Ausgabe 
9.9.1886 Erstes Blatt
 
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Lokales.

K. Gießen, 7. September. (Sterblichkeit in Gießens In der Woche vom 29. August bis 4. September starben 9 Personen, darunter 4 Erwachsene und 5 Kinder. Todesursache war bei den Erwachsenen: Krebs zweimal, Lungenschwindsucht und organische Herzkrankheit je einmal; bei den Kindern: Rachenbräune, Durchfall, Krämpfe und Tuberkulose der Lunge und Gedärme je einmal. In einem Falle blieb die tödtliche Krankheit unbekannt.

Vermischtes.

Grün berg. Wenn wir heute mit ein paar Worten auf das Concert der beiden Schüler des Raff-Conservatoriums vom vorigen Sonntag zurückkommen, so geschieht es, um ihnen für den genußreichen Abend zu danken und sie zu fröhlicher Weiterarbeit zu ermuntern. Herr Ugo Afferni, der kaum 16jährig bereits 2 Jahre Organist einer Kirche zu Florenz war, verspricht ein ganz bedeutender Elavierspieler zu werden, er verfügt über eine immense Fingerfertigkeit und hat ein überaus reiches, elastisches Spiel; durch größeres Maßhalten im Tempo würde übrigens dasselbe an Präcision und Deutlichkeit und damit an Verständlichkeit von Seiten der Hörer bedeutend ge­winnen. Möchte der junge Künstler auch auf diese Seite seines Studiums ernstlich sein Augenmerk richten. Nur bei rechtem Maßhalten kann wahre Kunst gedeihen!

In Herrn Schweitzer lernten wir einen eifrigen, strebsamen Violinspieler kennen; an Haltung und Strich merkt man die gute Schule und in Anbetracht der erst einjährigen Dauer seiner Studien leistete er recht Anerkennenswerthes. Unsere besten Wünsche begleiten auch seinen ferneren Studiengang.

Frankfurt a. M. Die erste Deutsche Wein-Ausstellung, arrangirt vom Deutschen Gastwirth-Verband, ist am 18. August in der hiesigen landwirthschaftlichen Halle eröffnet worden. Durch sie soll erstrebt werden:

1) den deutschen Weinen gegenüber den vom Ausland importirtcn diejenige Geltung und Würdigung zu verschaffen, die sie in weit höherem Maße ver­dienen, als sie ihnen bis jetzt entgegengebracht wurde. Es soll bewiesen werden, daß der deutsche Weinbau Weine hervorbringt, die weit besser und wesentlich billiger sind, als die am meisten importirtcn Bordeaux- und Burgunderweine;

2) den Weinconsumenten, und nicht allein den theurer, sondern vornehmlich den billiger Weine, direct mit dem Weinproducenten in Verkehr zu bringen und endlich

3) eine Classificirung der deutschen Weine nach Lage (Gehalt) und Preis, damit sich der Consument künftig rasch und leicht auf dem deutschen Wein- markte zurechtfinde, was gegenwärtig bei den bestehenden hunderterlei Wein­benennungen und den ebenso vielfältigen als willkürlichen Preisabstufungen eminent schmierig ist.

Ob und wie weit die Ausstellung diese recht lobenswerthen Aufgaben lösen wird, läßt sich natürlich heute noch nicht beurtheilen. Jedenfalls aber wird ihr das Verdienst zufallen, den Stein in's Rollen gebracht zu haben, wenn auch zur endgiltigen Lösung der Probleme noch manche Zeit muthigen Fortschreitens auf dem betretenen Wege erforderlich sein dürfte.

So hat die Neuheit und Eigenartigkeit dieses Unternehmens Viele zurückgehalten, die Ausstellung zu beschicken, was sich bet künftigen ähnlichen Unternehmen immer günstiger gestalten wird. Gleichwohl bietet die Ausstellung ein wohlgelungenes Bild und zeugt in ihrem Arrangement von Fleiß und Geschick. Sie zerfällt in 7 Gruppen und zwar:

Nr. 1. Deutsche Weine, 66 Aussteller, worunter die große Collectiv-Aus- stellung aus den Reichslanden.

Nr. 2. Deutsche Schaumweine, 13 Aussteller.

Nr. 3. Beerenweine, 4 Aussteller.

Nr. 4. Aepfelwein- und -Champagner, 6 Aussteller.

Nr. 5. Deutsche Cognacs und sonstige Spirituosen, 11 Aussteller.

Nr. 6. Gerätschaften und Maschinen für Obstwein und Wetnbereitung und für die Kellerei, 66 Aussteller.

Nr. 7. Polygraphische Ausstellung, 2 Aussteller. .

Die ausgestellten Weine vertheilen sich auf Elsaß-Lothringen, Badek, Mrttem- berg, Rheinpfalz, Rheinprovinz, Hessen, Oberfranken und Hessen-Nassau.

Soweit es sich um die ausgestellten Flüssigkeiten handelt, so müssen wir sie natürlich erst erproben, müssen uns erst in denGeist" der Sachehineinarbeiten", bevor wir darüber eingehender berichten können. Diese Ausgabe ist bei den zahlreichen Fässern und Flaschen nicht so leicht und erfordert Zett, Gewissenhaftigkeit und Gründ­lichkeit. So gehen wir denn gleich zur Gruppe 6 über, die sich schon heute gründlich beurtheilen läßt.

Da finden wir hervorragend ausgestellt: Fässer, darunter eins von 12000 Liter mit sehr schönen Schnitzereien von Schneider & Koch in Offenbach a. M.; Kellerei­maschinen und Gerätschaften von Boldt & Vogel in Hamburg, I. A. Galette & Co., Offenbach, A. Flach in Wiesbaden; Näh- und Strohhülsenmaschinen von Gebrüder Giese & Co. in Offenbach, Gummiwaaren und Pumpen von Julius Roller, Frank­furt a. M.; Korkstopfen von A. Dauphin in Stuttgart und verschiedene andere kleinere Ausstellungen.

Den Glanzpunkt dieser Gruppe bildet jedoch die Ausstellung von Ph. Mayfarth & Co., Maschinenfabriken und Eisengießereien in Frankfurt a. M. und Wien, die in eigens erbautem stylvollen und imposanten Pavillon eine Collection ihrer Obst- und Traubenpreß-Apparate theils mit ganz eisernem, theils mit ganz eichenen Bieten, ihrer Keltersptndeln, ihrer Obstmahlapparate und Traubenmühlen in meist ganz neuen Con- structionen zur Ausstellung brachten.

Von der kleinsten bis zur größten Maschine sind sie hier in einer Ausführung gegeben, die allseitig das größte Lob erntet. Sind auch noch andere derartige Maschinen am Platze, so zeigen dieselben doch nur die alten Constructionen und meist auch die alten Mängel, doch verschwinden diese Ausstellungen alle gegenüber derjenigen von PH. Mayfarth * Co. Angesichts dessen und angesichts der vielen Mühe, die sich fast jeder Aussteller gegeben hat, ist es fast von komischer Wirkung, die von einer schweizerischen Fabrik hier ausgestellten Keltern,ihrer eigenen Erfindung", zu sehen, die vom Kelterbau so wenig Verständnitz zeigen, daß jeder Fachmann kopfschüttelnd vorübergeht. Wahrlich, im Kelterbau könnte der Schweizer in Deutschland in die Schule gehen!

Mit besonderem Beifall wird von kleinen Producenten und Privaten, die Obst­gärten besitzen, eine von PH. Mayfarth & Co. speciell für solche Verhältnisse construirte neue Presse und Obstmahlmühle begrüßt, die zusammen nur JL 115 kosten und durch diesen abnorm niederen Preis eine bisher bestandene große Lücke ausfüllen.

Bei der großen nationalöconomischen Bedeutung der Obstweinbereitung und bei der großen Wichtigkeit der dazu dienenden Maschinen werden wir übrigens in einer der nächsten Nummern noch etwas näher auf dieses Thema und die Mayfarth'schen Maschinen eingehen.

Zum Schlüsse und namentlich für die, welche die erste deutsche Wein-Ausstellung besuchen, sei noch erwähnt, daß eine große Weinhalle in der Ausstellung errichtet ist, in der die ausgestellten Weine zu ihrem Originalpreise mit kleinem Aufschläge aus- Seschenkt werden, daß dorten einige hübsche Elsässerinnen in ihrer Nationaltracht speciell en reichsländischen Wein credenzen und eine vorzügliche Militärkapelle von Morgens bis Abends eoncertirt, und so wird man begreifen, daß sich's da recht gut ausruhen läßt von denStrapazen" eines Ausstellungsbesuchs.

Jugenheim, 3.September. Ein furchtbarer Brand tobte vorverflossene Nacht in dem nahen Partenheim. Fünf Scheunen und mehrere anhängende Stallungen sind dem wüthenden Elemente zum Opfer gefallen. Die hiesige Feuerwehr ward um 1/< uach 12 Uhr allarmirt; als dieselbe auf der Brandstätte eintraf, war bereits nichts mehr an dem zusammenhängenden Gebäudccomplex zu retten. Dem einen Geschädigten konnten nur seine beiden Pferde gerettet werden, während 9 Stück Rindvieh, wovon ein Theil am Kalben stand, und eine Anzahl Hühner und Tauben, die in's Feuer flogen, verbrannten. Von der eingescheuerten Frucht nach ungefährer Schätzung etwa 800900 Haufen war wenig gedroschen und es boten die gefüllten Scheunen und Ställe, deren Inhalt bei der tropischen Hitze durch und durch dürr ist, dem ge­fräßigen Feuer willkommene Nahrung. Wie wir hören, ist nur wenig oder nichts rrerfichert.

Mannheim, 5. September. Gestern gegen Abend wurde, wie derF. 3* von hier berichtet wird, im hiesigen Rheinhafen eine männliche Leiche geländet, die fünf absolut tödtliche Stichwunden in der Brust aufwies. Ein Mord steht unzweifel­haft fest und lassen wettere Jndicten darauf schließen, daß der Getödtete nicht das Opfer eines Raubmordes geworden ist, sondern daß andere Motive vorliegen müssen, da Uhr, Kette und Portemonnaie noch bet der Leiche vorhanden waren. Das Ver­brechen ist jedenfalls in der Gegend, wo man die Leiche fand, die ungefähr zwei Tage im Wasser gelegen haben mag, verübt worden. Aus dem Hemd und dem Taschentuch sind die Zipfel ausgeschnitten, wo jedenfalls die Namenszeicknung war, da sich solche in der Wäsche nicht vorfinden. Die Untersuchung wird auf's Eifrigste betrieben, doch soll bis zur Stunde irgend eine Eruirung der Thäter nicht erfolgt sein.

In den zustehenden Kreisen widmet man den Flottenmanövern, welche jetzt in der Ostsee unter dem Commando des Vice - Admirals v. Wickede stattfindcn, eine ganz besondere Theilnahme. Es soll sich dabet um eine, von dem genannten Vice- Admiral ausgearbeitete Taktik handeln, von welcher man sich ganz besondere Erfolge verspricht und deren Bewährung eine völlige Umwälzung der bisherigen Gepflogenheit herbetführen soll. Die Manöver werden unter Anwendung des electrischen Lichts auch Nachts ausgeführt und sollen ganz besonders bezüglich des Torpedokrieges zu über­raschenden Wahrnehmungen geführt haben; es heißt, ausgedehnte Berichte über die Manöver seien angeordnet und sollten zur Prüfung einem besonderen Ausschüsse unter­breitet werden. Das Geschwader besteht aus 12 größeren Kriegsschiffen und 12 Tor­pedobooten und manöoerirt jetzt längs der mecklenburgischen Küste. Als am vorigen Sonntag das Geschwader auf der Rhede von Warnemünde vor Anker lag, war ber Besuch von Fremden, welche von diesem ungewöhnlichen Schauspiel angelockt wurden, nicht allein aus Rostock und ganz Mecklenburg, sondern auch aus dem jetzt mit der Lloydbahn in 5 Stunden zu erreichenden Berlin ein so massenhafter, daß man die Zahl der in Warnemünde anwesenden Gäste auf 80009000 schätzt. Es war in der That auch ein sehr stattlicher Anblick, die Panzerschiffe Baden mit der Admiralitätsflagge am Top, Sachsen, Württemberg, Oldenburg, Hansa, die Coroetten und Avisos Moltke, Stein, Prinz Adalbert, Sophie, Ziethen, Blitz und Brummer und 12 schlanke Tor­pedoboote in Paradeaufstellung formirt auf der Rhede beisammen zu sehen. Der die Flotte commandirende Vice-Admiral v. Wickede ist ein geborener Rostocker, Sohn eines früheren Landdrosten daselbst. Von unbezwinglicher Seemannslust ergriffen, verlieh er als Knabe 1846 das väterliche Haus, um als gewöhnlicher Schiffsjunge einige Jahre auf einem Hamburger Packetschiff zu fahren, von 1848 bis 1850 diente er als See­kadett auf der kleinen schleswig - holstein'schen Kriegsflotte, von 1851 bis 1868 als Officier in der österreichischen Kriegsflotte, wo er in der Seeschlacht bei Lissa ein Kriegsschiff mit Auszeichnung befehligte, und trat 1868 auf die deutsche Flotte über.

Zu dem Besitzer eines Gasthofs mit Gartenlocal in der Nähe von Halle kam kürzlich ein Agent und fragte ihn, ob er nicht Lust habe, seinen Gasthof zu ver­kaufen. Der Besitzer sagte:Weßhalb nicht, wenn ich 90,000 JL dafür erhalte.* Darauf entgegnete der Agent:Wenn ich Ihnen einen Käufer bringe, dann zahlen Sie mir 1 Procent = 900 Provision" womit sich der Besitzer einverstanden, erklärte. Nach einigen Tagenbringt" der betreffende Agent einen Käufer, der aber gar nicht so zahlungsfähig erscheint, der sich aber dennoch, ohne das Grundstück ge­nauer anzusehen, bereit erklärt hat, dasselbe für 90,000 vM zu kaufen. Aus dem Ge­schäft wurde nichts, da dem Besitzer die ganze Sache nicht recht geheuer vorkam. Jetzt verlangte nun der Agent von dem Besitzer des Gasthofs binnen drei Tagen die ver­abredete Provision von 900 JL, da er ihm einen Käufergebracht" habe. Da sich derselbe jedoch weigert, auf diese eigenthümliche Forderung einzugehen, so hat der Agent mit Klage gedroht, die er aber, wenn er klug ist, bleiben läßt.

(Eine Gabel verschluckt.) Aus Paris wird demN. Wiener Tagbl." unter dem 26. v. M. geschrieben: In der dieswöchentlichen Dienstagssitzung der Akademie, der Medicin trug der Dr. Polaillon einen sehr interessanten Fall vor. Er präsentirte eine Gabel, die er zwei Tage zuvor durch einen operativen Eingriff aus dem Magen eines Gauklers herausgezogen hatte. Diekünstlerische" Specialität dieses umher-, wandernden Hexenmeisters war es nämlich, Säbel und Stöcke zu verschlucken. Am 8. August d. I. versuchte er es nun in Luchon mit einer Gabel. Allein in Folge eines Reizes, den er plötzlich empfand, machte er eine Schlingbewegung, durch welche sich die Gabel seinen Fingern entwand. Nachdem er wieder Athem erlangt hatte, trachtete er wiederholt die Gabel zu erreichen, indem er seine Finger tief in die Kehle, steckte; indessen vergeblich. Die Gabel glitt allmälig tiefer uno gelangte schließlich in den Magen. Er spuckte nur einige Blutfäden, hatte sonst aber keine weiteren Be­schwerden, denn er setzte des andern Tages seine Exercitien fort. Wenige Tage später jedoch empfand er in der Magenhöhle Schmerz und er consultirte mehrere Aerzte. Man rieth ihm, nach Paris zu gehen. Hier meldete er sich am 14. August bei dem obengenannten Kliniker Dr. Polaillon. Der Patient ist ein Mann von mittlerer Größe. Er explicirte ganz klar, daß die Gabel und zwar eine große Zinkgabel mit dem abgerundeten Ende hinabgeglitten ist, daß er sie in der oberen Partie des Bauches verspüre. Der Patient hat die Wahrnehmung gemacht, daß er litt, wenn der Magen leer war. So sah er sich denn veranlaßt, sehr oft zu essen, um seine Schmerzen zu verringern. Die Functionen des Magens und der Eingeweide waren übrigens normal, er hatte weder Erbrechen noch Blutspucken. Die Einführung einer Speise- röhren-Sonde mit metallischem Pfriem und Resonnateur hatte keinen Erfolg. Diese von Dr. Collin ersonnene Sonde hat nämlich dem Ohr des untersuchenden Arztes ein sehr deutliches Geräusch zu vermitteln, sobald der metallische Pfriem einen Fremd­körper im Magen berührt. Da dieses Instrument nichts vernehmen ließ, fing man anr einige Zweifel über das Vorhandensein einer Gabel zu hegen. In diesem Zweifel, wurde man noch mehr bestärkt durch das Angstgefühl und die Uebelkeiten, welche die Einführung der Sonde dem Patienten bereiteten; es schien unwahrscheinlich, daß ein Mensch, der es als sein Metier bezeichnete, Säbel zu verschlucken, die Einführung einer kleinen Sonde so schwer vertrug. Man wandte sich also nach dem ersten mißglückten Versuche an den Dr. Trouv6, welcher eine Sonde nach dem Principe seines Stilets mit elektrischem Läutwerk anfertigen ließ, um das Vorhandensein eines metallischen Fremdkörpers in den Geweben zu erforschen. Im Augenblicke, als das Ende der Sonde in den Magen eindrang, vernahm man das kennzeichnende Geräusch während einer Sekunde. Die folgenden Untersuchungen gaben vollends die wünschenswerthen Aufschlüsse: Eine Magnetnadel von äußerster Empfindlichkeit richtete sich stets nach der Magengegend des fraglichen Patienten, sobald sich dieser ihr näherte. Machte der Patient einige Bewegungen, so folgte die Magnetnadel denselben. Ferner ein großer Elektromagnet, der einige Millimeter weit von der Abdomanialwand placirt wurde, verursachte, wenn man den elektrischen Strom passiven ließ, sofort eine kleine Wölbung der Haut, wie wenn ein Körper im Unterleibe den Elektromagnet entgegenstürzen würde. Es war also ein Zaudern nicht mehr möglich. Die Operation wurde be­schlossen und wurde nach der Methode des Dr. Läon Labb6 ausgeführt. Der Magen wurde oberhalb der neunten Rippe geöffnet und die Gabel, welche 21 Centimeter lang ist und 59 Gramm wiegt, herausgezogen. Dr. Polaillon erwähnte bei diesem Anlasse, daß man bis jetzt 19 Individuen zählt, die Gabeln verschluckt haben.

(Schwäbische Gemütlichkeit.) In einer Garnisonsstadt des schönen Schwaben erschien vor einiger Zeit eine Bauersfrau in der Kaserne und verlangte den Oberst zu sprechen. Dieser fragte die Frau nach ihrem Begehren.Wo ischt denn mei Michele?" fragte die Frau.Was wollen Sie denn von Ihrem Michele?" sagte der Oberst.Ja, der derf nimmer Soldat bleibe."Aber wir sind ja auch Soldaten, liebe Frau, lassen Sie den Michele nur da," meinte lächelnd der Oberst.Ja, Ihr Herrle hent guet schwätze; Ihr hent nix gelernt, aber mei Michele is Schuster."

Universttät- - Chronik.

Privatdocent Dr. Hellmann in München ist zum Professor in der juristischen Fakultät daselbst ernannt worden.

Privatdocent Dr. Seuffert in Würzburg hat den an ihn ergangenen Ruf als Professor der neueren deutschen Sprache und Literatur an die Universität Graz angenommen.

Wie dieMünchener med. Wochenschr." erfährt, sollen in Schweden neben den bereits bestehenden Landes-Universitäten Upsala und Lund noch zwei weitere in Stockholm und Gothenburg errichtet werden.