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17.6.1886 Erstes Blatt
 
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Donnerslüg und

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Von Ihrer Majestät der Kaiserin traf folgendes Telegramm an den Prinz- Regenten ein:Mehrfach überwältigt durch die Wad)rid)t, muß Ich Euer Königl. Ho­heit und den Ihrigen den Ausdruck einer Theilnahme senden, die der tiefen Trauer entspricht, die Ich im Herzen schmerzlich empfinde. Gott helfe Ihnen in so namenlos schwerer Stunde. Augusta."

Der Kaiser von Oesterreich telegraphirte:Von der Trauernachricht auf das Tiefste ergriffen, entfenbe Ick) Euer Königl. Hoheit Mein innigstes Beileid mit dem Wunsche, daß Gott Die in diesem schweren Momente stärke und erhalte. Franz Josef."

Vom König von Sachsen ging folgendes Telegramm ein:Tief erschüttert habe Ich die Nachricht vom Tode des Königs erfahren und spreche Ich Dir Mein innigstes Beileid aus. Möge Dick) Gott bei Deinem schweren Geschäft in seinen gnädigen Schutz nehmen und Dir beistehen, das bayerische Volk glücklid) zu machen. Albert."

Der König von Württemberg telegraphirte:In treuester Anhänglichkeit an Dich und das bäuerische Königshaus bin Ich tief erschüttert über die Katastrophe in Berg, Gott walte über Euch und erhalte mir Deine Freundschaft. Karl."

Das Telegramm Se. Kgl. Hoheit des Großherzogs von Vaden lautet:Euer Königl. Hoheit spreche Ich Mein aufrichtigstes Beileid aus. an dem schmerzlichen Ver­lust, der das Königl. Haus und das Königreid) so plötzlich betroffen hat. Die er­schütternde Kunde von dem Hinscheiden Sr. Majestät des Königs Ludwig II., erfüllt Mich mit tiefer Trauer, aber Id) hege die treuesteil Wünsche für Eure Königl. Hoheit gesegnete Regentschaft. Friedrich."

Darmstadt, 16. Juni. (Privatdepesche.) Der Grobherzog begiebt sich mit den Prinzen Heinrich und Wilhelm zu den Beisetzungsfeierlichkeiten nach München.

LüegraMche DepkscheA.

RStolO IrLegv. Sorrrspsirdsn? -

Berlin, 15. Juni. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" erklärt die in der WienerNeuen Freien Presse" enthaltenen Nachrichten über die Einflußnahme des Reichs­kanzlers bei den bayerischen Vorgängen als Erfindung und sagt: Der Gedanke, daß das tragische Geschick König Ludwigs die Grundlage politischer Abmachungen und Berechnungen abgegeben hätte, ist geradezu beleidigend für alle Betheiligten. Die Reick,streue Bayerns und des Königshauses ist von dem Wechsel der maßgebenden Persönlichkeiten unabhängig und einer Sicherstellung durch besondere Bürgschaften nicht bedürftig.

Der oon der Berliner internationalen Telegraphenkonferenz beschlossene und am 1. Juli d. I. in Kraft tretende neue bereits bekannte Telegraphiegebühren-Tarif, wonad) die Grundtaxe fortfällt, ist amtlich publicirt worden.

Bezüglich der Sessionsdauer des Reichstages sagt dieNorddeutsche Allgemeine -Zeitung": Daß die Abgeordneten den Wunsch nach Schluß der Session hegen, finden wir .sehr begreiflich, sind aber andererseits auch überzeugt, daß sie das Interesse, in die bürger­lichen Verhältnisse zurückzukehren, nicht als ausschlaggebend ansehen, weit sie sich 'm Ge­wissen verpflichtet fühlen, die Branntweinvorlage zu einem bestimmenden Abschluß zu bringen. Die Regierung, welche seit acht Jahren an der Steuerreform arbeitet, müsse verlangen, daß der Reichstag zu den Vorlagen der Regierung bestimmte Stellung nehme, daß er dieselben nut Ja oder Nein beantworte. Bezüglick) der jüngsten Vorlage sei eine solche Antwort bisher nicht ertheilt worden. Das negative Votum der Kommission kann eine gewissenhafte Regierung nicht als definitive Entscheidung der Aolisvertretung ansehen.

DerReichsanzeiger" schreibt: Die erschütternden Nachrichten aus Bayern, welche der Telegraph gestern übermittelte und die Extrablätter sofort überallhin ver­breiteten, verwandelten Die Pfingstfreude in Trauer. Ist es schon an und für sich er­greifend, wenn ein herrlich veranlagtes Menschenleben in geistiger Umnachtung endet, so erweckt das tragische Geschick des Königs Ludwcg II. um so innigere Theilnahme, als

derselbe zu unserem Königshause in verwandtschaftlichen Beziehungen stand und in ganz Deutschland seine Verdienste unvergessen sind, die er sich um die Einigung des Reichs erworben bat.___________________

Vermischtes.

* Gießen, 16. Juni. Unser Landsmann Horaz Schott aus Gießen, K. K. Eonsul in Gibraltar, ift zum Eommaudeur of the Human Order of African Re­demption durch Decret, bat. Monovria, 25. Febr., vom Präsidenten zu Liberia Hilary Richard Wright ernannt worden.

Eingesandt.

Gießen, 16. Juni.

, Die öffentliche Miststätte am Felsenkeller vergrößert sich von Tag zu Tag mehr und sieht von Tag zu Tag scandalöscr aus, sodaß fick) wohl die Frage aufwirft: Sind denn die Kosten, bie durch öftere Verebnung entstehen können, so unerschwingliche, daß man solche dem Besitzer nicht zumuthen tann?

Der Anblick, der fick) hier bietet, wirkt um so unangenehmer, da er fick) gerade an einer der schönsten und belebtesten Straßen bietet und wenig geeignet ist, den Frem­den, die ja zum größten Theile diese Stelle passiren müssen, besondere Begriffe von der Reinlichkeit Gießens beizubringen.

Nach Tisch ein Gläschen A. Widtfeldt's Aachener Magenbehagen, kalt genossen, ist das an0end)inbe und sicherste Verdauungsmitlel. 4496

Die Worth British and Mercantile Feuer-Versicherungs-Gesell- schast mit Donneil in Berlin erzielte nach dem soeben erschienenen Rechnungs-Absd-luß pro 1885 wiederum günstige Resultate.

An Prämien wurden vereinnahmt in der Feuerbranche abzüglich der Rück­versicherung JL 22 970 214.33, an Zinsen rc. 1 794 310.34. Die Kapital-Reserve beträgt JL 23 400 000, die Prämien-Reserve 7 656 738.08.

Tas deutsche Geschäft der Gesellschaft ergab gleichfalls einen befriedigenden Reingewinn und die jährliche Prämien-Einnahme pro 1885 erreichte durch einen reinen Zuwachs von Jt. 87 511.37 die Höhe von Jl. 2 553 998.16 und befindet sich das deutsche Geschäft der Gesellschaft allseitig in gesunder Entwickelung. 4509

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Von unübertroffener Wirkung ist das vom königl. Staatsministerium u. Ober- medicivclausschuß geprüfte u. genehmigte, sowie von allen Autoritäten begutachtete

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Temperatur der Lahn.

Am 16. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 13V?, Lust 12° R. im Schatten.

L. Ehr. Rübs am en.

I f l g i m t i n 11 A nzeiger.

Heugras-Versteigerung.

Das diesjährige Heugras von den Domanialwiesen, einschließlich der in den Gemarkungen Gießen und Wieseck cmgekausten, vormals v. Sch en Aschen Wiesen, wird versteigert:

1. Donnerstag den 17 Juni, Vormittags 9 Uhr, bei Wirth Rabenau zu Men-Vuseck aus der Gemeinde MeN'Buseck;

2. Freitag den 18. Zuni, Vormittags 9 Uhr, in der Wirthschaft von Georg Vor­feld Wittwe zu Wieseck aus der Gemarkung Wieseck;

Z. Freitag den 18. Juni, Nachmittags 2 Uhr, bei Wirth Leib im Philosophenwald, aus der Gemarkung Gießen.

Gießen, den 11- Juni 1886.

Großherzogliche Oberförsterei Gießen.

4441 _______Block_____

Das Heugras von der cameral-siscalischen Eorau- wiese bei Daubringen wird

Freitag den 18. d. dNts.,

Nachmittags 2 Uhr, bei Wirth Walter zu Daubringen in 21 Loosen von je l'/r Morgen versteigert.

Treis a/L-, den 14. Juni 1886.

Gioßh. Oberförsterei Treis a/L

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Heugras- Bersteigerung.

Das Heugras von den Wiesen des Herrn Oberstallmeisters Freiherrn von Nordeck zur Rabenau wird nicht Donnerstag den 17., sondern

Samstag den 19, d Mts.

versteigert,

a) zu Alten Buseck von 11 Uhr an, b) zu Trohe 1

Londorf, den 15. Juni 1883.

Der Rentmeister.

4491 Schmidt.

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