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Nr. 238
Donnerstag den 7. October
1886
icßcner Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Bttreatt: Schulstraße 7.
Politische Ueberficht.
©iefteit, 6. October.
als ihren
National-
wird der
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! Englands fin die bulgarische Union sei seinerzeit durch die Action Beaconsfield's be- ! tunoet, auf beifen Veranlassung Bulgarien zweitheilig gespalten wurde. Griechenland werde der Ansicht sein, daß die Zärtlichkeit Englands für die Balkanstaaten, die manche | Unterbrechung erlitten, keine allgemeine sei. Es werde dem Sultan schwer werden I von Churchill verkündete Politik mit der Fürsorge, welche die Tories für die 1 Integrität der Türkei hegen, zu vereinbaren. Die Scheidung Churchill's zwischen den
, Dauer seines Aufenthaltes in den Vereinigten Staaten hat Liebknecht nach dem „New-Dork Herald", bis zum 26. November d. Js. bemessen. '
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e-,., c®“ .^""röfischs Minister.Präsident hat seine Rückkehr aus na? darrs noch verschoben. Von Montpellier aus reiste er nach Bordeaux werter, wo er u. A. den Erzbischof empfing. Derselbe aab der Hingebung der Geistlichkeit für ihre geistlichen und politischen Pflichten Ausdruck ÄbntOn« bie 9£ten Beziehungen, die er, der Erzbischof, mit der Departements- behörde pflege. Bereits der Bischof von Montpellier betonte Herrn v. F?ev- cinet gegenüber seine Ergebenheit für die Republik, so baß es den Amcbem m7s'"abmen !e°^ bCI '^französische Klerus sich mehr und mehr vom Orleans
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Regierung anzugreifen, noch auch wolle er sich in die Politik der Vereinigten Roch im Laufe dieses Monats ,fW die Eilbe?ufun"g "reuß. I
itsratbes zu erwarten und mirb hipfrfh» feien Don 10 „Anarchisten" 9 Agenten der preußischen Polizei und der zehnte
01 October. Einer Meldung der Blätter zufolge widmet die
51 iL e ^e,n. Morgen abreisenden General Werder als Andenken ein werth- DoUe* (^chrerbzeua mit der Inschrift: „Dem hochgeehrten B. F. v. Werder die russischen Kameraden von der kaiserlichen Suite von 1869-1886."
c ,T" D"?."Petersburger Journal" bespricht die Rede Churchill's und meint, die
Jet ermuthlgend für die Irländer und Hindus. Wenn die Fürsorge Englands ??^lartikel set,^ so werde Egypten davon Vortheil ziehen.^ Das Interesse
Ueber die jüngsten Fälle von Hitzschlag in der Armee „Rordd. Allg. Ztg." mitgetheilt:
"?"!"bhr vollständig vorliegenden Meldungen betrug die Gesammt- zahl der während der dlssKhrigen Herbstübungen bei den 14 der preußischen Sontinflents-SBerroaHung angehörigen Armee-Corps am Hitzschlag Erkrankten t1,9.6- ®l" Stoßer Theil der Erkrankungen gehört der leichtesten Form des Hin- schlages an; von den Schwerkranken stnd 9 gestorben. Außerdem weisen die Monate Mai, Juni und Juli 76 Erkrankungen mit 5 Todesfällen auf. Hier- kommt im Durchschnitt auf jedes Armee-Corps ein Todesfall.
Auch in Holland geht die Regierung schärfer gegen Vereine und Versammlungen vor. Sie hat den Kammern eine Novelle zum Vereinsaefeü vorgelegt, dre die Ortsbshörden befugt, eventuell Kundgebungen oder öffenstiche Versammlungen im Freien zu verbieten. Weitgehende Befugnisse werden dem »L3grne:n2en Bereinigungen und Versammlungen gegenüber einge- Das Anwachsen der soclalistifchen Gefahr in den Niederlanden ist famm[unasrp*f S”°t!D ä“ 6le'en verschärften Bestimmungen über das Ver. sutttutiungsrechi.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringorlohn.
........ i l u^miiiiiiih in m,i iiiiiibimiii |. Durch dre Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
O- ^e”'9°rt lviro der „Nordd. Allg. Ztg." über bas Auftreten Liebknecht s in Amerika untern 15. September geschrieben -
Vorgestern ist der in den Vereinigten Staaten schon seit einiaer Reit etroartete ©0^0^201°^,at Liebknecht in Begleitung eines Gesinnungsgenossen des Dr. Avelmg aus London, hier eingetroffen und bei feiner Ankunft von dem foSPt* y*8» 9iramen °ufweisenden Executiv-Comitö der „nationalen ' foroie den Vertretern der „vereinigten deutschen Gewerk- chaften- bewillkommnet worden. Ab.nds sand in einer mit rochen tabuen est statt Unb ^ar?’ °urstasfirien Bierhalle eine Festlich.'
' , ^°dknecht eine kurze Rede hielt. Er sagte bei dieser Ge«
Mer?nd di! Nernm>'^8" ^rhällnisse in Deutschland" anknüpfend: „Auch n.nt8 Berhälimsse anders geworden, auch hier droht Gefahr und die QelCinnm ’$u"öe' roo Re entweder untergehen oder mr g waltigen Macht anschwellen muß. Deshalb fühle ich mich verpflichtet hier,,, bleiben, ©er Reichstag ist plötzlich einberufen worden, das bedeuttt 'daß uns kriegerische Verwickelungen bevorstehen Ich bin unter M 8 Kampfplatz für mich und ich bm gern immer da, wo die Gefahr am größtin mnht „®erlk Seitungs-Jleporteen gegenüber hat sich der socialistische Agitator SnL fL em TeT8tJelr*Lrbl,t^tUn9en' ba6 d°S Terrain nach dem Chwagoer ctro?.l sshkupfrig geworden fei, mit ziemlicher Vorsicht geäußert Jnibssondere hat er sich in den bezüglichen Unterredungen gegen die Anarchisten gemenbet, mit denen die focialdemokratische Partei nichtsgeL habe: er komme um Amerika und seinen hiesigen Freunden zu sagen, daß eine organisirte Amr^ chistenpar ei überhaupt nicht existire. Leute wie Most gehörten ntchtin's Ge- säilgmß, sondern in s Irrenhaus. Dem Berichterstatter d:s New-Bork Herald" Segenüber spielte sich Liebknecht auf den deutschen Patrioten"hinaus indem er erklä.te, er fei nicht nach Amerika gekommen, um fein Vaterland und dessen
Deutschland.
Verltn, 5. October Ihre Maj. die Kaiserin hat der hiesigen Stadt. ran0»6"81 rx^etLa,mm ,unö au* bas an Allerhöchstdieselbe gerichtete Geburtstags» I Glückwunschschreiben folgende Antwort zugehen lassen:
rGlückwunschschreiben der Stadtverordneten erwidere Ich mit h-rr- [ ?urch die Versicherung Meiner besonderen Anerkennung ber
^undg^ungen sürsorgender Thätigkeit, welche dem umfangreichen und S.et®. Ivudh,°uden Gemeinwesen der Stadt Berlin zu Theil werden. Auf diesem
I ®ehlcte Meine Thellnahme beweisen zu können, wird Mir auch in der Zukunft ,ein wahres Bedürfniß sein und Ich hoffe mit Gottes Hülse in weiteren gesegneten Friedensiahren bet städtischen Verwaltung, wie ber Bürgerschaft für Nrtretung ihrer gemeinsamen wichtigen Aufgaben unb für ihren hülfreichen Smn, wie bisher, stets danken zu können.
Baben-Baden, 2. October 1886.
5' October Der König von Sachsen wirVheute, begleitet von dem Grobherzog und ber Großherzogin von Toskana, nach Wien reifen, um an den kaiserlichen Jagden in Steiermark theilznnehmen.
Hesterreich.
... October. Abgeordnetenhaus. Abg. Ruf (Deutsch - Oester«
reicher) brachte einen Gesetzentwurf ein', bett, die Errichtung von 26 Arbeiter» httimetn, welche neue Abgeordnelen-Mandate erhalten sollen. Ausgenommen Dalmat.en soll in jedem Hanbelskammerbezirk eine Arbeiterkammer mit analogen Funklionen, wie solche bte HanbelSkammern haben, errichtet werden. 8
Mrtat^8 ru erwarten und wird dieselbe erfolgen, sobald der hohe Vor- sitzende dieser Körperschaft, der Kronprinz, von seiner italienischen Reise nach zuruckgekehtt fein wird. Von Vorlagen größerer Bedeutung, welche dem StaatSralhe gemacht werden sollen, nennt man bis jetzt nur bas Schuldotalions- gesitz, welches im Cultusministerium bereits festgestellt worben ist.
„ , Smennung eines ©taatsfecretärs im Reichsschatz- m^^QItns ah b8S vusgcschRdenen Herrn v. Burchard soll möglichst beschleunigt werben. Offenbar wünscht man maßgebenden Orts, den Reichshaushalts-Etat bereits in ber kommenden Reichstags-Session durch den neuen Chef des Reichs- Ichatzamtes vertreten zu sehen, obwohl eigentlich auch der preußische Finanz« n h ^Bentti(5 S?n} 8Ut in die Lücke einfpringen könnte.
Ueber den Nachfolger des Herrn v. Burchard verhalten sich die Regierungs- kreise noch immer schweigend und sind alle bie in tiefer Beziehung genannten Namen als bloße Conjecturen zu betrachten. 0
^oen(.r,reinnni.gnen Wählern bes ersten Berliner Reichs- ^'Wahlkreises ist von ber Parteileitung Prediger Neßler als Can- k160«?”0»»8 ^tl3mCn ®orben; Herr Neßler vertrat in zwei Legislatur-Perioden .Wahlkreis Potsdam-Osthavelland im Reichstage als Hospitant der Fort- ffanh ha?,nef 6on,et”atil,en ^eine« an Herrn v. Levetzow als ihren nh.rnrro1 h ^Olrrrt "ährend die Freiconfervativen und National-
haben b Candidalensrage noch keine bestimmte Stellung genommen
TettMSphischö Depeschm.
Wsw'S UU6B«. ° B«xsa«.
I 5. October. Gestern wurde eine Vereinbaruna zwischen den Ner-
I ®u4brutfcröeiilfen und der Principale erzielt. Die Versamm-
MnciMl-^bettrttcm33cre,nborun8 beitretcn- wenn, wie zn erwarten, auch bie frflAr. Wien, 5. October. Das „Fremdenblatt" schreibt: Die bulgarische Reaent- W nl Sl ^uuerrgen Aufgabe für die Erhaltung der Ruhe zu sorgen bishe? ge- schlckt gerecht geworden. Im Streben, den Rücksichten für die Mächte zu entsprechen
I °ber dabei doch den gesetzlichen Boden zu behaupten, könne sie ruhig^^die Verant- nir Änira9en' Dagegen fei Kaulbars' Auftreten in der gestrigen Volksoersammluna
I ungeeignet gewesen, ebenso wenig wie die geplante Reise in das bul-
I accrphfti^0”^ ^e®?aiPad’hÖte feien überall bei den Regierungen, nicht bei den Massen ^.^ditlrt. Jede Regierung müsse offene Unterhandlungen mit der Menge als eine über die ^utornat ansehen. Auch in Petersburg werde man das Bedauern
I die Actionen theilen, welche den berechtigten moralischen Einfluü Ruülands liner“$Ced^0§Cnz ^aulBar§’ Auftreten entspreche nicht den Grundtendenzen des Verfälle ^ber Cholerabericht In Triest 11 Erkrankungen und 2 Todes
fälle. In Pest 6 Erkrankungen und 4 Todesfälle.
5. October. Die Stadthauptmannschaft ließ dem Redacteur ber 9tEUtoC aniMiä> rot»m p°l«i'»cr Bedenken
7 T°de?Mll/""' 51 ~ctober- Ch°l°ra-Bulletin. Es kamen 28 Erkrankungen und „rr daris, 5. October. Heute Vormittag fanden in Vierzon anläßlich der Wieder- ?-er Werkstätten der französischen Gesellschaft Ruhestörungen statt^ Die Menge versuchte, die Wiederausnahme der Arbeit zu hindern. Die Gensdarmerie schritt ekn und nahm mehrere Verhaftungen, darunter die des Generalraths Baudin Führer der Kundgebung vor. Die Ruhestörer, versuchten vergebens, Baudin zu beftL ^ '
„ .«ondon, 5. October. Em Telegramm aus Melbourne meldet bnü ein bewohnten flMntln ffnitnpfimSow r.Pa. Uni) von 500 Menschen
Asche bedeck? stattgefunden hat. Die Insel ist zu zwei Drittel mit
zu bringen f Dampfer abgefendet worden, um den Bewohnern Hilfe
Abend n^t”' Oclober. Der Schatzkanzler Lord Randolph Churchill ist gestern Abend von hier abgereist, wie es heißt nach Berlin.
gnadigl^word/n^ October. Die zum Tode verurthcilten Aufständischen sind be-


