Gießen, den 11. März 1886.
Dr. Naumann, Pfarrer.
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Gießen, am 8. März 1886. Großh. Amtsgericht- Gebhardt.
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mädchen dem Sultan mit dem Fächer auf den Arm schlug; der Padischah wandte sich überrascht um, die Dame demaskirte sich sofort — es war die Gattin eines ausländischen Diplomaten.
Samstag den 13. Marx, Nachmittags 3 Uhr, soll auf dahiesigem Ortsgericht die den Erben des verstorbenen Glasermeisters Chr. D. Fillmann gehörige Hofraithe
Flur 1 Nr- 1108 — 69 Meter bei der Kirche, nochmals freiwillig meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 9. März 1886.
Großh. Ortsgericht Gießen-
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Bekanntmachung.
Betr.: Conkurs über den Nachlaß des Theodor Wode in Gießen.
Zur Abnahme der Schlußrechnung, -ur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichniß und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwerthbaren Vermögensstücke wird Schlußtermin bestimmt aus Mittwoch den 7. April 1886, Nachmittags 3 Uhr.
— Ein merkwürdiger Prozeß, der nach verschiedenen Richtungen sehr lehrreich ist, kam soeben in Wien zum Abschlüsse. Im März 1882 wurden in Galizien die Eheleute Moses und Gittel^titter beschuldigt, in Gemeinschaft mit einem seither verstorbenen Arbeiter Marcell ^rtachlinski ein armes Tagelöhuermeib „zu rituellen Zwecken" ermordet zu haben. Am 10. März 1882 wurden die Beschuldigten verhaftet und trotz ausgezeichneter Vertheidigung und ungenügender Beweise vom Schwurgericht zu Krakau ;um Tode verurtheilt. Ter Oberste Gerichtshof in Wien verwarf das Urtheil und ordnete eine neue Verhandlung an, die aber wieder damit endete, daß ein polnischer Schwurgerichtshof die Angeklagten zum zweiten Male zum Tode durch den Strang »erurtheilte. Vergebens betheuerten dieselben ihre Unschuld, umsonst wurde das Unsinnige der Anklage uachgewiesen. Und wiederum kassirte das höchste Gericht in Wien das Urtheil und ordnete eine dritte Verhandlung an, diesmal in der Weise, daß ein anderes Schwurgericht, jenes zu Lemberg, delegirt wurde. Aber auch das dritte Urtheil lautete von den polnischen Geschworenen auf Tod durch den Strang. Nun gelangte die Sensationsaffaire vor den Kassationshof in Wien, welcher am Mittwoch nach sehr langer Berathuug einstimmig beide Angeklagte vollständig freisprach und deren sofortige Entlassung aus der Haft anordnete. Ein Commentar ist da wirklich überflüssig und man braucht nicht einmal auf die vierjährige Gefangenschaft der zwei unglücklichen Unschuldigen besonders zu verweisen, welche außerdem noch jahrelang unter Todesurtheilen stehen mußten!
Berlin, 8. März. Eine vom „Berliner Tageblatt" gestern erzählte sensationelle Geschichte von einem Brillantdiebstahl, den die Gattin eines sehr hochgestellten Beamten begangen haben sollte, welche Meldung seit gestern hier viel besprochen wird, wird von der Eriminalpolizei dementirt.
— Maskenball beim Sultans JmMdis-Kiosk fand - so schreibt man aus Konstantinopel — vor einigen Tagen ein großes Maskenfest statt, zu dem auch die Damen aus den Harems der Würdenträger geladen waren. Die Lieblingsgattin des Sultans erschien als Rococo-Dame, viele Harems-Schönen waren als Bäuerinnen, Wiener Wäschermädchen, Pagen u. s. w. gekommen. Ein unsichtbar aufgestellte' Orchester spielte zum Tanze auf, bei dem die Damen des Serails zeigten, daß sie vo. ihrer Lehrmeisterin, einer ehemaligen Tänzerin der Pariser Oper, Walzer, Polkas, Quadrillen ganz trefflich gelernt hatten. Der Sultan sprach seine Befriedigung über das Fest aus und dankte wiederholt den Gemahlinnen der Botschafter, welche den Anstoß zu demselben gegeben. Einiges Aufsehen erregte es, daß ein keckes Wäscher-
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Diakonissen-Sache. Zum Besten der Sandershäuser Kleinkinderschule erschien soeben ein Weckruf au die hessischen Jungfrauen, sich zum Diakonissen-Beruft zu melden unter dem Titel „Tabea stehe auf" von Metropolitan Lohr zu Heiligenrode. Das Schriftchen ist für nur 20Pfg. in der Buchhandlung von Ernst Nötiger, Cassel (ev. Vereinshaus, vormals Loewenthal) zu haben.
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In den Districten „Meilbach^ und „Münchwald" soll nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
Montag den IS. März
Scheith. Prügelh. Stockh. Reish.
Handel mifc Verkehr.
Limburg, 10. März. Rother Weizen X 1475, weißer Weizen X 00 00, Korn X 10 60, Gerste X 8.15, Hafer x 6.75, Kartoffeln ä 100 Pfund X 0.00, Erbsen i 100 Pfund X 00.00.
Frankfurt, 10. März. Auf dem heutigen Markt kosten: Kartoffeln per Malter X 4.00—5.50, Eier das Hundert X 4 Oil—8.00, Butter per Pfund X 1.10 bis 1.30, Weißkraut per Stück 00-00 H, Rothkraut per Stück 00-00 H, Kohlrabi per Stück 0—0 Ochsenfleisch per Pfund 65—00 H, Kuh- u. Rindfleisch 50—60 Kalbfleisch 40—60 Schweinefleisch 70—75 Hammelfleisch 50—70 1 Hahn
X 0.70-1.80, 1 Huhn X 1.00—2.20, 1 Ente X 3.00-0.00, 1 Gans X 6.00—8.59 1 Taube 40—60 H, Welsche X 5.00—12.00.
Cokesklein.
Wir haben ein größeres Quantum Eokesklein abzugeben, das wir leichtes und trockenes Füllmaterial zur Unterlagerung von Fußböden und Aufschüttung auf Gewölben bestens empfehlen.
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Dienstag den 16. März
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3 Buchenstämme mit 2,65 fm,
2 Lindenstämme mit 2,45 fm,
2 Birken- und Maßholderstämme mit 0,33 fm,
40 Fichten- und 54 Kiefernstämme, zusammen 33,30 fm,
113 Eichenstangen mit 6,33 fm, 2533 Fichten- und 775 Kiesernstangen
von 3 bis 14 cm Durchmesser, zusammen 53,56 fm, darunter ca. 1200 Bohnenstangen.
Die Zusammenkunft findet jedesmal Vormittags halb 10 Uhr statt und |»ar am Montag auf dem Schlagweg im Mönchwald, am Dienstag auf der Hattenröder Straße in der Meilbach.
Lich, am 6. März 1886.
1676 Wimmenauer, Forstrath.
Briefmarken zu Sammlungen verkauft, kauft, tauscht und giebt Commissionslager mit 3o 1/3°/o 11
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