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«efaenb auf die Erklärungen der Minister-Präsidenten Tisza vom 30. s., I ^.Interpellation ein über den Standpunkt der Regierung in Beber Mission und der Wirksamkeit des Generals v. Kaulbars in Bulgarien

^D^edin, 9. October. Cholera-Bulletin. Hier find 36 Erkrqen und 19 Todessctlle vorgekommen.

Ararrkreich.

, 9. October. Präsident Grövy wird nächsten Dienstier zurüaerwartet.

Wie die Zeitungen melden, werde der Finanzminister fein Bi in btr Kammer vertreten und nur dann feine Entlassung nehmen, wennlbe abgelehnt werden sollte.

England.

London 9. October. (Telegramm desReuter'schen Bureaus ver Staalssecretär de« Auswärtigen, Lord Jddesleigh, hat bereits vowa 10 Tagen ein Rundschreiben an die Mächte gerichtet, in welchem der afch aurgesprochm wird, daß die Mächte Bulgarien eine moralische Unterstütz ge- «ähren möchten, damit ernste Störungen der Ruhe vermieden würden

Spanien.

9--?ctober- Dar neue Ministerium ist folgwderma zu« Präsidium; Moret, Auswärtiger; Castillo, JieL;

Slonfo Martinez, Justiz; General Castillo, Krieg; Arias, Marine- Nrro SW .^ntliche Arbeiten; Puigcerver, Finanzen und Balaguer,' Kcien. Das Minister,um wird morgen den Eid leisten.

Bulgarien.

k. k;.r®Oma'. 9? October. Der russische Consul Nekljudow hat gegen I an w nmer^e£Cr ber gerichtete Rundschreiben der bulgarisches Regung, d,e Verhinderung der Einmischung fremder Staatr-Angehöriatt die de«ukni) ~EIärt' baß dir zum Eingang von Jnstruonen

der General« v. Kaulbars jeber Austausch von Schriftstücken zwischen deruisi- bi^omatlschen Agentur und der bulgarischen Regierung eingestellt sei. Die bulgarische Regierung hat diese Role des Consuls Nekljudow den hiesigeiVer-

WMZMMUMM MWNWZMWMG Beziehungen seit vier Tagen vorausgesehen, da die Russen entschlossen waren, spätestens am Tage der Wahlen zu brechen. Das Circular Natschewitschs war reiner Vorwand. Die Bulgaren nehmen den Bruch ziemlich ruhig auf.

Serbien.

Gestern Vormittag wurde einem Milchfuhrmann vom Wagen eine gefüllte Kanne mit ca 8 Liter Milch gestohlen. Vielleicht behebt es dem ehrlichen Spitzbuben wenigstens die Kanne wieder an den Fuhrmann abzuliesern, da letzterer ,ur den Schaden aufkommen muß. __ _

Vermischtes.

Mainz, 8. October. ^Verhaftungen.^ In letzterer Zeit sind hier und in be­nachbarten Städten eine Reihe von Einbrüchen und Diebstählen vorgekommen, ohne daß es gelftigen ^wollte, den Dieben auf die Spur zu kommen. In unterer«Stadt mnren es besonders Mansardenräume, welche erbrochen und ausgeraubt wurden, vor einigen^Taam" wurde sogar in einem Hoiel die vollständig- Uniform ES h°h-r-n Offiziers und die Garderobe seiner Gattin entwendet. Die Criminalpolizei hatte nun SS?Ä KSÄKÄSfÄ

ÄXÄ S> denselben unter sich zu vertheilen. Diese Papiere gaben auch der Pohzei nähere An Haltspunkte über die betreffenden Personen, bte me ständig an ^nmi Platze sich aus- bielten sondern je nach den Diebstählen, bte sie auszusuhren beabsichtigten, bald hier bald dort zu finden waren. Gestern erhielt die Criminalpolrzet von der Anwesenheit der noch fehlenden Mitglieder der Gesellschaft Kenntntß und gelang es auch, Personen -3 Männer und 1 Frau - in einer hiesigen Wirthschaft zu ertmtteln und zu ver­haften. In dem Besitz eines der Männer wurden außer sonstigen Gegenständen nicht weniger als ca. 40 Hauptschlüssel und Sperrhaken vorgesunden. (D. Z.)

Der Ortsgesundheitsrath von Karlsruhe erläßt folgende Warnung vor einem Kurpfuscher:Rittergutsbesitzer, Ritter rc.", in Bromberg, Pro­

vinz Po'en, preist durch marktschreierische Zeitungsannoncen ein.Mtttel an. brauck Hals-, Brust- und Lungenkranken selbst in den hartnacklEen Krankheitsfällen sich-« Rettung bringen soll. In dem Prospecie .über das Mrtt-l sagt ^reit°g.

Dieses Medikament gebe ich gratis, nehme nur für meine Muhe und Auslage 4 JL 50 per Postvorschuß oder Einsendung des Betrags. Gegen Einsendung von ° X ^Rach' vorgenommener Untersuchung besteht bas Mittel aus 333 Gramm einer durch Eindampfung verdickten Abkochung von Malz, schleimigen PsianZen- stoffen und Obst; es hat die ihm angepriesene Heilwirkung nicht und ist übermäßig I1,CUII'g§ ist uns bekannt, dah der genannte Kurpsuscher den Schwindel schon seit mindestens zehn Jahren betreibt. Sollte er nicht mit einem Stratgesetz zu er- reichen fein?

Wie hart in England Erpressungsversuche bestraft werden, zeigt nach­stehender Fall: Vor den Schranken be§ ui ßojibon

stand vor einiger Zeit einRevolver - Litterat" Namens Beniannn Judge, dervor einiaen fahren aus Veranlassung eines Herrn Kenrich wegen Verbreitung obsconer Bücher zu 4 Jahren Zuchthaus verurtheilt, nach Verlauf von zweiJahren aber wegen seines schwachen Gesundheitszustandes wieder auf freien Fuß gesetzt worden war. Um Beweise gegen den Angeklagten zu erlangen, hatte sich Kenrich zu jener HtaXU eingelafien, ihm auch 4üLstrl. geschickt, um ihm dasur Bucher zu senden, auf Grund deren damals die V-rurtheilung erfolgt-; diese Corl-spondenz NUN hatte der Angeklagte in Händen behalten. Als er NUN freigelassen wurde, ließ er bie betreffenben Briefe sowie auch anbere, welche er von anberen Herren empfangen hatte brücken, unb sanbte nun Herrn Kenrich unb anberen Klienten Probeabbiucke ihrer' Corresponbenz ein, mit ber Drohung, er werde dieselben veröffentlichen, wenn ihm nicht so und so viel Schweigegeld bezahlt wurde- Einige ^rren ließen sich auch wirklich einschüchtern und sandten das verlangte Geld; Herr Seiitld) aber, toet fMrOBriese"hNiek^fÄu^Ä?oy^en^4ff^ (Ltrafgese^bu^e^ enthalten, damit

aber nicht durchkam, sondern zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurtheilt wurde, wobei der Richter bemerkte, Leute wie der Angeklagte gehörten zu den gefährlichsten Menschen, die es gäbe, denn sie korrumpirten durch ihre Schmutzliteratur nicht allein die Jugend, sondern suchten ihren Opfern auch noch die Ehre abzuschneiden, was nächst einem Morde das Schlimmste sei, was einem Menschen angethan werden könne und daher die schärfste Ahndung verdiene.

Belgrad, 9. October. Die Nachricht von einer angeblichen Mission des radikalen Führers Pera Theodorowitfch nach Sofia behufs Verhandlungen wegen einer Personal-Union und Abschluffes eines Bündniffes sind völlig unbe­gründet. Theodorowitfch reist lediglich als Privatperson. Auch die Zeitungs- Nachricht über die angebliche Demission Garaschanin's und über einen Zwiespalt im Cabinet ist unrichtig.

Eingesandt.

. Gießen, 11. October.

Giebt es in Gießen eine Gesundheitspolizei? Zu dieser Frage wird man ver­anlaßt, wenn man die Schlammmasse sieht, die an der Ostseite des Hauses Alicen- straße 11 schon seit Wochen und Monaten angehäuft ist und unter Umständen einen herrlichen Nährboden für Bacillen jeder Art abgeben kann.

TelrgrapWche Depeschw.

Ulw» TorsesKondsnz - Nvrsa«.

Eisenach, 10. October. Der deutsche Schriftstellertag, zu welchem bisher gegen 150 Theilnehmer eingetroffen sind, wurde heute Vormittag durch den Secretär Brasch eröffnet. Seitens der Regierung begrüßte die Versammlung Bezirksdirector v. Beust, Seitens der Stadt Oberbürgermeister Eucker. Robert Keil dankte Namens des Vor­standes. Im Verlaufe der Verhandlungen wurde die Fusion des Schriftsteller-Ver­bandes und Schriftsteller-Vereins einstimmig mit 182 Stimmen beschlossen.

Wien, 10. October. DerPolitischen Corresponbenz" wird aus Nustschuk gemeldet: Nachbern General v. Kaulbars eine Deputation von zwölf Anhängern der Partei Zankow's empfangen hatte, erschien bei demselben eine Deputation von 250 Notabeln, dieselbe überreichte eine vier Punkte enthaltende schriftliche Erklärung des Inhalts, daß sie nichts Gemeinsames mit den auf den Ruin Bulgariens hin- arbeitenben Anhängern Zankow's hätten. General Kaulbars sei nicht gerecht gegen bie Negierung, welche patriotisch gesinnt sei unb bte besten Absichten hege. Sie billigten vollständig bie von ber Negierung getroffenen Maßnahmen sowohl betreffs ber Vor­nahme ber Wahlen wie bezüglich ber Bestrafung ber Verbrecher, ba biefe Maßnahmen verfassungsmäßig unb gesetzlich seien. Die Erklärung bringt ferner bie Gefühle ber Achtung unb Dankbarkeit gegen Nußlanb zum Ausbruck, gleichzeitig wirb aber auch bemerkt, baß bas Volk Vertrauen zur Regentschaft unb bem Ministerium hege. Als General Kaulbars barauf bas Wort nahm unb bei seiner gegen bie Regierung ge­richteten Ausführungen auf ben Widerspruch der Deputation stieß, entließ er dieselbe ohne wettere Erörterungen.

Meran, 10. October. Die Jubelfeier Merans als Kurort nahm gestern Abend mit der prachtvollen Beleuchtung der Anlagen ber beiden Ufern der Passer unter sehr starker Betheiligung des Publikums ihren Anfang. Um 8 Uhr machte ber Statthalter von Tyrol, Freiherr v. Wibmann, mit ben übrigen Festgästen in Begleitung des Kur- vorstandes einen Runbgang burch die Anlagen.

Paris, 10. October. General Uhrich, Commandant von Straßburg während der Belagerung im Jahre 1870, ist gestorben.

Marseille, 10. October. Marquis Tseng hat sich gestern zur Rückfahrt nach Peking hier eingeschifft.

Loyales.

Gießen, 11. October. Am 6. b. Mts. kam in einem Hause ber Grünberger- Aaße ein 50-Markschein aus einer Kommode abhanden. Die Diebin wurde in der Person einer Nähterin, welche zur siagl.Zeit in dem Zimmer beschäftigt war, ermittelt unö verhaftet. Letztere hatte den Schein bereits wechseln lassen, sich davon ein Kleid gekauft und den Nest des Geldes, sowie den Kleiderstoff in der Friedhofs-Anlage äußerst gewandt versteckt.

Literarisches.

_ mDr* Behaghel: Die deutsche Sprache. (Wissen der Gegenwart 54. Band.) Leipzig: G. Freytag. Prag: F. Ternpsky. 1886. 231 Setten 8<L Preis 1 Mark 60 Kreuzer.

hat den Deutschen seit jeher vorgeworfen, daß sie sich um fremde Sprachen SvVc E '"«Einern als um die eigene. Ganz unbegründet ist dieser Vorwurf nicht. Doch findet die Thatsache, welche er feststellt, in bem Umstand ihre Entschuldigung, daß es wenige Idiome gibt, deren gründliches Verständniß selbst dem Einheimischen so große Schwierigkeit bereitet, wie gerade das deutsche. Besonders in den letzten Iahr-ehnten hat die grammatische Forschung ein gewaltiges Wissensmaterial auf; Sehaust; es zeigte sich eine ungeheuere Fülle anregender, fteilich auch schwerer Arbeit, die wohl geeignet ist, Vielen eine selbst nicht eingehende Kenntniß ihrer Muttersprache etwas sehr schwieriges erscheinen zu lassen. Um so größer ist das Verdienst des rühmlichst bekannten Baseler Universitätsprofessor Dr. Otto Behaghel, der, frei von dem pedantischen trockenen Tone, welcher so viele germanistische Arbeiten sonst hoch­verdienter Forscher ungenießbar macht, auf knappem Raume, in anziehender und fesselnder Darstellung ein Bild der deutschen Sprache bietet, wie es bisher nicht vor­handen war. Dieses Buch wendet sich an die Gebildeten jeder Nation; es zeichnet in großen kräftigen Zügen die äußere und innere historische Gestaltung des gewaltigen, weltbeherrschenden deutschen Idioms. Der Verfasser beginnt mit einem allgemeinen Theue, m dem er, von der vorgermanischen Zeit ausgehend, das Germanische und seine Unterabtheilungen, sowie die althochdeutsche, mittelhochdeutsche und neuhochdeutsche Zeit letztere natürlich am ausführlichsten behandelt. Sehr interessant ist unter anderem dasjenige, was in dem zweiten Abschnitt über Volks-Etymologie, über bie poetische, und die Studentensprache, über ben Bebcutungswanbel und die Neuschöpfung von Wörtern gesagt wird. Ein dritter Abschnitt prüft die Einwirkung fremder Sprachen auf das Deutsche. In bem zweiten, besonderen Theile wird zumeist die $rage ber neuhochdeutschen Orthographie erörtert. Dann kommt die Lehre von der Betonung, Flexion und Syntax, sowie bie Lautlehre bes Neuhochbeutschen zur Sprache. Ungemem interessant unb unterrichtenb ist ber sechste Abschnitt, ber sich mit ben Eigens namen beschäftigt. Also ein Buch, bas Jedem viel bietet. Vermöge seiner ganzen Pendenz ist es für alle Klassen und Berufsarten bestimmt. Jung unb Alt, Lehrer und Schuler, Fachmann und Laie werden darin eine Fülle von beachtenswerthen Mit- theilungen firchen. In erster Reihe aber gehört es der deutschen Familie; möge es in ihr die wunschenswerthe Anerkennung und allgemeinsten Verbreitung finden.

,, Richard Wagner'S Frauen gestalten von Ella Mensch, Dr. phii. 2. Ausl. Stuttgart, Levy u. Müller. IM. r 1

^eihe der' Wagner - Schriften, die um bie Gunst des kunstliebenden A6?r?r tt oWes Merkchen, das seine Entstehung einem im Jahre 1885 Ln,5öffentlichen Vortrage zum Besten des hessischen Lehierinnen- Heims verdankt und bei seinem ersten Erscheinen im Drucke einen sehr raschen Absatz in dortigen Kreisen fand. Die Verfasserin, eine in Darmstadt lebende junge Schrift-