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auf das griechische Gebiet wahrscheinlich. Sapundzaki ordnete deshalb an, daß die in Volo Velastino stehenden Truppen in Eilmärschen auf Larissa rücken. Das Amts­blatt wird heute Abend einen Erlaß veröffentlichen, der den schleunigen Abmarsch der Garnison Athens nach Thessalien anordnet. Die in Calamata Sparta stehenden Regimenter werden nach Athen berufen. Im Hafen von Phalerun ist ein türkisches Kriegsschiff angekommen.

Newyork, 6. Mai. Die Journale sprechen stch auf das Schärfste gegen die anarchistischen Ruhestörungen aus und verlangen eine exemplarische Züchtigung der Urheber und Theilnehmer derselben. Die Negierung in Washington sandte aus Vor­sorge Truppen nach Eincinati. Powderly sprach sich im Namen derKnights of Labour" auf das Entschiedenste gegen die Ausschreitungen der Anarchisten aus.

Lokales.

Gießen, 7. Mai. Gestern Nachmittag explodirte im chemischen Labo­ratorium dahier ein Präparat und verbrannte sich der damit beschäftigte Student an den Händen und Kleidern derart, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mutzte.

V8 Gießen, 7. Mai. (Bayreuther Bühnenfestspiele.] Der allgemeine Richard Wagner-Verein, welcher sich die Aufgabe gestellt hat, die Bühnenfestspiele in Bayreuth sowohl in ideeller wie materieller Hinsicht wirksam zu fördern, hat auf Antrag seiner Centrallettung beschlossen, zu den diesjährigen Festspielen eine namhafte Anzahl von Eintrittskarten zu erwerben, welche als Freikarten mittelst Verloosung an seine Mitglieder zur Vertheilung gelangen werden. In einem eben zur Versendung gelangten Aufruf fordert nun die Centralleitung neuerdings die so zahlreichen Freundinnen und Freunde der Kunst Richard Wagner'S, denen die .Pflege idealer Interessen am Herzen liegt, auf, das Lebenswerk des Meisters durch ihren Anschluß an den Verein (der Jahresbeitrag ist auf nur 4 J4. festgesetzt) zu unterstützen. Durch den Beitritt im gegenwärtigen Zeitpunkte wird auch das Recht der Theilnahme an der Verloosung erworben.

In unserer Stadt sind bis jetzt 20 Mitglieder dem Allgemeinen Richard Wagner- Verein beigetreten.

Verwischte-.

Darmstadt, 4. Mai. fPostpersonalnachrichten.] 1. Versetzt ist der Postsecretair Bickel von Mainz nach Frankfurt (Main).

2. Gestorben sind der Postrath a. D. Müller und der Ober-Postsecretair W. Hoffmann in Darmstadt.

Darmstadt. Der am 1. Mai dahier abgchaltene Commers früherer Corps- studcnten hat den glänzendsten Verlauf genommen. Es hatten sich dazu weit über 200 Theilnehmer aus den 3 Provinzen des Großherzogthums eingefunden, vom er­grauten Staatsivürdenträger bis herunter zu jugendlichen Füchsen. Auch die Prinzen Heinrich und Wilhelm, sowie Fürst Asenburg-Büdingen beehrten das Fest mit ihrer Gegenwart. Das Präsidium führte Geheimerath Küchler von Mainz, welcher den Commers mit einem Salamander auf Kaiser und Großherzog eröffnete. Oberlandes­gerichtsrath von Ricou von Darmstadt ließ einen Salamander auf die alten Herren, Oberamtsrichter Bauer von Bad-Nauheim einen solchen auf die Activen reiben, stud. Kullmann, Senior der Hassia, des dermalen präsidirenden Corps zu Gießen, erwiderte dankend. Der Landesvater an den 6 Tafeln ging recht flott. Die Stimmung war eine durchaus animirte; die Theilnehmer waren alle in Farben erschienen. Der Saal war auf das Prachtvollste mit studentischen Emblemen, Fahnen und Wappen ge­schmückt. Der Damenkranz rings um die Gallerten war nicht der schlechteste Schmuck. Erst lange nach Tagesgrauen verließen die letzten Gäste oas Festlokal. Ein nicht minder gemüthlicker Frühschoppen imDarmstädter Hof" schloß am zweiten Tag das schöne Fest.

Ein alter braver 48er ist in der Person des Redacteurs Ludwig Bogen aus dem Leben geschieden und in der freien Erde der transatlantischen Union zur ewigen Ruhe gebettet worden. Ludwig Bogen redigirte bis kurz vor seinem in einem Alter von mehr als 70 Jahren erfolgten Tode die in Neu-Ulm im Staate Minnesota erscheinendePost". Aus seinem Lebensgange theilt die St. Pauler Volkszeitung folgendes mit:Ludwig Bogen, der in Hessen-Darmstadt geborene Sohn eines höheren Staatsbeamten des Großherzogthums, und in den dreißiger Jahren Studiosus der Rechtswissenschaft in Gießen, fühlte sich schon damals mächtig erfaßt von der Idee freiheitlicher Neugestaltung, wie sie in der burschenschaftlichen Bewegung dem Völker­frühling des Jahres 1848 voranflammte. Als dieser erschien, opferte der in den Staatsdienst getretene Mann der Bewegung für des deutschen Volkes Regeneration zur Einheit und Freiheit eine Laufbahn, die um so gesicherter war, als er ein seltenes Wissen sein nannte, errungen durch ernste Studien. Wir finden ihn unter den Koryphäen des Frankfurter deutschen Parlaments, in welchem ihm seine ruhig prüfende Art eine hervorragende Stellung unter den Männern des Fortschritts auf der Bahn des Gesetzes anwies. Dennoch als es zur That ging und sie das einzige geworden, die rasch einbrechende Reaction zu dämmen, war er unter den Männern der revolu­tionären That, und als die Fahne der Revolution sank, nahm Ludwig Bogen in Amerika seine Zuflucht. Hier frisch alles angreifend, was ein nützliches Wirken

gewährleistete, wandte er sich frühzeitig nach dem Westen und nahm seinen Wohnsitz in Stillwater in Minnesota, von wo er nach längerem Wirken als Geschäftsmann einem Rufe 'der Bürger Neu-Ulms folgte, um dort diePost" zu übernehmen. Für dieses Blatt schuf sein gewissenhafter Fleiß, seine fesselnde und durch klare Darstellung, überzeugende Sprache, vor Allem aber die Treue der Gesinnung des wackeren Mannes eine Ehrenstellung in der deutschen Presse dieses Landes. Zum Emporblühen der Stadt Neu-Ulm hat Ludwig Bogen'sPost" Dienste geleistet, die für immer in dankbarster Erinnerung bleiben werden." __________

Geschichts-Kalender.

8. Mai.

1521. Kaiser Karl V. erläßt ohne specielle Zustimmung der Reichsversammlung und ohne die sonst üblichen Formalitäten einzuhalten, das Wormser Edict, wodurch: 1. Dr. Martin Luther, als Ketzer und ausgestoßenes Glied der Kirche, mit der Reichsacht belegt, 2. bei Strafe der Acht die Aufnahme des­selben untersagt und dafür im Falle der Betretung die Verhaftung imb Auslieferung an den Kaiser befohlen wurde, 3. bei derselben Strafe die Ver­breitung seiner Bücher verboten, und endlich 4. vorgeschrieben wurde, daß von nun an weder ein Drucker noch ein Anderer Bücher theologischen In­halts ohne Erlaubniß der Ordinarien des betreffenden Ortes oder deren Stellvertreter drucken dürfe.

1852. DasLondoner Protokoll", durch welches das beklagenswerthe Schicksal von Schleswig-Holstein nun auch von England und Rußland gutacheißen wurde. Schleswig hatte man der Rachsucht der Dänen, die es alsbald wieder unter­jochten, überlassen, und Holstein mußte sein Freiheitsgelüste unter der Be­drückung der Dänen schwer büßen. DasLondoner Protokoll" äußerte seine-rückschrittliche Bedeutung auch noch dadurch, daß nun die Reaction in Deutschland immer mehr erstarkte und auch die letzten nationalen Errungen­schaften seit 1848 dem Bundestage zum Opfer fielen.

Handel rrnb Verkehr»

Limburg, 5. Mai. Rother Weizen JL. 1510, weißer Weizen JL 15.00, Korn vH. 10.70, Gerste JL. 7.80, Hafer 6.75, Kartoffeln ä 100 Pfund JL 0.00, Erbsen ä 100 Pfund JL 00.00.

Kirchliche Anzeigen der Sterbt Wieste«» Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst.

Samstag den 8. Mai.

Nachmittags 4 Uhr: Beichte, Pfarrer Dr. Naumann- Sonntag Misericordias Domini, den 9. Mai- Vormittags 9^2 Uhr: Pfarrer Schlosser. Feier oes heiligen Abendmahls.

Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Vorstellung und Prüfung der Realschüler.

Die Kinderkirche fällt aus.

Katechismuslehre für die Gymnasiasten und Stadtschüler, Vormittags 8 Uhr in der Kirche, Pfarrer Schlosser.

Montag, den 10. Mai, Abends 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinder- schule, Matth. Kap. 6, von Vers 1 an. Pfarrer Dr. Naumann.

Am Sonntag, den 16. Mai, findet die Confirmation der Realschüler, sowie Feier des heiligen Abendmahls statt. Die Beichte wird am Samstag, den 15. Mai, Nachmittags 2 Uhr, gehalten. An diesem Confirmationssonntag wird eine Kollekte für die Armen der Gemeinde erhoben.

Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 9. bis 15. Mai besorgt Pfarrer Dingeldey.

Katholische Gemeinde.

2. Sonntag nach Ostern (Misericordia).

Von 6 Uhr an Beichte.

Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion.

V2IO Uhr: Hochamt und Predigt.

2 Uhr: Maiandacht.

Am Mittwoch und Freitag um 6 Uhr: Maigebet.

Gottesdienst in der Synagoge.

Freitag Abend 7 Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 820 Uhr.

Ktlgemeiuer Anzeiger.

Verdingung der eisernen Dachkonstruetion (26639 kg) als Loos 5, und der Schlofferarbeiten (18 Thore, 45 Fenster aus Schmiedeeisen, sowie Anker und Bolzen) als Loos 6, zum Neu­bau des Locomotiv - Schuppens zu Gießen.

Termin Sonnabend den 22. Mai 1886, Vormittags 10 Uhr, in unserem technischen Bureau.

Zeichnungen, Bedingungen u. s. w. können daselbst eingefehen und auch gegen Einzahlung von 2 Mark für Loos 5 und 4 Mark für Loos 6 von demselben bezogen werden.

Zuschlagsfrist 2 Wochen. 3557 - Königl. Eisenbahn-Betriebs-Amt (Main-Weser-Bahn) zu Caffel.

Ieikgeöotenes.

Hamburger Fischhandlung

A. Hoch KTachi-

Samstag früh eintreffend: Lebendfrrfcher Schellfisch, «3578 Cabliau u Hecht in vorzüglichster Eispackung.

BekMmtmachung.

Der Plan über die von der Stadtverordneten-Versammlung festgestellten und von Großherzoglichem Kreisamte Gießen genehmigten Baufluchtlinien der Sonnenstraße liegt 14 Tage lang auf dem Bureau des Stadtbaumeisters zur Einsicht offen.

Gießen, den 5. Mai 1886.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

3585_____________________ A. Bramm.__________________________

Sonnen - Schirme.

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