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Dresden, 16. Februar. Die zweite Kammer bewilligte 1,159,900 JL zur Er­weiterung der Bahnhöfe in Crimmitschau und Greiz.

Hamburg, 16. Februar. Der PostdampferGellert" der Hamburg-Ameri- kanischeu Packetfahrt-Actien-Gesellschaft ift, von Hamburg kommend, gestern Nachmittag 5 Uhr in Newyork eingetroffen.

Bern, 16. Februar. Der Dundesrath entsendet zu der am 29. April in Nom zusammentretenden internationalen Conferenz, betr. den Schutz des gewerblichen Eigen­tums, den Abtheilungschef des Handelsdepartements Willi.

Paris, 16. Februar. Die Zeitungen verzeichnen das Gerücht, General Billot «erde zum Botschafter in Petersburg, Bourre zum Ministerresidenten für Mada- gaskar, der Deputirte Thiesse zum Gesandten mit zeitweiligem Auftrage für Venezuela ernannt.

Paris, 16. Februar. Appert erhielt das Großkreuz der Ehrenlegion. Die Nachrichten von der Ernennung Bourres für Madagaskar und Thiesse's für Venezuela 'ind unrichtig.

London, 16. Februar. Eine der englischen Missions-Gesellschaft zugegangene Depesche aus Zanzibar vom 12. d. M. bestätigt die Nachricht von der Hinrichtung des Bischofs Hannington und seiner aus 50 Personen bestehenden Begleitung. Die Hin­richtung erfolgte auf Befehl des Königs von Uganda.

Liverpool, 16. Februar. Eine ganze Seile eines gegenwärtig in Bau befind­lichen Gebäudes für eine Ausstellung von Gegenständen für die Schifffahrt ist heute Nachmittag eingestürzt. 18 Arbeiter wurden mehr oder weniger schwer verletzt; man befürchtet, daß mehrere Personen getödtet worden sind.

Petersburg, 16. Februar. DasJournal de St. Petersbourg" sagt: Es existire wirklich das mehrfach erwähnte türkische Rundschreiben betreffs der Regelung der Verhältnisse Bulgariens und es erscheine eine theilweise Verständigung nicht aus­geschlossen, obschon die Pforte die Erneuerung der Vollmachten des Gouverneurs von Rumelien nur als Formfrage betrachte, Rußland aber anderer Ansicht sei, da Ver­änderungen an dem Statute Ostrumeliens die Uebcreinstimmung der Mächte bedürfen. Was dagegen das Argument anbetreffe, ein militärisches Arrangement zwischen der Türkei und Bulgarien bedürfe als ein aus der Souveränetät des Sultans sich ergebendes Recht nicht der Bestätigung, so sei dies dem öffentlichen Rechte des Orients zuwider. Die christlichen Vasallenländer des Sultans waren niemals verpflichtet', der Türkei Truppencontingente zu stellen. Eine Unterordnung der bulgarischen Armee unter türkischen Oberbefehl stimme nicht mit dem Berliner Vertrage überein. Auch sei der Fürst von Bulgarien seiner ganzen Stellung nach nicht in der Lage, solche Zustimm­ung auszusprechen. Abgesehen von der Prineipicnfrage, könne eine derartige Unter- srdnung der bulgarischen Armee im Orient Leidenschaften anfachen und ernste Folgen und brudermörderische Kämpfe herbeiführen. Keinenfalls könne Rußland, welches Bulgarien befreit habe, zugeden, daß die bulgarische Armee zu einer solchen Rolle berufen werde. Habe man dies auch in Sofia vergessen, so sei es doch anderwärts nicht der Fall.

Der Bstschaftsrath in Rom, Schewitsch, wurde zum Gesandten in Japan ernannt.

Belgrad, 16. Februar. Die Vertreter der anderen Mächte haben numnehr auch, wie seitens des Vertreters Rußlands geschehen, Vorstellungen wegen Beschleunig­ung der Friedensoerhandlungen gemacht. Bei bei: betreffenden Besprechungen soll Garaschanut geäußert haben, die Pforte verschulde die Verzögerung; Serbien lehne jede Verantwortung ab.

Athen, 16. Februar. Es heißt, England sei bei der hiesigen Negierung noch­mals für die Demobilisirung der griechischen Armee eingetreten. Die anderen Mächte unterstützten diesen Schritt.

Ostern 1886.

Im Jahre 1886 fällt das Osterfest auf den spätesten Zeitpunkt, auf den es überhaupt fallen kann, auf den 25. April, also beinahe einen Monat nach Beginn des zweiten Vierteljahrs. In diesem Jahrhundert ist solches noch nicht vorgekommen und wird nicht mehr wiederkehren; im nächsten Jahrhundert, dem zwanzigsten unserer ge­wöhnlichen Zeitrechnung, wird nur das Jahr 1943 Ostern wiederum auf den 25. April fallen sehen, lleberhaupt läßt sich Ostern nicht gar zu gern auf diese äußerste Grenze schieben. _ hat nur einmal jedem Jahrhundert diesen Gefallen erwiesen: 1734, 1666^ 1546, 1451; das vierzehnte ging, als das einzige in einer langen Folgs von Jahr­hunderten, leer aus; dann stoßen wir auf 1204, 1109, 1014, 919. Der früheste Oster- termin ist durch einen merkwürdigen Zufall der Geburtstag unseres Kaisers, der 22. März. Aber nur einmal hatte der Kaiser oder vielmehr Prinz Wilhelm die Freude, seinen Geburtstag am Ostersonntag zu feiern; es war dies im Jahre 1818. Dieses Zusammenfallen ist überhaupt bis zum Jahre 2000 nicht mehr möglich. Denn auch dieser früheste Ostertag ist nur spärlich auf die Jahrhunderte vertheilt: 1761, 1693, 1573 und 1598, 1478, 1383, dann das 13. Jahrhundert überspringend 1136, 1041, 946.

Zwischen diesen beiden Grenzpunkten, dem 22. März und dem 25. April, bewegt sich Ostern in der langen Folge der Jahrhunderte an allen Tagen. 35 Tage, 10 »om März, 25 vom April, sind für den Ostersonntag verfügbar; und sie haben alle ihre Verwendung gefunden. Interessant ist noch, festzustellen, auf welche Tage sich Ostern bis zum Jahre 2000 oertheilen wird. In unserem Jahrhundert fällt Ostern nur noch zweimal in den März, 1891 auf den 29. und 1894 auf den 25. März. Von den nun noch übrigen 12 Jahren dieses Jahrhunderts fallen fünf Ostertage in die erste April­woche (nämlich 1888 auf den 1., 1893 und 1899 auf den 1., 1896 auf den 5., 1890 auf den 6. April), drei in die zweite Aprilwoche (1887 und 1898 suf den 10., 1895 auf den 14.), wiederum vier in die dritte Aprilwoche (1900 auf den 15., 1892 auf den 17., 1897 auf den 18., 1889 auf den 21.). Die letzte Aprilwoche ist, wenn man von 1886 absieht, im 19. Jahrhundert durch einen Ostertag nicht mehr vertreten. Ebenso kann auf die übrigen nicht genannten Apriltage Ostern in diesem Jahrhundert nicht mehr fallen.

Für die Zeit bis 2000 sträubt sich nur ein Apriltag gegen das Osterfest, der 24. April; fünf andere Tage begnügen sich mit einem Jahre, nämlich drei aufeinander­folgende Märztage (der 23., 24. und 25.), für die Jahre 1913, 1940, 1951 und zwei Apriltage (der 13. und 25. für die Jahre 1952 und 1943), für zwei Jahre haben sich gar nur drei Tage zur Verfügung gestellt, der 28. März für 1937 und 1948, der 2. April für die Jahre 1961 und 1972 und auch noch der 8. April für die Jahre 1917 und 1928. Am bereitwilligsten zeigt sich zur Uebernahme der 12. April, der sich nicht weniger als sechs Jahre aufgeladen hat, nämlich 1903, 1914, 1925, 1936, 1941, 1998. Mit fünf Jahren wagt sich kein einziger Tag in den Kalender. Dagegen tritt eine ganze Anzahl Tage mit vier Jahren hervor. Im März sind es die beiden letzten Tage des Monats. Auf den 30. fallen die Ostern 1902, 1975, 1986, 1997, auf den 31. die Ostern 1907, 1918, 1929, 1991. Auch der gleich darauf folgende 1. April hat vier Jahre aufzuweisen, nämlich 1923, 1934, 194c, 1956. Außerdem sind noch acht Tage dieses Monats damit begnadet, der 3., 4., 6., 7., 11., 16., 17., 19., während die übrigen zehn Tage des April und die noch ausstehenden drei Märztage (26., 27., 29.) mit je drei Jahren vertreten sind, deren Aufzählung man uns wohl erlassen wird. Ostern 2000 fällt auf den 23. April. (Köln. Ztg.)

Manfred.

Dramatisches Gedicht von Lord Byron. Musik von R. Schnmann

I.

*** Noch ist der letzte Ton der herrlichen Aufführung vonParadies und Peri" kaum verklungen, so regen sich schon wieder die fleißigen Hände, um das unterbrochene Studium zumManfred" zu vollenden.

Possart in Gießen", so heißt es und mit Erstaunen sieht man dem Ereigniß entgegen. Wir sagen nicht zu viel, wenn wir von einem Ereigniß sprechen; denn einen Mann wie Possart, den man mit Recht den König der deutschen Bühnenkünstler nennen darf, in unserer theatcrarmen Musenstadt zu begrüßen, ist mehr, als die kühnsten Wünsche des kunstsinnigen Publikums erhoffen.

Vor mehreren Jahren hatten wir Gelegenheit, den Königl. bayrischen Hofschau­spieler Herrn Ernst Possart als Manfred auf der Bühne zu bewundern, nachdem er zuvor in verschiedenen anderen Rollen Proben seiner Meisterschaft abgelegt hatte, und offen gesagt, die Kritik verstummte vor einer so erhabenen Leistung wie die des Herrn Possart.

Mit ergreifender Wirkung führte er den unftäten, von Furien gehetzten Character des mit sich selbst zerfallenen Menschen vor, der der Magie ergeben, mit dem aus­dauerndsten Fleiße die geheimen Zaubersprüche und Künste der alten Weisen sich an- geeignet. Geister gehorchen ihm und dennoch ist er in ihrer Mitte nicht glücklicher als Göthe'sFaust". Nicht nur, wie diesen, peinigt ihn der unersättliche Drang nach stets wachsender Ausbreitung seiner Herrschaft über die unterworfenen dunklen Mächte der Natur, sondern auch das lastendere Weh der Schuld. Muß er sich doch eines doppelten Mordes, eines moralischen und physischen zugleich anklagen, da er seine Schwester Astarte mit unkeuscher Gluth geliebt. Diese schwere, namenlose Schuld macht sein Elend größer als jener nicht zu befriedigende Wissensdurst. Er ist der große Meister verborgenster Staturkräfte und doch ist er nicht im Stande, die gräßliche Erinnerung zu vergessen. ,Vergessen" will er den Wissensdrang und ruft die unterworfenen Geister, aber sie sind nicht mächtig genug, ihm zu geben, was er sucht, weder die hohen Alpen, noch die tiefen Wasserstürze, noch die holde Fee der glänzenden Wellen; auch im bewußtlss versuchten Selbstmorde findet er das Gesuchte nicht:die Selbft- vergessenhei t."

Trostlos steigt er hinab in die Unterwelt und hier endlich gewinnt er in dem Won der Verzeihung, das er der geliebten Gemordeten durch sein inbrünstiges Flehen entreist, den alten Frieden wieder. Damit ist er auch befreit von den alten finsteren Gewalten, die er zu beherrschen wähnte und die doch ihn beherrschten. Er unterwirft sich, sie zurückweisend, selbst wieder dem allgemeinen menschlichen Gesetz des Todes, dem er in seinem Bunde mit den Geistern zu entrinnen gemeint hatte.a

Vermischte s.

Mainz, 15. Februar. Ein gräßliches Ende hat gestern Abend in der Nähe unserer Stadt ein Soldat vom 118. Jnf.-Regt. genommen. Derselbe kehrte mit der Eisenbahn von einem Ausflug zurück und wollte, wahrscheinlich um den Weg dahin zu sparen, unweit der Weisenauer Easerne aus dem im vollen Gange befindlichen Zuge springen. Dieses gewagte Experiment mißglückte jedoch, der Soldat prallte beim Sprung gegen eine Weiche, wurde von da zurückgeschleudert und kam unter die Räder des Zuges, wobei ihm der Kopf vom Rumpfe getrennt wurde. Der Soldat heißt PH. Eisengräber und ist Oeeonomiehandwerkcr. Der Zug, auf welchem das Unglück passirte, ist der gegen 9 Uhr Abends hier ankommende von Worms. Wie es heißr, hatte der Soldat den Ausflug ohne Urlaub unternommen und wollte daher noch recht­zeitig in der Easerne sein. Außer dem Kopf wurde ihm auch noch eine Hand abge­fahren, auch wurde er noch sonst furchtbar verstümmelt.

Frankfurt, 16. Februar. Der Darmstädter Hof, das Fürstenhaus, welches sich nun in ein Geschäftshaus verwandeln wird, gehörte der hessischen Fürstenfamilie seit dem Jahre 1627. Ein früherer Besitzer der Liegenschaft war Elaus Bromm, welcher zu seiner Zeit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, er starb 1587 einen Bau aufführen ließ, der in hohem Grade die Anerkennung der Kunstverständigen fand. Theile der Claus Bromm'schen Behausung sind noch vorhanden; sic bilden denjenigen Theil der Hofgebäude, welche an den russischen Hof angrenzen. Später kam die damalsSandhof" undOverbeck'sche Haus" genannte Besitzung, in mannig­fachem Wechsel des Eigenlhümers an die Stadt, welche sie im Jahre 1626 im Tausch gegen das Klapperfeld und 4000 fl. baar an Darmstadt abtrat. (M. A.)

Der Locomotivführer eines am Donnerstag von Dietendorf nach Erfurt fahrenden Zuges sah in der Nähe von Hochheim, daß etwas im Geleise sich fort- bewegte. Es war ein kleines Mädchen, welches sorglos vor dem heranbrausenden Zuge einhermarschirte. Noch zur rechten Zeit wurde der an der Gerabrücke stationirte Bahnwärter durch das fortwährende Pfeifen der Maschine aufmerksam gemacht. Er sprang schleunigst herbei, und kaum hatte er das kleine Wesen auf die Seite gerissen, so sauste der Zug vorüber. Lächelnd blickte die kleine Gerettete diesem nach.

Auf der Corpskneipe in Erlangen wurde am Mittwoch Abend ein Student, der kürzlich auf der Mensur eine erhebliche Verletzung am Kopfe erhalten hatte, plötzlich tobsüchtig, so daß er in die Irrenanstalt gebracht werden mußte.

Co bl en r. In D. an der Mosel erschien am Abend des 3. d. Mts. im Hauie eines Ackerers, der sich auf Reisen befand, eine maskirte Mannsperson in Teufels- costüm. In dem Zimmer bezw. Hause befand sich nur die Frau des Hauses und eine Nachbarin. Die Gestalt setzte sich stumm auf einen Stuhl neben der Stubenthür und nachdem sie dort ca. eine halbe Stunde, ohne ein Wort zu sprechen, gesessen, entfernte sie sich wieder lautlos. Die beiden Frauen vermochten vor Furcht und Angst keinen Laut von sich zu geben und verharrten still auf ihren Plätzen. In der Nacht war der Mann nach Hause gekommen und als man am Morgen im Schornfteu nachsah, nahm man wahr, daß sämmtliche dort zum Räuchern aufgehängt gewesene Schinken :c. ver­schwunden waren. Diebe haben also, während sich die verkappte Person im Zimmer befand und die einzigen im Hause anwesenden Personen im Schach hielt, den Schorn­stein seines Inhalts entleert.

Auf dem letzten Hofballe so schreibt derB. B.-C." ist die bei seinem hohen Alter ganz erstaunliche Rüstigkeit des Kaisers mit Recht wiederum Gegenstand allgemeiner Verwunderung gewesen, wie andererseits die Kaiserin in Folge ihres leidenden Zustandes Gegenstand reger Theilnahme war. Es versteht sich von selbst, daß alles geschieht, um dem Kaiserpaar die unter den obwaltenden Umständen gewiß schwierige Ausgabe, den Repräsentationspflichten zu genügen, so viel als möglich zu erleichtern. Einen Einblick in den hierbei thätigen Mechanismus, der gleichzeitig characteristisch für die Denkungsweise des Kaisers ist, gewährt folgende Thatsache. Die Säle des Königlichen Schlosses, in welchem die Hoffestlichkeiten abgehalten werden, liegen bekanntlich ziemlich hoch. Gleichwohl hatte es sich der Kaiser bis vor etwa zwei Jahren nicht nehmen lassen, die Treppen nach den Festsälen zu Fuß hinauf­zusteigen. Endlich machte das hohe Alter doch seine Rechte geltend, die Vorstellungen aus seiner Umgebung thaten das Uebrige, und so gab er denn, wenn auch noch immer widerstrebend, schließlich seine Genehmigung, daß ein Fahrstuhl erbaut werde, der ihm und der Kaiserin, an welche er auch hier in erster Linie dachte, das Treppensteigen er­spare. Dieser Fahrstuhl war in kürzester Frist fertiggestellt. Er präsentirt sich als ein elegant eingerichtetes kleines Zimmer, in welchem ein Rollstuhl steht. Auf letzterem nimmt der den Fahrstuhl Benutzende Platz, wird dann langsam emporgetragen und langt schließlich in der betreffenden Etage derart an, daß der Boden des Fahrstuhl- Zimmers und der der Etage in gleicher Ebene aneinander stoßen, so daß also der eigentliche Rollstuhl ohne Weiteres in den Festsaal, resp. den Vorraum desselben ge­schoben werden kann. Selbstverständlich ist das Ganze so conftruirt, daß jede Gefahr ausgeschlossen ist. Der Fahrstuhl war fertig, die nächste Hoffestlichkeit kam heran, welche den Kaiser zum ersten Male auf bequemeren Wegen als bisher, nach dem Fest­saal bringen sollte. Bei der Einfahrt in den Schloß Hof stutzte der Kaiser, als der Wagen vor einem anderen als dem gewohnten Portal hielt.' Auf seine Frage nach dem Grunde dieser Abweichung von der Regel trat Geh. Hofbaurath Persius, der Vor­sitzende der Commission für den Fahrstuhlbau, vor, um amtlich zu melden, daß die befohlene Einrichtung vollendet sei. Wenn die Commission aber auf ein Wort der Anerkennung gerechnet halte, so hatte sie sich getäuscht. Dem Kaiser war der Gedanke an den Fahrstuhl durch die Einrichtung eines solchen nicht sympathischer geworden. Er verließ den Wagen, wandte sich mit den Worten:Ach was! Fahrstuhl! So gebrechlich bin ich doch noch nicht!" kurz ab, der gewohnten Treppe zu und stieg die­selbe wie sonst hinauf. Man kann sich die Bestürzung der Commission vorstellen. Eine Weile standen die Herren völlig rathlos da, endlich aber fand man doch ein Aus­kunftsmittel. Man wandte sich um Hilfe an den Kammerdiener des Kaisers, den alten Engel" und dieser versprach auch, sein Möglichstes thun zu wollen. Bekannt­lich unterhält sich der Kaiser gelegentlich gern mit diesem alten erprobten Diener und bei einer Gelegenheit wußte Engel die Rede auf den Fahrstuhl zu bringen, dessen Vor­züge er gar nicht genug zu rühmen wußte. Endlich wurde der Kaiser selbst neugierig, die vielgepriesene neue Einrichtung kennen zu lernen, die Probe fiel günstig aus und seitdem steigt der Monarch die Treppe nicht mehr hinauf, sondern benutzt den Fahrstuhl, und die Baucommission hat auch noch nachträglich ihre Anerkennung bekommen.

sDas Ende eines Millionärs.^ Am Mittwoch ist in Wien im Armenhaus ein Mann gestorben, einst eine bekannte und vielgenannte Persönlichkeit in der öster­reichischen Residenz. Als Sohn armer Eltern geboren, schwang sich Karl Michel durch Fleiß, Thätigkeit und eine gewisse natürliche Begabung sür's Praktische rasch empor. Jahrelang war er der erkorene Liebling des Glückes; in den riskantesten Unter­nehmungen blieb ihm der Erfolg getreu, unter seinen Händen wurde Alles zu Gold.

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