Gießen, 9. Juli. Der Fe st grüß der Lanbes-Umversitat Gießen an die- Technische Hochschule zu Darmstadt zum 2. Juli 1886 hat folgenden Wortlaut:
Mit lebhafter Theilnahme begrüßt die Ludoviciana die festliche Begehung bes Tages, an dem die Technische Hochschule zu Darmstadt auf die ersten- fünfzig Jahre erfolgreicher Arbeit zurückzublicken vermag.
Fast ausnahmslos fällt die Entstehung der deutschen Technischen Hochschulen in den Zeitraum des letztverflossenen halben Jahrhunderts und die Geschichte derselben hat über die verschiedenartigsten, nicht selten gegensätzlichen Ausgangspunkte unb Anfänge zu berichten. Keiner der höchsten technischen Bildungsanltalten sind die ersten tastenden Schritte, die mannigfachen Stufen und Stadien der Vorbereitung erspart geblieben, welche nothwendig zu überschreiten waren, bevor die ihnen gemeinsamen bestimmten Ziele fest und sicher in's Auge gefaßt werden konnten. Aber mit Recht schauen sie stolz auf diesen Werdeprozeß, ist er doch auf das Innigste verknüpft mit mächtigen Wandlungen und Umbildungen der deutschen Cultur überhaupt.
Auch die Jubilarin befindet sich in dieser Lage und die, Landes-Universität beglückwünscht sie um so aufrichtiger dazu, je enger das Band ist, welches beide Hochschulen mit einander verbindet. Sie giebt sich der zuversichtlichen Hoffnung hin, daß die beiden höchsten Bildungsanstalten des gemeinsamen engeren Vaterlandes nach wie vor und auf lange hin unter dem wohlwollenden Schutze erleuchteter Landesherren in friedlichem Wetteifer fröhlich gedeihen werden und ruft der jüngeren Schwester in dieser Gesiimung ein herzliches Vivat floreat et cresoat zu.
Rector und Senat der Landes-Universität.
(gez.) G. Frhr. von der Ropp.
Gießen, 9. Juli. Oberstlieutenant Bertram ist zum Oberst und Regiments- Eommandeur des 56. Infanterie-Regiments in Wesel ernannt worden.
Gießen, 9. Juli. sLuftballonauffahrt.j Am 25. Juli wird vom Garten des „Wiener Hofes" aus der weltberühmte Aeronaut Herr Carl Securius und Frau die Reise in die hohen Regionen unternehmen. Herr Securius besitzt jetzt 13 Ballons verschiedener Größe und haben viele gekrönte Häupter seinen hochinteressanten Auffahrten beigewohnt, u. A. Seine Majestät Kaiser Wilhelm, Ihre Majestät Kaiserin Augusta, Ihre Majestät Königin Carola vcn Sachsen, Ihre Königliche Hoheit Großherzogin von Baden, Ihre Königliche Hoheit Kronprinzessin Victoria von Schweden und Norwegen, Seine Majestät König Georg von Griechenland, Seine Königliche Hoheit Großherzog von Mecklenburg. Seine Hoheit Herzog von Sachsen-Meiningen u. s. w., auch ist Herr Securius im Besitze der großen goldenen Verdienstmedaille für Kunst und, Wissenschaft und der großen silbernen Medaille als Anerkennung vorzüglichster Leistungen. In einer unserer nächsten Nummern werden mir noch Näheres - über die Ballons selbst bringen.
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Handlung des Herrn Wilh. Rudolph in Gießen. 9 oer Mtistkalien-
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Wiesbaden, Tagen verhandelten < Schneider von Biebr von Fehlheim und Z schweren Raubs zun schweren Raubes zu Albrecht von Eastrl Raub zu einer ßud die Ehrenrechte aus ohne Zeitbeschranki klagten auserlegt w Wirft an.
Mut HBcfffi Hagen, welcher, mit Fabrikanten Schnettl W Tage später sta tat aus Freiere W Runde von L im Stande der R rntlassen.
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Merzeugt er sich, daß die „unauffällige Beseitigung von Grimm's Kindermärchen" und ^Hoffmann'S Jugendschrtsten" u. s. w. doch nicht so dringend nothwendig war, als die Beseitigung einer Erziehungs-Methode, die das Gist nationalen Haffes in das Herz kleiner Mädchen säet.
Der Strafgerichtshos zu Bourgoin, welcher über die blutigen Tumulte bei Schließung einer Kapelle in Chateau-Vilain verhandeln sollte, hat sich für incompetent in dieser Sache erklärt und werden demnach die Angeklagten vor das Schwurgericht gestellt werden. — Die Vorlagen über die Pariser Weltausstellung im Jahre 1889 und über die deutsch französische Uebereinkunft, betr. die Abgrenzung der beiderseitigen Besitzungen in Westasrtka, ist vom sran- Mschen Senate genehmigt worden.
Darmstadt, 8. Juli. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnäoigst geruht:
Am 9. Juni den außerordentlichen Professor an der Universität Freiburg Dr. Franz Himstedt zum ordentlichen Professor der Physik und Vorstand des physikalischen Instituts an der technischen Hochschule mit Wirkung vom 1. October 1886 an zu ernennen und in der gedachten Eigenschaft zu berufen.
LelegraWsche Depeschen.
Ultat. TorLesporrden» • Bmeeav.
Berlin, 8. Juli. Die „N. Allg. Ztg." veröffentlicht das Antwortschreiben des Prinz-Regenten Luitpold auf das vom Kronprinzen überbrachte Condolenzschreiben des Kaisers, worin der Regent seinen auftichtigsten und innigsten Dank ausspricht, daß der Kaiser den Kronprinzen zur Vertretung bei den Beisetzungsfeierlichkeiten entsandt habe und daß der Kaiser die dem verewigten Könige gewidmeten, auf nahe Verwandtschaft des preußischen und bayerischen Königshauses begründeten freundschaftlichen Gesinnungen auf ihn, den Regenten, übertragen wolle. Der Kaiser möge sich überzeugt halten, daß auch der Regent seinerseits nichts sehnlicher erstrebe, als die Aufrechterhaltung und Befestigung der so glücklich bestehenden innigen und vertrauensvollen Beziehungen, welche zum Heile Deutschlands die Kronen Preußens und Bayerns verbinden.
Köln, 8. Juli. Die „Köln. Ztg." erfährt aus bester Quelle, der Prinzregent von Bayern beabsichtige, dem Kaiser in nächster Zeit einen Besuch abzuftatten. Der Plan wurde jedoch mit Rücksicht auf das Befinden des Kaisers, das, obschon hochbefriedigend, dennoch nöthig erscheinen lasse, demselben während der Badekuren in Ems unb Gastein mit dem Empfange längerer Besuche und mit Festlichkeiten verbundene Ermüdungen zu ersparen, vorläufig aufgegeben. Der Besuch des Prinzregenten werde deßhalb in einem geeigneten späteren Zeitpunkte stattfinden; oer Prinzregent werde inzwischen Gelegenheit haben, den Kaiser bei der Reise von Ems nach Gastein zu begrüßen, da der Kaiser, wie in den Vorjahren, den Weg nach Gastein über Bayern zu nehmen gedenke. Die Begrüßung werde gutem Vernehmen nach bei der Durchreise in München stattfinden.
München, 8. Juli. Die „Allgem. Ztg." theilt das Handschreiben des Prinz- Regenten mit, in welchem das Pensionirungsgesuch des Generaladjutantcn Spruner von Mertz unter Verleihung des Großkreuzes des Michaelordens und unter Anerkennung der schriftstellerischen Verdienste desselben genehmigt wird.
Wien, 8. Juli. An den Präsidenten des österreichischen Alpenclubs ist aus Windischmatrei ein Telegramm eingegangen, dem zufolge die Verunglückten Markgraf Pallavicini, der Legationssecretär Crammelia nebst zwei Führern gestern im Glocknerkaar an der Pasterze aufgefunden worden sind.
Paris, 8. Juli. Der Minister der Posten hat mit der Gesellschaft der measageries maritimes einen Vertrag abgeschlossen, wodurch der bestehende Dienst geändert und hauptsächlich gefordert wird, daß nur in Frankreich gebaute Schiffe in den Dienst eingestellt, sowie nur französische Kohlen verwendet werden. Der Vertrag hebt die Vortheile auf, welche in den Frachtsätzen englischen Erzeugnissen zum Nachtheile französischer Maaren gewährt waren. Der Vertrag tritt Ende 1888 in Kraft.
— Die Einnahmen des Staatsschatzes im Juni stellen sich um 3Va Mill. Fr. geringer als die Voranschläge des Budgets. Die Einnahmen des ersten Semesters 1886 ergaben 38 Mill. Fr. weniger als in der gleichen Periode des Vorjahres. Das Deficit rührt besonders von der Zuckersteucr her.
— Guibert, der Erzbischof von Paris, ist gestorben.
Paris, 8. Juli. Privatmeldungen aus Cambodfcha besagen, Sivotha, der Bruder des Königs, der seit langen Jahren an der Spitze aller Aufstände stand, sei von Milizen erschossen worden. Der „Temps" erwähnt die Meldungen mit Vorbehalt.
London, 8. Juli. Bei den nunmehr bekannten 464 Wahlen sind gewählt: 237 Conservative, 49 dissentirende Liberale, 133 Gladstonianer und 55 Parnelliten. Die Coniervativen haben 47 Sitze, die dissentirenden Liberalen 2, die Anhänger Glad- stone's 21 und die Parnelliten einen Sitz gewonnen.
. ~ ®heute Abend waren 494 Wahlen bekannt. Davon sind 249 Con- seroatrve, 50 drffentirende Liberale, 137 Gladstonianer, 65 Parnelliten. Bei den beendeten Wahlen in den englischen Städten wurden 144 Conservative, 22 dissentirende Liberale, 60 Gladstonianer gewählt. London mit den Vorstädten wählte 49 Con- seroative, 2 dissentirende Liberale, 11 Gladstonianer.
_ r ~ 2" Cardiff kam es vergangene Nacht bei Verkündigung des Resultats der Parlamentswahlen zwischen den gegnerischen Parteien zu Thätlichkeiten. Die Polizei schrrtt mit der Waffe em. Gegen hundert Personen wurden verwundet, darunter viele Frauen. Mehrere sind schwer verletzt.
. 8. Juli. Der „Daily News" zufolge findet am nächsten Dienstag
oder Mittwoch em Cabmetsrath statt, welcher über das Verfahren der Regierung gegenüber dem Wahlergebnrß entscheiden wird. 0 B 0
m Beglich des Vorgehens Rußlands in der Batum-Frage bemerkt die Dailn News', die Handlungsweise Rußlands sei ein grober Vertrauensbruch; England"könne weder zugeben noch verzechen, was Rußland gethan habe, jedoch sei die Einberufung emer Conferenz oder die Ergreifung thätiger Maßnahmen nicht in Aussicht genommen auch ein regelrechter Protest sei überflüssig, falls England nicht vorbereitet sei über bloße Worte hlnauszugehen. - Das Bureau Reuter bestätigt die Mittheilung, daß das Londoner Cabmet von der rusnschen Regierung die Anzeige von der Aufhebung der FreihasenstellungDatums und des betreffenden Artikels des Berliner Vertrags erhalten habe. Eme ähnliche Mitthellung gmg den anderen Mächten zu. Hierdurch sei Batum
ff0 rSeI^er ^heil Rußlands anzusehen. England dürfte seine
Interessen durch dieAufhebung der betreffenden Bestimmung nicht als besonders berührt erachten, da der britische Handel setzt über den persischen Meerbusen gehe. Die britische
21 Todesfälle, in Landito 27 Erkrankungen und 4 Todesfälle, in Francavill/49 Erkrankungen und 19 Todesfälle,in Codigoro 7 Erkrankungen und 1 Todesfall in ypnoS1' r Erkrankung und 2 Todesfälle. in^rchie 8 erfrmgnunt1Sfr'B $eneb'8
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Universität- - Ghrontk.
München, 6. Juli. Der außerordentliche Professor an der Universität Erlangen, Po^mann, wurde zum ordentlichen Professor der Geschichte an der genannten
Universität befördert.____
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Mainz, 6. Juli. sKonsekration.j Ueber die officielle kirchliche Feierder Konsekration des Herrn Dr. Paul Leopold Haffner zum Bischof in Mainz in der Dom- arc ^0. Juli wird folgende Mittheilung gemacht: Am Vorabend, den 24. Juli, Abends von 7—8 Uhr, wird die Feierlichkeit mit allen Glocken der Domkirche unb der anderen katholischen Kirchen zu Mainz eingeläutet. Am 25. Juli dasselbe Geläute von Morgens 6V2—7 Uhr; 7 Uhr in sämmtlichen katholischen Pfarrkirchen der Stadt Hochamt; 8^/z Uhr versammeln sich das Domkapitel, die Domgeistlichkeit und das bischöfliche Seminar in der Domsakristei, die Pfarrgeistlichkeit der Stadt und die übrigen Geistlichen, welche der Feierlichkeit beiwohnen, in der sog. Memorie; kurz vor 9 Uhr bildet die gelammte Geistlichkeit einen Zug, derselbe begibt sich zum bischöflichen. Valast, um den Bischof von Mainz und die übrigen Bischöfe abzuholen, alsdann Rückkehr in den Dom. Hierauf wird der landesherrliche Commissär am Portal des Domes• blner Deputation des Domkapitels empfangen und an den für ihn bestimmten
Ehrenplatz geleitet. Die Handlung der Bischofsweihe nimmt nun ihren Anfang; am Schluste derselben wird der neue Bischof auf den bischöflichen Stuhl geführt, worauf das Tedeum laudamns angestimmt wird. Während dessen empfängt der Bischof von dem Domkapitel und der übrigen anwesenden Geistlichkeit den Handkuß, daun An- sprache des Bischofs. . Nack Erthellung des bischöflichen Segens wird das Gebet für den r.andesherrn DowiOS aalvum fac Magnum Ducem noatrum Ludovicum angcstimmt unb non dem Bischof die Oration gesungen. Alsdann begeben sich die Bischöfe unter Begleitung des Domkapitels und der übrigen Geistlichen wieder zurück, während der landesherrliche Commiffar von einer Deputation des Domkapitels von seinem Ehrenplatz llbgeholt und bis zum Portale der Domkirche geleitet wird, womit die kirchliche yvlvl Vt-LHU11 l|Ie
ty r”2u^* 2n unserer Gemeinde hat sich gestern ein schrecklicher &tpU^laü- ^^etragen. Der 18jährige Sohn des hiesigen Wirthes und Metzgers W. hatte sich m einem Eisengeschaft einen Revolver und die dazu gehörige Munition SmpSp hpafr?^ "lsbald geladen, verstand aber nicht damit umzugehen; er brachte ^cm zuruck, um sich die Handhabung erklären zu lassen. Der
J n.un 1}^, ba& öcr Revolver geladen war und drückte den Hahn ab — em Schuß 1111b em Schrei und der unglückliche junge Mann stürzte zum Tode getroffen zur Erde. In einigen Minuten war er eine Leiche 5 zum-rooe genossen.
Grotz-Steinheim, 4. Juli. Ein eigenartiger Einbruch wurde vor einiaen ^agen hier ausgefuhrt. Ein Handelsmann, der mit seiner Familie den Tag über emen Ausflug nach Babenhausen gemacht hatte, versäumte, Jemand mit der Fütteruna fC-neiU ^auftragen. Als die Zeit gekommen war, in welcher der Maaen tzln Rech verlangt, polterten die Kühe im Stalle herum und stießen die TbüreTn Auf dieselbe Weise verschafften die Thiere sich Eingang in's Haus und warfen hna
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dickte schon zu Zeiten der alten Römer höchst kunstvoll aber das Man
kaum. Die reichen Gewänder der Lateiner hphnrftpu Jcafyen fanntc man
Agraffen gefesselten Falten umwallte die Tog? und das Vollem
Zierathen nähte man an die Gewänder oder benuüte ben Ä-Vr- ,cb^ Nahstich zum Sticken. Wiewohl man im Orient wober^-sanöft lVanbcnert schon in alter Zeit etwas vom Nähen wußte in 2 Klelderpracht stammt,
dem, was wir heutzutage Nähen nennen und bpll^nb ba§ verschieden von
leichten Zusammenhängen der Gewänder und biefe^ al§ eineirt
nicht ber Frau, ber Frau blieb der Webstubl Sn« dem Manne ob und der Wäsche, welche den Alten wenig Bedür niß war da llp ^r(ftrJnV dem Gebrauche ersetzten, wurde das Nähen eine Nothwendiakeit Da dieselbe durch das Baden fleißige Hausfrau des Nordens mit ihren Mäaden^snonn bQ! seme Lmncn, das die dieses Linnen auch in zweckmäßige^^KleibunaÄ * ber Wunsch,
kecken die Verfertigung der Wäsche haben mußte LT"11'! !'Welche Schwierigsein,. daß es Königinnen gab, so z. B dm ff««}18 £Cm U!"ftanbe ersichtlich
besaßen. Des ersten Hemdes geschieht Erwäbnuna nnrafcr*11^' sechs Hemden 8. Jahrhundert nach Christo. In Frankreick soll im^^b^r^^6en Segoline im König Karls VII. die ersten leimnen Hemb n Jahrhunbert bie Gemahlin
hatte in seiner Jugenb noch Mang"l an Selbst Ludwig XIV.
Jahrhundert finden wir bas Nähei? VenX beuthre^nrr hn ^^angencn sogar, was muhevolle Arbeit anb langt ausaeb^^^ldetp?'’^nbung - Ja, vielleicht Zeit noch nicht so viel unb es würbe' auck^mf den 1 k damals galt bie Sorgfalt verwanbt. Die Frauen aus ben Vrric5 Nahens größere
Die Ausstattung in Wäsche spielte eim aroße Noll^ ? beschäftigten sich bamit. hat. Wäsche wurde a-r Stolz ed r Laus beu zutage längst eingebüßt
als eine Kunst. Selbst große Männer ve!ickmäÄn ^r.fer!'flun9 derselben galt


