Darmstadt, 3. Juli. (Privat.Depesche.) Jubelfeier. Sein- Röntgt. Hoheit der Grobherzog besichtigte mit dem Erdgrobherzog und den Prinzessinnen die Ausstellung von graphischen Arbeiten und Lehrmitteln eingehend im Hauptgebäude der technischen Hochschule und sprach seine hohe Anerkennung über dieselbe aus.
Darmstadt, 3. Juli. (Privat-Depesche.) Seine König!. Hoheit der Grohherzog hat aus heute Nachmittag den commandirenden General des Württemberger Armee-Corps, v. Alvensleben, welcher auf dem Griesheimer Schießplätze zum erstenmale inspicirte, nebst den Commandeuren der Württem- dergischen Artillerie-Brigade nach Jagdschloß Kranichstein zur Tasel geladen.
Deutschland.
Darmstadt, 2. Juli. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben «llergnädigst geruht: , ,
Am 1. Juli den ordentlichen Professoren an der technischen Hochschule zu Darmstadt, Rudolph Werner, Dr. Leopold Dippel und Dr. Wilhelm Staedel da- Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienst-Ordens Philipps des Groß- müthigen zu verleihen.
Darmstadt, 2. Juli. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Mergnädigst geruht:
Am 1. Juli dem Director und ordentlichen Proseffor an der technischen Hochschule Dr. Eduard Schmitt und
den oroentlichen Professoren an derselben Hochschule, Baurath Eduard Sonne und Heinrich Wagner den Charakter als „Geheimer Baurath" und dem Privat-Docenlen an dieser Hochschule, Museums-Jnspector, Dr. Rudolph Adamy, den Charakter als „Professor" zu verleihen.
Telegraphische Depeschen.
StolfP6 trlrgr. Lsrrespoirden- • Brrrrav.
CmS, 2. Juli. Seine Majestät der Kaiser unternahm gestern vor und nach dem Diner eine Ausfahrt und wohnte Abends der Vorstellung im Theater bei. Heute machte Se. Majestät eine Kurpromenade und hörte später die Vorträge des Oberhofmarschalls Grasen Perponcher und des Wirkt. Geh. Raths v. Wilmowski. An dem heutigen Diner werden theilnehmen Se. K. Hoheit Prinz Friedrich Leopold von Preußen, der Erzbischof von Köln, Dr. Crementz, und der Gras von Solms- Rödelheim.
Berlin, 2. Juli. Der Bundesrath beschloß bei der ablehnenden Haltung eines großen Theils der Industrie gegenüber der projectirten Berliner Ausstellung für 1888 von der Gewährung des Beitrags von 3 Millionen abzusehen.
München, 2. Juli. Das „Fremdenblatt" will wissen, das Ministerium Lutz hatte gestern Abend seine Entlassung eingereicht; dieselbe soll spätestens heute früh dem Prinz-Regenten unterbreitet werden.
Paris, 2. Juli. General Saussier antwortete dem Kriegsminister Boulanger, rr sei bereit, Gouverneur von Paris zu bleiben.
London, 2. Juli. Gladstone ist ohne Opposition in Midlothian wiedergewählt. Bisher sind 23 Eonservative, 9 dissentirende Liberale, 9 Ministerielle und 4 Parnelliten gewählt.
— Abends. Bis jetzt sind 52 Eonservative, 10 dissentirende Liberale, 17 Ministerielle und 8 Parnelliten gewählt.
Madrid, 2. Juli. Durch ein Decret werden anläßlich der Geburt Alfonso's LIU. Strafen für gemeine Vergehen, aber nicht für politische und militärische, erlassen.
— Die Abtheilung für öffentlichen Unterricht sprach sich zu Gunsten eines spanisch-deutschen Vertrags über das literarische Eigenlhum aus.
Rom, 2. Juli. Cholera - Bericht. Vom 1. bis 2. Juli, Mittags, kamen in Brindisi 18 Erkrankungen und 9 Todesfälle vor, in Latiano 105 Erkrankungen und 32 Todesfälle, in Sanvito 26 Erkrankungen und 7 Todesfälle, in Francavilla 44 Erkrankungen und 18 Todesfälle, in Oria 3 Erkrankungen und 3 Todesfälle, in Codigoro 5 Erkrankungen und 1 Todesfall, in Venedig 2 Erkrankungen und 2 Todesfälle.
Mons, 2. Juli. Die Strikenden nahmen in drei Kohlenbergwerken die Arbeit wieder auf.
Lokale-.
Gießen, 3. Juli. Samstag den 10. l. Mts., Vormittags 9 Uhr, findet eine öffentliche Sitzung des Prooinzialausschusses der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt:
1. Klage des Ortsarmenverbandes Frankfurt a. M. gegen den Ortsarmenverband Flensungen wegen Unterstützung der Marie Kratz.
2- Necurs des Friedrich Kimpel in Kohden gegen einen Polizeibefehl Großh. Krersamtes Büdingen, betreffend Baufälligkeit einer Scheune.
3. Recurs des Andreas Flohr in Friedberg gegen einen Beschluß des Kreisausschusses des Kreises Friedberg, betreffend Verweigerung der Wirth- ichastsconcesfion. ’
4. Rccurs des Müllers Jcan Sünder in Harheim gegen einen Polnei- befehl Großh Kreisamts Friedberg, betreffend die Unterhaltung des Mühlgrabens an der Untermühle zu Harheim. 7
_ ,£. V Gießen, 2. Juli. sAbonnement-Concert.s Einen Beweis ihrer See- tuchtlgkett lieferte unsere Militär-Capelle heute Abend in Reißiger's „Schiffbruch der ^.e^uia . clnem stark antiquirten Opus, dessen Handlung wohl längst verschollen ist. Die gespielte Ouvertüre durste sicher Alles sein, was von dem „Schiffbruch" gerettet wurde und diele koimte gewissermaßen durch exacte Wiedergabe der Capelle einiges ^ntercffe elnfloßeil. Mit Hülfe der Phantasie hörte man deutlich die ängstlichen Rufe der Schilssmannichalt, begleitet vom tobenden Sturm u. s. w.; aus dem Grunde bat zunehmen^ ÖU$ ^echt, unter den musikalischen Gemälden einen Platz cin- ~ .'^onderer Hervorhebung werth war der Vortraa der Tell-Ouvertüre von Rosnm, welche sich recht gut sur Militär-Musik eignet und dadurch schon bedeutend 6,ewmnt. Oboe und Flöte spielten hier ihren Trumpf aus und vergegenwärtigen jenen und stl^m 1 NUngsl)oll^Ebunvermrscht mit dem sanften Geplauder des Bergbachs wirksam übrigen Pibcen nennen wir noch die Ilka-Ouvertüre von Doppler dotpourri . „250 Jahre deutschen Lebens" von Schreiner und endlich seineswwn1111 mCl4eV “Uf bic ^ng- Damenwelt vornehmlich 3. Juli. Wir berichteten vür Kurzem, daß ein auswärtiger Landels- unreines Schwelneflerlch zur Stadt brachte, um es, wie er angab, an einen q,tc^n verkaufen. Es wird uns nun heute die Mittheilung daß lebtere
Angabe eine lalichlichc gewesen sei. Das Fleisch sei nicht für einen Wirth bestimm? faÄÄ™ $>ani,eI5mann rooUtc d-ss-lb- in der Stadt an Private zu "7r-
50jährige Zubelfeler der iedjnifdjen godjfdjule M Darmstadt.
(Von unserm Specialberichterstarter.)
mr;. . . . m t Darmstadt, 3. Juli 1886.
Waup ® sX0c"’£ b" $erIaUr be§ D»r°b-nds war auch derjenige des gestrigen
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Gießen, den
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geöffnet. Sie umfaßt eine sehr große Anzahl recht sehenswurdrger, schon ausgefuhrter Studienzeichnungen aus den Gebieten des Freihandzeichnens, der darstellenden Geometrie, der graphischen Statik, des Planzeichnens, Steinschnitts und der Elemente der Bau- construction, ferner des Bauingenieurwesens, des Maschinenbaues, der Architectur, daneben Arbeiten aus der Praxis ehemaliger Studirenden, sodann kunstgeschrchtlichc Prachtwerke und Photographien, weiter elektrische und physikalische Apparate, Maschinen, schließlich eine recht stattliche Sammlung von Werken früherer und gegenwärtiger Lehrer der Anstalt. t ,
Die ganze Ausstellung giebt ein beredtes Zeugniß von dem Fleiße der Lehrenden und Lernenden. Unter den Vielen, welche dieselbe in Augenschein nahmen, befand sich manch' „alter Herr" der Hochschule, dem man die Freude, durch die Betrachtung der Arbeiten an längst entschwundene, schöne Tage erinnert zu werden, vom Gesicht ablesen konnte. n .
Um 9i/8 Uhr versammelten sich die Erschienenen in einem größeren, mit een Büsten des regierenden Großherzogs und seiner beiden Vorgänger geschmückten Lehrsaale, wo der Director der Hochschule, Herr Dr. E. Schmitt die Gäste Namens der Docenten und der Studentenschaft bewillkommnete.
Alsdann begab man sich nach dem Saalbau, wo um 10Vr Uhr der Festact begann.
Seine Königl. Hoheit der Großherzog war nebst dem Erbgroßherzog und den übrigen Prinzen des Großh. Hauses erschienen.
Der Director der Hochschule, Herr Prof. Dr. Schmitt, legte in der Festrede die Bedeutung der Technik und der technischen Wissenschaften dar und gab sodann einen Abriß der Geschichte der Anstalt, welche von recht bescheidenen Anfängen ausgehend, trotz mannigfachen Schwierigkeiten neben den anderen deutschen technischen Hochschulen als berechtigte Schwester stehe. Diese Entwickelung verdanke sie vor allem der Gunst des Fürstenhauses, sodann der Opferwilligkeit der Stadt Darmstadt, den Sympathien der Ständeversammlungen des Landes und vielen privaten Wohlthätern. Redner schloß mit einem Hoch auf den Landesfürsten, welches dreimal donnernd durch den hohen Saal brauste. Die Musikkapelle intonirte die Nationalhymne, welche die Versammlung stehend anhörte.
Se. Königl. Hoheit der Großherzog dankte huldvollst und versprach der Anstalt seine Unterstützung auch für die Zukunft, worauf Herr Director Schmitt den Dank der Hochschule für die allergnädigste Zusage ausspricht.
Darauf ergriff der Staatsminister Finger, Excellcnz, das Wort, um in Anknüpfung an die Worte Sr. Kgl. Hoheit die eifrige Fürsorge des Staatsministeriums für die Jubilarin in Aussicht zu stellen und publicirte sodann die aus Anlaß der Jubelfeier ergangenen Gnadenbeweise Sr. Königl. Hoheit dcs Großherzogs, von denm wir bereits gestern telegraphisch berichteten.
Der Herr Oberbürgermeister Ohly übermittelte der Jubilarin die Glückwünsche der Stadtverordnetenversammlung, welche zum Andenken an diese Feier einstimmig eine Stiftung im Betrage von 5000 JL beschlossen habe, von deren Zinsen Stipendien, an bedürftige Studirende vertheilt werden sollen. Die Stadt Darmstadt, welche ihren Stolz in die Hochschule setzt, sei nach wie vor bereit, für dieselbe Opfer zu bringen.
Gleicherweise gedachte der Verein ehemaliger Studirenden der alma mater; über die Art der von ihm beabsichtigten Stiftung soll in der morgen Vormittag stattfindenden Generalversammlung Beschluß gefaßt werden.
Die Landesunioersität ließ durch die Herren Professoren Oncken und Heß eine vom zeitigen Rector verfaßte Adresse überreichen, in welchen die den beiden Hochschulen gemeinsamen Ziele betont und der „jüngeren Schwester" die Glückwünsche der Ludo- viciana ausgedrückt werden.
Eine große Anzahl Corporationen und Institute hatten ebenfalls Adressen gesandt oder ließen durch Deputationen die Beziehungen beroorheben, durch welche sie sich mit der Jubilarin verbunden fühlen, so die Centralstelle des Landesgewerbeoereins, einige Gewerbe-, Architecten- und Jngenieurvereine aus Offenbach, Mannheim, Franh furt a. M., eine naturforschende Gesellschaft zu Mainz, das Darmstädter Gymnasium u. s. w.
Alle Redner betonten, daß die von ihnen vertretenen Körperschaften von der Jubilarin viele und reiche Anregungen empfangen hätten.
Auch die Studentenschaft hatte die festliche Gelegenheit benutzt, um ihre Lehrer ihrer dankbaren Gesinnungen zu versichern, und eine sehr geschmackvolle Adresse ac- fertigt, in der sie diesen Ausdruck verlieh.
Der Director der Hochschule stattete in sehr bewegten Worten den tiefgefühlten Dank Kiner Commilitonen ab für die überaus reichen Sympathien, welche der Hochschule ein Sporn fein sollten, auf dem beschrittenen Wege weiter zu streben.
„ Nachdem derselbe darauf noch den Prinzen des Großherzoglichen Hauses, wie allen Gasten sur ihr Erscheinen gedankt, schloß der feierliche Akt um n/4 Uhr
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Wetzlar, 1. Juli. Auf dem hiesigen Amtsgerichte meldete sich aestern ein- Znnm-rlehrlmg aus W°,d-nhauen, welcher durch einen jener bösartigen Sväf-e" die trotz aller Warnungen mch lchl.mmen Ersahrungen stets wieder erneuert werden' emen M-rch auf sein Geaasten geladen hat. Der Bursche batte bei ScleaenLit ' In Oberk ecn sta gehabten klemen Festlichkeit mit einem, wie er glaubte unge adenen Gewehr scherzhaft au, einen Schuhmacher aus Dornholzhattien angelegt Die Wo ? welche indeß gelahen war, gmg los und der Schuß traf den DornholMnser so ' glücklich, daß er nach wenigen Stunden verstarb.
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Maricnschloß, 3. Juli. Gestern Abend erschoß sich hier der Director dcs Landcs- zuchthaules, Herr Maior Kattrein, der Erstürmer des Schlosses Chambord und Inhaber des eisernen Kreuzes erster Klasse. Derselbe war in Folge der im Kricae crklären°" 0)111,61:11 Ieibenb u,lb ">rd sich hieraus die Ursache des Selbstmordes
Oppenrod I.Juli. Das am 27. und 28.Juni dahier stattgehabte Sangersest verbunden mit Fahnenweihe dcs hiesigen Gesangvereins „Sängerlust", ist ü, seinem Verlause recht hübsch zu nennen. Nach Empfang der 18 fremden Nereine unaS «00 Sänger, bildete sich der Festzug, welcher sich unter ben' Ätängen ber fc fi die Hauptstraße unseres Ortes bewegte, welcher restlich geschmückt war. Nachdem der Feftzug wieder auf dem Festplatze angckommen war, wurde von Herrn Lehrer ÄerLrt fc.e Festrede gehallem woraus di- U-bcrreichung der Fahne durch den Präsidenten er- folgte. Der ganze Berlaus des Festes ist recht gcmülhlich und angenehm zu nennen da d-e Festfreude auch nicht durch die geringste Storung beeinträchtigt wurde SPnrA baleln?^^nc-tofe«2Be,ter rol,r ber B-such des Festes von den umlegenden Or-el recht zahlreich etngehoffen.
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Juni: 2 tzifcnbabn dahic Aoieiibesg au5 von hier. 30- - Adolsine Elfe di
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-- rr ?r.UJ®zJ.:Am Msntag Nachmittag versuchte ein 16iäbriaer au§ Cassel in ber Nähe von Wolfshausen seinem Leben burrh t^rhnnn/n Jr^tge machen, er wurde jedoch noch lebend in die biefiae rhirm-niirh? <7i^^n0C lr cni i11 b°ld !° weit wiederhergestellt war,daß « n ’V in== '"f1' m?«
herbe,gerufenen Vater die Rückreise nach Cassel antrcten konnte S m S?»“1’51? will er deshalb geschritten sein, weil er befduifhint n Selbstmorde
Gaffel, in weicherer als Le ling onditionstf ^-schäft m
ju haben, da dies nicht der Fall gewesen und -r ta ,, S Geldbetrag entwendet ertragen könne, habe er sich am vergangenen Freitaa non 'ulenden Verdacht nicht schlossen, demnächst seinem Leben gewaltsam ein Ende zu machen U”b 1,4 Cni=
Tagen im Staalsforste bet fanden, wurde der Platzt fe t “infamMÄ AEl-ersonal R-Hschlingen ge- d-r Forstgchilfe Schulz von Burghaun d n WacktdicÜst "/rwlchencr Nacht haste horte Schulz Geräusch und bemerlte einen iBiSm i frub Vz< Uhr
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fofort, hinter einen Baum springend auf an' Der Fremde legte
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