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Anstalten letztwillig große Summen vermacht, darunter 150,000 JL der Stadt Berlin für Witt wen und Waisen der städtischen Elementarschullehrrr, je 15,000 JL an vier Gymnasien zur Unterstützung von Schülern, je 15,000 X dem katholischen St. .Hedwigs- Krankenhause , der Gesellschaft zur Verbreitung von Volksbildung, dem Asyl für Obdachlose, der KronprinzrNational-Jnvalidenstittung, 90,000 JL. der dösigen jüdischen Gemeinde für die Altersversorgungsanstalt, 75,000 JL derselben für ihr Seminar, etwa 27,000 JL für mehrere Anstalten zur Unterstützung von Lehrern und Schülern; endlich sind zu Pensionen und Unterstützungen an invalide Arbeiter, Aufseher und Beamte des der Handlung N. Reichenheim u. Sohn gehörigen Wüstegiersdorfer Etablissements die Zinsen eines Kapitals bestimmt, welches alle obigen Vermächtnisse zusammen übersteigt. — Der verstorbene Neichsrathsabgeordnete und Gutsbesitzer- Simon Graf Biurletti in Wien hat in seinem Testamente bestimmt, daß sein ganzes Vermögen, das über 150,000 sl. betragen wird, zur Errichtung einer Erziehungsanstalt für verwahrloste Knaben verwendet werde.
— Ein italienischer Tanner ist in dem bekannten italienischen Afrikarcisenden Giovanni Succi in Forli entstanden. Succi ist jener Unglückliche, welchen die italienische Polizei in gesetzwidriger Weise als angeblich irrsinnig in ein Irrenhaus gesperrt hatte. Erst der Intervention der Polizei verdankte er seine Befreiung. Er will in Afrika einen Pflanzen - Extract entdeckt haben, dessen Genuß den menschlichen . Körper fast zur Mumie macht, indem er ihn gegen Hunger und Durst absolut (?) widerstandsfähig erhält!! Um seinen Extract zu proben, hat er sich unter die Ueber- wachung eines ärztlichen Cornitä's gestellt, das ihn Tag und Nacht beobachtet. Seit sechs Tagen, so schreibt die „Riforma", hat er noch keinen Tropfen genossen und noch ist er wohlauf. Sein Puls ist normal, seine Muskelkraft ungeschwächt. Er behauptet ferner, sein Elixir helfe sofort gegen jedes klimatische Fieber, das in Massauah bekanntlich die italienischen Truppen decimirt. Endlich erbietet er sich, mit Hilfe desselben jede Vergiftungsprobe zu bestehen. Zu diesbezüglichen Experimenten erklärte er sich ausdrücklich bereit. Wie verlautet, sollen solche vor der medicinischen Fakultät in Bologna demnächst stattfinden. Die „Riforma" publicirt bereits ein mit achtzehn Namen unterschriebenes Protokoll über den Verlauf der Hungerkur, die 14 Tage fortgesetzt werden soll.
— In der Königlichen Gewehrfabrik zu Erfurt sind innerhalb der letzten Tage noch über 900 Arbeiter eingestellt worden, so daß jetzt mehr als 2200 Mann mit der Herstellung der neuen Repetirgewehre beschäftigt sind. Da die Arbeitszeit gegen früher um 3 Stunden vermehrt worden ist, so werden jetzt jeden Tag 400 Stück neue Gewehre fertiggestellt; wie hier, so auch in den Gewehrfabriken von Spandau und Danzig, mithin in Preußen jeden Tag 1200 Stück.
— Liebig's Fleischextract hat sich bereits einen so bedeutenden Weltruf gesichert, dessen Eigenschaft und Vorzüge sind in so unendlich vielen Variationen in der Presse m Wort und Bild zur Geltung gebracht, daß man es nicht für möglich halten sollte, neue Anhaltspnnkte zur Beweisführung für dessen Vortrefflichkeit zu finden, und doch ist die Verschiedenartigkeit der Anwendung, neuen Entdeckungen seiner vorzüglichen Eigenschaften günstig. . Das Wort „Diät" spielt im Leben fast aller Kranken, sowie auch bei einer nicht geringen Zahl sonst Gesunber eine gewiß nicht unwesentliche Rolle. Das Verbot des Genusses von fetten Suppen oder Speisen wird dadurch leichter erträglich, wenn man magere Suppen oder Saucen mit Fleischextract versetzt, welches
kemeFetttherle enthalt, dagegen den Geschmack wesentlich verbessert und wohlthuend kräftigend auf die Nerven wirkt, indem es in seiner Rückwirkung auf die Functionen aUer Organe des Körpers auch eine erhöhte Thätigkeit der Athmungsorgane bewirkt namentlich eine bestere Warmeentwickelung und dadurch eine kräftigere Arbeit des Magens veranlaßt und die Verdauung im Allgemeinen fördert. Diese seine Heilwirkung verdankt der Extrat einem nickt unbedeutenden Gehalt von phosphorsauren falzen und Eisenoxyd wodurch dem Blute Stoffe zugeführt werden, die zur klüftigen Ernährung eines sonst schwachen Körpers viel beitragen. (Union.)
Eingesandt.
Gießen, 6. Juli.
Gestern Abend 10 Uhr langten die Turner, welche sich vom hiesigen Männer- Turnoerem und von den Turnvereinen Marburgs an dem Alsfelder Feste betheiligt hatten, hier an und wurden von einem großem Theile des Männer Turnvereins empfangen und tu den neuen kleinen Saal des Herrn Lust geleitet, um dort die Feier durch emen gemeinsamen Schoppen zum Abschluß zu bringen. Bei der Güte des Stoffs und der Würze, welche derselbe durch die verschiedenen Reden erhielt, that es jedem leid, als um V2I Uhr die Marburger Turnbrüder sich zur Bahn begeben mußten, roobm ihnen wiederum das Geleit gegeben wurde. Die hiesigen Turner saßen dann noch lange Zeit m gemuthlicher Geselligkeit beieinander, ehe man sich trennte, besonders öa .Sperr Luft tn jeder Beziehung in anerkennenswerther Weise für die Zufriedenheit semer Gaste Sorge getragen hatte.
Handel und Verkehr.
„ 6. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfund
£f0,75w °90' £ö<?neÄ 2 St-11-00 H, Enteneier St- 5-6 H, Käse pr. St. 5-8 4, Ääfematte 3-0 4, Erbsen pr. Liter 20 Linsen 32 H, Tauben per Paar 0,50 bis 0'80^ Hübner per Stücks 0 90-1.20, Hahnen pr. Stück 0.70-1.20, Enten
SsS «^ 00-1.50, Ochsenfleisch per Pfund 62-64 Kuh- und Rindfleisch 52—56 Schweinefleisch 54—60 H, Hammelfleftch 50-66 X Kalbfleisch 40—48 X n n« Kttu vN» 3.70—4.50, Milch ver Liter 12—18 H, Zwiebeln per Centner vA 10.00—0.00, Kirschen per Pfund 16—20
„ 5. Juli. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer
frÄr ^50-1.9,25, Roggen eff. hies. X 14.50-14,75, fremder Gerste effectiv hiesige und Wetterauer JL 13,50-14,50, frembe
JL 00,00—00,00, Hafer eff. Lief. JL 14,00—14,50, fremder JL 00,00-00,00.
Frankfurt, 5. Juli. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Ange- taeben waren 410 Ochsen ca. 13 Bullen, ca. 333 Mhe und Rinder, ca. 230 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. 62—63, 2. Qual. JL 50—56, Kühe und
1. ÖuaL 54—56 2. dnal. 40—50 per 100 Pfund Schlachtgewicht,
Kälber 1. Quai. 58 60 2. Qual. 45—50 per 1 Pfund Schlachtgewicht.
Temperatur der Lahn.
Am 6. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17°, Luft 21° R. im Schatten. _________________ L. Ehr. Rübsamen.
WerlMche Eisenbahnen.
Vergebung von An streicherarbeiten.
Die am hiesigen Verwaltungs-Gebäude vorzunehmenden Anstreicherarbeiten sollen im Submissionswege vergeben werden.
Voranschlag und Bedingungen liegen im Verwaltungsgebäude, Zimmer Nr. 4, zur Einsicht der Reflectanten offen-
Offerten, welche verschlossen und mit bezüglicher Aufschrift versehen sein müssen, können daselbst bis zum Eröffnungstermin, am 8. Juli l. I., Vormittags 10 Uhr, abgegeben werden-
Gießen, den 30- Juni 1886.
Der Eisenbahnbaumeister.
4880________________Roth.__________
Freitag den 9. Juli,
Nachmittags 2 Uhr, werden in dem'G. Patz'scheu Haufe (Schiffenbergerweg 21) die zur Hinterlassenschaft der Frau Assessor Langer- mann gehörigen Möbel, HauS- u. Küchengeräthe, wobei insbesondere Sopha, Tische, Stühle, Kleiderschrank, Küchenschrank, Kücheneinrichtung 2C., versteigert.
4932 Im Auftrag:
Hoffmann, Ortsgerichtsmann.
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4854________M. Schirmer.
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