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Allgemeiner Anzeiger

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Autoritäten. ,

Bei der Hessen-Nassauischen Baugewerks-Berufsgenossenschaft wurden im Mai 1886 im Ganzen 110 Unfälle neu angemeldet, darunter 4 Todesfälle, von denen einer abgelehnt wurde. Von den übrigen 106 Unfällen sind bereits 10 definitiv er­ledigt, in zwei weiteren Fällen wurde eine Entschädigungspflicht seitens der Genossen­schaft zur Zeit nicht anerkannt und 90 Fälle befinden sich demnach noch in Schwebe. Die 110 Unfälle entfielen auf die einzelnen Gewerbe wie folgt: Maurerei 47, Erd- nnd G^bäude-Abbruchsarbeiten nebst Fuhrwerksbetrieb 19, Zimmergeschäft 27, Weiß­binderei 7, Dachdecker 3, Spengler 2, Steinhauer 2, Asphaltgefchäst 1, Gypserei 1, Baggerei 1. Die Genossenschaft vereinnahmte im Jahre 1885 JL 17 720, verausgabte JL 22062.38. Die Genossenschaft zählte am Schlüsse des ersten Semesters dieses Jahres 6294 Betriebe mit 27 540 in denselben beschäftigten versicherten Personen und <ö> sind vom 1. October bis zu dem obenerwähnten Termine 513 Unfälle eingetreten, worunter sich 17 Todesfälle, 4 dauernde Jnvaliditätsfälle und 29 vorübergehende Rentenfälle befanden. Die bisher fällig gewordenen Gesammtrenten betragen pro Jahr JL 3136.80. In fünf Fällen ist das Schiedsgericht angerufen worden; eine Entscheidung desselben ist aber bisher noch nicht erfolgt. Von § 49 des Statuts haben bis 30. Juni 96 Genossen Gebrauch gemacht, welche ihre Versicherung mit insgesammt 86 921 JC. beantragt haben.

Mannheim, 11. Juli. Der heute früh halb 3 Uhr hier einfahrende badische Güterzug, der einen größeren Viehtransport mit sich führte, entgleiste am Neckarauer Uebergäng und zwar an der Stelle, wo sich die Züge der badischen Bahn, Riedbahn und Nheinthalbahn kreuzen. Durch die Entgleisung wurden drei Viehtransportwagen vollständig zertrümmert und ein Ochse wurde sofort getödtet, während mehrere andere Thiere theilweise Beinbrüche davontrugen und theilweise die Hörner verloren. Da einer der entgleisten Wagen, wie uns mitqetheilt wird, überladen gewesen sein soll, scheint er wegen seiner Schwere durch den Anprall der anderen Wagen umgestürzt zu sein, wodurch derselbe in Trümmer ging und das Vieh in Freiheit kam. Die Ochsen

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.^streuten sich auf dem umliegenden Felde und es kostete große Muhe, um das W wieder Anfängen zu können. Von Seiten des Bahnpersonals wird angegeben, daßsem Ochs und zwar der nunmehr getödtere, aus einem Wagen ausgebrochen sei und« die Entalett na der drei und zwar der letzten Wagen des Zuges Herbergefuhrt habe. Man ist jedoch auch der Ansicht, und dies dürfte jedoch die wahrscheinliche ^s?^f ^r Ent- aleiiuna sein daß die dortige Kreuzung mit einem sogen. Herzstück stgend einen Fehler Küweism bat ^nn°°" noch gar nicht langer Zeit entgte st-v, dasel» °uch m-hrere Waaen eines Riedbahnzuges, ohne daß man die eigentliche Ursache ermitteln konnte.

Unter den drei heute früh entgleisten Waggons befand sich em langer Wurttemb^ger Wagen, der wahrscheinlich durch etwas zu schnelles Zähren wegen stlnes langen^Rad- standes nicht glatt durch die Eurve kommen konnte. Dies scheint aus jeden Fall die Ursache der Entgleisung gewesen zu sein. Das beschädigte Vieh gehörte zum größten Theile dem Händler Baier aus Sennfeld. Die überlebenden und verletzten Thiere wurden nach der Fettviehhalle verbracht: von Letzteren müssen voraussichtlich mnge getödtet werden. Der Materialschaden durfte ein bedeutender sein, wie bereits oben mitgetheilt, vollständig zertrümmert stnd^ Wir waren selbst an der Unglücksstätte, wo man eifrigst mit dem Wegraumen der Drummer beschäftigest. Da das Ganze quasi einen Knäuel bildet, so werden mit zwei Locomotiven die krummer auseinanoergerissen, um schneller das Geleise frei machen zu können, ^er heute früh fällige Zug der Main-Neckar-Bahn konnte erst mit Verspätung im Hauptbahnhof nn- aufen. Die Züge werden auf ein anderes Geleise bis zur Freimachung uber- geleitet.____________ (Neue Bad. Landesztg.)

Handarbeitsschule.

Der Unterricht in meiner Schule nimmt Montag den 19. IM seinen Anfang. Anmeldungen nehme von Sonntag den 18. Juli an in dem neuen Schullokale, neben Stein'« Garten, entgegen.

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ir Darmstadt, 13. Juli. Voraussichtlich wird der Großherzog und die Groß- Herzogliche Familie noch im Laufe dieser Woche von Jagdschloß Qn.!etm längeren Aufenthalt nach Jagdschloß Wolfsgarten übersiedeln. Dre al este Prinzessin- Tochter, Prinzessin Victoria, welche mit ihrem Gemahl, dem drrnzen Ludwig voi Battenberg, in voriger Woche aus England hier eingetrosten und eben falls m Jagd­schloß Kranichstein abgestiegen war, begiebt sich fetzt zunächst nach schloß Heiligmber^ bri Jugenheim a. d. B., woselbst ihr Töchterchen Alice bereits leit voriger Woche bei den Großeltern väterlicherseits sich befindet. Der Bau der Straßenbahnen Darm­stadt-Griesheim und Darmstadt-Eberstadt ist in der oberen Rhemstrasze schon geraume Zeit in's Stocken gerathen. Als Grund werden Confücte zwischen der oberen Auf­sichtsbehörde und den Unternehmern angegeben, wobei es sich handeln soll, welche die Unternehmer bezüglich der fiskalischen Platze Luisenplatz und Ernstludwigsplatz auszustellen hätten. Unter diesen Umstanden kann natürlich von dner Eröffnung der Straßenbahn Darmstadt-Grlesherm am lo. d. 9JL Nicht mehr die Rede sein. Wie wir hören, hat der wohlgemeinte Wunsch, mit welchem Frau Ohly- Braun jüngst die neugestiftete Fahne an den Akademischen Verein der technischen Hoch­schule übergab: sie möchten die gleichzeitig dedicirten Waffen mcht zur blutigen Fehde, sondern als Ritter des Geistes tragen, schon jetzt wenig Aussicht wehr auf Erfüllung. Bereits am Abend des großen Festcommerses kam es zwilchen den durch die Huld der Darmstädter Frauen und Jungfrauen Ausgezeichneten und den Mitgliedern der ver­schiedenen Corps zu argen Reibereien, die nur durch die äußerlte Energie der Profestoren unterdrückt werden konnten. Namentlich hatte der Director Mit der sofortigen Auf­hebung des Commerses gedroht. Jetzt verlautet denn, datz in Folge jener Rempeleien mehrere Herausforderungen zum Zweikampf ergangen leien Somit wäre der Akademische Verein, der sich seit einem Jahrzehnt, und mehr die Pflege der Wlstenschaft und Ge­selligkeit angelegen sein, ließ, thatsächlich auch in andere Bahnen ged rangt. Uebrigeno | b bi e i br ' f & 7r e I b'a r°m setzten, ein hoher und seltener Genuß. Nach.

wollen wir nicht vergeffen anzuluhren, daß etliche Controversen auch durch gegens g ^h'^^^^h'^tererfahrungen glaubte man unwillkürlich sich in einer großen Revocatlon ihre Erledigung bereits gesunden haben. ~ . rr, . 91.§, Stadt zu befinden- denn was am Dienstag Abend in Stein's Saalbau geboten wurde,

SrenbbkfeS Seitrautne? - 7-st°ibm sind, di? B-messu^ ihres Wittwen- unb Wunber, wenn bas Publikum mit athemloser Spannung dem L-piel- folgte wenn

Waiieuaelbes nach den Bestimmungen des erwähnten Gesetzes verlangen können, falls manche Schöne mit Thronen in den Augen bewies, welchen tiefen Sinbruct feine

15. Dctober 1888 bei ber Civilbiener-Wittwen- gemüthvolle Wiedergabe der Rolle au, ihr Herz

ßnmmifiinn neltenb machen ^ndem wir die Interessenten auf vorstehende gesetzliche wurde es warm, wenn dieser Nathan erzählte das Gleichniß vom Ringe unb bie

Bestimmung zur Wahrung ihrer Rechtszuständigkeiten besonders aufmerksam machen, Trauerbotschaft von seinem unglücklichen Lieben. Sem Weinen ergriff unmittelbar;.

beXTbai rS hiernach bei Meidung des Ausschlusses bis spätestens den denn es kam aus der Seele, aus tiefer Wmer8er1Äuttertez' u«bnXC I

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mit dcm V-ttaus ^'0 Fchkartm'fik" d??Da°E Ät-lrhünischen^mnf^ "°W°i^ schilderte d-r Künstler den Character des Lessing', chen »Nathan" Wahr

begonnen. Die Festkarten berechtigen zum Eintritt auf den Festplatz und in die Fest- und echt, wie ihn die Dichtung zeichnet. Das Edle aus der einen Sette und ,da^

balle für die Tage des 1 7., 8?, 9., 10. und 15. August. Für alle diese Tage ist die Durchblicken des mißtrauischen Juden auf der anderen Sette, alles Mit wahrhaft kunst-

Capelle des 4. Großh. Hesf. Infanterie-Regiments Nr. 118 (Prinz Karl) unter Leitung ln-ischem Geschick veranschaulicht, hier durch ein paar Worte, dort nur durch eine

ihres Capellmeisters Herrn August Kern, und für die eigentlichen Turnfesttage noch die Miene oder durch die vortreffliche Maske hervorgebracht Für die Mltwlrkenden aus

Capelle des Hess Pionier-Bataillons Nr. 11, unter Leitung ihres Capellmeisters Herrn Darmstadt und Franksurt a. M. mußte es selbst em Genuß fern, mit dem idealen

Brecht, engagirt, so daß täglich von 11 Uhr Vormittags ab Concerte auf dem Fest- Kunstheroen zu wetteifern. .

platze stattfinden. Für Tanzlustige werden Tanzböden in ausgiebigster Weise auf- Zunächst war es Fraulem Ethel, welche aus ihrer Recha. eine so lrebens- aeschlagen und der ganze Festplatz, sowie das Innere der Festhalle Abends electrisch würdige Erscheinung machte, daß man sie gern neben dem Nathan sah. Em holdes, und zwar zusammen mit einer Lichtstärke von 21,000 Kerzen beleuchtet. Ferner ist ein in ber Liebe zu ihrem vermeintlichen Vater ausgewachsenes Kind, erweckte sie durch Brillantfeuermerk in Aussicht genommen. Weiter soll das Braten eines ganzen Ochsen ihre liebenswürdige Darstellung der Rolle alle Sympathien, und wenn nach einer am Spieße, Aussteigen von Luftballons, ein Bauernwettrennen und allerlei interessante oder der anderen Scene mit Herrn Possart stürmischer Applaus erfolgte, so hatte sie Vclksspiele' zur Ausführung gebracht werden. , c bie Hälfte des Antheils an demselben. ,

Marburg 12.Juli. Die aus etwa 100000 Exemplaren bestehende Mineralien- Wie sich nun in einem guten Ensemble em Darsteller dem andern anreiht, ge- Sammlung des verstorbenen Herrn Geh. Raths Professor Dr. Dunker hier ist durch rade wie die Glieder bei einer Kette, so war das nächste Glied dieser goldenen Kette

Kauf in den Besitz des Königl. Museums zu Berlin übergegangen und wird im Laufe mit dem Diamanten Possart, Frau Eppert, die urgemuthliche, schwatzhafte, alte,

nächster Woche, unter Leitung des mit der Ueberführung derselben beauftragten gutmüthige Daja, und dieser wieder folgte als prachtvolles Seitenstück der Kloster-- Professors von Martens aus Berlin, dorthin abgehen. Die Sammlung zeichnet sich bruder Butterweck, jene alte, treue Seele, die als Veteran der deutschen Schauspiel- besonders durch vorzügliche Erhaltung und sorgfältige Bezeichnung der Stücke aus und kunst mit Recht sagen darf:Ich liebe glühend meine hohe Braut, ich wurde alt,

besitzt einen reichen Schatz von Originalen von Dunker, Philippi, Lischke und anderen doch sie ist jung geblieben, wie mein Herz."

1 Herr Diegelmann repräsentirte den Sultan Saladin durch Figur, Spiel und Sprache meisterhaft, unb Fräulein Berl (Sittah) war Herrin ihrer Aufgabe, während der Derwisch des Herrn Werner volles Leben war und als ächtes Kind vom Ganges erschien. Weniger imponirte uns Herr Kni spel als Patriarch, wie auch Herr Hacker' als Tempelherr. Die Scene zwischen beiden war ziemlich matt und Herr Hacker that der Rolle weh durch sein zu hartes burschikoses Auftreten. Wenn Lessing auch den Tempelherrn manche rohe Manieren mitgab, so muß der Darsteller doch immer an den Ritter denken und vor Allem an das klassische Drama. Den Schluß seiner Rolle, wo die ganze Wonne und Seligkeit hervorbricht, brachte Herr H. vorzüglich und bewies damit doch, daß er ein großes Talent für Liebhaber und Helden besitzt. Er wird also die Feile anlegen und seinen Tempelherrn noch einmal aus-

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Schiff-Nachrichten.

Bremen, 13. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Fulda, Capt. R. Ringk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 3. Juli von Bremen und am 4. Juli von Southampton abgegangen war, ist heute 1 Ubr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Ein köstlicher n. gesunder ErfrischnngStrank ist kaltes kohlens. Wasser mit ca. Vs achtem Aachener Magenbehagen. Niederlage bei Emil Fischbach. 5125