen ihm: gerade um der Sectirerei einen Riegel vorzuschieben und um feste, kirchliche Ordnungen in der Gemeinde auch für die Zukunft zu sichern, gerade darum der Antrag.
Doch genug: Aus Courtoisie gegen den Herrn Id.-Eorrespondenten hatten wir zunächst dre indirecte Form der Berichtigung gewählt, indem wir Verlauf und Inhalt der synodalen Verhandlungen noch einmal kurz, aber correct wieWMDen, sodaß sich die erforderlichen Correcturen jedem Leser von selber ergeben mußW^iese Rücksichtnahme war nun freilich, wie wir jetzt einsehen, übel angebracht; so sind wir diesmal, aber sehr wider Willen, zur directen Form von dem Herrn Lk.-Correspondenten selber gezwungen worden. Für uns ist die Sache nunmehr erledigt. Doch können wir nicht schließen, ohne der verehr!. Redaction des „Gießener Anzeiger" zuvor noch unseren wärmsten Dank ausgesprochen zu haben. Sie hat — während die Redaction der „Oberhess. Nachrichten" unserer Berichtigung, die mit der im „Gießener Anzeiger" letzthin veröffentlichten fast völlig identisch und nur noch kürzer gehalten war, die Aufnahme verweigert — nach dem echt liberalen Grundsatz, den auch wir als den unseren bekennen, in wahrhaft freisinniger Weise gehandelt: Audiatur et altera para!
Eingesandt.
_ Ä c Gießen, 18. December.
Der Kirchen-Kalender für die evang. Gemeinde in Gießen auf das Jahr 1887 ist erschienen. Derselbe enthält neben sonstigen Mittheilungen besonders auch die von Herrn Pfarrer vr. Naumann am diesjährigen Reformationsfest gehaltene Predigt. Der Kalender wird in den Familien angeboten werden, ist aber auch bei den Kirchendienern zu haben.
Hande! rrrr.d Weskehr.
i/ 1 December. Auf dem heutigen Markt kostet: Butter per Pfund
1.00 l.Oo, Hühnereier 2 St. 13—15 Enteneier St 0 0 a nr (Rt a <
£SfTat^3-° * Ä pr-Mer 18^, Linsen Lbkn per PE w bks 75 rSf, Hühner per Stück «^6 0.80—1.00, Hahnen pr- Stück tL 0 50_i 90 flrntpn
M nb&ifi5P5« A £><5fenfleiW per Pfunb 62 bis
66 < är % 56-60,$, Hammelfleisch 50 bis
10 1Ü 4 bffersch 46—50 Kartoffeln per 100 Kilo JL 4.00—4.80, Milch per Liter 12—18 Zwiebeln per Gentner 3.50-4.50. w v
Frankfurter Stadttheater.
Der Tenorist Herr Emil Götze (welcher Mittwoch den 22. December im £f!ern?i?>U / Vn Gastspiel absolvirt), wird bet dieser Gelegenheit hier zum
Mal- ben Faust tn ©ounob’S „Margarethe" singen. Bestellungen non PlLtzen werden von heute an entgegengenommen. 9
or Ker 19. December stattfindenden Aufführung von Weber's
^Oberon (der letzten rm Weber-Eyclus) singt Frau Luger zum ersten Male die unbfrtr7on^ fin8t roU 8-wöhnlich die Rezia
Den 12. December. starb den 10. December.
Den 14. December.
Beerdigte.
Anton Amend, Landgerichtsdiener i. P., alt 85 Jahre,
Auszug aus deu Kirchenbüchern der Stadt Meßen.
Evangelische Gemeinde.
»etaufte.
Den 12. December. Dem Taglühner Johannes Gilbert ein Sohn, Otto, geboren den 8. November. ' b "
Denselben. Dem Destillateur Heinrich Becker eine Tochter, Lina Susanna geboren den 28. September.
Denselben. Dem Eisenbahnarbeiter Heinrich Balser ein Sohn, Heinrich Philipp geboren den 20. November.
.. Carl Weil, Eorpsdiener bei der Starkenburgia, lediger Sohn des verstorbenen Corpsdieners Earl Weil, alt 34 Jahre, starb den 12 December x. Den 17. December. Caroline Gertig, geb. Keil, Wittwe des Fabrikanten Jean Gerüg, alt 74 Jahre, starb den 14. December.
Auszug aus dm Staudesamtsregistern des Standesamts Girtzm.
(Nachdruck nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet.)
_ , . -x r Aufgebote.
December: 14. Johannes Henkel von Cölbe, Sergeant dahier, mit Katharina Scherer von Königsberg, Krers Bledenkopf, wohnhaft dahier. 14. Konrad Bonarius oon Großen-Buseck, Schlosser dahier, mit Johanuette Karoline Louise Wtgandt von hier. 16. Theodor Zöllner, Schuhmacher zu Grünberg, mit Katharme Heidt daselbst
- , 1YV1, Ghefchlieflunge«.
December: 15. Michael Helfert von Erbach bei Heppenheim a. d. B., Schuh- Kirchendiener dahier, mit Marte Sophie Betz, gebürtig von Biedenkopf wohnhaft zu Mainz.
Geborene.
11 ^^ember: 10. Dem Werkführer Wilhelm Junker eine Tochter, Elise Margarethe. 11. Dem Bureaugehulfen August Orth eine Tochter, Mathilde Philippine Henriette Margarethe. 11. Dem Kaufmann Adolf Geisse eine Tochter. 14. Dem Maurer Heinrich Sommerlad em Sohn, Karl Ludwig. 15. Dem Schuhmacher Martin Schmidt ein Sohn.
_ r c Gestorbene.
c5,.^k-l^Ember: 11 Ludwig August Hupfeld, 6 Jahre alt, Sohn von Heizer Philipp Hupfeld dahier. 12. Karl Weil, 34 Jahre alt, ledig, Corpsdiener dahier. 14. Karoline Artig, fleb. Keil, 74 Jahre alt, Wittwe des Fabrikanten Jean Gertig dahier.
*Cj?rrfkridl ^?^^ry, 25 Jahre alt, ledig, Graveur dahier. 16. Ein Kind männlichen Geschlechts, 1 Tag alt, Sohn von Schuhmacher Martin Schmidt dahier.
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