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Freitag beit 11 Juni
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Betreffend: DaS Ober-Ersatz-Geschäft für 1886,
»stattfinden.
soweit denselben noch eine besondere Ladung zugeht;
Gießen, am 10. Juni 1886,
Das Ober-Ersatz-Geschäft für 1886 wird im Kreise Gießen
SamStag den 3. Juli im Rathhause zu Lich, Vormittags 9 Uhr,
Montag den S. Juli in dem alten Rathhause zu Gieße«, Vormittags 8 Uhr,
Dienstag den 6. Juli daselbst, Vormittags 8 Uhr,
Mittwoch den 7. Juli im Gasthaus „Zum Rappen" zu Grüuberg, Vormittags 3 Uhr,
Der Civil-Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission des Kreises Gießen.
—von Bechtold, Regierungsrath.___________
Es haben sich nach Maßgabe der besonders ergehenden Vorladungen an den genannten Tagen vor der Großherzoglichen Ober-Ersatz-Commission im -Bezirk der 49. Infanterie-Brigade in sämwtlichen Aushebungsorten zu gestellen:
a. die für dauernd untauglich befundenen Militärpflichtigen
d. die zur Ersatz-Reserve II. Klasse in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen
c. die zur Ersatz-Reserve I. Klaffe in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen;
d. die von der Ersatz-Commission als tauglich und einstellungsfähig erkannten Mllitärpflichtigen, einschließlich derjenigen aus früheren Jahrgängen; o. die von den Truppenthellen zur Disposition der Ersatz-Behörden entlaffenen Soldaten;
k. die von den Truppentheilen abgewiesenen einjährig Freiwilligen.
Den Großherzoglichen Bürgermeistereien werden besondere Ladungen für die Militärpflichtigen k. H. zugehen, welche den Betreffenden unverzüglich Wzustellen sind. Der Vollzug der Ladungen ist innerhalb 8 Tagen anzuzeigen. Die Militärpflichtigen find außerdem anzuweifen, ihre Loosungsscheine mit zur Stelle zu bringen.
Sie zur Beurtheilung von Reclamationen in Betracht kommenden Personen haben ebenfalls zu erscheinen.
ollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist der Grund hiervon berichtlich anzuzeigen und ist, wenn ein Militärpflichtiger von seinem bisherigen Wohnorte weggezogen ist, zugleich anzugeben, wohin derselbe verzogen ist.
Die Großherzoglichen Bürgermeister haben bei dem Ober-Ersatzgeschäfte selbst anwesend zu sein und sich darum zu bemühen, daß die Militärpflichtigen rechtzeitig zur Stelle sind.
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Politische Ueberficht.
Gießen, 10. Juni.
Die an diesem Donnerstag, den 10. Juni, in Berlin stattge- fundene Enthüllung des Denkmals König Friedrich Wilhelm IV. — die Nachricht, daß die Enthüllung am 16. Juni staUfinden solle, war irrig — dürfte sich nach dem veröffentlichten Programm zu einer ebenso glänzenden, wie erhebenden Feier gestaltet haben. Zu derselben waren auch den Präsidien der beiden Häuser des preußischen Landtages, sowie des Reichstages Einladungen .zugegangen.
Die Frau Großherzogin von Baden hat am Montag, nach herzlicher Verabschiedung von ihrem kaiserlichen Vater, Berlin wieder verlassen und die Rückreise nach Karlsruhe angetreten.
Dem Prinzen Friedrich August von Sachsen sind bekanntlich bei seiner Anwesenheit in Wien ungewöhnliche Ehren Seitens des kaiserlichen Hofes zu Theil geworden. Es verlautet nun in Wiener Hoskreisen, daß sich der Prinz mit der jüngsten Tochter des österreichischen Kaiserpaares, der Erzherzogin Marie Valerie, verloben solle. Die Erzherzogin steht gegenwärtig im 18. Lebensjahre und wurde erst am vergangenen Carneval in die große Welt eingeführt, indem sie zum ersten Male an den Hoffestlichkeiten Theil nahm. Einstweilen liegt von competenter Seite noch keinerlei das Gerücht bestätigende Mit- theilung vor und dürste daffelbe mit der gleichen Reserve aufzunehmen sein, wie das Gerücht von der bevorstehenden Verlobung eines österreichischen Erzherzogs mit der ältesten Tochter des Prinzen Georg von Sachsen. Der Besuch, welchen der Erzherzog und die Erzherzogin Karl Ludwig von Oesterreich Anfangs dieser Woche der zur Zeit noch in Sibyllenort weilenden sächsischen Königsfamilie abstattete, hat wahrscheinlich mit dazu betgetragen, das letzterwähnte Gerücht von Neuem aufleben zu lassen.
Zwischen Frankreich und dem Vatikan sind Verhandlungen über die dem apostolischen Delezirten in China zu ertheilenden Befugniffe eingeleitet worden. Der „Temps" erklärt, daß diese Befugniffe sich nur auf die geistliche Domäne beziehen und in keiner Weise das Protectorat Frankreichs beeinttäch- ttgen sollten. , ,,, _ P r ,u
In England ist endlich die parlamentarische Entscheidung über die irische Verwaltungs-Vorlage gefallen. Am Montag lehnte das Unter- Haus die Homerule»Bill mit 341 gegen 311 Stimmen ab und vertagte sich
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Zungen.
1 Juni,
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Betreffend: Das Reichsg^setz^über die Unfall- und Krankenversicherung der in land- und farstwirthschaftlichen^B-tn^en beschäftigten Personen Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
rr . E'N von dem Großherzoglichen Regierungsrath vr. W. Zeller zu Darmstadt verfaßtes Schriftchen verfolgt den Zweck, dieKenntniß obigen Gesetzes dessen demnachstiges Inkrafttreten zu ermatten steht, in faßlicher Weise zu erleichtern und dadurch zur richtigen Ausführung desselben beizutraqen.
. m , Ju°em wir Sre auf das Werkchen aufmerksam inachen, empfehlen wir Ihnen dessen Anschaffung mit dem Bemerken, daß dasselbe für 1 50 L ttn Buchhandel zu beziehen ist. 1
___________________________________________ Ur. Boekmarrn.
hierauf bis diesen Donnerstag. Der Ausgang dieser wochenlangen und an merkwürdigen Wendungen und Zwischenfällen reichen Debatten bedeutet also eine eclatante Niederlage des Cabmets Gladstone und alle Kunststückchen, welche der finderische Geist des englischen Premiers ersann, um den Verhandlungen eine für das Cabinet günstige Schlußwendung zu geben, sind umsonst gewesen. Als nächste Folge der Verwerfung der Bill wird sich die Auflösung des Parla- mentß und die Anordnung von Neuwahlen ergeben, da Mr. Gladstone in der ihn charakterisirenden Zähigkeit nicht gesonnen ist, die Zügel der Regierung, ohne einen Appell on die Nation zu richten, aus der Hand zu geben. Von dem Ausfälle der Neuwahlen wird dann nicht nur das Geschick des Ministeriums Gladstone, sondern auch der fernere Verlaus der irischen Frage abhängen.
Die Aushebung der über die griechischen Küsten verhängt gewesenen Blokade, sowie das Wiedereintreffen der Gesandten der Mächte in Athen bezeichnen den äußerlichen Abschluß des türkisch-griechischen Zwischenfalles in der Ortent-Affaire. Die internationale Flotte ist einstweilen nach der Suda- bucht zurückgekehrt, doch darf man ihrer-baldigen Auflösung mit Bestimmtheit entgegensetzen. Daß im Orient nunmehr eine dauernde friedliche Wendung eingetreten ist, dafür zeugt wohl auch die Abreise des griechischen Königspaares in's Ausland, zunächst nach Wiesbaden ; die Negierung Griechenlands führt während der Abwesenheit König Georgios und im Namen desselben der Kronprinz.
Die glücklich vereitelte Verschwörung von Burgas, die den Zweck hatte, den Fürsten von Bulgarien todt oder lebendig in die Hände einer Bande von Hochverräthern zu liefern, wird jetzt von dem „Journal de St. P^ters- bourg" als ein bloßes — Wahlmanöoer bezeichnet! Die zweifelhafte Rolle, welche Rußland bislang bei den bulgarischen Vorgängen gespielt hat, läßt diese seltsame Entdeckung des osficiösen Petersburger Blattes in ihrem wahren Werthe erscheinen — man fühlt sich an der Newa nicht frei von der moralischen Mitschuld an dem beabsichtigt gewesenen Verbrechen von Burgas und daher die famose Darstellung des Complottes als eine Erfindung zu Wahlzwecken!
][ Darmstadt, 9.1$um. Die Vorbereitungen zur würdigen Begehung der Jubiläumsfeier der technischen Hochschule, welche zu Anfang nächsten Monats zu erwarten steht, werden hierorts in eifriger und umfaffender Weise betrieben. Die Festschrift, die als Einleitung auch eine kurze Geschichte der Anstalt enthält, ist im Druck, bezw. hat sie die Presse bereits verlassen«.
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