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Für die Darlegung der territorialen Gestaltungen und der religiös-politischen Vordänge des Mittelalters und der Neuzeit ist mit nicht geringerer Sorgfalt und Umsicht gearbeitet worden, nur ist, wie es in der Natur der Sache liegt, die Fülle des gebotenen Materials hier noch größer.
Nicht blos für sämmtliche europäische Staaten (Deutschland, England, Frankreich, Spanien, Rußland u. s. w. u. s. w.), sondern auch für die in den übrigen Welttheilen (Afrika, Amerika re.) werden in größerer oder geringerer Zahl Karten mitgetheilt, welche über die geschichtliche Entwicklung der da besindlichen Reiche in Mittelalter nhb Gegenwart den leichtesten Ueberblick gewähren, und dabei sind die den Hauptkarten beigefügten Nebenkärtchen meist vom höchsten Interesse, da sie politische Veränderungen oft ganz specieller und coinplicirter Art, die häufig auch nur einen Theil eines größeren Ländercomplexes betreffen, aufs Anschaulichste hervortreten lassen.
Daß der geschichtlichen Entwicklung Deutschlands und Preußens bei der Vorführung der europäischen Staatensysteme in hervorragender Weise Rechnung getragen worden ist, wird man nur in Ordnung finden können, lieber die verschiedenen Entwicklungsstadien des deutschen Reichs von dem Theilungsvertrag von Verdun an, wie über das Anwachsen und die territorialen Veränderungen des preußischen Staates vom Anfang an bis zur Gegenwart orientiren nicht weniger als 22 Karten mit zahlreichen Nebenkärtchen. Sie lassen uns aufs Augenfälligste Umfang und Bedeutung des mittelalterlichen deutschen Kaiserthums unter den verschiedenen Dynastien der Sachsen, Franken, Hohenstaufen rc. erkennen, wie sie später die unglückliche Zersplitterung unseres Vaterlands in eine bunte Menge kleiner Territorien, die völlige Zerreißung desselben im napoleonischen Zeitalter und die Wiedervereinigung zu einem mächtigen Ganzen in der Gegenwart durch den aufstrebenden Staat der Hohenzollern einleuchtend uns vor Augen führen. Der Blick auf diese Karten schon, bei denen auch eine für den letzten deutsch-französischen Krieg nicht fehlt, muß patriotisch erhebend wirken. Sonst sei noch bemerkt, daß auch für die neueren Perioden der Geschichte Schlachtenpläne der verschiedensten Art, Pläne von bedeutenden Städten und ihren Umgebungen, Religions- und Confessionskarten (S. 33 u. 88), Handels-, Weltverkehrs- und Colonialkarten (sogar die neuen colonialen Erwerbungen Deutschlands sind nicht unberücksichtigt geblieben), wie Karten zur deutschen Culturgeschichte im 19. Jahrhundert (S. 51) u. a. geboten werden, welche das Verständniß von Vergangenheit und Gegenwart in erwünschtester Weise erleichtern.
Rühmend heroorzuheben ist ferner das kräftige, weiße geglättete Papier, das verwendet worden ist, der saubere gefällige Truck der Namen, der namentlich gegen den des großen v. Spruner'schen Atlas vortheilhaft absticht und endlich die Einrichtung, daß die einzelnen dargestellten Territorien nicht an den Grenzen, wie es bei Karten gewöhnlich geschieht, durch verschiedene Farben marfirt, sondern daß sie fast durchgängig ganz mit solchen gedeckt sind, wodurch die einzelnen Länder sehr deutlich sich von einander abheben und die Orientirung sehr erleichtert wird.
„Erwägt man dies alles, sowie den diesen vortrefflichen Martert beigegebenen, auf ber Höhe der heutigen Wissenschaft stehenden beschreibenden Text, so'"ist in der That das Erstaunen darüber gerechtfertigt, wie die Verlagshandlung im Stande gewesen ist, das Ganze zu dem Preise von 20 JL oder in solidem Prachteinband zu 25 JL dem Publikum zu bieten. Einen so beispiellos billigen Preis, der auch dem minder Vermögenden die Anschaffung eines so werthvollen Hilfsmittels allgemeiner Bildung erlaubt, war gewiß zu stellen nur möglich in der Erwartung recht regen Interesses aller Gebildeten für ein Unternehmen, dem jeder Historiker und Geschichtsfreund das Gefühl lebhaftester Befriedigung und Freude entgegenbringen muß. Möchte darum Droysens Atlas auch in den Kreisen, in welche diese Blätter bringen, bie uerbiente Beachtung und recht viele Abnehmer finben. Bb.
Geschichts-Kalender.
15. April.
818. König Bernharb, Enkel unb Liebling des großen Karl, durch die List der Kaiserin Irmengard in bie Gewalt Ludwigs geraden, wird durch deren Anhang „wegen Bruches der Lehenstreue" zum Tode verurthellt. Der Kaiser verwandelte das Todesurtheil in Blendung und Gefangenschaft. Auf Jrmengard's Betreiben hin wurde aber die Blendung am heutigen Tage in so grausamer Weise, so tödlich vollzogen, daß er zwei Tage daraus — also am 17. April 818 - starb.
1191. Papst Cölestin vollzieht zu Rom an Heinrich VI. und an dessen Gemahlin Konstantia die Kaiserkrönung. Cölestin that dies ungern, beim er fürchtete Heinrich's Macht, welche burch Erwerbung Unteritaliens ganz überwältigend werben mußte.
1633. Gustav Adolph von Schweden erkämpft sich bei Rain den Uebergang über den Lech, wobei der kaiserliche General Tilly durch einen Schuß schwer verwundet wird, in Folge dessen er 15 Tage später in Ingolstadt, wohin er sich zurückgezogen, stirbt.
1771. Fürst Schwarzenberg, österreichischer Feldherr, zu Wien geboren.
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ZN der Privatklagesache des Zimmermanns Philipp Spaar III. Von Reiskirchen, vertreten durch Rechtsanwalt Katz, Privatkläger und Widerbeklagten, gegen
den Schreiner Konrad Damm von Reiskirchen, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Dittmar, Angeklagten, Widerkläger, wegen Beleidigung,
hat das Gr. Schöffengericht zu Gießen in seiner Sitzung vom 26. Februar 1886, an welcher Theis genommen haben:
1. Amtsrichter Dr. Schäfer als Vorsitzender,
2. Gemeinde-Einnehmer Weid von Watzenborn,
3. Redakteur Scheyda in Gießen als Schöffen, Hülfsgerichtsschreiber Bauer als Gerichtsschreiber, ftr Recht erkannt:
Der Angeklagte Konrad Damm wird des Vergehens der Beleidigung im Sinne der §§ 185 und 200 Str. Ges. B. für schuldig erkannt und in eine Geldstrafe von zwanzig Mark, im Unein- bringlichkeitsfalle von zwei Tagen Gesängniß verurtheilt, auch werden ihm zwei Drittheile der Gerichtskosten zur Last gelegt und wird dem Privatkläger das Recht eingeräumt, diese Verurteilung innerhalb 14 Tagen nach Rechtskraft des Urtheils im „Gießener Anzeiger" bekannt zu machen.
(gez.) Dr. Schäfer.
F. d. A.: Katz, __________Rechtsanwalt.__2831 Bekanntmachung. Die Holzversteigerung im Oppen- röder Gemeindewald vom 6. April wird nicht genehmigt, jedoch sollen die Steigerer das Vorrecht haben, das «Holz zu einem mit dem Ortsvorstand zu vereinbarenden angemeffenen Preis aus der Hand zu kaufen.
Oppenrod, den 14. April 1886. Der Bürgermeister.
2849 Petri.
2838] Frühkartoffeln verkauft
__Chr. Spies, Neuenweg.
2844 2 Wagen Kuhmist zu verkaufen.
Schürz, Hintere Bleiche.
.Allgemeiner Anzeiger.
Hoizversteigerung«
Es werden versteigert:
!• Dienstag, den 20. d. Mis. in den Districten Ober- und Niederseilbach, Hainwald, Afpenflrauch und Neuerwald: 84 Eichenstämme — 21,52 Fm., 4 Buchenstamme — 5,35 Fm., 27 Eichen- und Buchen-Derbstangen = 0,92 Fm.; HO Rm. Buchen-, 2 Nm. Eichen- und 1 Rm. Linden-Scheiter; 100 Rm. Buchen-, 23 Rm. Eichen- und 4 Rm. Aspen-Knüppel; 760 Nm. Buchen-, 95 Rm. Eichen- und 390 Nm. Aspen rc. Reisig, sowie 32 Rm. Buchen-Stöcke.
Die Versteigerung beginnt Morgens um y29 Uhr im District Oberseilbach auf dem Fahrweg von Treis a. L. nach Alten-Buseck.
II. Mittwoch, den 21. d. Mts. in den Districten Scheid, Todtenberg, Heege, Holzgeschirr re.: 15 Eichenstämme — 4,89 Fm.; 85 Nadelstämme — 30,32 Fm., 54 Nadelstangen — 5,15 Fm., 22 Eichen- Scheiter, 9 Rm. Eichen-Knüppel, 80 Rm. Buchen-, 45 Rm. Eichen- und 80 Rm. Radel-Reisig.
Die Versteigerung beginnt Morgens um 9 Uhr im District Scheid zunächst des Stegs auf dem Fußweg nach Sichertshausen mit Nadelstammholz.
Treis a. L., den 12. April 1886.
Großherzogliche Obersörsterei Treis a. L. _________________________Amendt._____________________2828 Concursmasse-Verkauf
n Neustadt 20. =
Der Rest der Schuhwaaren wird von heute an zum Tarpreis mit IO pCt. Nachlaß ausverkauft. 2827 Louts Rothenberger.
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In der Curatel über Konrad Müller XX. von Lang-GönS sind folgende Immobilien, welche dem Konrad Müller XX. im Grundbuch beschränkt zugeschrieben sind, veräußert, ohne daß die Kaufbriefe beigebracht «erden können. Sämmtlich Gemarkung Lang-Göns: XIX/931, XX/118, 172, XXI/810, 853, XXIV/227, 228, 233, XXVII/460, XXVIII/271, III/615. Ansprüche an diese Immobilien bezw. an rückständiges Kaufgeld sind so gewiß binnen 6 Wochen bei hiesigem Gericht vorzubringen und zu begründen, alssonst die bezüglichen Beschränkungen gelöscht und die neueren Veräußerungen bestätigt werden.
Gießen, den 10. April 1816. " Großh. Amtsgericht Gießen. ________Müller. 2843
Freitag den 16. April,
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Gießen (Hardthof), 13. April 1886.
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