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Samstag d u 11. December
Nr. 289
1886
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30. Schmidt, Georg III., Schreiner in Leihgestern.
31. Arnold, Christoph IL, Landwirth in Großen-Buseck.
14. Ferber, Georg Wilhelm, Buchhändler daselbst.
15. Schäfer, Ludwig V., Landwirth in Albach.
Germer, Philipp, Bürgermeister in Klein-Linden.
Jäger, Konrad, Landwirth in Hausen.
Kreiling, Philipp IV., Landwirth in Heuchelheim.
Menges, Georg IV., Landwirth in Großen-Linden.
Germer, Jacob II., Schmied in Heuchelheim.
Hermann, August, Gutsinspector in Winnerod. Riehm, Heinrich II., Landwirth in Lollar. Otto, Heinrich IV., Bürgermeister in Beuern. Böger, Emil Wilhelm, Goldarbeiter in Gießen. Walther, Wilhelm VI., Bürgermeister in Daubringen. Dauern heim, Louis, Buchhalter in Gießen. Rabenau, Wilhelm, Kaufmann in Alten-Buseck.
Alker, Johann, Zimmermann in Gießen.
Wagner, Balthasar IV., Kaufmann in Allendorf a. d. Lda.
Weigel, Philipp XII., Landwirth in Klein-Linden.
Henrich, Heinrich, Landwirth in Lang-Göns.
Balser, August, Agent in Gießen.
Böck, Jean, Kaufmann daselbst.
Balzer, Karl, Wirth daselbst.
Stuhl, Ernst, Buchhalter in Lollar.
Brück, Karl, Goldarbeiter in Gießen.
Dern, Georg VI., Landwirth in Leihgestern.
Jung, Philipp in., Landwirth in Heuchelheim.
Hofmann, Magnus, Fabrikaufseher in Daubringen.
Schmidt, Johann VI., Landwirth in Burkhardsfelden.
Althaus, Balthasar, Schreiner in Alten-Buseck.
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Italien.
Rom, 9. December. Minghetti ist schwer erkrankt. Der König besuchte denselben heute.
. Gießen, 9. December. Wie wir bereits gestern mittheilten, hat heute die Section der Kindesleiche in Staufenberg stattgefunden; das Kind soll gelebt haben und Mord vorliegen. Die junge Mörderin und deren Mutter sind heute Abend gefänglich hier eingebracht worden.
Gießen, 10. December. Die Kindesmörderin soll ein umfassendes Geständniß abgelegt haben.
lieber ihre Person erfahren wir, daß sie erst 17 Jahre alt und seither im elterlichen Hause gelebt habe. Nach der Geburt des Kindes babe sie es mit Tüchern zu ersticken versucht und ihm zum Uebesfluß auch noch einen Schlag auf den Kopf versetzt, die Leiche hernach im Garten verscharrt. Wenige Tage darauf hat sie schon wieder häusliche Arbeiten verrichtet und sich mehrfach im Orte gezeigt.
Es ist kanm anzunehmen, daß ein so junges Geschöpf solche Greuelthaten aus eigener Initiative hat vollbringen können und wird hoffentlich der Arm der Gerechtigkeit auch ihre Helfershelfer erlangen.
Lokales.
Gießen, 10. December. (Vom Amtsgerichts Für den bereits seit längerer Zeit erkrankten Herrn Amtsrichter Dr. Schaefer ist Herr Gerichtsassessor Dornsei ff von, hier zum Stellvertreter bestellt worden.
Gießen, 10. December. In öffentlicher Sitzung Großh. Amtsgerichts dahier fand gestern Nachmittag die Ausloosung der Schöffen für das Jahr 1887 statt. Es gingen folgende Namen aus der Urne hervor:
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Seuling, Christoph II., Landwirth in Großen-Buseck.
9. Adami, Heinrich, Bauunternehmer in Gießen.
10. Adami, Georg, Kaufmann daselbst.
11. Leun, Johann VIII., Bürgermeister in Großen-Linden.
12. Drebes, Ferdinand, Kaufmann in Gießen.
13. Dietz, Jean, Gastwirth daselbst.
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Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Correspondenz - Brrreau.
Berlin, 9. December. Bei der heute eröffneten Berathung der Commission für die Militärvorlage erklärte der Kriegsminister nach einem Berichte der „Nat.-Ztg.": Die Vorlage sei deßhalb eilig, weil das Mobilmachungsjahr mit dem 1. April beginne; man mache es der Militärverwaltung unmöglich, die nothwendigen Aenderungen im Mobilmachungsjahr rechtzeitig zu treffen, wenn die Vorlage nicht bis Neujahr erledigt werde. Er wolle rein politische Fragen außer Acht lassen, denn er sei im Stande, die Vorlage aus rein militärischen Gründen zu vertreten. Hiernächst setzte der Kriegsminister auseinander, daß die Kriegstüchtigkeit von der Masse der vorher ausgebildeten Mannschaften abhänge, Deutschland müsse jedenfalls auf eigenen Füßen stehen. Der Redner schilderte die Wehr- und Dislocationsoerhältnisse in Deutschland, Rußland, Oesterreich und bat, das Septennat, das sich bewährte, nicht abzukürzen.
Wien, 9. December. Die bulgarische Deputation ist heute Nachmittag vom Minister des Auswärtigen, Grafen Kalnoky, empfangen worden; die Unterredung
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Deutschland.
Berlin, 9. December. Der Kaiser nahm heute Vormittag die Vorträge Perponcher's und Wilmowski's entgegen und begab sich Mittags in dar Schloß zum Dejeuner mit dem Prinz-Regenten von Bayern; er machte darauf eine Spazierfahrt. Abends 9 Uhr findet eine Soiree bei den Majestäten statt. — Der Kaiser empfängt morgen Nachmittag den Erzbischof von Prag.
— Der Prinz'Regent von Bayern empfing heute Abend die hier anwesenden bayerischen Reichstags-Abgeordneten. Er sagte, nachdem er jeden einzeln begrüßt, zu Allen gewendet, er hoffe, fie würden eine baldige Entscheidung der Mtlitär'Vorlage fördern. Sein Wunsch sei die Entscheidung in dem Sinne, in welchem die Vorlage gemacht sei, zum Wohle des deutschen Vaterlandes und des bayerischen Landes und Volkes, welches er über Alles liebe. Der Vtce- Präfident des Reichstags, v. Frankenstein, erwiderte, die Vorlage würde gewiffen- hast geprüft werden, schon wegen der finanziellen Seite, worauf der Prinz-Regent entgegnete, die finanzielle Seite erscheine auch ihm belangreich, dürfe aber bei hochpolitischen Fragen nicht den Ausschlag geben.
— Der Prinz-Regent von Bayern verlieh bei seiner Anwesenheit in Berlin zahlreiche Orden.
— Grillenberger hat die Wahl in die Militär-Commission nicht angenommen. An seiner Stelle trat Meister (Soctalist) in die Commission.
Irankreich.
Pari-, 9. December. Nach kurzer Sitzung verwarf die Kammer den Antrag, den Handelsvertrag mit Italien unverzüglich zu berathen, mit 320 gegen 204 Stimmen und vertagte sich bis Samstag.
England.
Loudon, 9. December. (Reuterffches Bureau.) Jddesleigh erhielt dem Vernehmen nach eine Note der Pforte, worin der Wunsch unumwunden ausgesprochen wird, über die Räumung Egygtens mit England in einen Meinungsaustausch zu treten. Jddesleigh antwortete, er werde die Note in Erwägung ziehen.
— Der Kriegsminister bementirt formell, daß er mit dem Journal „France militaire" in irgendwelcher Beziehung stehe.
— Duclerc lehnte die Uebernabme des Ministeriums des Auswärtigen ab, welches nunmehr Courcel angeboten wird. Die Antwort Courcel's wird erst morgen erwartet.
London, 9. December. Lord Salisbury hielt heute im conservativen Club von London eine Rede, in welcher er jedoch keine auswärtigen Fragen berührte. Lord Salisbury erklärte, er müsse sich zu der Unterstützung von Seiten der alten Führer der Liberalen beglückwünschen, wie solche gestern offen von Lord Hartington versprochen worden sei. Bezüglich der irischen Frage trachteten die Conservativen keineswegs darnach, Differenzen mit den liberalen Unionisten zu suchen, sie wünschten im Gegen- theil alle möglichen Mittel zu finden, um gemeinsam mit denselben zu handeln, ohne ihre politische Individualität zu opfern. Die Regierung beabsichtige zuerst über eine englische und schottische Lokalregierung und dann erst im geeigneten Augenblick über eine Lokalregierung Irlands zu verhandeln; sobald eine solche hergestellt sei, könne man über die ernsten, Irland betreffenden Fragen berathen. Die Regierung wolle ferner die Uebertragung von Grundbesitz in Großbritannien erleichtern, ohne die Eigen- thumsrechte zu schädigen.
Was die Geschäftsordnung für das Unterhaus betreffe, so hätten sich die Ansichten der Regierung nicht geändert; letztere werde Alles thun, um die Redefreiheit zu sichern, aber die Mittel, welche hinreichend waren, so lange nur 40 irische Deputirte im Hause saßen, würden nicht ausreichen bei 90. Bevor man sich indessen mit den das Parlament betreffenden Fragen beschäftigen könne, gäbe es eine noch dringendere zu ordnen, die sich auf die augenblickliche Lage Irlands beziehe. Nichts als strenge Handhabung des Gesetzes könne die Bevölkerung von der Täuschung befreien, worin sie sich befinde, man müsse sich mit dem liebel beschäftigen, welches beträchtliche Klaffen Irlands dazu verleite, sich unter einem politischen Vorwande gesetzlichen Verpflichtungen zu entziehen. Die Regierung rechne auf die Unterstützung nicht nur der Conservativen und Unionisten, sondern auch auf eine solche anderer Parteien, denn sie wolle Doktrinen entgegentreten, welche der Industrie und dem Wohle eines jeden Gemeinwesens verhängniß- voll seien.
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Universität- - Chronik
Gießen. (Promotionen bei der philosophischen Facultät an der Landes- Universität Gießens Hermann Willig aus Dienheim, Realgymnasiallehrer in Mainz, Gustav Jellinek aus Wilna in Litthauen, Studirender der Chemie dahier.
dauerte l1/« Stunde.
Paris, 9. December. Goblet wurde im Laufe des gestrigen Nachmittags nochmals zu Grevy berufen und soll auf dringendes Bitten desselben sich entschlossen haben, die Cabinetsbilbung zu versuchen.
Paris, 9. December. Es heißt, Goblet werde drei oder vier Mitglieder des abtretenden Cabinets behalten, insbesondere den General Boulanger, ferner sofort nach der Cabinetsbilbung die Bewilligung von drei Zwölftel der Jahreseinkünfte beantragen und die gegenwärtige Session der Kammern schließen. Die Berathung des Budgets werde bis Januar verschoben. Die radikalen und die monarchistischen Zeitungen nehmen die Cabinetsbilbung durch Goblet nicht günstig auf. Die „Republique fr." meint, Goblet müsse mit der Demagogie brechen, wenn er eine lebensfähige Regierung begründen wolle.
— Die internationale Conferenz zur Herbeiführung möglichst übereinstimmender Bestimmungen in verschiedenen Staaten über die überseeischen Kabel wurde auf den 1. Juli 1887 verschoben, da in den betheiligten Staaten die Strafbestimmungen, welche Üie Ausführung des Art. 12 der Convention vom 14. Marz 1884 sichern sollen, noch nicht Gesetzeskraft erlangt haben.
Paris, 9. Deeember. Dem Vernehmen nach würden im Cabinet Goblet nur bie Minister posten des Innern, der Finanzen, der Justiz und des Auswärtigen neu besetzt werden, während die übrigen Portefeuilles in den Händen der bisherigen Inhaber blieben. Den Posten des Finanzministers soll Dauphin angenommen haben. — Fouragemagazine, Reitbahn und Cavalleriereitschule in Saumur sind niedergebrannt. Der Schaden ist beträchtlich.
— Goblet conferirte heute Abend mit Duclerc über die Zusammensetzung des jieuen Cabinets, dessen Constituirung morgen erwartet wird. Es verlautet, dasselbe werde sich folgendermaßen zusammensetzen: Goblet Präsident, Inneres; Duclerc oder (Sourcel Auswärtiges; Dauphin Finanzen; Burdeau Unterricht; Sarrien Justiz; Bou- langer Krieg; Aube Marine; Grauet Posten; Lockroy Handel; Millaud öffentliche Arbeiten; Ricard Landwirthschaft. . t ri J
— Es verlautet, Duclerc würde als Mmrster des Aeußern in das Cabinet Goblet eintreten. . _rr_
Paris, 9. December. Im Kammervorflur (Palais Bourbon) machte em Bildhauer Namens Baffier, einen Mordversuch auf den Dcputirten Casse, welcher leicht an der Hand verwundet wurde.
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Gießener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.


