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1798.

1799.

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1111.

1598.

1739.

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1180.

1346.

1849.

1868.

Vermischtes.

Darmstadt, 9. April. Unter dem Vorsitze des Herrn Geheimen Oberfinanz­raths Schulz wurde gestern im Großherzoglichen Finanzministerium die zehnte Sitzung des hessischen Eisenbahnraths abgehalten. Zur Beratung standen die Sommerfahr- Pläne der Main-Neckar-, Ludwigs- und der oberhessischen Bahnen. Die Einlegung eines neuen Schnellzugs der Main-Neckar-Bahn 7 Uhr frühe ab Frankfurt nach der Schweiz wurde als eine erfreuliche Verkehrsverbesserung anerkannt. Zum Fahrplan der hessischen Ludwigsbahn, welche in der Richtung Frankfurt-Limburg je einen Schnell­zug mit rascher und bequemer Verbindung nach Wiesbaden und Ems neu einführen j»irb, lagen verschiedene Anträge vor: Von der Handelskammer Bingen, Späterlegunh des

1759. Schlacht bei Bergen im 7jährigen Kriege. Die Preußen wurden dort ge­führt von Herzog Ferdinand von Braunschweig; die Franzosen, welche geschlagen und in die Flucht getrieben wurden, kämpften unter General Broglio.

An demselben Tage stirbt zu London Georg Friedrich Händel, einer der berühmtesten Tondichter oller Zeiten, ein Deutscher. Seine irdischen Ucber- reste wurden in Westminster beigesetzt und ihm daselbst ein prachtvolles Marmordenkmal errichtet; auch seine Geburtsstadt Halle setzte ihm 1859 ein ehernes Denkmal.

1796. Napoleon Bonaparte besiegte die Oesterreicher bei Millesimo in Ober­italien.

UniverfitätS - Chronik.

Gießen, 12. April. An der hiesigen philosophischen Fakultät promovirten die Herren: Hermann Deutsch (Philologie), Fr. Gärtner (Eamcral), Jac. Kraus (Mathematik). Die Collegien beginnen am 3. Mai.

Jena, 9. April. Herr Professor Böhtlingk hat einen Ruf an das Poly­technikum nach Karlsruhe erhalten und angenommen.

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Zuges 142 nach Alzey; von Hanau, betreffend späteren Abgang des Zuges 10" Abends von Frankfurt nach Hanau; von Herrn Geheimrath Grosch (Main-Neckar-Bahn), betr. Verbefserunz der Anschlüsse der Ludwigsbahnzüge an die Züge der Neckar-Bahn. Herr Gehcimrath Kramer, als Vertreter der Ludwigsbahn, sagte möglichste Berücksichtigung zu, während bezüglich des letzten Zuges von Frankfurt nach Hanau und Bayern fest­gestellt wurde, daß jegliche Verlegung seitens der bayerischen Bahn abgelehnt wird, ebenso eine Verminderung des 20 Minuten betragenden keinerlei Anschlüsse erwartenden Aufenthalts in Würzburg. Der Vertreter von Hanau motivirte hierauf den Antrag auf Ablassung eines Localzuges, 10 s Abends von Frankfurt nach Hanau, eventuell nur an Sonntagen.. Der Antrag wurde von Frankfurt unterstützt. Der Hauptpunkt der Tagesordnung: Ermäßigung der Frachten für Stückgut und halbe Wagenladungen, gab zu lebhafter Diskussion Anlaß. Der Antrag des Herrn Hirsch (Mainz) wünscht Vie Ermäßigung der Fracht für Stückgut nicht allein für Metalle und landwirth- schaftliche Artikel, sondern auch für Mehl, Mühlenfabrikate, Reis, Petroleum; ferner die Ermäßigung der halben Wagenladungsfrachten nicht allein für Güter des Special- tarifs III, sondern auch für solche des Scparattarifs II. Außer dem Genannten be- theiligten sich Herr Geheime Oberfinanzrath Schulz, Herr Eisenbahn-Direetor Altvater, Herr Haurand - Frankfurt, Herr Präsident Dr. Goldmann, Herr Commercienrath Weintraudt-Offenbach an der Debatte. Unter Ablehnung der wcitergehenden Anträge fanden schließlich zwei Anträge des Herrn Haurand-Frankfurt einstimmige Annahme. Dieselben knüpfen an die Beschlüsse des preußischen Landes-Eisenbahnraths an und lauten: 1. Der hessische Eisenbahnrath erkennt es für wünschenswerth, eine Ermäßig­ung der Stückgutfracht herbeizuführen für acht namentlich bezeichnete Positionen her Metallindustrie und Landwirtschaft, wenn diese Ermäßigung ohne Compensation, ohne Erhöhung der anderen Tarife bewerkstelligt werden kann. 2. Der hessische Eisenbahn­rath befürwortet Beförderung der halben Wagenladungen (5000 Kilo) der Güter des Specialtarifs III. (seitheriger Sah 5 H) zu dem Sah des Specialtarifs H. (3,5 indem er diese Ermäßigung als ein dringendes allgemeines Verkehrsbedürfniß an­erkennt. Ein ausführlich motivirter Antrag des landwirtschaftlichen Provinzial­vereins für die Provinz Oberhessen auf Frachtermäßigung für die Rückstände aus der Rübenzuckerfabrikation wurde nach kurzer Diskussion einstimmig befürwortet. (F. Z.)

Kastel, 8. April. Ein bedauernswerther Unglücksfall trug s'.cy hier vorgestern Mittag zu. Der Veterinärarzt Dr. R. wurde von einem hiesigen Bürger zu einem kranken Pferde gerufen, an welchem eine Operation vorgenommen werden sollte. Die Operation war nahezu beendet, als das Pferd plötzlich wild wurde und den Arzt derart gegen einen in dem Stalle befindlichen Wagen schleuderte, daß er einen Bein­bruch daoontrug und in einem Wagen nach seiner Wohnung nach Mainz gebracht werden mußte.

(Reichsgericht.) Bei einer Zwangsvollstreckung hatte der Gerichtsvollzieher die Pfändung der im Gewahrsam des Schuldners belassenen und in verschiedenen Räumen des Hauses, sowie in der Nähe desselben befindlichen Mobilien in der Weise vollzogen, daß er, anstatt Siegel an jeden einzelnen gepfändeten Gegenstand anzulegen, ein Verzeichniß der gepfändeten Gegenstände aufnahm, dieses Derzeichniß in einem Zimmer des Hauses aufhängte und von dem Schuldner das über diesen Hergang auf­genommene Protokoll unterschreiben ließ. Dieses Pfändungsverfahren ist von dem Ober-Landesgericht zu Köln für unwirksam erklärt worden und das Reichsgericht, II. Civilsenat, hat durch Urtheil vom 24. November v. I. die gegen dieses Erkenntlich erhobene Revision zurückgewiesen.

j-E. Naumburg a. d.S., 10.April. Heute ftanbcii am hiesigen Oberlandes­gericht in der Berufungsinstanz wieder zwei Termine in den sogen. Diätenprocessen gegen Lerche und Hasenclever an. Die Verhandlung wurde aber in beiden Sachen auf den 7. Mai, ll/? Uhr vertagt, weil in der ersten Sache der Kläger über die ihm erst gestern Abend abschriftlich mitgelheilten Zeugenaussagen, in der zweiten Sache der Verklagte über die vom Kläger vorgebrachten neuen Thatsachen sich ohne Rück­sprache mit ihren Mandanten nicht erklären konnten. In der Sache gegen Lerche beantragte der Verklagte (durch R.-A. Tollkiemitt vertreten) allerdings Verwerfung der Berufung des Klägers durch Versäumnißurtheil, weil dem Kläger ja freigestanden, den Zeugenvernehmungen (bei denen sich u. a. ergeben, daß Lerche ein Darlehen von 1500 JL empfangen, aber zurückgezahlt habe) persönlich beizuwohncn und eine Zu­stellung der Protokoll - Abschriften überhaupt processualisch nicht vorgeschrieben sei. Dieser Einwand wurde indessen vom Gerichtshöfe nicht berücksichtigt. In Sachen gegen Hasenclever behauptete der klägerische Anwalt (J.-R. Bennecke), er habe die be­treffenden Beweisthatsachen bereits im vorigen Termine durch ein zu den Acten über­reichtes Schriftstück angeführt, das er damals verlesen habe; das Protokoll ergab aber über diese Verlesung nichts, auch war dem Beklagten Abschrift zwar des Protokolls, nicht aber des allerdings bei den Acten befindlichen Beweisschriftstückes zugestellt und er bestritt daher die Verlesung jener Thatsachen, die für ihn Nova seien, über die er sich auf ausdrückliches Verlangen seines Mandanten ohne Rücksprache mit diesem heute nicht erklären könne. Der Gerichtshof war aus denselben Richtern wie im ersten Termine zusammengesetzt.

Dundee, 2. April. Letzten Dienstag Nacht beobachteten wir hier ein ganz merkwürdiges Nordlicht. Das Wetter war den ganzen Tag über ziemlich stürmisch gewesen und es erschien bei Eintreten der Dämmerung am nördlichen Himmel ein weißglänzender Schein, der sich allmälig west- und ostwärts auSbreitete, bis er zuletzt ungefähr zwei Drittel des Horizonts einnahm und vollmondähnliche Helle verbreitete. Gegen zehn Uhr begann plötzlich dieses Licht aufzubrechen und in blitzartigen Strahlen vertikal dem Zenith zuzuschießen, wo sich eine Strahlenkrone - mehrmals zeigte. Die Bewegungen der Strahlen waren so rapid, daß manche Leute sie zuerst für Blitze hielten. Cepitan Croudace von dem SegelschiffBroomhall", welches letzten Sonntag von Chittagong (Ostindien) hier eintraf, berichtet, daß sie beim Passiren von Cap Agulhas (Südspitze von Afrika) durch Massen von Bimstein kamen. Im vorigen Jahre gerieth dasselbe Schiff ebenfalls in große Mengen Bimstein in der Bay von Bengalen, wodurch es weit südostwärts geführt wurde. Dieser Bimstein schwimmt in genannten Regionen seit der großen vulkanischen Eruption auf Java.

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Die Lieserunosbed auf dem Büreau llniversitäts - Lekreti ober von demselben der Copialgebuhren Gießen, am 9.

Großherzoglich Administration^

schreiben nebst Photographie in prachtvollem Rahmen. Unter Großherzog beehrte den Jubilar durch ein Decret, durch welches er zum Geh. Rath ernannt wurde. Ein weiteres Decret hatte der Großherzog von Weimar gesandt, welches die Ernennung zum Geh. Rath brachte, als eine Anerkennung der Verdienste für die Reconstruction der Wartburg. Am Nachmittag erhielt er von dem Großherzoglichen Paare, welches sich eben in Italien befindet, ein höchst anerkennendes Glückwunsch-Telegramm. Der Gleiberg-Verein überreichte ein in Farben ausgeführtes Diplom, das alle die Burgen unb Kirchen zeigte, um deren Wiedererbauung und Geschichte der Jubilar sich in her­vorragender Weise verdient gemacht. Ebenso der Oberhessische Verein für Natur- und Heilkunde. Das hiesige Offiziercorps übersandte eine prachtvolle Standuhr, nicht zu gedenken der zahlreichen Briese und Telegramme, die dem Verdienten an seinem Ehren­tage glückwünschten.

In dem prächtig mit Blumen geschmückten Saale der Wohnung des Jubilars hielt der Prorector der Landesuniversität eine Ansprache; die Universität dankte ihrem Professor für seine Wirksamkeit und beglückwünschte ihn zu seinem Ehrentage.

' Der Gewerb-Verein war durch zwei Vorstandsmitglieder, sowie den Hauptlehrer und einen Schüler zur Gratulation vertreten. Nach diesen überreichte Herr Baurath Walter ein Gratulationsschreiben vom Großh. Ministerium. Dann erschien eine Deputation der Stadtvertretung, Herr Bürgermeister B r amm und Herr Beigeordneter Heß. Diesen schloß sich eine Deputation des Offiziercorps an, welchem sich bann eine große Menge von Privatpersonen anreihte.

Der Mittag vereinigte die Festtheilnehmer zu einem Essen im Saale des Hotel Einhorn. .

Im Laufe desselben gab der Jubilar seine Lebensbeschreibung, welche wir in den Hauptzügen im Nachstehenden folgen lassen:

Im Jahre 1811 in Stadtberge in Westphalen geboren; siedelte Hugo von Ritgen im Jahre 1814 mit seinem Vater, der als Professor der Medicin an die Universität Gießen berufen wurde, dahin über. Dem Beruf seines Vaters folgend, widmete sich v. Ritgen, nachdem er Hierselbst das Gymnasium absolvirt hatte, zu­nächst dem Studium der Naturwissenschaften und der Medicin, bald aber erwachte in ihm die Liebe zum bauwissenschaftlichen und künstlerischen Beruf und überwog so sehr, daß er sich entschloß Architect zu werden. Unter Leitung des Obesbüurfiths'M oller in Darmstadt begann er seine Studien in den bautechnischen Fächern. Gleichzeitig waren die Maler Schilbach und Lukas seine Lehrer in der Kunst der.Darstellung.

. Nach bestandener Staatsprüfung setzte er seine Ausbildung unter £)itjborf jjnb Dubon in Paris und unter Olmüller und Klenze in München fort.

Kaum von einer längeren Reise heimgekehrt wurde er zunächst als Privatdocent an der hiesigen Universität und dann am 11. Dezember 1838 zum außerordentlichen und mehrere Jahre später zum ordentlichen Proseffor der Baukunst' angestellt; als solcher lehrte er darstellende Geometrie, bauliche Eonftructionslehre, Geschichte der Baukunst und architectonisches Entwersen. In letzterem Fach ist er seit, jener Zeit auch fortdauernd practisch thätig gewesen, und hat durch zahlreiche Bauten, die er ent­warf und ausführte, sein technisches und baukünstlerisches Können dargelhan.

Die vornehmste Aufgabe und diejenige, deren überaus glückliche Lösung vor­zugsweise seinen Ruf zugleich als bedeutender Architect und Kenner des mittelalter­lichen Burgcnbaus begründete, war die Wiederherstellung der Wartburg bei Eisenach. In engerer Wettbewerbung mit einem der bebeutenften Architecten der damaligen Zeit gelang es dem noch jungen Professor der Baukunst mit seinen Wiederherstellungsplänen den Sieg davon zu tragen. Der Verwirklichung dieser Pläne und bereit Ausführung im Einzelnem waren noch Jahrzehnte ernster Arbeit und des unermüdlichen Studiums unseres vaterländischen Burgenbaus gewidmet.

Im Laufe des halben Jahrhunderts, an dessen Abschluß v. Ritgen heute ange- langt ist, und während dessen er seine Lehrtätigkeit an der hiesigen Universitär un­unterbrochen fortsetzte, hat er noch mancherlei andere Bauten, namentlich im mittel­alterlichen und im Renaissancestyl, ausgeführt, und hat außerdem vielfach durch Wort und Schrift zur Verbreitung des Verständniffes für darstellende Kunst in weiteren Kreisen beigetragen.

Als vor zehn Jahren die Ausbildung der Techniker des Großherzogthums von der hiesigen Universität nach der technischen Hochschule in Darmstadt überging, wurde seine Lehrtätigkeit auf ein kleineres Feld beschränkt und es war seitdem ausschließlich sein Lieblingsfach die Kunstgeschichte, dem er seine Lehrkraft zu widmen hatte.

Als Mitglied zahlreicher Vereine seines engeren und weiteren Vaterlandes, deren Zweck die Förderung von Kunst unb Wissenschaft ist, hat v. Ritgen seine Arbeits­kraft vielfach betätigt, so gehört er seit seiner Anstellung im Staatsdienst dem Ge­werbeverein für das Großherzogthum Hessen an und war während einer langen Reibe von Jahren Vorstand der hiesigen Localsection dieses Vereins. Im Jahre 1853 wurde er vom Großherzog von Weimar, der ihn zmn Hofbaurath ernannt hatte, als Abge­sandter nach Nürnberg geschickt, um an den Beratungen über die Unterbringung der v. Ausseß'schen Sammlungen Theil zu nehmen. In Folge hiervon war er einer der Mitgründer des Germanischen Museums, das er jährlich besucht und dessen Ver- waltungsausschuß er mit dieser Zeit angehört. Auch int Historischen Verein in Darm­stadt unb im Oberhessischen Verein für Localgeschichte wirkte v. Ritgen in Wort unb Schrift. Namentlich sind es aber bie jährlichen Wanderversammlungen deutscher Archi­tecten und Ingenieure, welche er seit dem Jahre 1846 fast regelmäßig besucht und deren Ziele er durch Vorträge und Abhandlungen förderte.

An Auszeichnungen, welche Herrn v. Ritgen schon vor seinem Jubiläum zu Theil wurden, sind zu nennen: Im Jahre 1867 wurde demselben von der Stadt Eisenach das Ehrenbürgerrecht verliehen, an demselben Tage, dem Jubiläum des Wart- burgbanes, erhielt er vom Großherzog von Weimar das Eomthurkreuz mit den Sternen des Sächsischen Hausordens vom weißen Falken. Er ist außerdem Ritter des Hessischen Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, des Rothen Adlerordens vierter und des Königlich Preußischen Kronenordens dritter Klasse, des russischen St. Annenordens unb Officier des Niederländischen Ordens zur Eichenkrone.

Im Jahre 1873 würbe v. Ritgen zum Geheimen Baurath ernannt.

Bei dem Festessen beteiligten sich neben den in großer Anzahl erschienenen Professoren der Universität auch Vertreter des Osficiercorps, des Gewerbevereins, des historischen und des Gleibergvereins, sowie auch ein Vertreter der Reisegesellschaft Wartburgia", hiermit dankend deren Anerkennung für das freundliche Entgegenkommen von Seiten des Jubilars bofumentirenb. Das erste Hoch würbe von Seiten des Kanzlers der Universität, Herrn Professor Gareis, auf Sc. Majestät den Kaiser und Se. Königl. Hoheit den Großherzog Ludwig, als hohe Protectoren von Kunst und Wissenschaft, ausgebracht. Herr Geheime Rath Prof. Hoffmann brachte das Hoch auf den Jubilar aus, während Herr Rechtsanwalt Dr. Rosenberg die Familie des Jubilars hoch leben ließ. Herr Malermeister Bliemchen aus Eisenach brachte den Gruß von Rath und Borgerschaft von Eisenach, wie auch von der Wartborg, dankend für die Wohlthot, welche der Jubilar Eisenach unb seiner Umgebung erwiesen hatte. Namentlich letztere Rede, welche in vollenbet sächs.-thüringischem Dialekt wiebergegeben worben, erntete aufeerorbentlidien Beifall. Es fing schon an zu dämmern, bis sich die Gäste zur Heimkehr rüsteten, allieitig auch befriedigt von dem ganz vorzüglich zubereiteten Mahle, welches dem Renommö des Hotel Einhorn alle Ehre machte.

Geschichts-Kalender.

13. April.

Papst Paschalis II. front den Kaiser Heinrich V. zu Rom. Mit der Kaiser­krone auf dem Haupte, gab dieser dem heiligen Vater die am Tage vorher unterzeichnete Vertragsurkunde wieder zurück, um den Einwand abzuschneiden, sie sei mit Gewalt einem Gefangenen abgezwungen worden. Doch der Papst händigte das wichtige Tocument dem Kaiser öffentlich in der Kirche zum zweiten Male ein unb reichte ihm zur Befestigung bes Friedens zwischen Kirche und Reich das Abendmahl und nahm es selbst darauf.

Heinrich der Löwe wird seiner Länder entsetzt.

Papst Clemens VI. schleudert den Bannfluch gegen den Kaiser Ludwig bon Bayern:Schmettre ihn zu Boden, allmächtiger Gott! Schlage ihn mit Blindheit und Raserei! Schleudre deine Blitze auf seinen Scheitel, daß die Erde unter seinen Füßen berste und der Abgrund ihn verschlinge! Verflucht sei er diesseits und jenseits, verflucht sei sein ganzes Geschlecht!" So der Wortlaut.

König Heinrich IV. von Frankreich erläßt dasDuldungsedict von Nantes", wonach die Reformirten die eingezogenen katholischen Kirchengüter zurück­zuerstatten, die katholischen Zehnten ru leisten und die katholischen Feiertage zu achten hatten. Dagegen war den Reformirten freie Religionsübung gewährleistet.

Der Dichter Schubert zu Sontheim in Württemberg geboren.

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