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Samstag den 12 Juni

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

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Betreffend: Die Abgabe der Kapiialrentesteuererklärungen behufs der Veranlagung für das Steuerjahr 1887/88.

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Uhr und 8 Uhr 'n des Löwev- iams statt, mit U und 1 Schch

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LelegraKhische Depeschen.

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Berlin, 10. Juni. Die Enthüllung des Denkmals Friedrich Wilhelms IV .vouzog sich programmgemäß bei schönstem Wetter. Um 10 Uhr waren die Truvven in den vorgcschrubenen Stellungen; Deputationen des 1. Garde-Regiments, des Garde du Corps und des 2. Grenadier-Regiments stellten sich mit Fahnen vor dem Kaiserzclt auf. -ödh 10y2 Uhr ab erschienen die Fürstlichkeiten, darunter Großfürst Michael Kurz vor 11 Uhr langte das kronprinzliche Paar mit Töchtern an. Punkt 11 Ubr Sn-S1 m r^atKr in vroßer Generals-Uniform. Nachdem die Truppen salutirt und Mlmfter Goßler den Kaiser zum Zelte geleitet, begann die eigentliche Feier mit trommel - wirbel roomur ein Gesang des Domchors folgte. Darauf hielt der Domprediger Kogel die kurze Festrede, worin er Friedrich Wilhelm IV. als Fürsten des Friedens

der Kunsts und Wissenschaft gefördert habe. Auch ihm habe das Herr für Deutschlands Wohlfahrt stets geschlagen, ebenso wie seinem Bruder, dem es beschieden

Glanz der Kaiserkrone über das geeinte Deutschland zu verbreiten. Nachdem ^JRebe durch ein Gebet geschlossen war, commandirte der Kaiser mit gezogenem Deaen Achtung! und ließ präsentiren, worauf die Hülle fiel, der Kaiser dem Denkmal falu- Urte die Nationalhymne von allen Musikcorps gespielt wurde, sämmtliche Glocken lauteten und die Geschütze bornierten. Mit dem Choral:Nun danket Alle Gatt'" !?I^dre Feier. Der Kaiser besichtigte das Denkmal, sprach zahlreiche Anwesende an ließ sich die Deputation des 2. Grenadier-Regiments vorstellen und verließ darauf den

rung zweifle nicht, daß Frankreich die Abmachung von 1878, welche 1883 bestätigt wurde, loyal beobachten werde. - Gladstone theilt die bevorstehende Auflösung mit und empfiehlt schnelle Abwicklung der Geschäfte. Er beantraat daß das Haus von morgen ab der Regierung täglich den Vorrang für vie noL zu erledigenden Frnanz^Vorlagen einräume und sich von morgen bis nächsten Mit mach vertage. Die Eisenbahn, und Kanal-Vorlage läßt Gladstone fallen Derselbe hofft die Medicinal-Bill noch zu erledigen und stellt den weiteren An-' trag, morgen der Regierung einen provisorischen Kredit zu bewillige», wel-ber bis zum 1. October den laufenden Bedürfnissen entspreche. Gladstone hofft die Aussolung werde mit Ende des Monats erfolgen und stimmt mit Hicks-Veach bann überein, daß der baldmöglichste Zusammentritt des neuen Parlaments ^wünscht ft', kann darüber jedoch erst morgen, nach Consultalion des Cabinets Budgets ^ein^^"' ®aS $au8 tritt in bis Einzelberathung des Marine- .. m "T Sm Oberhaus theiite Kimberley mit, die Regierung hätte der Königin die Auflösung des Parlaments angerathen. Die Königin gab ihre Einwilliguna Das Parlament werde aufgelöst, sobald die noihwendigen parlamentarischen Ar- betten erledigt seien. Lord Carnarvon stellt in Abrede, daß er Parnell ein tt »es Parlament in Aussicht gestellt. Auf Parnell's Wunsch hätte er im -tuii mit ihm eine Privai-Unterredung gehabt, von der die Cabinete nichts wußten zumeist d^Mts"° ^^'chturig e,»gegangen. - Das Haus vertagt sich bis

, Belfast, 10. Juni. Den letzten Nachrichten zufolge wurden bei den gestrigen Unruhen 7 Personen durch Flintenschüsse getödtet. 16 Verwundete darunter ein Sterbender, wurden in's Hospital gebracht. In der Stabt befin! ben sich 700 Mann G-nsd'arrnsrie, resp. Polizei. Gegen Abend ist es ruhiger geworden. v 3

o Vormittags kleinere Zusammenrottungen vorgekommen, wurde

um 3 Uhr Nachmittags eine Polizeiabtheilung von der Volksmenge angegriffen Berm Erscyernen der zu Hülfe gerufenen Militärs zerstreute sich die Menae An den gestern erhaltenen Wunden sind noch 4 Personen erlegen

Deutschland.

Mainz, 10. Juni. Im heutigen Consistorium wurde Domcavitular Haffner vom Papst zum Bischof von Mainz ernannt. (Fckftr. Ztg.) qr-, 10.Juni. Der nach Tit. 2, Art. 19 der Verfassung aufzunehmende

' des fUon^Ve£S des Königs ist gestern in Linderhof durch den Dtinister

deo konigl. Hauses, v. Crailsheim, tm Beifem der im gestrigen Telegramm genannten ^.re.n vollzogen. Die Minister v. Lutz und Fäustle haben nicht, wie gestern irrig be- 4tl^^^roUMC' &em beigewohnt. Der König nimmt seinen dauernden Aufenthalt d Arzt sungirt vr. Müller, als Gouverneur Graf Boos- 20ÄvS? Sachverstandigen-Urtheil ist eine rapide Entwickelung des Leidens sehr wahrscheinlich. Die Bevölkerung nimmt das Ereigniß mit stiller Resignation und tiefem Bedauern für den unglücklichen Monarchen aus.

Die soeben ausgegebene Proklamation lautet:

Übernahme der Regentschaft und die Einberufung dcS Landtags im Namen Sr. Maiestat des Königs. Unser königliches Haus und Bayerns treu bewahrtes Volk ist nach Gottes unerforschlichem Rathschluß von dem erschütternden betroffen worben, daß unser vielgeliebter Neffe, der Allerdurchlauchtigste gnädige König und Herr, Se. Majestät König Ludwig II., an einem schweren Leiden ^krankt sind, welches Allerhöchst denselben an der Ausübung der Regierung aus längere imSinne des Tit. 2 § 11 der Verfassungsurkunde hindert. Da Se. Majestät der König für diesen Fall Allerhochstselbst weder Vorsehung getroffen haben, noch der- cktu- ISnen' UIä ^rner über unseren vielgeliebten Neffen, Se. Königl. Hoheit Prinz Otto von Bayern, ein schon länger andauerndes Leiden verhängt ist, welches ihm die Uebernahme der Regentschaft unmöglich macht, so legen uns die Be- ftimmungen ber Ver assungsurkunden als nächstberufenen Agnaten die traurige Pflicht auf, die Reichsverwesung zu übernehmen.

Indem wir dieses von tiefem Schmerz ergriffen öffentlich kund und zu wissen thun, verfugen wir hiermit in Gemäßheit des Tit. 2, § 11 und 16 der Verfassungs­urkunde die Einberufung des Landtags auf Dienstag den 15. Juni l. I. (Folgt Auf­trag an die Kreisregierungen.)

München, 10. Juni. Luitpold."

(Folgen die Unterschriften der Minister.)

Zu gleicher Zeit gibt der Prinz Luitpold durch Armeebefehl bekannt, daß er den Oberbefehl über die Armee im Namen des Königs übernommen habe. (F. Z.)

München, 10. Juni. Die Herren Graf Holnstein, Crailsheim und Gudden wurden von Minister Lutz bei ihrer Rückkehr heute Abend 10 Uhr empfangen. Die Action derselben ist vollständig gescheitert, da keiner den König zu Gesicht bekam Die Situation wird am besten gekennzeichnet durch Lutz' Aeußerung:Was thun wir wenn eine Gegenproklamation erfolgt? Im Uebrigeu ist Vorsorge getroffen, daß der König das Schloß Hohenschwangau nicht verlassen kann. So peinlich damit die Situation ist, wird doch an der Regentschaft nichts geändert und muß sich morgen Weiteres ergeben. (F. xq

Oesterreich.

Wien, 10. Juni. Der Kaiser stattete dem japanischen Prinzen Tul Schimt einen Besuch ab. Der Prinz fuhr bei den Erzherzögen vor.

Arankreich.

Paris, 10. Juni. Der Staotsrath erließ eine Entscheidung, wonach der Beschluß des Generalraths der Seine, betr. die Bewilligung von 5000 Frcs. für die Familien der Bergarbeiter in Decazeville, für ungilttg erklärt wirv.

England.

London, 10. Juni. In: Unterhaus erklärt Brice, Lord Lyons sei gestern telegraphisch angewiesen worden, die Aufmerksamkeit auf das Gerücht i von einer bewaffneten Expedition nach den Neuhebriden zu lenken. Die Regie- i

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fürnbnÄe' vermißte oder unter Vormundschaft gestellte Personen deren gesetzliche Vertreter:

O für moralische Personen (Gemeinden, Körperschaften, Stiftungen, Anstalten), ferner für Gesellschaften Genossenschaften ßtrttTfniArr Erbmassen soweit eine Steuerpflicht hier überhaupt in Betracht kommt, die bestellten Vorständeoder Verw^ Gantmaffen,

3) m allen anderen Fällen der Steuerpflichtige selbst und zwar hinsichtlich des gesammten Zinsenberuas welcker 'sei nna sn

®ie6en, Grünberg, Hungen, Nidda, den 3. Juni 1886.

Die Großherzoglichen Steuercommissariate.

-- Süfsert. B ähr. Snell. Pfannmüller.