Einzelbild herunterladen

llgen.

Ä?lage15.

°u erHQ0en

?r em hübsches

^Ransardm. ic p-r I. $(, M.JBl,

Äüten^jT !t der mittlere oenniethen.

--Äöser. lttensttaße 17. zu vermiethen.

Nebenhaus.

Grünberge?- r, auch kann "n wtt-m, leihen.

b.

der 7 Stock, clober M ver- ^Müller^ s Zimmer zu ieustadt 22. rdmwohnung rstraße 41. a vermiethen. »rstraße 11. \u vermiethen. Lenpl. 18II!. leinbewohnen, Zubehör und iu vermiethen. -.29,

Ubr.________

nung zu vcr- tflraßt 34.

eigen.

i werden er? latz 21 HL _ nstmädchen terweg 13. radchHHr

s. Möbs.^ kkdarbeiter bei ersiraße^,

r und Raten.

ratnren sgeM.

-aße 8-

eine W

?

n w 1

- EI

M ,r^ gehnokv berühr

Jhst-

ii

n, ßrdaö brik gc ucht-

ir

Mr. 161. Donnerstag den 15. Juli 1886

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

IS

MMerkKr DchskOraH« 7.

Erscheint mit KsSnrchme Ms«L«OS.

BttU vierteljLhrltch 2 Mark LH Pf. ««

Durch He Post bezogen viertsljLhrüch 2 Mark L»

Politische Ueberficht.

Gießen, 15. Juli.

In Berliner Hosk reisen verlautet mit ziemlicher Bestimmtheit, daß der Erbprinz Friedrich von Anhalt noch im Laufe dieses Sommers beim Kaiser und bei den kronprinzlichen Herrschaften um die Hand der Prinzessin Victoria, der am 12. April 1866 geborenen zweiten Tochter des deutschen Kronprinzen, anhalten werde. Erbprinz Friedrich, durch das am 2. Februar d. Js. erfolgte Ableben seines älteren Bruders, des Erbprinzen Leopold von Anhalt, nach dem anhaltinischen Hausgesetze in die Stelle des Verstorbenen ein­getreten, ist am 19. August 1856 geboren.

Wiederum gehen Gerüchte von einer Kaiser-Zusammen« Zunft durch die Preffe, ohne daß denselben bis jetzt irgendwelche authentische Mittheilungen zu Grunde lägen. Die Nachricht von einer geplanten Begegnung zwischen den Kaisern von Deutschland, Oesterreich und Rußland tauchte zuerst in einem polnischen Blatte, dem in Krakau erscheinenden ,,Czas", auf und sollten dem genannten Blatte zufolge sich auch die Minister des Aeußern in dem Ge- folge der Monarchen befinden. Es ist indessen in letzter Zeit über Begegnungen des Fürsten Bismarck mit Herrn v. Giers und dem Grasen Kalnoky schon so viel geschrieben und gemuthmaßt worden, ohne daß all' diese Gerüchte bis jetzt irgendeine Bestätigung gesunden hätten, daß man die Mittheilung von einer Zusammenkunft der drei Monarchen selbst nur mit um so größerer Reserve aus­nehmen muß. Immerhin lassen es verschiedene Vorkommnisse der letzten Zeit -gerade nicht als unwahrscheinlich erscheinen, daß Vorverhandlungen in der ange- veuteten Richtung schweben mögen und unzweifelhaft würde eine Wiederholung des Tages von Skierniewize dazu beitragen, die über das Verhalten Rußlands in der Orientsrage etwas besorgte öffentliche Meinung zu beruhigen.

Der Stapellauf derPreußen", des in Stettin erbauten ersten -großen Reichspostdampfers, hat sich am Samstag in programmgemäßer Weise vollzogen. Den Taufakt vollzog die Gräfin Behr-Nsgenoank, Gemahlin des Oberpräsidenten von Pommern. Der Feierlichkeit wohnten die Staatsminister v. Puttkamer und v. Bötticher, die Unterstaatssecretäre Eck und Herrfurth, der Director im Reichspostamt. Sachse, mehrere höhere sächsische, württembergische, hessische und hanseatische Würdenträger, der chinesische Gesandte, der Reichs- ragspräfidevt, Consul H. H. Meier vom Norddeutschen Lloyd, mehrere Admira- litätsräthe und die Spitzen der Provinzial-, Militär- und städtischen Be­hörden bei.

In dieserWoche tritt inWien die österreichisch.ungarische Zoll-Conferenz wegen des Zollkampfes mit Rumänien zusammen. Zu der Conferenz sollen außer den handelspolitischen Vertretern der Regierung auch Delegirte der Eisenbahntarif - Abtheilungen der beiderseitigen Ministerien zuge- zogen werden.

Das Touristen-Unglück am Großglockner wird in der öster­reichischen Preffe noch immer lebhaft erörtert. Selbstverständlich widmet man dem tragischen Vorfälle und den Hinterbliebenen der jüngsten Opfer des Alpen­sport allseitig die größte Theilnahme und der Kaiser selbst soll sich wiederholt angelegentlichst nach dem Fortgänge der zur Aufsuchung der Leichen der Ver­unglückten eingeleiteten Arbeiten erkundigt haben. Dieselben waren insofern von Erfolg gekrönt, als am Samstag die Leichen des holländischen Gesandt- schafts-Secretärs Crommelin und des Führers Rangetnier, und am Sonntag die des Markgrafen Pallavicini ausgefunden wurden, nachdem bereits einige Tage vorher diejenige des Führers Rubesoier aufgefunden worden war.

Der Ukas des Czaren, welcher die Schließung des Freihafens von Saturn vom 17. d. Mts. ab verfügt, ist jetzt vom PetersburgerRegierungs- Anzeiger" veröffentlicht worden. Offenbar ist man in Petersburg entschlossen, allen.etwa zu erwartenden Remonstrationen gegen die einseitige Aufhebung des Art. 59 des Berliner Vertrages eine vollendete Thatsache entgegenzustellen und da« ist ja in solchen Fällen immer bas Beste. Ueberhaupt scheint aber auch auf keiner Seite besondere Neigung vorhanden zu sein, die Aushebung des Frei­hafens von Saturn zu einer Haupt- und Staats-Action aufzubauschen, selbst in England, wo man bei der Sache noch am meisten interesfirt erscheint, giebt sich eine ziemlich kaltblütige Auffassung der Batumfrage kund. Nur unterlaufen in den Steuerungen der englischen Presse zu dem vorliegenden Fall manchmal wirklich lächerliche Ansichten. So meint z. B. derStandard", das Vorgehen Rußlands in Saturn bedeute weit eher eine Beleidigung Deutschlands und Oesterreichs als Englands naiver kann man sich wohl schwerlich über die Thatsache Hinwegsetzen, daß England in Kleinasien von Rußland soeben einen gehörigen Nasenstüber erhalten hat.

Das Bukarester Dementi der Nachricht, russische Officiere hätten in Bukarest geweilt, um mit Rumänien eine Convention über den Durchzug russischer Truppen abzuschließen, für den Fall, daß sich eine Besetzung Bulga­riens durch Rußland nothwendig machen sollte, kann nur mit Genugthuung be­grüßt werden. Freilich, gewissen Leuten wäre der Abschluß einer solchen Con­vention nur Wasser auf ihrer Mühle gewesen und es ist auch gar nicht so unwahrscheinlich, daß man russtscherseits nach dieser Richtung hin in Bukarest Sondirungen vorgenommen hat, aber jedenfalls weiß die rumänische Regierung, was sie sich und Europa schuldig ist, wenn sie derartige Lockungen des russi­schen Nachbar« zurückweist.

Darmstadt, 13. Juli. Se. Königs. Hoheit der Großherzog habe« Allergnädigst geruht:

Am 10. d. Mts. den Baumeister Friedrich Kranz aus Altenburg und den Baumeister Richard Limpert aus Grünberg zu Kreisbaumeistern de« Kreisbauamts Friedberg resp Alzey zu ernennen.

Mainz, 13. Juli. Herr Bischof Dr. Paul Haffner empfing gestern Nachmittag den Herrn Staatsminister Finger von Darmstadt zu einem längeren Besuch; derselbe dauerte über eine Stunde.

Berlin, 12. Juli. Polnische Blätter werden nicht müde, für die nächste Zukunft eine Drei - Kaiser - Zusammenkunft alsbestimmt" undbereits be­schlossen" anzukündigen. Alle diese Meldungen beruhen jedoch auf durchaus willkürlichen Conjecturen und entbehren jeder thatsächlichen Unterlage. Wie die Kreuz-Ztg." bemerkt, kann mit Zuversicht für dieses Jahr nur eine Begeg­nung der Kaiser von Deutschland und Oesterreich-Ungarn erwartet werden. Alle sonstigen Gerüchte über Kaiser-Zusammenkünfte müssen bis jetzt als haltlos angesehen werden. Was die neuesten Meldungen über eine Zusammenkunft des Fürsten Bismarck mit dem österreichisch - ungarischen Minister des Aeußern. Grafen Kalnoky, anbetrifft, so gilt von ihnen auch heute nur: die Zusammen­kunft wird statlfinden, wenn sich eine Gelegenheit für sie ergiebt. Endgiltig

bestimmt darüber ist bis zur Stunde gar nichts.

Unterm 7. v. Mts. find die Genehmigungs-Urkunden des zwischen

Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz am 36. Juni v. Js. über -bie

Regelung der Lachsfischerei im Stromgebiete des Rheines geschloffenen Vertrages ausgewechselt worden. Der Kaiser hat den Vertrag mit Zustimmung der Könige von Bayern und Württemberg, der Großherzoge von Baden, Hessen und Oldenburg geschloffen.

Lippehne, 13. Juli. Auf eine vom Fest-Comite an den Reichskanzler Fürsten Bismarck gerichtete Begrüßung ging folgendes Antworts-Telegramm ein:Mit herzlichem Danke erwidere ich den frAmdlichen Gruß meiner Neu- märkischen Landsleute und blicke, -dankbar gegen Gott, auf die, seit ich in Lippehne war, vergangenen 44 Jahre zurück."

München, 13. Juli. Der Kaiser kommt am 18. Juli, Abends um ha") 9 Uhr, in Augsburg an und übernachtet in dendrei Mohren." Der Prinz-Regent besucht den Kaiser in Augsburg am 19. Juli, Morgens um halb 9 Uhr, und begleitet ihn nach München, wo der Kaiser wegen Der Hof­trauer mit der königlichen Familie am Bahnhof bleibt. Um 1 Uhr erfolgt die Abfahrt.

Die Königin-Mutter hat angeordnet, daß an der Stelle, wo Gudden mit dem König ertrunken ist, eine in den See ragende Kapelle errichtet werde.

Der Cultus-Referent Daller wurde zum Lyceal-Rector in Freysing ernannt. (Frkstr. Journal.)

Telegraphische DeprsHeu.

öotff« Msgr. Lvrressponderrz - Vmrsa«.

Paris, 13. Juli. Senat. Tolain richtete die Anfrage an die Regierung, welche Maßregeln sie anläßlich des Schreibens des Herzogs von Aumale zu ergreifen gedenke. Der Minister Goblet erwiderte, daß die Ausweisung des Herzogs bereits beschlossen sei. Tolain sprach der Regierung seinen Dank für diese Mittheilung aus und fügte hinzu, das Ministerium würde stets bei einem derartigen Auftreten das volle Vertrauen der Majorität haben. Chesnelong wünschte die Regierung über die Ausweisung des Herzogs von Aumale zu interpelliren: der Senat beschloß, daß die Interpellation jetzt nicht stattfinden solle. Da Chesnelong trotzdem andauernd Auf­klärungen verlangte, wurde er zur Ordnung gerufen.

London, 13. Juli. DieTimes" äußert sich nochmals über die Batumfrage und bemerkt dabei:Rußland dürfte finden, daß es durch seine leichtfertige Behand­lung der Verpflichtungen des Berliner Vertrags eher verloren als gewonnen habe, und es werde vielleicht die vollständige Vereinigung Bulgariens und Ostrumcliens, deren einziges Hinderniß der Berliner Vertrag bilde, nicht verhindern können. Das Ver­halten Rußlands sei auch sehr bedeutungsvoll für herzliche und vertrauliche Beziehungen zu England. Wenn England nicht auf freundlichem Fuße mit Rußland im Osten leben könne, so müsse es seine Maßnahmen danach treffen, nur auf sich selber bauen und den Verpflichtungen Rußlands keinen Glauben schenken, die nur so lange gehalten würden, als es Rußlands Zwecken passe.

Petersburg, 13. Juli. Das Kaiserpaar ist gestern nach Peterhof zuruck­gekehrt. *

Lokales.

Gießen, 14. Juli. Heber den Stand der Schulbildung in Hessen enthält das Juliheft unserer Landes-Centralstelle eine interessante Mittheilung in einer Zusammen­stellung derjenigen hessischen Unterthanen, welche bei ihrer Einstellung in die Großh. Hess. (25.) Division ohne jegliche Schulbildung gewesen sind- Die Zahl solcher beträgt danach aus den letzten 18 Jahre zusammen 141, also rm Durchschnitt pro Jahr 8 Mann. Eingestellt zum Militärdienste werden jährlich rund ^500 Mann. Die höchste Ziffer von Analphabeten weist das Ersatzjahr 187172 auf, namlrch 18. Sehr bemerkenswerth und erfreulich ist es, daß seit dem Jahre 187o sich diese Zcher con- sequent und stark mindert, sie geht nämlich seitdem im Jahre mcht über 9, und tm Ersatzjahre 187980, ebenso wie im letzten Ersatzjahre 188586 betragt sie nur 1.

Vermischte-.

Bad Nauheim, 9. Juli. Heute Morgen wurde ein hiesiger wohlhabender Oeconom ertrunken im Pfuhlloch seiner Hofratthe aufgefunden. 9)lan vermuthet, daß ein Schlaganfall ihn betroffen, als er noch spat am Abend über den Hof gmg, und daß er inFolge helfen in das beinahe leere Pfuhlloch stürzte und bann, ba er sich nicht helfen konnte, ertrank.