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aus den 25. November ein.
— Das Landes - Oeconomie - Collegium, welches heute zu
Tirnowa, 10. November. sPrivatdepescheJ Die Sobranje beschloß in ihrer gestrigen geheimen Sitzung die Wahl deS Prinzen Waldemar von Dänemark nach Befürwortung Stambulow's und Stoijanow's, auch wenn Rußland die Wahl nicht anerkenne. Stambulow erklärte, wenn Prinz Waldemar ablehne, werde die Regierung, demissioniren. Die Wahl findet heute Mittwoch Vormittag statt.
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Tirnowa, 8. November. Die Sobranje vertagte die Fürstenwahl bis zum nächsten Mittwoch. Man hält nach Vornahme der Wahl noch immer eine Modification der Regierung für wahrscheinlich. da mehrere Cabinets-Mitglieder das Programm der Regentschaft mit der Fürstenwahl als erledigt betrachten.
Deutschland.
Darmstadt, 8. November. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom Heutigen den Oberst z. D. v. Herff, seither Flügeladjutant, als solchen unter die Officiere ä la suite aufzunehmen geruht.
— Se. Königl. Hoheit der Großberwg haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom Heutigen dem Hauptmann und Flügeladjutanten Freiherrn v. Senarclens-Grancy das Commando der Garde - Unterosficiers - Compagnie zu übertragen geruht.
Darmstadt, 9. November. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde ertheilt durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 6. November den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Mainz:
1) Philipp Klein, 2) Andreas Brehm, 3) Andreas Schön und 4) Adam Napoleon Schneider.
Berlin, 9. November. Se. Maj. der Kaiser empfing heute eine Reihe
Universität- - Chronik.
Marburg, 8. November. Der heute stattgefundenen feierlichen Einweihung der neuen medictnischen Universitätsklinik wohnte von Cassel Se. Excellenz der Herr Oberpräsident, Staatsminister Graf von Eulenburg, der Herr Regierungspräsident Magdeburg. Herr Landesdirector v. Hundelshausen, der Herr Curator und Rector der Universität, Professoren und Docenten, Studirende und andere geladene Persönlichkeiten bet. Mit Gesang des Akademischen Gesangvereins wurde die Feier eröffnet. Herr Professor Achelis hielt hierauf eine Weiherede und Herr Professor Mannkopff sprach dann über die historische Entwickelung der medicintschen Wissenschaften an unserer Hochschule. Hierauf ergriff der Herr Curator, Geh. Regierungsrath Dr. Meier das Wort und überreichte mit anerkennenden Worten dem Herrn Professor Dr. Mannkopff die Königliche Ernennungsurkunde, welche demselben den Character als Geh. Medicinalrath verleiht.
— Prioatdocent Dr. Karl Hintze in Bonn ist als außerordentlicher Professor der Mineralogie an die Universität Breslau berufen und noch in diesem Semester seine neue Lehrtätigkeit anlreten.
— Frauenstudium. Die Züricher Hochschule zählte im letzten Sommer- semester 471 Studirende und 30 Auditoren. Auf die einzelnen Fakultäten verteilen sich dieselben in folgender Weise: Theologen 37, darunter 3 Ausländer, Juristen 59, darunter eine Dame, Medicin 216, darunter 38 Damen, Philosophen 159, darunter 19 Damen.
Schiffs Nachrichten.
Bremen, 9. November. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfe? Ems, Capt. Th. Jüngst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 30. October von Bremen und am 31. October von Southampton abgegangen war, ist heute 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Neywork angekommen.
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Lokales.
Gießen, 10. November. Das Schwurgericht für das 4. Quartal 1886 wird Montag den 13. December seinen Anfang nehmen. Zum Vorsitzenden desselben ist Herr Landgerichtsrath Dr. Gilm er bestellt worden.
Session zusammentrat, wählte den Unterstaatssecretär Marcard verstorbenen Schuhmann zum Präsidenten.
Stuttgart, 9. November. Der „Staats-Anz." veröffentlicht die Einberufung der Ständeversammlung aus den 25. November.
achtet der vom Kaiser ausgedrückten Hoffnung aus Erhaltung des Friedens, die Situation doch gerade im Lichte der Thronrede ernst genug erscheine. Bemerkenswerth erscheint übrigens, daß sich auch in den Berliner Regierungsblättern und den übrigen als „inspirirt" geltenden Preßorganen ein plötzlicher Umschwung in der Beurtheilung der Lage vollzieht und mit säst verblüffender Schärfe machen „Post", „Köln. Ztg." u. s. w. gegen die russischen Wühlereien Front. Selbst die „Nordd. Allg. Ztg." findet plötzlich, daß „die Entwickelung der bulgarischen Zustände neuerdings in Bahnen eingslenkt habe, welche ihr einen exceptionellen Charakter auszuprägen geeignet scheinen" und meint, daß sich in dem ostrumelischen Hasenplatze Burgas ein Krisenherd ausgethan habe, dessen Thätigkeit sich verhängnißooll genug anlaffe. Demnach können die russischen Politiker selbst bei den Berliner Osficiöjen nicht mehr auf Billigung ihres Verhaltens rechnen und das will viel heißen!
Einstweilen hat indessen das neueste Jntriguenstücklein der Russenpartei in Bulgarien wieder ausgespielt, denn es wird aus Burgas gemeldet, daß daselbst die Ordnung wieder herg stellt sei und zwar ohne Blutvergießen. Der montenegrinische Pope, welcher eine Hauptrolle in dieser zweiten Verschwörung von Burgas spielte, ist nebst mehreren anderen Montenegrinern verhaftet worden, während es den militärischen Urhebern des Putsches, einem Lieutenant Kisselsky und einigen anderen Osficieren gelang, aus dem Seewege zu entfliehen. Kaum ist jedoch die Affaire von Burgas zu Ende, so fangen die Russen schon wieder mit ihren unsaubern Manöver« an. In Philippopel versuchten zwei Russen, die Bevölkerung auszuwiegeln, sie scheinen aber hierbei schlechte Geschäfte gemacht zu haben, denn sie mußten sich in das Haus des DragomanS des russischen Consulats flüchten, wo sie freilich fieber sind.
Aus der Sobranje wird gemeldet, daß sie am Samstag Abend in geheimer Sitzung die Antwort aus die Botschaft der Regentschaft sestgestellt hat. In jener spricht die Sobranje der Regentschaft ihren Dank sür die bis' herige Leitung der Geschäste aus und erklärt, daß sie nunmehr zur Wahl eines Fürsten schreiten werde. — Im bulgarischen Ministerium scheinen abermals MeinungS'Lerschiedenheiten zu herrschen, da, wie es heißt, der Finanzminister Geschoff zurücktreten will.
militäriicher Meldungen, sowie Vorträge des Polizeipräsidenten, des Generals v. Albedyll, des Grasen Hochberg und ertheilte dem Bischof von Ermeland, Dr. Thiel, im Beisein des CultusministerS Audienz. Nachmittags machte Se. Majestät eine Ausfahrt. Um 5 Uhr findet ein größeres Diner statt, zu dem gegen 25 Einlavungen ergangen sind.
— Eine kaiserliche Verordnung vom 8. November beruft
— „Daily News" veröffentlicht die Antwort Gladstone's auf die jüngste Aufforderung einiger bulgarischen Abgeordneten, feine Stimme zu Gunsten Bulgariens zu erheben. Gladstone erwiderte, feine Ansichten und Wünsche in Betreff der emancipirten oder autonomen Provinzen des türkischen Reiches seien unverändert geblieben; es wäre eine edle Handlung Alexanders II. gewesen, für Bulgarien die Freiheit vorbehaltlich gewisser gerechter Verpflichtungen zu erlangen, und dieser Edelmuth würde verschwinden, wenn der jetzige russische Kaiser den Traditionen nicht treu bleiben sollte, welche seinem Vorgänger in der Regierung Ehre und Dankbarkeit eintrugen. Er (Gladstone) habe es nicht als seine Pflicht angesehen, bei der gegenwärtigen Lage seine Stimme zu erheben, weil er glaubte und noch glaube, daß in England keine Meinungsverschiedenheit über Bulgarien und die dortigen Verhältnisse herrsche; er habe keinen gerechten Grund, zu bezweifeln, daß die Gesinnung Englands in dem Rathe Europas durch Lord Jddesleigh getreulich repräsentirt werde.
— Die Behörden trafen Vorsichtsmaßregeln, um etwaigen Ruhestörungen durch die Socialdemokraten anläßlich der Lordmayors - Procession vorzubeugen. Starke. Polizeiabtheilungen sind an den Eingängen zu Trafalgar Square und Ludgate-Circus, an dem Themsequai und anderen Punkten des Weges, welche die Lordmayors - Procession nimmt und an verschiedenen Stellen Ost-Londons stationirt. Garde-Infanterie und Kavallerie sind angewiesen, sich für den Notfall bereit zu halten, um der Polizei Hilfe zu leisten. Die Thüren und Fenster der Bankhäuser, Läden und öffentlichen Gebäude in den Straßen, welche die Procession berührt, sowie in mehreren Straßen Ost-Londons sind durch starke Holzverschläge geschützt.
London, 9. November. Die Lordmayors-Procession verlief ohne jede Ruhestörung. Eine große Volksmenge war auf den Straßen, doch nirgends sind Unordnungen vorgekommen.!
— Nach Beendigung der Lordmayors - Procession drangen einige Hundert auf den Trafalgar Square und versammelten sich am Fuße der Nelson-Säule. Mehrere kleine rothe Fahnen wurden entfaltet. Einige Socialistenführer versuchten eine Ansprache zu halten, konnten aber in Folge des Lärms nur auf kurze Entfernung gehört werden. Die Polizei sah einige Zeit ruhig zu und vertrieb darauf die Socialisten von der Nelson-Säule und zerstreute die Menge. Sie wurde dabei von einer im Trabe den Trafalgar Square umreitenden Kavallerie-Abtheilung unterstützt.
Petersburg, 9. November. Das „Journal de St. Petersbourg" hebt hervor,, der friedliche Character der Rede des Kaisers von Oesterreich und die beruhigende Wirkung derselben unterstütze das mäßigende Vorgehen Rußlands. Die Rede zeige, wem die wirkliche Verantwortung zukomme, und das sei die beste Antwort auf die angebliche constitutionelle Gesetzmäßigkeit, womit sich die Tictatoren Bulgariens zu decken suchten; es sei daher zu hoffen, daß die von dem Kaiser erwähnte Mitwirkung der Mächte sich in der Weise geltend mache, daß sie die geduldige, aber entschlossene Action Rußlands unterstütze, um die revolutionären Elemente zu beseitigen, die sich der Wiederherstellung der gesetzlichen Ordnung in Bulgarien widersetzten.
— Der Militärattache Tschitschagow in Philippopel ist in den Generalstab zu Petersburg versetzt.
Athen, 9. November. In seiner gestrigen Rede in der Kammer erklärte der Ministerpräsident Trikupis ferner, das Deficit werde nur 3 Millonen Frcs. betragen, wenn die Kammer die neuen Steuern bewillige, im entgegengesetzten Falle sei das Deficit auf 20 Millionen zu schätzen. Der Ministerpräsident kündigte außerdem eine Vorlage über eine Abänderung der militärischen Organisation, sowie eine Verminderung der Ausgaben um 6 Millionen bei den einzelnen Ministerien an.
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Oppenrod, 9. November. Sonntag der 7. November war für die kleine Gemeinde Oppenrod ein wahrer Fest- und Ehrentag. Es wurde die neue von Orgelbauer Förster in Lich erbaute, sowie von Organist Kern in Laubach geprüfte und als vortrefflich erkannte Orgel unter sehr zahlreicher Vetheiligung der Gemeinde und einiger Fremden vom Dekan und Kirchenrath Dr. Strack feierlich eingeweiht, nachdem derselbe vorher über 1. Cor. 3, 16. 17 gepredigt hatte. Den Nachmittag wurde ein Missionsfest gefeiert, wobei Pfarrer Vogel von Beuern und Missionar Thimm von Frankfurt predigten. Das kleine Kirchlein konnte die Menge der einheimischen und fremden Zuhörer nicht fassen und selbst den Geistlichen wurde es schwer, durch das Gedränge den Weg in den Pfarrstuhl zu finden. Vogel predigte über 1. Cor. 1,23.24. und zeigte, daß wir nur dann in rechter Weise Mission treiben könnten, wenn wir zuerst Mission an uns selber trieben. Missionar Thimm gab auf Grund von Ev. Matth. 22, 1—14. Beispiele aus seiner Missionserfahrung trauriger und freudiger Art. Er erzählte wie gerade in letzter Zeit der Tod unter den Arbeitern der Mission bedauerliche Lücken verursacht habe, er forderte zu kräftiger Unterstützung der Mission auf und legte es denen, die den Ruf vernehmen würden, in die Missionsarbeit zu treten, ernstlich ans Herz, diesem Rufe zu folgen. Die am Schluffe erhobene Collecte' betrug 19 60
Alsfeld, 9. November. In dem benachbarten Dorfe Hopfgarten hat heute ein Schremermerster seinem Gesellen eine solch' schwere Verletzung am Kopfe beigebracht, daß derselbe alsbald verschied. Die gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet.
Aus Süd-Thüringen, 5. November. (Ein seltener Fund.) In einem Brunnenschacht tn der Saalburg zu Coburg ist in diesen Tagen ein seltener Fund gemacht worden, nämlich ein aus der Römerzeit, 200 Jahre nach Christi, stammender Frauenschuh. Derselbe ist im archäologischen Museum zu Coburg aufbewahrt worden. (Ob dem Fund ein Taufschein beigelegen hat, darf man bis auf Weiteres wohl bezweifeln. Anm. d. Red.)
Telegraphische Depeschen.
Wolffs telegr. Correspondenz-Bnrean.
Brüssel, 9. November. Die Thronrede, mit welcher heute die Kammern eröffnet wurden, bezeichnet die Benetzungen zu allen Mächten als vortreffliche, Belgien erfülle auf das Gewissenhafteste die Pflichten der Neutralität. Nachdem die Thronrede darauf hingewiesen, daß die industrielle Produktion Belgiens, welche durch die Ausstellung in Antwerpen gestärkt sei, sich nicht vermindert habe, wobei eine weitere Ausdehnung der kommerziellen Beziehungen empfohlen wird, erinnert dieselbe an die bedauerns- werthen Vorgänge in Lüttich und Charleroi. Unterstützt durch die Arbeiten der Enquäte- Commission, werde die Regierung den Kammern Gesetzentwürfe über wichtige Reformen Dorlegen; es handele sich hauptsächlich darum, die freie Bildung von Berufsgruppen zu begünstigen, ferner zwischen den Arbeitgebern und Arbeitern neue Verbindungen herzustellen und zwar durch die Bildung von Schieds- und Einigungsämtern; es werde außerdem beabsichtigt: Regelung der Frauen- und Kinderarbeit, Beseitigung der Mißbräuche bei Lohnzahlungen, Erleichterung der Wohnungsverhältnisse, Herstellung von Einrichtungen für die Wohlfahrt und Unterstützung der Arbeiter, insbesondere durch Versicherungen und Altersversorgungen, Bekämpfung der Trunksucht und der Unmoralität im Allgemeinen, endlich wirksame Maßregeln gegen Lebensmittel-Fälschungen. Die Thronrede kündigt ferner an, daß der König vsn dem ihm zustehenden Begnadigungsrechte in Bezug auf die wegen der Ausschreitungen in Lüttich und Charleroi Verurtheilten den weitesten Gebrauch machen werde. In der Militärfrage nehme die Art der Rekrutirung mit Recht das Interesse der öffentlichen Meinung in Anspruch, es sei sehr zu wünschen, daß das patriotische Einvernehmen der Parteien der Regierung die Lösung dieser Frage ermögliche. Der Zustand der Finanzen sei trotz der herrschenden Krisis ein günstiger. Bezüglich des höheren Unterrichts werde den Kammern eine Vorlage zugehen.
Brüssel, 9. November. Senat. Crocq bringt eine Vorlage auf Bewilligung einer Amnestie für alle wegen Theilnahme an den Unruhen bei Charleroi Verurtheilten ein. Die Rechte scheint diesen Antrag ablehnen und sich mit den in der Thronrede angekündigten Begnadigungen begnügen zu wollen.
London, 9. November. Lord Salisbury begab sich gestern zur Königin nach Windsor. Die „Times" glaubt, dieser unerwartete Besuch des Premiers stehe mit dem Empfange wichtiger Depeschen über die bulgarische Frage im Zusammenhänge.


