nicht gesonnen iß, von seinen aus Irland bezüglichen Pläun auch nur um ein Jota zurückzuweichen. Offenbar wird diese Kundgebung'den Mittelpunkt der ganzen Wahlcampagne bilven und mit berechtigter Spannung dars man deren Ausgang entgegensehen.
Telegraphische Depeschen.
8Sol1P# telegr. Torresporr-errz • Vurrarr.
München- 17. Juni. Einem amtlichen Bulletin vom 16. Juni zufolge schreitet die Besserung im Befinden der Königin-Mutter fort. Das erschütternde Ereigniß hat glücklicherweise keinen Rückfall im körperlichen Befinden hervorgerufen.
— Die Ausgabe des „Berliner Tageblatts", welche die geälschte Proklamation des verstorbenen Königs veröffentlichte, wurde durch Gerichtsbeschluß beschlagnahmt.
München, 17. Juni. Abgeordnetenkammer. Anwesend sämirtliche Minister unb 156 Abgeordnete. Der Präsident v. Ow richtet eine Ansprache an die Kammer, in der er auf die schweren und verhängnißvollen Ereignisse der jüngster. Zeit, namentlich auf den Tod des Königs hinweist, der begeistert und begeisternd berufen war, entscheidend in die Geschicke und die Geschichte des deutschen Reich; einzugreifen. Gottes Schicksalsschläge hätten Bayern getroffen und Volk und Dyna'tie in gemeinsamen tiefsten Schmerze vereint gefunden. Ministerpräsident v. Lutz verliest darauf die bekannte Proklamation und theilt mit, der Regent habe das Ministerium beauftragt, der Kammer das vollste Material zu unterbreiten und, falls es die Kammer wünsche, noch weiter zu vervollständigen. Der Minister empfiehlt die Einsetzung eher geheimen Kommission, deren Verhandlungen die übrigen Abgeordneten unter Diskretion beiwohnen können. Auf Ruppert's Antrag wird durch Acclamation eine cus 28 Mitgliedern bestehende Kommission gewählt, welche sich sofort nach Schluß der Sitzung -constituirt. Nächste Sitzung unbestimmt.
— Abgeordnetenkammer. Die bereits signalisirte Erklärung des Mmisterpräsi- denten Dr. v. Lutz lautet: „Wir werden Ihnen erschöpfendes Material mittheilen, welches Sie Ihrem Urtheile darüber zu Grunde legen werden, ob das Veffahren des Prinzen Luitpold seit dem 10. Juni bis heute ein verfaffungsmäßiges und gerechtes gewesen ist oder nicht. Die Prüfung wird sich nicht nur auf die Fragt erstrecken dürfen, die jetzt allein noch practische Bedeutung hat: ob nämlich unser jetziger König Otto an der Regierung verhindert ist oder nicht, und ob für ihn eine Regentschaft zu bestellen ist oder nicht, sondern sie wird sich auch auf die Frage erstrecken mässen, ob es gerechtfertigt war, zur Zeit des Lebens und der Regierung Königs Ludwig II. die Regentschaft zu ergreifen. Das Material, welches Ihrer Einsicht unterbreitet werden wird, ist von einer Art, welche, wie wir glauben, nicht gestattet, Alles zu veröffentlichen. Mindestens wird es einer gewissenhaften Prüfung bedürfen, wie weit die Tatsachen, die Ihnen vor Augen geführt werden, veröffentlicht werden dürfen. Wenn Sie sich anschicken, die Frage zu discutiren, in welcher Weise die Angelegenheit in der zweiten Kammer zu behandeln ist, so möchte ich Sie bitten, jedenfalls zunächst eine Kommission zu bestellen, welcher wir das Material zunächst unterbreiten, und dieser Kommission aufzulegen, daß dieselbe in geheimer Sitzung verkehre, also strengste Discretion bewahre. Diese Kommission wird dem Hause schließlich nicht blos einen Antrag über die materielle Frage unterbreiten, sondern auch die Frage prüfen oder Vorschläge vorlegen, inwieweit dem Lande das gebotene Material zugänglich gemacht werden kann. Wir werden Ihnen stets mit vollster Offenheit entgegenkommen, mit jener Offenheit, welche durch den furchtbaren Ernst der Lage geboten ist. Sollte das Material nach Ihrem Dafürhalten noch nicht als ein erschöpfendes angesehen werden, so sehen wir Ihren Anträgen auf Ergänzung und weitere Vermehrung entgegen.
Die Specialkommission der Kammer der Reichsräthe hielt heute Mittag ihre erste Sitzung. Zum Referenten wurde Dr. v. Neumayr gewählt.
München, 17. Juni. Heute fand eine 3 Stunden dauernde geheime Sitzung der Kammer der Reichsräthe statt, welcher auch der Statthalter von Elsaß-Lothringen, Fürst Hohenlohe, beiwohnte.
München, 17. Juni. In einer weiteren Erklärung des früheren Leibarztes des Königs, Geheimrath Gietl, heißt es: Nach den erfolgten Beobachtungen sehe mich zu der Erklärung gezwungen, daß ich durch Jahre hindurch den Geistesznstzrnd des Königs als getrübt und gestört erkannt habe und erklärte, die Katastrophe werde eintreten. Es war immer mein Grundsatz, nach keiner Seite hin Erklärungen über den Geisteszustand des Königs abzugeben; nur mit Medicinalrath Bratller, welcher 7 Jahre den Prinzen Otto ärztlich zu überwachen und zu behandeln hatte, sprach ich öfters über den Geisteszustand des Königs. Wir waren beide darin einig, die Geistesstörung des Königs sei eine tiefe, ähnlich jener des Prinzen Otto.
München, 17. Juni. Nach dem officiellen Programm beginnt die Leichenfeier am 19. d. M., Nachmittags 1 Uhr. Das Militärcommando führt Infanterie-General Horn und es folgt, die dicnstthuendc Generalität, zwei Regimenter Cavallerie, zwei Regimenter Artillerie, das Cadettencorps, die Kriegsschüler, die Bruderschaften, die Schulen, die königlichen Beamten, das Domkapitel, sämmtliche bayerische Bischöfe; hinter dem Eeremonienmeister fährt der achtspännige Leichenwagen mit den Reichs- insignien und den sämmtlichen Orden des Königs. Hinter dem Crucifix geht der Prinzregent mit sämmtlichen Prinzen und den Kronbeamten. Darauf folgen dann die Reichsräthe, die Abgeordneten, die Standesherren, die Hofchargen, die Staatsminister, die Generalität und die Georgiritter. In der Michael-Hofkirche empfängt die getarnte Geistlichkeit die Hülle des Königs; der Erzbischof von München nimmt die Einsegnung vor und hierauf wird der Sarg unter Begleitung des Oberhofmeisters Grafen Castell und des Hausministers v, Crailsheim in die Gruft beigesetzt und Verschlossen.
Paris, 17. Juni. Präsident Grevy überreichte heute Morgen den drei neuernannten Cardinälen das Barett. Cardinal Bernadou sagte in seiner Ansprache: Die neue Würde macht uns die Pflichten gegen die Kirche und Frankreich noch heiliger, als französische Cardinäle werden ,wir nicht aufhören, zu Gott für Frankreich zu beten. Unsere Lehre wird die Lehre Christi sein: Gehorsam gegen göttliche und menschliche Gesetze, Achtung vor den eingesetzten Obrigkeiten!" Grevy dankte für den Ausdruck dieser Gesinnungen, welche die Interessen der Kirche mit den Interessen Frankreichs versöhnen.
— Der Arbeitsminister Baihaut bringt heute in der Kammer einen Gesetzentwurf ein betreffend die Ermächtigung der Panama-Gesellschaft zur Ausgabe einer Prämien- Anleihe.
Paris, 17. Juni. Prinz Victor Napoleon hatte einen Unfall mit dem Wagen, wobei das Pferd durchging und der Wagen umstürzle. Der Prinz erlitt eine anscheinend nicht schwere Contusion des Kopfes.
— Dem „Temps" zufolge hätte Freycinet ausführliche Mittheilungen über die Organisation der orleanistischen Partei gemacht.
London, 17. Juni. Das Oberhaus nahm in erster Lesung die Medicinal- Bill an.
— Unterhaus. Bryce erklärte: Die einzige amtliche Mittheilung über das Massacre der Franzosen auf den Neuen Hebriden sei die Erklärung Freycinets vom 10. d- M. an Lord Lyons; ersterer habe hinzugefügt, es fei unmöglich, daß ein vorübergehender Posten errichtet werde, bis die Ruhe hergestellt sei, aber die getroffenen Maßregeln hätten keine politische Bedeutung. Auch sei keine Rede von einer Occupation der Inseln oder irgend etwas, welches die Verpflichtungen Frankreichs gegen England verletzen würde. Freycinet habe am 14. ds. Mts. in bestimmtester Weise diese Versicherungen wiederholt, daß Frankreich keine Pläne habe, welche den politischen Zustand auf den Neuen Hebriden berührten, daß es nicht die Absicht habe, diese Inseln zu besetzen. Frankreich halte sich durch Vertrag gebunden, die Unabhängigkeit der Inseln zu achten; falls Truppen gelandet, würden dieselben zurückgezogen werden, sobald der Anlaß dazu beseitigt sei. Lord Lyons sei jetzt angewiesen, über das Gerücht von dem Hissen der französischen Flagge Erkundigungen einzuziehen, das Haus möge versichert sein, daß die Regierung den Ernst der Sache erkenne. — Das Haus nahm in dritter Lesung die Weinzoll-Bill an.
London, 17. Juni. Gladstone hat sich heute nach Edinburgh begeben, von wo <r feine Rundreise durch Midlothian zu Wahlzwecken antritt.
London, 17. Juni. Gladstone ist in Edinburg eingetroffen und unterwegs auf allen Stationen, wo der Bahnzug anhielt, mit großer Begeisterung empfangen worden.
London, 17. Juni. Dem „Bureau Reuter" wird aus Shiranagar (Kaschmir) gemeldet, daß nach dort eingegangenen Nachrichten der Oberst Lockhart und seine Eskorte, welche jüngst von Chitral über Badakshan aufgebrochen waren, um zu der afghanischen Grenzcommission zu stoßen, umzingelt seien und weder vorwärts noch rückwärts könnten; es fehle an Lebensmitteln und an Lockhart abgesandtes Geld sei ihm nicht zugegangen. Nach einer Meldung aus Bombay bestätigt die „Times of Jndia", daß Lockhart mit seiner Eskorte von dem Häuptling von Badakshan gefangen genommen worden ist und gegenwärtig im Fort festgehalten wird.
Mons, 17. Juni. Der Strike in Quaregnon, Flenu und Horn ist ein allgemeiner und beträgt die Zahl der Strikenden 5000. Die Gensdarmerie verhaftete heute Morgen 18 Strikende in Quaregnon.
Mons, 17. Juni. Eine Bande von 600 strikenden Arbeitern mit rothen Fahnen zog von Quaregnon nach Jemappes. Unterwegs warfen dieselben bei verschiedenen Fabriketablissements die in Schuppen aufbewahrten Werkzeuge in den Canal und erstiegen mit Leitern ein Walzwerk, wo sie die Arbeiter zwangen, die Arbeit niederzulegen. Als sie denselben Versuch bei verschiedenen anderen Etablissements machten, trat ihnen Gensdarmerie entgegen, vor welcher sie flüchteten. Zwei Bataillone gehen nach Quaregnon, Jemappes und Wasmes ab.
Rom, 17. Juni. Cholera - Bericht. Vom 16. bis 17. Juni, Mittags, kamen in Venedig 8 Erkrankungen und 2 Todesfälle vor, in Bari 1 Erkrankung.
Petersburg, 17. Juni. Das „Journal de St. Petersbourg" macht anläßlich der Rede des Fürsten Alexander bei Eröffnung der Sobranje besonders auf die „absolute Ungezwungenheit" aufmerksam, womit sich derselbe über die internationalen Stipulationen in Betreff Bulgariens und Ostrumeliens hinweggesetzt. Man würde begreifen, meint das Blatt, daß der Fürst diese Stipulationen, nachdem er sie auf feine Weise interpretirt oder vielmehr verdunkelt hat, nicht erwähnte, aber er hätte von Serbien doch nicht so reden dürfen, wie er es gethan habe; bei etwas mehr Weisheit und weniger Selbstgenügsamkeit würde er entweder begriffen haben, daß er gewisse Empfindlichkeiten zu schonen habe, sei es auch nur im Interesse guter Nachbarschaft, zu deren Pflege Bulgarien allen Anlaß habe.
— Das „Journal de St. Petersbourg" dementirt die Nachricht verschiedener Blätter über die Abberufung des Botschafters Mohrenheim aus Paris, weil derselbe angeblich zu lebhafte Sympathien für die Orleans bekundet habe.
Washington, 17. Juni. Im Senate wurde ein Antrag eingebracht, wonach der Präsident ermächtigt wird, sobald er die Ueberzeugung gewonnen, daß amerikanische Schiffe in fremden Hafen in Ausübung der Handelsprivilegien behindert werden, einzutreten und den Provenienzen dieser Länder in den amerikanischen Häfen die Ausübung der Handelsprivilegien seitens derselben zu verbieten.
New-Aork, 17. Juni. Nachrichten aus Santiago in Chile zufolge kamen daselbst während der Wahlen am 15. dss. Mts. Ruhestörungen vor. Vierzig Personen wurden getödtet, mehrere verwundet. Es heißt, die Liberalen erhielten die Majorität.
Sidney, 17. Juni. (Telegramm des Reuter'schen $ureau§.] Nachrichten aus Numea melden die Rückkehr des Transportdampfers „Dives" von den Neuen Hebriden. Auf der Sandwich-Jnsel Malacolo wurden Truppen ausgeschifft, die französische Flagge gehisst, ein Militärposten ctablirt und hiervon alle Fremde ohne Unterschied der Nationalität benachrichtigt. Die Journale von Numea beglückwünschen die französischen Behörden zur Annexion der Neuen Hebriden trotz Englands und seiner Colonien. Eine Depesche des Consuls von Numea bestätigt diese Nachrichten.
Lokale-.
Gießen, 17. Juni. (Thierschutzverein.j Am 7. d. M. habe ich in einer Versammlung des hiesigen Thierschutzvereins einen kleinen Vortrag über den Mauer- oder Thurmsegler gehalten, und da man allgemein wünschte, ich möchte den Vortrag der Oeffentlichkeit übergeben, so ersuche ich Sie hiermit freundlichst, die nachfolgenden Zeilen, welche die Mittheilungen über genannten Vogel enthalten, in Ihrem geschätzten und weitverbreiteten Blatte zum Abdrucke zu bringen.
Meine Herren! Sie werden sich wohl wundern, daß ich mir erlaubte, Ihnen diesen Vogel (einen ausgestopften Mauersegler), den Sie ja gewiß Alle kennen, hier oorzuzeigen; allein wenn Sie mir nur kurze Zeit Ihre Aufmerksamkeit schenken wollen, so werden Sie sich überzeugen, daß ein genügender Grund dazu vorliegt. Dieser Mauer- oder Thurmsegler, auch Mauerschwalbe genannt, hat eine Länge von 17 Cm., seine Flügellänge beträgt 18 Cm. und die Schwanzlänge 7 Cm. Das Gefieder desselben ist mit Ausnahme der weißen Kehle braunschwarz mit schwarzgrünem Schimmer auf dem Rücken. Die Füße sind befiedert und mit vier scharfen Zehen, welche alle nach vorn gerichtet sind, stark bewaffnet. Der Thurmsegler trifft in Deutschland, wo er fast überall häufig vorkommt, gegen Ende April ein und verläßt uns schon wieder im August. Er bewohnt gern in Städten und auf dem Lande altes Gemäuer und brütet in Mauerhöhlcn. Obschon dieser Vogel zu den sehr nützlichen Vögeln gehört, weil er sich nur von Kerbthieren nährt, so muß ich leider doch eine schwere Anklage gegen denselben vor Ihnen erheben, denn er ist nach ganz bestimmten Erfahrungen auf eine recht schlimme Weise unseren Bemühungen, die wir den Staaren widmen, entgegengetreten.
Vor etwa zwölf Tagen umschwärmten gegen Mittag mehrere Thurmsegler einen Staarenkasten, welcher an der Wohnung eines hiesigen Bürgers angebracht ist, fingen heftigen Streit mit den Staaren an, suchten dieselben von dem Kasten zu vertreiben und fernzuhalten, und sie beabsichtigten sicherlich, den Staaren ihre Wohnung zu entreißen. Der heiße Kampf, welcher bis zum Abend dauerte, nahm ein recht trauriges Ende, denn als man am anderen Tage wahrnahm, daß die alten Staare nicht mehr zur Fütterung ihrer Jungen erschienen und daß die jungen Staare nicht mehr lustig in dem Kasten zwitscherten, da wurde der Kasten, weil man Schlimmes ahnte, eröffnet, und man fand darin nicht nur den Ihnen soeben vorgezeigten Thurm- segler tobt, sondern auch fünf junge Staare lagen tobt im Neste. Dieselben waren mühevoll von ben Alten schon soweit erzogen, baß sie in ber Lage gewesen wären, nach wenigen Tagen ihre Selbststänbigkeit anzutreten. Aus einem anberen Kasten, welcher ebenfalls an einem Hause aufgehängt ist, würben auch die Staare, nach ganz bestimmten Beobachtungen, von Mauerschwalben vertrieben, und bei Oeffnung dieses Kastens erblickte man darin die lichtblauen Schalen der Staareneier und in dem Neste befanden sich zwei weiße Eier, die mir überbracht worden sind, und die ich nach einer mir vorliegenden Beschreibung nur für die Eier eines Mauerseglers halten kann.
Mit Recht darf ich wohl aus den angegebenen Umständen schließen, daß auch in diesem Falle obengenannte Segler sich eines schweren Hausfriedensbruches schuldig gemacht haben.
Da mir außer diesen zwei gewiß schlimmen Fällen noch vier Fälle ganz ähnlicher Art von zuverlässigen Beobachtern mitgetheilt wurden, so habe ich es für nöthig erachtet, Ihnen diese Sache zur Besprechung und Beurtheilung zu unterbreiten. Nach solchen Vorgängen muß ich leider in dem Thurmsegler einen recht gefährlichen Feind unserer Schützlinge, der Staaren, erblicken, und wenn vielleicht auch Ihnen derartige Fälle bekannt geworden sind, so würde dies meine Ansicht nur bestärken. Wir haben auf Kosten des hiesigen Thierschutzvereins schon nahezu an 200 Staarenkasten so an- fertigen und anbringen lassen, daß die Staare darin Schutz gegen ihre Feinde finden - aber leider weiß ich kein Mittel anzugeben, welches unseren Lieblingen Schutz gegen den obengenannten Feind gewähre. Cur sch mann.
Gieße«, 18. Juni. Eine Frau versuchte gestern ein falsches 20-Markstück, welches sie von ihrem Manne erhalten hatte, auszugeben resp. umzuwechseln, wurde jedoch dabei abgefaßt.
— Ein vor einigen Tagen aus der Arbeit entlassener Bürstenbindergeselle hat sich heute Nacht au einem Baume an der Licher Chaussee erhängt.
ß e t m t f dk t e ♦
Darmstadt. Unsere Stadt ist um eine vortreffliche Einrichtung vermehrt worden, welche einem Mitgliede unseres Fürstenhauses ihre Entstehung verdankt. Am 15. dss. Mts. fand nämlich die Eröffnung ber von ber Prinzessin Victoria von Dattenberg in's Leben gerufenen Herberge für weibliche Dienstboten, Ladnerinnen, Arbeiterinnen u. s. w., welche vorübergehend stellenlos sind und Wohnung nebst Kost oder nur Wohnung zu erhalten wünschen, unter dem Namen „Victoria-Herberge" statt. Das Local befindet sich Louifenstraße 40, wo bei dem Verwalter nähere Auskunft über die Preise re. verlangt werden kann.


