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Blitz do in Halse gerissen; außerdem wurde im betr. Hause Küchengeschirr und Oefen beschädigt. In Nieder-Oesterreich, Mähren und Ungarn fand ein außerordentlich starker Schneefall statt. In Wien lag Sonntag Mittag der Schnee meterhoch. Luch Russisch-Polen ist von Schneestürmen heimgesucht. Auf vielen Strecken erlitt der Eisenbahnverkehr Störungen. Ebenfalls aus England und namentlich dem schottischen Hochland werden vom gleichen Tage schwere Beschädigungen durch Sturm und Hagelwetter gemeldet.

G i n g e san tHu

Gießen, 15. Januar. Gestern Abend gründeten die seitherigen Mitglieder des Zweigvereins deutscher Barbier- und Friseur-Herren zu Gießen eine Innung. Möge denselben aus dieser Gründung für die Zukunst nur Gedeihliches erblühen.

In Nr. 11 desGießener Anzeigers" vom 14. d. Mts. befindet sich unter der politischen Uebersicht ein kurzes Referat über das Branntweinmonopol, welches ge­eignet ist, falsche Vorstellungen über die Monopolvorlage bei dem Publikum heroor- zurufen. Wenn darin gesagt wird,daß das Monopol nicht so in's Ungemessene geht, wie zuerst von seinen principiellen Gegnern behauptet worden ist,- so muß betont werden, daß im Gegentheil die Monopol-Vorlage weiter geht, als der enragirteste Gegner nur im Entferntesten denken konnte. Allerdings ist die Herstellung des rohen Branntweins der privaten Gewerbsthätigkeit überlassen, allein das wurde auch von denprincipiellen" Gegnern nie anders angenommen, und es wird durch die allzu­lästigen Controllen, durch die Feststellung der Productionsmöglichkeit, die unter Um­ständen beliebig beschränkt werden kann, die private Gewerbsthätigkeit so ziemlich unter staatliche Vormundschaft gestellt. Noch weniger angebracht aber ist es von dem be­treffenden Artikelschreiber vonHeruntermachen" der Vorlage durch oppositionelle Blätter zu sprechen, das Recht der Kritik an einem geplanten Gesetz, das derartige Umwälzungen Hervorrufen wird, ist eben eine der ersten Pflichten, die jedes Tagesorgan seinen Lesern schuldig ist, und der sich wohl auch derGießener Anzeiger" nicht ent- riehen wird- Grade aber den Interessen unserer Provinz- und Vaterstadt widerstrebt das Monopol so sehr, daß man vom Standpunkt sowohl der Branntweinbrenner, als auch der Destillateure und Händler nur zu einem abfälligen Urtheil der Vorlage gegenüber, kommen kann.

(Indem wir Vorstehendem aus Gründen der Unparteilichkeit Raum gewähren, bemerken wir, daß derGießener Anzeiger" sich wie sonst, so auch jetzt bei der Brannt­wein-Monopol-Vorlage stets refcrirend der möglichsten Objektivität bei Besprechung der pclinschen Ereignisse befleißigt. Dies oorausaeschickt, kann cs doch passiren, wie dasEin­gesandt" zeigt, daß ein direkt Betheiligter sich durch solche objektive Fassung in seinem teresse geschädigt sieht. Aber wer vermag es Jedem einzelnen recht zu machen ? Die Red.)

Handel und Verkehr.

Mit dem 1. Januar sind auf sämmtlichen deutschen Bahnen durch Einführung der Kinderbillete halber Preis mit 12 kg. Freigepäck wesentliche Erleichterungen für das reisende Publikum in's Leben getreten. Diese Einrichtung wird besonders von Reisenden der IV. Classe begrüßt werden, die bislang für Kinder bis 10 Jahre fast keine Ermäßigung hatten-

Zum Uebergang in Schnellzüge bezw. höhere Classen brauchen auch theils nur halbe Billets gelöst zu werden-

Ebenso haben die Retourbillets, mit allgemeiner Gültigkeit auch für die Schnell­züge, dergestalt Erweiterungen erfahren, daß dieselben bei einer Entfernung bis 100 Kilometer 2 Tage, bis 200 Kilometer 3 Tage u. s- w. länger gelten. Dadurch ist die Bevorzugung für größere Stationen wie Frankfurt rc- weggefallen, indem z- B- auf Bahnhof Gießen solche bestehen nach:

Cassel, Wiesbaden, Wildungen, Bebra, Cöln mit 3 tägiger Gültigkeitsdauer.

Halle, Düsseldorf, Dortmund 4

Hannover, Münster, Osnabrück 5

Bremen, Hamburg 6

Berlin 8 "

Ferner ist es durch die Benutzung der 45 und 60 Tage gültigen combinirbaren

Rundreisebillete ermöglicht, bei größeren Reisen von jedem Platze aus Fahrtoergünsti- gungen zu genießen.

-- ^Postalischer Nothschrei.] Ein empfindlicher Nothstand wird im Post- bestellungsdienst durch die vielen Briefe mit unvollständiger Adresse hervorgerufen; die Zahl derselben hat in wahrhaft erschreckender Weise zugenommen. Beim Stadlpostamt in Berlin allein gehen durchschnittlich täglich achttausend Briefe mit mangelhafter Auf­

schrift ein. Aehnlich ungünstige Wahrnehmungen sind in anderen größeren Orten des Reichspostgcbiets gemacht worden. Es leuchtet ein, welche unsägliche Mühe und Arbeit der Post erwächst, um bei einer solchen Zahl von Briefen die Adressen zu vervoll­ständigen. Und doch ist diese Mühe zum Theil vergeblich; ungeachtet aller Anstreng­ungen der Postverwaltung bleiben in Berlin täglich etwa 1200 Briefe unbestellbar, welche nach dem Aufgabeort zurückgeschickt werden müssen. Die mangelhaften Brief­aufschriften verursachen also nicht nur unnöthige Belästigungen der Post, sondern auch wesentliche Nachtheile für Absender und Empfänger. Besserung dieser Verhältnisse ist lediglich von dem Publikum selber zu erhoffen. Zunächst müßten die in Berlin und anderen großen Städten Einheimischen bei ihren Briefen nach außerhalb durchweg ihre Wohnung nach Straße, Hausnummer und bei Berlin nach Postbenrk (W. S.-W. rc.) angeben, was sich bei starker Correspondenz durch Vordruck auf oeit Briefumschlägen oder Briefbogen leicht bewerkstelligen läßt. Es ist eine förmliche Manie neuer oder nicht bedeutender Firmen, blos ihren Namen, ohne die Wohnung anzugeben, um den Schein zu erwecken, als seien sie allgemein bekannt. Aufgabe der auswärtigen Briefschreiber wäre es, bei ihren Antworten jederzeit die volle Adresse, einschließlich der Wohnungsangabe, anzuwendcn. Ganz besonders muß aber bei der Abfassung der Aufschriften vor der Benutzung veralteter Adreßkalender, Wohnungs­anzeiger, Handbücher u. s. w. gewarnt werden. Es liegt hier, wie die obigen Zahlen zeigen, ein wirklich sehr großer Uebelstand vor, dessen Beseitigung lediglich in der Hand des Publikums selber liegt.

Für die Hinterbliebenen des verunglückten Conrad Keßler sind weiter eingegangen:

Tisch Connewitz 2.20 «X, K. W. 2 .X, N. S. 5 «X, Dr. Rosenberg 5 «X, L. S. u. W. Z. 5 -X, I. B. 1 *X, N. N. 1 -X Summa 21.20 «X Jnsgesammt 160.80 «X.

Weitere Gaben werden gerne entgegengenommen.

Die Expedition desGießener Anzeiger".

Bei Herrn Pfarrer Dr. Naummann gingen ferner ein: Von Herrn Professor Dr. Schürer 3 <X, Herrn C. G. in Lollar 3 <X, Herrn Bauunternehmer Koch 6 «x, Ungenannt 2 «X Jnsgesammt 132

Bei Herrn Bürgermeister Bramm: Von A. M. 2 «X Zusammen 70,80 JL

Bei Herrn Postdirector Ritsert: Ungenannt 10«X, N. O. 10<X Zusammen 142 «X

MrchLiche Anzeigen der Stadt Gieße«. Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst.

2. Sonntag nach Epiphanias, 17. Januar.

Vormittags 9Vr Uhr: Pfarrer Schlosser.

Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Beichte und heiliges Abendmahl im Abendgottesdienst- Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser-

Am Montag, den 18. Januar, Abends 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinder­schule, 1. Johannesbrief Kap. 3, von Vers 4 an- Pfarrer Dr. Naumann.

Am Donnerstag, den 21. Januar, Abends Ü Uhr, Erbauungsftunde in der Kirche: Die Aufhebung des Edikts von Nantes- Pfarrer Dingeldey.

Die am vorigen Sonntag erhobene Kirchenkollekte für die Heidenmission betrug 55 «X 37

Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 17. bis 23. Januar besorgt Pfarrer Schlosser.

Katholische Gemeinde.

2. Sonntag nach Epiphanie-

Von 7 Uhr an Beichte. Um 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Cvm- munion- Um VrlO UHr: Hochamt und Predigt. Um 2 Uhr: Sakramentalische Andacht.

Gottesdienst in der Synagoge.

Freitag Abend 415 Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 515 Uhr.

Dienstag den 19. d. M.,

Vormittags 9 Uhr,

soll im alten Rathhaus ein zu 803 JL veranschlagtes Loos Straßenauf­füllung wiederholt versteigert werden- Gießen, am 15- Januar 1886.

Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen- A. Bramm. 406

Von den zur Concursmasse des Vogels­berger Bergwerksvereins gehörenden Gegen­ständen gelangen zur öffentlichen Ver­

steigerung :

Dienstag den 19. Januar 1886, Vormittags V28 Uhr auf dem Bahn­hof in Grünberg r

2 Karren von Eisenblech, danach in der Wohnung des Obersteiger Weber:

1 Schreibpult nebst Stuhl- Vormittags 9 Uhr in Lehnheim r 1. Ein Bohrgesteige nebst Kasten, Bohr­bock und sämmtlichem Zubehör,

2. eine Waage,

3- mehrere Geführe,

4- mehrere Seile,

5. mehrere Kübel, von Eisen und Holz,

6- mehrere Scheffelkarren.

Nachmittags 1 Uhr in Lumda r

1. mehrere Geführe,

2. mehrere Seile,

3. mehrere Kübel, von Eisen und Holz,

4. mehrere Karren,

5. zwei Durchwurf und ein Posten ver­schiedenes Eisen,

6. Tisch und Wandschrank,

7. verschiedene Grubenutensilien. Gießen, 14. Januar 1886.

A. v. Jungenseld, 378 Concursoerwalter.

39R Mr Bischer.

H ahmen und Laufen fertigt Schürz, Hintere Bleiche, Gießen-

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Betr.: Die Stellung der Rechnung der Stadt Gießen für 1883/4.

Die Rechnung der Stadt Gießen für das Jahr 1883/4 nebst Ver- waltungsrechenjchast liegt während acht Tagen zur Einsicht jedes Betheiligten auf dem Bürgermeistereibureau offen.

Gießen, den 14. Januar 1886.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

A. Bramm. 408

18 «X

der

V bis VII =

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b. für die erweiterte Mädchenschule

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15

12

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Der Stadtrechner:

H. Gnders.

Klaffe

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1

380 Schüler niederer Klassen des Real­gymnasiums oder der Realschule erhalten billige Nachhülfe.

Zu erfragen in der Exped. d. Bl.

Betrages.

Gießen, den 15. Januar 1886.

Bei dem Besuche dieser beiden Schulen durch mehrere Kinder derselben Eltern ermäßigt sich das Schulgeld für das zweite Kind auf zwei Drittel, für das dritte und jedes folgende auf die Hälfte des für ein einzelnes Kind zu zahlenden Betrages.

c. für die Stadtknaben- und Stadtmädchen-Schule 1 Mk.

Bei dem Besuche dieser Schule durch mehrere Kinder derselben Eltern ermäßigt sich das Schulgeld für das zweite Kind auf drei Viertel, für das dritte und jedes folgende auf die Hälfte des für ein einzelnes Kind zu zahlenden

Bekanntmachung.

Die Schulgelder für die höhere und erweiterte Mädchenschule, sowie für die Stadtknaben- und Stadtmädchenschule pro HL Quartal 1885/86 können in den nächsten 8 Tagen an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten zur hiesigen Stadtkaffe bezahlt werden.

Das Schulgeld beträgt von einem Kind: a. für die höhere Mädchenschule:

1. in

2-

3.

4.

VIII

I und

III

409____________________________

395 Ein tüchtiger, zuverlässiger und localkundiger Mann sucht alsbald Stellung als Kutscher oder sonstige Beschäftigung.

Näh.'res Schottstraße 17.

Einträge

in das Handelsregister unter­zeichneten Gerichts.

Emilie Georg Renzel Ehe­frau und Karl May zu Gießen betreiben daselbst seit 1. Januar 1886 unter der FirmaRenzel und May" Maschinenbauerei; jedes von ihnen zeichnet die Firma.

Dieselben haben dem Georg Renzel von Gießen Procura er- theilt.

Gießen, den 9. Januar 1186.

Großh. Amtsgericht Gießen.

Gebhardt. 394

Aeikgeöotenes.

Mein wohlassortirtes

Cigarrenlager

bringe ich in empfehlenbe Erinnerung.

Rudolf Göbel9

405___________Reuen Bäue._______

Königsberger

Thee - Compagnie

Berlin.

Russische Mischungen.

Alleinige Niederlage in Gießen bei

376______S, Elsoger,

339] Eichen- und Kiefern-Bohlen verschiedener Dimenstonen find zu, haben bei

aep. Jung IV., Klein-Linden.»