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Ur» ISS Dienstag Sen 10, August LZ86.

Gießener Anzeiger Amts- und. AnzergehlaU für Herr Kreis Gießen. ~mr»wTiaaw« <>'n* ui U4" niri mnvumkuzsmcm»iJUüXuA-ikjbäua-w"»'<*rjwwiuAj^w^,.enflKiwr>,«w«MiwMWMli,i i. axzcy»""**>! fni »i>MBiBHM,u«^mMjma<vnpQOiAvunr»/T/x«wtA/ - - «* **** iis «**««* Wdt^Wm^Mr^ AÄüA" Amtlicher HI eil.

Bekanntmachung.

In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat Juli veröffentlicht:

Hafer JL 13.40, Heu «X 4.25, Stroh <X 4.25 pro 100 Kilogramm.

Gießen, am 9. August 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I V.: v. Bechtold. iuw«KMUMHMerew»^miffY,''^ggBMBM»:HMnwiMimwyi,n«TrrwwnnTMBagwaEBasawwj>jwea5gn vsts^hf?. o^at'da^giFEa'WigftiFTJC&tic.TwyAMajikMErtg/Ta

Deutschland.

Berlin, 7. August. Aus München wird derKöln. Ztg" geschrieben: Ein hiesiges Blatt hatte die Nachricht gebracht, daß der Reichskanzler bei seiner jüngsten Anwesenheit in München einer hochgestellten Persönlichkeit gegenüber die dermalrge politische Lage in Europa als höchst bedenklich bezeichnet und die Möglichkeit nicht ausgeschlossen habe, daß noch in diesem Jahre kriegerische Er- eizniffe eintreten könnten. Wir sind dem Gerüchte nachgegangen und können sagen, daß man in maßgebenden Kreisen die erwähnte Mittheilung 'für durchaus falsch erklärt. Der Kanzler hat in Kissingen, wie Jedermann weiß, vielfach mit dem russischen Botschafter, Frhrn. v. Mohrenheim, verkehrt und die Ver­handlungen mit demselben sollen so weit gediehen sein, daß eine Besprechung mit Herrn, v. Giers, welcher leidend ist, nicht mehr unbedingt nöthig erschien. .Fürst Bismarck soll hier an entscheidender Stelle seiner Befriedigung darüber Ausdruck gegeben haben, daß die Verhandlungen mit Kalnoky in äußerst zufriedenstellender Weise-werlausen sind und daß die Erneuerung des Drei - Kaiser'- Bündnisses an Wahrscheinlichkeit gewonnen hat. Wenn indeß auch Rußland der Erneuerung widerstreben sollte, so wäre doch die gesicherte Verbindung Deutschlands und Oesterreichs, .welche auf Erhaltung des Friedens gerichtet ist, vollkommen aus­reichend, um 'einen europäischen Brand zu verhüten. Die russischen Erklärungen, welche in Paris auf die Kundgebungen am Tage des Generals-Chanzy erfolg­ten, lassen darüber keinen Zweifel, daß Rußland zur Zeit won einem Bündnisse mit Frankreich weiter als je entfernt ist, und doch wäre ein solches der einzig denkbare Anlaß eines europäischen Krieges. Dazu kommt, daß England aus der Batumfrage keine ernsten Folgen zu ziehen scheirü, und endlich, daß die von russischer Sette in Konstantinopel abgegebenen Erklärungen zum mindesten dafür Sicherheit bieten, daß vorerst von Rußland weitere Schritte im Orient nicht in Aussicht stehen.

Berlin, 7. August Den Abendblättern zufolge sprach sich der Kaiser * dahin aus, daß von einem allgemeinen feierlichen Begehen des Todestages Friedrichs oes Großen Abstand zu nehmen fei. An der Ruhestätte des Königs in der Potsdamer Garnisonkirche soll am 17. August Gottesdienst unter Theil- nahme der Vertreter der Potsdamer Truppentheile stattfinden. Die königliche Familie wird, soweit sie in Potsdam anwesend ist, bei der Feier erscheinen.

Heidelberg, 7. August. Bei dem gestrigen allgemeinen Studentencommers wurde noch von dem Prorector Bekker ein Toast auf das Ministerium ausgebracht, vom Staatsminister Turban auf die Stände; der frühere Prorector Quincke brachte in begeisterten, mit großem Enthusiasmus aufgenommenen Worten das Hoch auf den Reichskanzler Fürsten v. Bismarck aus. Schließlich ergriff Professor Treitschke auf Wunsch des Großherzogs das Wort, um an Stelle des verhinderten Generals v. Obernitz das Wohl der Studentenschaft in Waffen auszubringen. Der Erbgroßherzog hat auf das ihm anläßlich der Jubiläumsfeier übermittelte Begrüßungstelegramm der Uni­versität geantwortet:Für das freundliche Gedenken der Universität sage ich meinen herzlichsten Dank, tiefbedauernd, der schönen Jubelfeier fern bleiben zu müssen." Der frühere italienische Minister des Auswärtigen, Mancini, hat durch den Senator Moleschott telegraphisch sein herzliches Bedauern aussprechen lassen, daß er als Heidel­berger Ehrendoctor am Erscheinen verhindert sei. Der Cultusminister v. Goßler eilte dem Prorector Bekker mit, daß Seine Majestät der König ihm den Rothen Adlerorden zweiter Classe verliehen habe; der Dtadtdirector v. Scherer erhielt den Rothen Adlerorden dritter Classe, der Oberbürgermeister Wilckens den Kronenorden dritter Classe.

Heidelberg, 7. August. Die Jubiläumsfeier fand heute Abend mit der Be­leuchtung des Schlosses ihren officiellen Abschluß. Eine große Menschenmenge wohnte auf dem rechten Neckarufer zwischen den beiden Brücken dem großartigen Schauspiele bei. Die Großherzogliche Familie sah von einer Privatvilla aus zu und war bei der Anfahrt und bei der Abfahrt der Gegenstand der wärmsten Ovationen. Auf dem Wasser hielten die Corpsverbindungen in kleinen, mit bunten Lampen reich decorirten Fahrzeugen und ließen die Corpsfarben zeigende Raketen steigen. Mit den Nachtzügen verließen Tausende von Fremden die Stadt.

Belgien.

Brüssel, 7. August. Auf Anordnung der Gerichtsbehörde wurde ein Plakat, welches zur Anarchie auffordert, entfernt und mit Beschlag belegt.

England.

Belfast, 7. August. Hmte fanden wiederum Ruhestörungen statt; die Polizei wurde von den Ruhestörern mit Steinwürsen angegriffen; mehrere Polizeimannschaften wurden verwundet; schließlich wurden die Ruhestörer von der verstärkten Polizei auseinandergetrieben.

Amerika.

New-Bork, 6. August. Der heute angekommene DampferState of Alabama" meldet: Am 4. b, Mts. trafen wir in 42.27 Grab nörblicher

Breite, 60.45 westlicher Länge den Bremer Dampfer, wahrscheinlich dieWerra", int Schlepptau.'eines Dampfers von der Monarch-Linie auf Boston steuernd. DieWerra" hatte die Schraube verloren und den Schaft gebrochen und ver­langte keine Hülfe.

MkMWW BepWM.

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Bad Gestein, 8. August. Kaiser Wilhelm empfing gestern Nachmittag den 'Botschafter Prichen Neuß und nahm später den Vortrag des Wirklichen Geheimen Legationsraths v. Bülow entgegen. An dem Diner nahmen gestern noch der Minister v. Bötticher mit Gemahlin, die Gräfin Lehndorff, Frau von Wallerberg und Graf Dönhoff-Friedrichstein Theil. Heute Vormittag empfing der Kaiser den Grafen Herbert Bismarck. Zu dem heutigen Diner sind geladen Hofprediger Dr. Frommel, der Bürgermeister Straubinger und der Oberstlieutenant v. Betz, Commandant des Militär-Kurhauses in Hof Gastein. Anläßlich der heute Abend erfolgenden Ankunft des Kaisers von Oesterreich ist der Ort bereits reich mit Fahnen und Guirlanden geschmückt.

Kopenhagen, 8. August. Der König von Griechenland ist heute Vormittag hier eingetroffen und von den Mitgliedern der königlichen Familie am Bahnhofe empfangen worden. Der Kronprinz ist mit demselben hierher zurückgekehrt.

Bremen, 8. August. Flach hier cingelangter Nachricht ist der Dampfer des Norddeutschen Lloyd,Werra", welcher mit gebrochenem Schaft von einem anderen Dampfer in's Schlepptau genommen wurde, in Boston eingetrofien.

Brüste/, 8. August. An der heutigen Arbeiterkundgebung nahmen gegen 1600 Personön'.Theil, welche mit einigen rothen Fahnen unter dem Gesänge der Mar­seillaise die Straße durchzogen. Die Ruhe wurde nirgends' gestört.

Belfast, 7. August, Nachts. Im Laufe des Abends wiederholten sich die Ruhe­störungen. Zwischen den Ruhestörern und der Polizei und den die letztere unterstützenden Truppen kam es mehrere Male zu heftigen thätlichen Zusammenstößen; hierbei wurden gegen 50 Personen verwundet.

Petersburg, 8. August. Der Minister v. Giers empfing den chinesischen Gesandten Tseng und machte demselben gestern seinen Gegenbesuch.

Darmstadt, 9. August. sPrivatdepesche.l Kreisrath Jöst von Erbach ist zum Regierungsrath bei der Provinzial-Direction Oberhessen zu Gießen, Regierungsrath v. Bechtold zu Gießen zum Kreisrath von Erbach, Staatsanwalt Jöckel zum ersten Staatsanwalt in Gießen ernannt, erster Staatsanwalt Zimmermann zu Gießen nach Darmstadt versetzt.

L v k a l e

Gießen, 9. August. Der Großh. Erste Staatsanwalt Zimmerman ist in gleicher Eigenschaft an die Staatsanwaltschaft nach Darmstadt versetzt, Großherzogl. Staatsanwalt Jöckel dahier ist zum Ersten Staatsanwalt an Großh. Staatsanwalt­schaft dahier befördert worden.

Gießen, 9. August. Der Männer-Turnverein Gießen betheiligt sich an dem 16. Mittelrheinischen' Turnfeste in Worms durch seine Musterriege. Das Turnen dieser Riegen fand am 8. d. M. statt und erhielt die Musterriege des genannten Ver- eins die Notegut".

Universität- - Chronik.

Jena, 6. August. Der als ordentlicher Honorarprofessor für Pädagogik be­rufene Herr Dr. Rein, bisher Seminardirector in Eisenach, wird seine Lehrtätigkeit an hiesiger Universität im nächsten Wintersemester mit Vorlesungenüber die grund­legenden Ideen des erziehenden Unterrichts" beginnen, daneben aber die theoretischen Besprechungen im akademischen pädagogischen Seminar und die praktischen Hebungen in der mit diesem Seminar verbundenen Uebungsschule leiten.

Jena, 6. August. An Stelle des nach München berufenen Herrn Hofrath Dr. Sohncke wird vom 1. October d. I. ab Herr Professor Dr. Winkelmann, bisher ordentlicher Professor der Physik an der Akademie zu Hohenheim das Ordinariat für Physik an der hiesigen Universität und die Leitung des physikalischen Instituts übernehmen. ~ , n

Aus Bonn berichtet man unterm 3. August: Prinz Frredrlch Leo­pold von Preußen wird Bonn nunmehr verlassen. Bei der in der Universitats- Aula stattgchabten Erinnerungsfeicr an den Stifter der Universität, wobei Professor Dr. Lübbert die Festrede hielt, wurde dem Prinzen vom Rector, Geh. Rath -drnz, ein Document über seine Immatrikulation an hiesiger Universität überreicht, wobei der Rector dem Wunsche Ausdruck gab, daß die Frucht der Studien für den Prinzen eine segensreiche werden möge. Derselbe erwiderte, daß er die Zeit semes zweijährigen Studiums Hierselbst als eine sehr angenehme nie vergessen werde.

Vermischtes.

Worms, 7. August. Es ist kein kleines Häuflein, welches hier zm Feier des XVI. Mittelrheinischen Turnfestes einzieht, demi von allen 10 deutschen ^urnkreisen ist der Mittelrheinkreis, seiner Größe und Mitgliederzahl nach, der weitaus ftauftc. In ihm vereinigt sind in Folge seiner geographische Lage eine große Anzahl Saaten und Provinzen, von welchen wir nur hier das Großherzogthum Hessen, den Regierungo- bezirk Wiesbaden, Birkenfeld, von bei; preub^^^^cn 9x^1111^001115 ^cÖientn^Boei^ und Coblenz, Kreis Wetzlar, vom Regierungsbezirk Kassel Hanau, ferner aud) anführen wollen. Schon früh ivurde es heute m den Straßen allenthalben lebendig, galt es doch einentheils den Festschmuck zu vollenden, anderntheils btc bereits den elften Frühzügen eintreffenden Vorboten der Turner, die zahlreichen Delegnten fui den