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fellentzündung, Lungenentzündung je einmal, Lungenschwindsucht zweimal. Von den Kindern starb eins im Alter von 7 Monaten an Gehirnentzündung, die beiden anderen waren Zwillingskinder und zu schwach entwickelt, um ihr Leben längere Zeit sortsetzen zu können.
Gießen, 12. Mai. In der Nacht vom Sonntag zum Montag sind diverse Gartcnhäuschen am Schiffenberger Weg und Umgegend erbrochen und die darin befindlichen Geräthe gestohlen morden. Der Dieb ist gestern Abend in der Person eines hiesigen obdachlosen Taglöhners ermittelt und verhaftet worden.
BermifedteL
Lich, 10. Mai. Unser hiesiger Turnverein hielt am verflossenen Samstag eine außerordentliche Generalversammlung ab, die in erster Linie dazu einberufen war, Stellung zu nehmen gegenüber den gegenwärtigen Verhältnissen im Gau Hessen. Das Protokoll üoiu 48. Gauturntage (der bekanntlich am 28. Februar hier abgehalten wurde, Anm. d. Red.) gelangte zunächst zur Verlesung. Hierbei nahmen die Vertreter unseres Vereins auf jenem Turntage Veranlassung, zu erklären, daß auch dies Protokoll wieder einseitig geführt worden ist; leider waren es diesmal gerade unsere Vertreter, welche durch die bekannte Art von Protokollführung in Mitleidenschaft gezogen werden. Hierauf wurde einstimmig beschlossen, gegen das unrichtige Protokoll Protest einzulegen. Im Anschluß hieran wurde das Vorgehen des Turnvereins Gießen einer Besprechung unterzogen. Alle Redner betonten ihre Sympathien gegenüber dem Verhalten des Turnvereins Gießen; es wurde allgemein als eine Rothwendigkeit erkannt, den Turnverein Gießen in seinen Bestrebungen zu unterstützen und mit demselben behufs Bildung eines neuen Gaues in Verhandlung zu treten. Diese Ansicht wurde einstimmig zum Beschluß erhoben und der Vorstand ermächtigt, mit dem Turnverein Gießen wegen Entwerfung der Gaustatuten u. s. w. sich in's Benehmen zu setzen. — Unser diesjähriges Stiftungsfest findet im Juli statt.
Grün berg, 9. Mai. In vergangener Woche wurden hier hinter dem Gasthof 'zum Hirsch durch die bei der Herstellung einer Senkgrube vorgenommenen Arbeiten menschliche Gebeine zu Tage gefördert. Der unheimliche Fund findet wohl dadurch seine Erklärung, daß die Fundstätte und ihre Umgebung in früheren Zeiten als Friedhof gedient haben soll.
Laub ach, 9. Mai. Heute wurde in dem Thiergartenteiche bei Laubach die Leiche eines etwa 25 bis 30 Jahre alten, mit brauner gestrikter Jacke, baumwollener karrirter Weste, geflickter Hose, ditto Schuhen und wollenen Strümpfen bekleideten Mannes aufgefunden. Die Leiche hatte schon längere Zeit im Wasser gelegen.
Kassel, 9. Mai. Gestern wurde in Grifte ein seltener Fischzug gemacht. Herr Mühlenbesitzer H. Sinning fing in einem Zuge 25 Lachse im Gewichte von 450 Pfund.
Darmstadt, 11. Mai. Gestern haben hier sämmtliche Zimmergesellen zwecks Erzielung einer Lohnerhöhung die Arbeit niedergelegt, wodurch mehrfache Störungen in der Bautätigkeit rc. hervorgerusen worden sind.__
Jahresbericht
des Iabrilr-Inspectors für das Großherzogthum Hessen für 1885.
(Fortsetzung.)
Die in den 2 Eisenhüttenbetrieben des Großherzogthums bei den Hohsfen beschäftigten Arbeiter wechseln während des ganzen Jahres in regelmäßigen Tag- und Nachtschichten Morgens und Abends um 6 Uhr. Bestimmte Ruhepausen können bei der Hohosenarbeit nicht eingehalten werden. Es sind jedoch soviel Arbeiter vorhanden, daß sie die Arbeit bewältigen und noch soviel Zeit erübrigen, um sich ausruhen und, wenn erforderlich, Speisen und Getränke genießen zu können. Im Laufe der 12stündigen schicht betragen die Ruhepausen zusammen 2—21/2 Stunden. Jede Woche wechseln die Tag- und Nachtarbeiter in der Weise, daß die eine Schicht von Sonntag Morgens 8 bis Montag Morgens 6 Uhr eine Doppelschicht macht, wodurch jeder Arbeiter jeden zweiten Sonntag frei ist und in der einen Woche Nachtschicht, in der darauf folgenden Woche Tagschicht hat. Die Werkstättenarbeiter der Eisenhütten haben llstündige Arbeitszeit. Eine andere Arbeiter-Kategorie (die Platzarbeiter) hat im Sommer llstündige, im Winter eine der Tageslänge entsprechende kürzere Arbeitszeit.
In 5 Cementfabriken ist die Arbeitszeit verschieden. In einer davon ist dieselbe im Sommer und Winter lOstündig, 2% Ueberstunden zur täglichen Arbeitszeit finden etwa 5Omal im Frühjahr und Sommer statt. Nachtarbeit und regelmäßige Nachtschichten kommen nicht vor. In der zweiten Fabrik ist die Arbeitszeit im Sommer und Winter lO^/zstündig. Ueberstunden nur bei Reparaturen, regelmäßige Nachtschichten mit einem geringen Theil der Arbeiter an den Brennöfen. In der dritten, der bedeutendsten Fabrik, ist die Arbeitszeit irn Sommer 11-, im Winter lOstündig, Samstags und Dienstags (Löhnungstag) ist V2 Stunde früher Arbeitsschluß. Ueberstunden ausnahmsweise bei Reparaturen. Nachtarbeit zeitweilig mit einem Theil der Arbeiter bei den Mühlen. Regelmäßige Nachtschichten mit einem geringen Theil der Arbeiter an den continuirlichen Brennöfen. In der vierten Cementfabrik finden während des größten Theils des Jahres regelmäßige Nachtschichten statt und es ist die Arbeitszeit lO'/zstündig. Während einiger Monate wird Nachts nicht gearbeitet und es ist dann die Arbeitszeit HVzstündig. Ueberstunden kommen zeitweilig vor. Die drei Pausen bei den Nachtschichten betragen zusammen 1% Stunden. In der fünften Cement- fabrik ist die Arbeitszeit im Sommer 12-, im Winter 9stündig. Ueberstunden und Nachtarbeit sind selten. Regelmäßige Nachtschichten mit einem geringen Theil der Arbeiter auf dem Ringofen.
Die Mittagspause ist in diesen fünf Fabriken Istündig. Die Vor- und Nach- mittagspausen sind in der ersten, dritten und fünften Fabrik 1/2', in der zweiten und vierten Fabrik Vaftünbig.
In den Ziegeleien fällt die Hauptarbeit in die Zeit von April bis Mitte October. Es liegen von 8 Dampf-Ziegeleien Notizen über die Arbeitszeit vor. Dieselbe ist 1 Istündig in 6, 12stundig in 2 Ziegeleien. Im Frühjahr und Herbst richtet
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sie sich nach der Tageslänge. Ueberstunden kommen im größten Theil der Ziegeleien nicht häufig vor. Nachtarbeit mit 1—2 Arbeitern an den Ringöfen. In einer Ziegelei dehnen die^Accordarbeiter (aus Lippe) im hohen Sommer die Arbeitszeit freiwillig oft bis zu 14 Stunden aus.
In einer Fabrik feuerfester Steine und Materialien ist die Arbeitszeit 1 Istündig. Ueberstunden wöchentlich einmal mit Ve der Arbeiter. Nach Zeiträumen von 3 bis 4 Wochen 6—7 Nachtschichten mit 1 Arbeiter.
Es wurden von 11 Eisengießereien Notizen über die Arbeitszeit gesammelt. lOstündige Arbeitszeit haben 3,
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In 8 von diesen Eisengießereien sind Ueberstunden selten, in einer kommen 2—3 Ueberstunden im November und December vor und in 2 häufig 2—3 Ueberstunden im Herbst (Ofenguß). In 1 ist Samstags 2 Stunden früher Arbeitsschluß und Diontags beginnen viele Arbeiter (von auswärts) die Arbeit erst Nachmittags. In einer anderen Eisengießerei in ländlicher Lage ist ebenfalls Samstags 2 Stunden früher Schluß. , Die meisten Arbeiter derselben sind im Besitz von Feld und erhalten Zeit zur Bewirthschaftung desselben. In 2 weiteren ist Samstags 1 Stunde früher Schluß. 9iad)tarbcit zum Formsandmahlen kommt vereinzelt in Eisengießereien mit ganz wenig Arbeitern und selten vor.
Eine Eisengießerei, in welcher früher halbstündige Vor- und Nachmittagspausen üblich waren, hat jetzt viertelstündige und dafür V. Stunde früher Arbeitsschluß. Der Besitzer bemerkt, daß sich diese Einrichtung bewährt habe, daß die viertelstündigen Pausen vollständig ausreichen, die mitgebrachten oder durch Läufer geholte Speisen zu genießen, während die halbstündigen Pausen ausreichten, um nahe liegende Wirths- häuser aufzusuchen, daselbst mehr als nöthig ist zu genießen und oft auch während der Arbeitszeit darin sitzen zu bleiben.
(Fortsetzung folgt.)
1327.
1717.
1743.
1779.
1850.
1792.
1809.
Geschichts-Kalender.
13. Mai.
Kaiser Ludwig der Bayer hält in Mailand seinen feierlichen Einzug, wo er bei der Bürgerschaft eine freundliche Aufnahme findet.
Maria Theresia, Tochter Kaiser Karl VI., zu Wien geboren. Als Königin von Ungarn und Böhmen, Erzherzogin zu Oesterreich und gekrönte Kaiserin hat sie in ihrer Zeit eine hervorragende Rolle gespielt.
Maria Theresia wird als Königin von Böhmen gekrönt, nachdem ihre Truppen Prag eingenommen haben und die französische Besatzung unter Belleisle aus demselben sich geflüchtet hatte.
Friedensschluß zu Teschen, welcher der Politik des Königs Friedrich II. von Preußen einen vollständigen Sieg, dem Kaiser Josef II. aber die bitterste Niederlage bereitete. Preußen hatte den ganzen Krieg vorgeblich zum Schutze des verletzten Rechtes unternommen, weil der Kurfürst Karl Theodor von Bayern dem Herzoge von Zweibrücken die Erbfolge in dem Mutterlande einseitig nicht entziehen könne, daher zu der dahinzielenden Wiener Eon- venlion vom 8. Januar 1778 nicht berechtigt gewesen sei. Der Friede von Teschen legte aber klar, daß die Berufung auf das Recht bei der Einmischung Friedrichs des Großen nur die Politik gewesen war und der Krieg geradezu mit einer offenen Rechtsverletzung, insbesondere auch den Mecklenburgern gegenüber, endigte. Friedrich II. forderte, trotzdem ihn der nur kurze Krieg 20,000 Soldaten und 19 Millionen Thaler gekostet hatte, weder Entschädigung noch Dank, aber er hatte die beabsichtigte Vergrößerung Oesterreichs verhindert und die allgemeine Stimme, der Fürsten wie der Völker Deutschlands, für sich und für Preußen.
Papst Pius IX. zu Sinigaglia geboren.
Der bayerische General Wrede liefert den Tyrolern zwischen St. Johann und Rattenberg ein siegreiches Treffen.
An demselben Tage hält Napoleon in Wien feinen Einzug.
Der deutsche Bundestag, durch Oesterreichs Bestrebungen wieder zurück- berufen, eröffnet seine Plenarsitzungen wieder.
Verfälschte schwarze Seide.
Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert) und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt- Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Das Seiden - Fabrik - Däpot von 6. Henneberg (K. u. K. Hoflief.) in Zürich versendet gern Muster von feinen ächten Seidenstoffen an Jedermann und liefert einzelne Roben und ganze Stücke zollfrei in's Haus, ohne Zollberechnung. Ein Brief nach der Schweiz kostet 20 Pf. Porto. 2431
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Mp. (-rensen. sehlechtskrankheiten (Syphilia)eto. Frankfurt •.M.
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Temperatur der Lahn.
Am 12. Mai, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 12V20, Luft 12® R. im Schatten.
L. Ehr. Rübsamen.
Allgemeiner Anzeiger.
SMT* Zu Engros-Preisen»
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2 flpfttott 'Pdh-Hfttrt I 3692 Ein Hausknecht van 15 bis 16 xTlllEll I Jahren kann sogleich eintreten.
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