Ausgabe 
10.6.1886 Erstes Blatt
 
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Nr. 133

Erstes Blatt

Donnerstag den 10 Juni

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Wmwrnsr Schulstraße 7.

Erscheint tÜKSich «tt Mchnchm« der Msntsg-.

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in die Marienkirche, wo ihm die erz-

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Dome. Nach Beendigung der kirchlichen Feier hielt der-Erzbischof in volnischcr Surachc

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den Erzherzog Albrecht und den nie ermüden­

bezüglichen Schulfonds der Kosten für Schulen das Ergebniß derselben

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nach unerheblicher Specialdebatte die Vorlage gegen die Stimmen der Polen uu- verandert angenommen, ebenso die Vorlage der Communalbesteuerung der Officiere nhnpTiphnt-fp nxnpAmtnt ° v

Sttil vierteljShrlich 2 Mark LH Pf.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark LH

folgend die hohe, verantwortliche Stellung angenommen habe. Er hoffe von der Geist- llchkert, daß sie mit ihm arbeiten, vom Volke, daß es ihn mit seinen Gebeten unter­stützen und seine Weisungen mit Liebe befolgen werde.

Kammer demnächst Mittheilung zu machen."

Kesterreich.

Telegraphische Depesche«.

Wolff'- ürlegr» Torrespondenz? Btttrau.

Berlin, 8. Juni. Der Kaiser besichtigte Vormittags auf dem Tempelhofer Felde das Garde-Kürassier-Negiment und die Garde-Artillerie-Brigade.

DiePost" meldet: Die Ernennung des Geheimeraths Rommel vom Handelsministerium zum Senatspräsidenten des neu zu bildenden dritten Senats des Oberverwaltungsgerichts ist jetzt erfolgt.

,,, München, 8. Juni. Gestern fand eine einstündige Conferm, siimmtlicher Staatsmlmster beim Prinzen Luitpold statt.

Wien, 8. Juni. Der Kaiser richtete gestern an Handschreiben, worin er für die selbstlose Hingebung Eifer, womit der Erzherzog der mühevollen Reise Herzegowina stch unterzogen, dankt. Die Berichte des Erzherzogs über die Verhältnisse und den Geist der dort dislocirten Truppen, sowie über Ausbidung und Leistungen aus rein militärischem und kulturellem Gebiete befriedigten den Kaiser sehr. Die dortigen Truppen, in ihrer Zusammensetzung das ganze Heer repräsentirend, wirkten in würdigster Weise im Geiste der altbewährten Tradi­tion der Armee, welche unter allen Verhältnissen mit seltener Pflichttreue und Selbstverleugnung das Ansehen des Thrones und der Monarchie festhielt und auch künftig dieser hohen Bestimmung nachkommen wird.

Arankreich.

Paris, 8. Juni.Temps" meint, der Vertrag zwischen Frankreich und Korea bestehe hauptsächlich in dem gegenseitigen Zugeständnis der Behand­lung der meistbegünstigten Nation. Außerdem erhielt Frankreich einzelne weniger belangreiche Vortheile.

Der Ministerrath beschloß, den von der Ausweisungs-Commission gestern angenommenen (früheren) Antrag Floquet, wonach die Ausweisung der Prinzen allgemein durch Gesetz erfolgen soll, abzulehnen.

Darmstadt, 8. Juni. (Zweite Kammer der Stände.) Der Abg. °&ne Debatte genehmigt.

Haas hat bei der zweiten Kammer den Antrag gestellt:Großh. Regierung zu I "tawjte ©tfrung morgen.^ ersuchen, die Anordnung einer besonderen Staatsvrüfuna für Bewerber um die ! .

in Erdung zu ziehen und jedenfalls nur werke MieMM'biE^"'

£0**0*' 8- -^unl. Das Unterhaus hat sich nach Verwerfung der Home-Rule- Bill bis zum Donnerstag vertagt. Gladstone hatte im Laufe der Debatte das Haus nochmals ersucht, die Bill nicht abzulehnen. In parlamentarischen Kreisen heißt es. angesichts der erheblichen Majorität gegen die Bill werde das Ministerium der Konlgln nicht dre Auslosung des Parlaments empfehlen, sondern seine Entlassung "eymen. - Mit Ausnahme derDaily News" drücken alle Morgenblätter große Befriedigung über die Verwerfung der Bill aus. DieTimes" bezeichnet die Majorität als eine über alle Erwartung entscheidende und sieht ein ähnliches Verdict gegen Home-Rule ber den kommenden Neuwahlen voraus. Das Blatt glaubt, das Cabinet werde heute die Auflösung des Parlaments beschließen, wozu die Königin ihre Ge- nehmlgung geben dürfte. DerStandard" sagt, die Niederlage der Regierung sei ent- fcheldend. Gladstone habe seinen Ruf als Staatsmann vernichtet und die Unterstützung seiner Partei eingebüßt. Wenn er an die Wähler appellire, werde er erfahren, daß er auch das Vertrauen des Landes verloren habe.Daily News" schreibt, durch das Ergebniß der Abstimmung würde die Auflösung des Parlaments unvermeidlich ge- M^bas Land müsse zwischen dem Ministerium und dessen Gegnern entscheiden. Das Blatt erfahrt, Gladstone werde sofort die Sanction der Königin zur Parlaments- auflosung nachsuchen.

London, 8 Juni. Das Oberhaus nahm in zweiter Lesung die internationale Autoren-Mchts-Bill zwecks Ausführung der Berner Convention an und genehmigte den Antrag Kimberley s, infolge der gestrigen Ereignisse im Unterhause sich bis Donnerstag zu vertagen und dann die Pfingstferien festzusetzen.

| London, 8. Juni. Dem Reuter'schen Bureau wird aus Sydney gemeldet- Der Gouverneur von New-Süd-Wales erhielt eine Depesche des englischen Consuls in vcumea, roortn er die Abfahrt der französischen KriegsschiffeDives" undMaglellan" anzelgt, welche nut versiegelten Befehlen abgingen. Man glaubt, sie sollen die neuen Hebriden besetzen. Die Schiffe haben Lebensmittel für drei Monate und Material zur Herstellung von Gebäuden. Der Gouverneur telegraphirte an Granville.

Brüssel, 8. Juni. Nach den definitiven Resultaten der Deputirtenwahlen ver- ,raI?n 11 Sltze. Die neue Kammer zählt demnach 97 Katholiken und 41 Liberale; in Veroiers, Cbarleroi und Mons sind Stichwahlen erforderlich.

Rom, 8. Juni. Der Papst wird im Consistorium am Donnerstag den neu ernannten Eardinälen den Cardinalshut aufsetzen und mehrere neue Titular- blfchofe prakonisiren.

. m Rom, 8 Juni. Cholera - Bericht. Vom 7. bis 8. Juni, Mittags, kamen in Venedig 21 Erkrankungen und. 12 Todesfälle vor, in Bari 3 Erkrankungen und 4 Todesfälle.

Florenz, 8. Juni. Von den zwei gestern als Cholerafälle angezeigten Er­tränkungen wurde constatirt, daß es bei denselben sich nicht um Cholera handelt. Die betreffenden Personen befinden sich bereits besser. Der Gesundheitszustand Hierselbst ist ganz befriedigend.

Catania, L Juni. Die Aetna-Eruption hat aufgehört. Der Lavastrom ist zum Stehen gekommen, bevor er Nicolosi erreichte.

Athen, 8. Juni. Die griechische Flotte ist nunmehr wieder ausgelaufen. Es verlautet, der Herzog von Edinburg werde den König besuchen.

. Die Kammer nahm in erster Lesung die Vorlage der Herabsetzung der HM

der Deputirlen an.

roor£)en®t,ip<*t?c^' 8 ^ni. Der Handelsvertrag mit der Schweiz ist heute abgeschlossen

Posen, 8. Juni. Die Feier der Inthronisation des Erzbischofs Dinder sand unter großer Bethetligung des polnischen Adels und der Bevölkerung statt Die Ge-

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Kenntnisse besitzen. Derselbe Abgeordnete beantragt,in Uebereinstimmung bischöflichen Gewänder angelegt wurden, und von dort nach dem gegenüberliegenden und unter Bezugnahme auf die Ausführungen des Abg. Arnold zu seinem An- Dome. Nach Beendigung der kirchlichen Feier hielt der-Erzbischof in polnischer Sprache Äh* £n,etfiÜ6un8 b8rr *ten, Bürgerschulen von Seiten des Staate« bett.": | »Großh. Regierung zu ersuchen, in den Entwurf des Budgets für die Finanz.

Periode 1888/91 zur Unterstützung der höheren Bürgerschulen zu Pfungstadt und Gernsheim mit je 2000 jährlich di- erforderlichen Beträge einzustellen." Abg. Muth hat den Antrag eingebracht:An dis Großh. Regierung bos Ersuchen zu richten, dieselbe wolle durch ihren Bevollmächtigten zum Bundesrath aus Aushebung oder Herabsetzung der Reisegebühren der Gerichtsvollzieher durch geeignete Antragstellung hinwirken/' - Abg. Lautz hat mit 12 Genossen fc(. genden Antrag eingebracht:Zweite Kammer wolle beschließen, es sei an Großh. Staatsregierung das Ersuchen zu richten, die Frage der llebernahme der Kosten aller öffentlichen (staatlichen) Schulen (etwa mit Ausnahme der Kosten für die Schulgebäude) auf die Staatskasse abgesehen vom und von privatrechtlichen Verpflichtungen zur Bestreitung einer genauen Untersuchung zu unterziehen und über

P<sth, 8 Juni Vor der Wobnung des Deputirken Ugron von der äutzerstm Linken fanden heute, Aoend Demonstralionen statt. Von dort begab sich die Menge in eine andere Straße, wo die durch die Ausschreitungen gereizte berittene Polizei ein- Jcbrttt und die Volksmenge zerstreute, welche mehrere Fensterscheiben und Straßen­laternen zertrümmerte. D

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Berlin, 8. Juni. Herrenhaus. Lehreranstellungsgesetz. Referent Maltzahn empfiehlt die unveränderte Annahme der Vorlage. Kleist-Retzow ist für die Vorlage, in welcher er eine Verfassungsänderung nicht erblickt. Koseielski ist gegen die Vorlage, welche unnöthig sei. Dagegen hebt oer Cultusminister hervor, die Vorlage bezwecke vor Allem, den Bestrebungen des Polenthums entgegenzutreten, welches sich von den Deutschen isolire; er wolle das Anstellungsrecht in die feste Hand des Staates legen, um die Lehrer aus der gegenwärtigen unmöglichen Lage zu befreien, f

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Petersburg, 8. Juni. DasJournal de St. Petersbourg" eonstatirt anläßlich des sogenannten Eomplotts in Burgas auf Grund von Mittheilungen aus guter yen, Quelle, daß dem Leben des Fürsten Alexander keinerlei Gefahr gedroht habe. Nabokow Daraus wurde sei ein durchaus ehrenwerther friedlicher Mann. Die Nachricht von der Verschwörung

Betreffend: Ermittelungen bezüglich der im Großherzogthum sich aufhaltenden französischen Staatsangehörigem^"' 8' 3um 1886' Das Großherzogltche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

binnen Tagen ^erinnett' no$ im Rückstände sind, werden an Erledigung unserer Verfügung vom 22, Mai l. I. - Anzeiger Nr. 121 -

___________________Dr. Boekmann.

ro ,CC91 <n S. < . üo des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 5. d. M., enthält:

i wr irrN 6etreÄen = bVe A°rechtlgung der niederländischen Flaggen zur Ausübung der deutschen Küstensrachtfahrt. Vom 1. Juni 1886

Bekanntmachung, betreffend die Einfuhr von Pflanzen und sonstigen Gegenständen des Gartenbaues. Vom 30. Mai 1886.

fRr. 166c>.) Bekanntmachung, betreffend die Zulaffungsfristen für ältere Waagen. Vom 29. April 1886.

Großen, den 8. Juni 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

_ vr. Boekmann.

MW