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Fabrik beginnt die Arbeit Montags Vs Stunde später und schließt Samstags 1 Stunde früher. In 2 Fabriken kommen Ueberstunden vor, jedoch selten.!

In der Fabrikation von Lacken, Firnissen, Brauerpech, Buch- und Steindruck­farben ist in je 2 Fabriken 10- und lOVzstündige und in 12 Fabriken llstündige Arbeitszeit. Ueberftunden sind selten. In den Fabriken mit Harzöldestillation kommt zuweilen Nachtarbeit mit wenigen Arbeitern vor. In einigen Fabriken wird nur bei Tageslicht gearbeitet und ist daher die Arbeitszeit im Winter wesentlich kürzer als im Sommer. In 2 Offenbacher Fabriken ist Samstags 1 Stunde früher Arbeitsschluß als an den übrigen Tagen der Woche.

In 2 Lumpensortirereien ist die Arbeitszeit llstündig. In der einen ist Samstags im Winter 1 Stunde, im Sommer 2 Stunden früher Arbeitsschluß als an den übrigen Werktagen. Die Arbeitszeit der eigentlichen Sortirerinnen und Luinpensckneiderinnen richtet sich sehr nach der TageSzeit, da die Arbeit derselben bei künstlicher Beleuchtung nicht geschehen kann, sie ist daher im Winter meist bedeutend kürzer als im Sommer.

In einel' Garn-Wasch- und Bleichanstalt ist die Arbeitszeit IOV2 Stunden. Ueberstunden, nur mit männlichen Arbeitern, kommen zuweilen vor.

In einer Appreturanstalt und Lumpenwäscherei beträgt die Arbeitszeit 11 Stunden. Ueberstunden und Nachtarbeit kommen nicht vor.

Eine Färberei und Benzinwäscherei arbeitet täglich IIV2 Stunden. Ueberstunden sind selten, Nachtarbeit kommt nicht vor.

In einer Gold- und Silberfadenfabrik in Offenbach ist lOVzstündige Arbeitszeit. Im Sommer ist Montags 1 Stunde später Anfang, im Winter 1 Stunde früher Schluß. 2 Ueberstunden kommen zuweilen, jedoch nicht Samstags oder Montags vor. Außer dem Heizer und 2 Aufsehern nur weibliches Personal.

Vier Posamentierwaaren-Fabriken, worüber Notizen vorliegen, beginnen die Arbeit um 7 Uhr Morgens und schließen um 7 Uhr Abends. Die Vor- und Nach- Unttagspausen sind in 3 Fabriken je Vs Stunde, in einer Fabrik je V« Stunde. Die Mittagspausen dauern in sämmtlichen Fabriken 1 Stunde. Die regelmäßige tägliche Arbeitszeit ist daher in 3 Fabriken 10, in 1 Fabrik IOV2 Stunden, samstags wird in 2 Fabriken 1 Stunde, in 1 Fabrik Vs Stunde früher geschlossen. Ueber­stunden kommen ausnahmsweise bei überhäuften Aufträgen vor, wobei auch Arbeiterinnen theilnehmen.

In der Wollspinnerei ist in einer Fabrik HVr- und in einer anderen 12stündige Arbeitszeit. In der ersteren wurde die Mittagspause auf Wunsch der Arbeiter auf nur 12 Stunde, statt wie vordem 1 Stunde festgesetzt und dafür Abends die Arbeits­zeit um Vs Stunde gekürzt. 23 Ueberstunden zur täglichen Arbeitszeit, mit einer halbstündigen Pause vorher, kommen vor Weihnachten vor. In der Fabrik mit 12stündiger Arbeitszeit kommen fast alle 14 Tage Ueberstunden bis 12 Uhr Nachts mit vorhergehender halbstündiger Pause vor.

Eine Kammgarnspinnerei hat eine Arbeitszeit von 11Vr Stunden. Im Jahre 1885 wurde mehrere Monate bei überhäufter Arbeit täglich eine Ueberstunde und Samstags 3Vr Ueberstunden nach einer vorhergegangenen halbstündigen Pause gearbeitet. Darauf folgte eine Periode, während welcher Montags gar nicht und an den übrigen 5 Werktagen 3 Stunden weniger als die gewöhnliche Arbeitszeit gearbeitet wurde, während jetzt in der Zwirnerei, wo ausschließlich Arbeiterinnen beschäftigt sind, wieder mit Ueberstunden gearbeitet wird.

In der Kunstwollefabrikation beträgt die Arbeitszeit 10"/ir Stunden. Samstags ist eine Stunde früher Schluß.

In der Tuchfabrikation ist in 2 Fabriken die Arbeitszeit HVr-, in 1 HV3- und in 1 12stündig.

(Fortsetzung folgt.)

Geschichts-Kalender.

15. Mai.

1773. Clemens Lothar Nepomuk Wenzel Fürst von Metternich zu Coblenz geboren. Er leitete fast 40 Jahre lang (18091848) die Politik Oesterreichs; in der inneren Politik war sein Hauptbestreben, jede freiheitliche und liberale Regung im Keime zu ersticken.

1820. Wiener Schlußacte. Durch Auslegung des Artikels 13 der Bundesacte werden die Befugnisse der süddeutschen Landstände beschränkt, eine allgemeine Reaction beginnt.

1833. Bayern tritt dem von Preußen gestifteten Zollvereine bei.

Landwirthschaftliches.

fDie kleinen Mitarbeiter des Landwirths.) Der Frühling ist da! Es ent­faltet sich vor unseren Blicken das schöne Bild der Vögel im Frühlinge. Hinter dem Pfluge des Landmannes Hüpfen eine Anzahl verschiedener Vögel dreist und zutraulich her. Jetzt sind es vornehmlich Staare, Saatkrähen, Dohlen und Kibitze, später finden sich noch Bachstelzen, Rothkehlchen, ein Wiedehopf, wohl auch Rebhühner und noch andere hinzu. Sie sammeln gar emsig von dem Acker die durch das Pflügen blos- gelegten Schnecken, Engerlinge (Maikäferlarven), Regenwürmer, sowie Maden und Larven von allerlei anderem schädlichen Gethier ab. Dieselbe Thätigkeit entwickeln in den Gärten jetzt Meisen, Goldhähnchen, Baumläufer, Kleiber, Spechte, Zaunkönig, Grasmücken, Finken 11. a., welche theils in Schaaren oder Familien, theils einzeln sich einfinden. Sobald sich's nur im Frühjahr in der Kerbthierwelt zu regen beginnt, so stürzen sich alle diese Vögelchen auf die schädlichen Kerbthiere und verzehren sie zu Millionen. Noch bedeutender wird ihr Bedarf, wenn sie dann wochenlang thätig sein müssen, um die hungrigen Schnäbel ihrer Jungen mit Mücken, Fliegen, Raupen, Würmer und sonstigem Ungeziefer (in seinen verschiedenen Entwicklungsstufen) zu füllen. Im Sommer aber wird dieses rastlose Thun und Treiben in erhöhtem Maße fortgesetzt, indem mit den genannten Vögeln noch die später heimkehrenden in reg­

samster Weise wetteifern. Wir erinnern nur an die Schwalben, die lieben Sommer­gäste. Sodann an die verschiedenen, unermüdlich Obstgärten, Haine und Hecken säubernden Grasmückenarten, denen sich Blaukehlchen, Rothschwänzchen, Laub- und Flurvögel, Piper, Bachstelzen, Fliegenschnäpper, Schilf- und Rohrsänger u. a. m. in gleicher Thätigkeit anschließen. Nicht übersehen dürfen wir bei solchen Beobachtungen aber die körnerfressenden Vögel, besonders die Finken. Zwar ernähren sie sich haupt­sächlich von Sämereien, theils nützlichen (wodurch manche dieser Vögel allerdings schaden), theils schädlichen, allein zur Fütterung ihrer Jungen verwenden sie doch größtentheils auch Kerbthiere der verschiedensten Arten. Zu den Sommervögeln gehören sodann noch einige besonders beachtenswerthe. Die Blauraken oder Mandel­krähen, welche in den Vorhölzern oder großen Obstgärten nisten, füttern ihre Jungen ebenfalls mit Raupen und Puppen, namentlich aber mit Engerlingen, auch mit Heu­schrecken, Schnecken und Gewürm und lesen ebenso fleißig Kerbthiergeschmeiß von den im Sommer auf dem Felde aus Garben zusamengesetzten Getreidemandeln ab. Nicht minder entwickelt der Kukuk seine eigentliche und zwar außerordentlich wichtige Thätig­keit, nämlich in der Vertilgung der großen behaarten Raupen, auch besonders im Frühsommer, unb eine gleiche Thätigkeit zeigen Pirol oder Golddrossel, Nacktschwalbe, Wiedehopf, kurz und gut, alle jene zartesten unserer gefiederten Sommergäste. Dies sind die kleinen, emsigsten und treuesten Mitarbeiter unserer Landwirthe. Also schütz et die Vögel!___________________________________________________________

Setzt f fsnsetzrtctzten.

Bremen, 12- Mai. fPer transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Donau, Capt. C. Pohle, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 28. April von Bremen abgegangen war, ist heute wohlbehalten in Baltimore ange­kommen.

Bremen, 12. Mai. fPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Elbe, Capt. H. Richter', vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 1. Mai von Bremen und am 2. Mai von Southampton abgegangen war, ist gestern 11 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Schiffs- Bewegung

der Postdampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft.

Lessing", 22. April von New-Aork, 4. Mai in Hamburg angekommen. Wieland", 3. Mai von Hamburg nach New-Aork, 5. Mai von Havre weitergegangen. Moravia", 5. Mai von Hamburg nach New-'Iork.Bavaria", 3. April von Hamburg nach Mexico, 6. Mai in Vera Cruz angekommen.Westphalia", 6. Mai von Nem- Aork nach Hamburg.Thuringia", 2. Mai von Hamburg nach Mexico, 6. Mai von Havre weitergegangen.Rhaetia", 8. Mai von New-Aork nach Hamburg.Hammonia", 29. April von New-Aork nach Hamburg, 9. Mai Dover passirt.Silesia", 7. Mai von Hamburg nach Westindien, 9. Mai in Havre angekommen.Rugia", 9. Mai von Hamburg nach New-Nork.Suevia", 25. April von Hamburg, 8. Mai in New-Aork angekommen.Gellert", 28. April von Hamburg, 10. Mai in New-2)ork angekommen.

Temperatur der Lahn.

Am 14. Mai, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 12°, Luft IOV20 R. im Schatten.

L. Chr. Rübs am en.

Kirchliche Anzeigen der Stadt Metzen.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst.

Samstag den 15. Mai.

Nachmittags 2 Uhr: Vorstellung und Prüfung der zu confirmirenden Realschüler, dann Beichte, Pfarrer Dingeldey.

Sonntag Jubilate, den 16. Mai.

Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Confirmation der Realschüler und Feier des heiligen Abendmahls.

Im Schiff der Kirche wolle man die 10 ersten Bankreihen vom Altar aus für die Angehörigen der Confirmanden frei lassen.

Abends 6 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Nach beiden Gottesdiensten Kollekte für die Armen der Gemeinde.

Kinderkirche, Nachmittags 2 Uhr, Pfarrer Schlosser.

Montag, den 17. Mai, Abends 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinder- schule, Matth. Kap. 6, von Vers 19 an. Pfarrer Dr. Naumann.

Am Sonntag, den 23. Mai, wird Katechismuslehre für die Gymnasiasten und Stadtschüler Nachmittags 2 Uhr in der Kirche gehalten werden.

Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 16. bis 22. Mai besorgt

Pfarrer Dr. Naumann.

Katholische Gemeinde.

3. Sonntag nach Ostern (Jubilate).

Von 6 Uhr an Beichte.

Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion.

w V2IO Uhr: Hochamt und Predigt.

2 Uhr: Maiandacht.

Am Mittwoch und Freitag um 6 Uhr: Maiandacht.

Gottesdienst in der Synagoge.

Freitag Abend 715 Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 830 Uhr.

Allgemeiner Anzeiger.

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3558 Es empfiehlt sich jemand wäh­rend den Abendstunden zur Führung von Geschäftsbüchern oder sonstigen schriftlichen Arbeiten.

Näheres in der Exped. d- Bl.

3749 Ein Student der neu. Phil- (Abi­turient d- hiesigen Gymnasiums) ertheilt gewissenhaften Privatunterricht.

Näheres in der Exped- d- Bl-

3759 Eine geübte

Maslhmenstrickerin

gesucht. Von wem? sagt die Exp- d. Bl.

3752 Eine fast neue Matratze, eine gut erhaltene Bettstelle ist wegen Mangel, an Raum billig zu verkaufen.

Wo? sagt die Exped. d- Bl»