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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Vttreinrr Schrikstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnehme des Montagö. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Vringerlcchn.

!i,, ,, __________i'ie Post bezogen^viertesjührlich 2 Mark öo Pf.

Am 1 ticher Hheit.

Betreffend: Zurückstellung unabkömmlicher Beamten, hier von Lehrern und Schulverwaltern im Fa^"i!er"M»bllmach^u?" Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen an die Schulvorstände des Kreises.

1) Civilstellung,

2) Vor- und Zunamen,

3) Mllitärcharge und Truppengattung,

o 5) STbtÄbSÄenn?eil8' Se8iment' G°mpa9niC 2C- b« welchem der Eintritt erfolgt ist, und Datum des letzteren.

Meldung. 8e$rern oket Schulverwaltern, welche bereits früher bei uns reclamirt haben, bedarf es der Angaben 1-5 nicht, es genügt hier «iufache Abwesende Lehrer oder Schulverwalter, die als allein stehende Lehrer zur Reclamation berechtigt sind, wollen Sie sofort benachrichtigen ------------------------------------------ vr. Boekmann. ö *

Setreffenb: Die Pfarrer Heyer'sche Stiftung zum Besten von Wittwen und Waisen katzolischer Schullehrn

Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commission Gießen

an die Schulvorstände des Kreises.

stützunz/echaftem 4 5 ber 9«»i besonders bedürftigen Wittwen und Waisen katholischer Schullehrer kleine Unter.

innerhalb 8 Tag^die Namen derselbm^ttr Ang-Ie" de7^®e *o oct tn a u u.

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Die Berufung des Reichstages zur letzten ordentlichen Selston feiner gegenwärtigen Legislatur-Periode soll nach Meldungen Berliner Blätter zum 18. November erfolgen. Irgendeine officiöse Andeutung über den T-nnndes Zusammentnttes des Reichstages, resp. eine Bestätigung obiger N-chricht liegt ledoch noch nicht vor. - Bisher hatte man allgemein ange­nommen, daß die Erneuerung des Militär-Septennats auf weitere 7 Jahre eine der Hauptvorlagen der bevorstehenden Reichstags-Sesston bilden würoe Wie nun aber dieKreuz-Ztg." zu berichten weiß, beabsichtigt die Regierung nicht dem Parlamente die Erneuerung des SepteunatS vorzuschlagen, sondern die Ziffer des stehenden Militärs auf unbestimmte Zeit festzulegen Dem Reichs­tage soll nur dann eine Aenderung zur Berathung vorgelegt werden wenn die fortschreitende Vermehrung der Bevölkerung auch eine Erhöhung der Präsenz- Ziffer des Heeres nölhig machen würde. Einstweilen scheinen an leitender Stelle'

Politische Ueberficht.

Gießen. 7. October.

Der Herbst-Ausenthalt der kaiserlichen Majestäten in Baden-Baden neigt sich seinem Ende zu und dürfte in den ersten Tagen der nächsten Woche die Rückkehr des Kaiserpaares nach Berlin erfolgen. Die größeren diesjährigen Reisen unseres Kaisers werden alsdann ihren Abschluß gesunden haben und nur noch die kommenden Jagdausflüge werden für den Monarchen eine Veranlassung zum zeitweiligen Verlassen der Residenz bilden. Bereits ist dem Kaiser eine Einladung des Grafen v. Stolberg-Wernigerode zu Jagden im Harz zugegangen, welcher der kaiserliche Herr, falls die Aerzte nicht noch in letzter Stunve Einspruch erheben, auch Folge zu geben gedenkt.

König Albert von Sachsen ist am Dienstag nach Wien abgereist, um, wie alljährlich, an den in der Gegend von Eisenerz tn Steiermark statt­findenden Losjagden theilzunehmen. Die Rückkehr des Königs aus Steiermark nach Dresden wird erst in der zweiten October-Hälfte erfolgen.

, Die Hochzeits-Feierlichkeiten am Dresdener Hofe haben unt dem am Sonntag im Residenzschloffe stattgefundenen großen Hosballe ihr Ende erreicht. Am Montag Nachmittag ist das neu vermählte erzherzogliche Paar nach Oesterreich abgereist. 3 3 0 w

In Berlin fand am Montag Vormittag das feierliche Leichen- begängniß des General-Jntendanten der königlichen Theater v. Hülfen, unter Theilnahme Tausender aus allen Gesellschaftskreisen auf dem Jnvaliden-Kirchhose statt. Die Kaiserfamilie war bei der Trauerfeier durch den Prinzen Wilhelm vertreten.

Der Minister des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen Reinhardt, hat seine Entlassung erbeten und erhalten. Herr Reinhardt war nUm^17, 3uli 1880 Landrath und wurde beim Regierungs-Antritte des Fürsten Karl Günther zum Chef des Ministeriums, 1881 zum Staatsminister ernannt. Ueber die Gründe für die Demission Reinhardt'- ist nichts Näheres bekannt. 9

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jur Grundlage haben wird. Zur Dtieniirung sei daran erinnert, daß nach der Verfassung des norddeutschen Bundes die Friedensstärke des Heeres auf 1 p§t ber Beoolkerungszahl von 1867 normirt und beim Wachsen derselben nach je 1O.W ein anderer Procentsatz festgestellt werden sollte. Auf dem ersten norddeutschen Reichstage ward indessen nur ein bis Ende 1871 währendes Bro, visorium beschlossen, welches schließlich bis 31. December 1874 verlängert wurde Anfang des genannten Jahres beantragte die Regierung im Reichstage die ftefb ablXnbeir87irä«>nfSfiiärtff? h8 6reer,ei UilteE Zugrundelegung der Bevölkerungs­zahl von 1871 aus 1 pEt. der letzteren und zwar auf 10 Jahre, der Reichstag genehmigte aber nur 7 Jahre. Vom Reichstage wurde im Januar 1880 dieses erfte SepteKnat auf wiederum 7 Jahre, bis zum 31. März 1888, erneuert. Sjf °berma ige Verlängerung des Septennats ist demnach von der Regierung nicht beabsichtigt, falls bie obigen Auslassungen berKreuz-Ztg." die Inten- tianen der leitenden Kreise wirklich wiedergeben; jedenfalls sind aber in dieser Angelegenheit scharfe Kämpfe im Reichstage zu erwarten.

DasGesetz- und Verordnungs-Blatt" für das Königr-ich bringt unterm 4. Dctbr. ein Handschreiben des Prinz-Regenten Luitpold. In demselben sagt der Prinz-Regent feinen wärmsten und lebhaftesten Dank für bie zahlreichen, überaus herzlichen Beweise treuer Liebe und Ergebenheit nicht fchurtA s?-?. *tm b-suchten Städten, sondern auch in den vom Hoszuge ^Slich durcheilten benachbarten Gegenden und Orten und dankt schließlich auch für den Willkommgruß der Münchener Gemeinde-Collegien, als roütbiaen Schluß «ller patriotischen Kundgebungen.

. ,®.ie am Montag erfolgte Wieder - Eröffnung des dänischen Reichstages bedeutet für Dänemark die Erneuerung des sich schon durch beziehenden Conflictes zwischen dem Ministerium Estrup und der radikalen Mehrheit des Folkelhing. Da alle Versuche der radikalen Partei D^earks, den ihr verhaßten Minister zu stürzen, bislang an dem unerschüt- M h;^ Qir°Mn des lrönigs zu semem ersten Rathgeber scheiterten, so rächte rL era durch Verweigerung des Budgets. Auch in der

MUK?.aT. die« der Fall und die dänische Regierung

eume sich in Folge dessen mit einem finanziellen Rothgesetze behelfen. Am Lt , ^.< 8,. du get für 1887/88 sammt der Vorlage über die Convertirung eines Theiles der Staatsschuld vorgelegt worden und es bezweifeln, daß hierbei die Opposition ihre Angriffe gegen das Ministerium erneuert haben wird. Vermuthlich wird sich das letztere wiederum mit emem finanziellen Provisorium behelfen müssen, was deutlich die unhalt­baren inneren Zustände des kleinen dänischen Staatswesens illustrirt.

In Belgien hat am Sonntag eine bemerkenswerthe Kundgebung gegen das dortige klerikale Regime stattgefunden. In Namur, einem der Boll­werke des belgischen Liberalismus, tagte eine von Delegirten aller liberalen ^bretne des Landes beschickte Versammlung, welche gegen die Absetzung des tvccic» iiuiyig uiutycii uiutue. Einstweilen jcyemen an leitender Stelle I einem ^''O^si'rte. Ronvaux hatte kürzlich auf

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