Ausgabe 
3.12.1886 Zweites Blatt
 
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1886

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Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.

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ßtömunq in io gewichtiger Weise bemerklich macht. Daß aber hinter Freycinet die öffentliche Meinung Frankreichs steht, beweisen die beifälligen Commentare, mit denen di- französischen Zeitungen di- Freycinet'schen Ausführungen begleiten. Dagegen betont der Ministerpräsident in seinen weiteren Darlegungen, daß Frankreich an der eguptischen Frage ein Interesse ersten Range« habe; dach klingt auch aus diesem Theile der Freycinet'schen Rede ein maßvoller und friedlicher Ton hervor und spricht Freycinet di- Hoffnung aus, daß e« gelingen werde, die egypltsch- Frage durch europäisch- Uebereinstimmung zu losen.

lieber di- für vergangenen Sonntag in der Stadt Sltgo proiect'rt gewesene aber regierungrseitig verbotene Kundgebung der irischen Rational-Lioa wird gemeldet, daß dieselbe doch noch stattgesunden habe. Rur war die Stad» Sligo nicht selber der Schauplatz der Demonstration, da die Stadt von zahlreichen Militär- und Polizeimannschasten besetzt war, sondern ein na&e gsieaenes Dors Dis Parlaments-Mitglieder O'Lrien und Kelly hielten Reoen in denen sie unter heftigen Angriffen gegen dis irische Regierung dte Absicht aussvrachen, di- Agrarbewegung im Gange zu erhalten. Zu irgend- welchen Ausschreitungen scheint er indeffen noch nicht gekommen zu sein; er waren nur wenig Polizeimannschasten gegenwärtig. Die englische Regierung scheint tnd-ffen gewillt zu sein, den ihr hingeworfenen Fehdehandschuh der Lanv- Liga auszunehmen, wie die jüngst gemeldeten militärischen Maßnahmen der Re- qirung in Dublin beweisen.

Politische «ebersicht.

Gießerr, 1. December.

Die neue Militär-Vorlage hat seitens der deutschen Presse fast ohne Ausnahme eine entgegenkommende Beurtheilung erfahren, soweit es. sich eben um den nationalen Gesichtspunkt handelt. Selbst die demokratischen Blätter betonen, daß unter den heutigen ernsten Zeitv-rhältniffen Deutschland bei seiner centralen Lage aus die möglichste Stärkung, seiner Wehrkraft bedacht sem müsse und somit steht zu erwarten, daß sich auch im Reichstage wenigstens nach dieser Richtung hin eine erfreuliche Uebereinstimmung aller Parteien ergeben wird. Desto größere Schwierigkeiten wird freilich die finanzielle Leite der Vorlage machen und läßt sich vorläusig noch nicht absehen, wie hier eine Verständigung erzielt werden soll, wenn die Regierung nicht außerordentlich -ntzegenkommt. Inwiefern die in einem Theile der oppositionellen Presse aufgetauchte Be- hauptuna, die Regierung werd- hinsichtlich der Dauer der neuen Festsetzung der Friedens-Präsenzstärk- schonmit sich reden" lassen, gerechtfertigt.ist, muß für sitzt eben auch dahingestellt bleiben, obgleich es mcht sehr wahrscheinlich ist, daß sich die Regierung eine erhebliche Beschneidung der Vorlage in dieser Beziehung würde gesall-.n lassen. Die erste Lesung des Entwurfs soll bereits am kommen, den Freitag erfolgen, da man allgemein annimmt, daß die am Dienstag be- gonnene Generaloiscussion ü6:t dm Etat »m Donnerstag beendigt werden wird. Selbstv.rständlich wird schon hierbei die Militär-Vorlage stark gestreift werden und dürfte sich in Folge dessen di- Generaldebatte über letztere i-lbst wohl ver- einfachen Ob di- Mitttär-Vorlage nach Beendigung der ersten Lesung an eure besondere Commission wie die Conservativen wollen oder nut an di- Budget Commission gelangt, siebt noch nicht fest. Jedenfalls muß aber die in manchen Blättern aufgetauchte Meinung, die Militär-Vorlage werde möglicher Weise noch vor W-ihnachten im Reichstage zur entscheidenden Abstimmung ge­langen, entschieden zurückgewiesen werden, denn es unterliegt 8" keinem Zweifel, daß bi« zu diesem Zeitpunkte dis Commissions-Berathung noch nicht beendigt sein mit b.^bichstaqS-Session hat kaum begonnen, und bereit« scheint er als ob auch diesmal eine ungewöhnlich große Fluth von Jniliakiv-Antragen dem Hause zuströmen wird. Reben dem von Abgeordneten des Centrums und der sreisinnigen Partei eingebrachten Anträge bezüglich der Bestrafung der Wahl- beeinsiussungen ist dem Reichstage von Seiten des Centrums auch em Antrag auf Verschärsung der strafgesetzlichen B-stimmungen gegenüber dem Duellwesen «gegangen- Der Antrag bezweckt namentlich, der Unsitte der sogenannten amerikanischen Duell« entgegenzutreten und soll, soll« em amerikanische« Duell zwischen zwei Personen den Tod der einen zur Folge hat, für den überl-beiid-n Tbeil Zuchthausstrafe bis zu 10 Jahren eintreten. Eigentlich gehörten diese Art von Duellanten in'« Irrenhaus! Weiter haben die Abgg. Ackermann und Biehl ihrs in voriger Session unerledigt gebliebenen Anträge au Einführung d-s B-kähiaungS-Nachweiser für Handwerker wiederum eingebracht und ebenso steht die Wi-dereinbringung der Aibeiterschutz-Anträge de« Centrum«, nur in terän ®ru 8uÄeo?!i°on de« Patentgesetze« von der preußischen Regie- rung eingesetzte Enquete-Commission hat ihre Arbeiten beendigt.

kchltissen ist hinsichtlich der Pa'.entbehörden die Einsetzung emes Paienigsizchtshofes bervorzuh-bm, über welchem als letzte Instanz nur da« RuchSgerichl steht. Di- Mitglieder de« Patentgerichtshoses müssen zum Theil tue Befähigung zum ^amt° besitzen, zum Th^l in einem Zweige der Techn k erfahren 'em urä> h btpufhpTT rnf ßebettsieii ernannt. Für dar Verjähren vor dem Patent- n ker B-sch werde-Instanz die facultative Mündlichkeit mit der Maßgabe

ober jede der betheiligten Parteien dieselbe beantragen kann. Für da« Verfahren Dor dem Patentgerichtshose gilt die Mündlichkeit. ..

Der Großüerroa von Mecklenburg-schwertn ist nevst letner Gemahlin am Sonntag Abend mittelst Extrazuges nach dem Süden via Pa. s abgereist, um int südlichen Frankreich wiederum den Wmter zuzubringen.

Die Mannheimer Stichwahl zum Reichstags zwischen dem Nationalliberalen Dissen^ und dem Socialdemokraten Dreesbach i,r t

UniverfitärS -Cyromk.

Rieften 1 December. sPromotionen an der Grotzherzogl. Landes-Umoersität Gießens Während des Nectoratjahres vorn 1. October 1885 bis einschl. 30. September 1886 sind folgende Promotionen vollzogen worden: Zu Doctoren der Theolog^ wurden ernannt* Am 3. October 1885: Evangelischer Pfarrer a. D. vr. xhll. Friedrich Haupt in ®ie|en, honoris causa. Am 22. April 1886: Professor Dr. phil. Hemrich ft d efilin in Friedberg, honoris causa. Zum Licentiaten der Rheologie wurde ernannt. L1 Wl® S Phil. Gustav Krüger aus Bremen. Zum Doctor der Rechte wurde ernannt- Am 31. December 1885: Gerichts-Accessift Arthur Osann aus Darmstadt. Zu Doctoren der Medicin, Chirurgie und Geburtshülfe wurden ernannt: Am 20. Octoder 1885: Approbrrter Arzt Paul Schultz aus Stettin. Am 19. De-

1885 wurde dem Professor Dr. Friedrich Ludwig Stegmann in Marburg um50iÄ das Diplom erneuert. Am 21. Juni 1886: Appro­

bier Ant^ttoKi et sch aus Zwingenberg. Am 12. Juli 1886: Approbier Arzt August Rebel aus Groß-Gerau. Am 14. Juli 1886: Approbier Arzt Adolf Bo^rndrück aus Ferndorf. Zum Doctor der Thierheilkunde wurde ernannt: Am 15. Mai 1886: Approbier Thierarzt Reinold S chmaltz m Berlin Zu Doctoren der Bbilosovhie wurden ernannt: Arn 12. October 1885: Gymnaslal-Lehrarntsaspirant Adolph Horn aus Groß-Umstadt. Am 26. November 1885: Cand. xhil Wilhelm Weiß gerb er aus Offenbach. Am 30. November 1885: Afffftent am chemischen ^boratorium der Landes-Universität Julius Lang aus Friedberg. Am 4 December 1885: Cand. phil. Oskar Doering aus Berlin. Am 7. December 188o. Gymnasta^ lebrer Auaust Schacht in Lemgo. Am 12.December 1885: Gymnasiallehrer Friedlich ftlefer in Mainz Am 17 Decembcr 1885: Gymnasial-Lehramtsaccesstst Otto Dieffenback aus Schlitz. Am 26. Januar 1886: Cand. phil. August Baur aus Friedberg Am 13 Februar 1886: Gymnasial-Lehramtsaccesstst Johann Ledroit aus Mainz, ^Assistent am mineralogischen Cabinet der Landes-Universität Am 5 März 1886: Cand math. Jakob Kraus aus Hoben-Sulzen. Am 8. Marz 1886. Reallehrer Clemens Theisen in Gießen. Am 13. März 1886: Finanz-Acceffist Friedrich Wilhelm Gärtner aus Alzey. Am 31. März 1886: Religion sichrer Zermalm Deutsch in Frankfurt a. M. Am 10. April 1886: Gymnastal-Lehramts- accefsist Wilhelm Fifcher aus Nieder-Ellenbach. Am 1. Mai 1886: Reallehrer Karl Wilhelm Gau l^ in Alsfeld. Am 15 Mai 1886: Cand Georg Bücher aus Darmstadt. Am 29. Mai 1886: Gymnasial-Lehramtsaccesstst Justus Fink aus Darmstadt Am 6 Juni 1886: Gymnasial-Lehramtsaccesstst Jakob Schneider aus Ach, Assistent am physikalischen JnMut der Landes-UniverMt- Am 27. Juni 1^6: Gymnasiallehrer Wilhelm Matthäi m Laubach. Am 3. Juli 1886. Realgymnostal- lebrer Karl Anton Henniger in Charlottenburg. Am 14. Juli 1886. Oberförster Philipp Walther in Grebenau. Am 21. September 1886: Gymnasial-LehramtsL acceesist Karl Walther aus Gießen. __________________________________

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Verfälschte schwarze Seide. Ä"n Müfterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort au Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, ver­löscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. - »er* fajscbte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brcnnt langsam fort, namentlich glimmen dieSchußfäden" weiter (wenn fthr mit Farbstoff^erschwert) und^nte läßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur achten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt- Zerdrückt man die Asche der achten Seide, so zerstäubt ste, die der verfälschten"nicht- Das Seiden - Fabrik - D6p5t von 6. Henneberg (K- u- K. Hoflief.) in^Zürich versendet gern Muster von seinen ächten Seidenstoffen an Jeder­mann und liefert einzelne Roben und ganze Stücke zollfrei m s Haus- 7801

281 Zweites Blatt Donnerstag den 2. December

7, December anb-raamt worden. ,. .

flut auswärtigen Politik liegen heute wiederum zwei bedeutsame Kundgebungen vor, von denen die eine von jenseits der Vogesen, die anoere von jenseits der Alpen stammt. In der französischen Deputirtenkammer hct der Ministerptäsident Freycinet anläßlich der Interpellation des bonapartE-n Depuii^trn Delafosss über die auswärtig- Lage -ine förmliche Progran-m-Rece gehalten Dieselbe verbreitet sich über dis bulgarrfche wie über Di. egyptische und en kält hinsichtlich der ersteren das wichtige Zugsständmß, daß die bnlaariiche Angelegenheit Frankreich nicht direct interessire. Hand in Hand Mit W^E?k ämn?^Assdie Versicherung, daß Frankreich, ohne auf di- ihm ge- bübr-nd- Stimme in den internationalen Angelegenheiten zu verzucht-n d°-y vor Allem fein- inneren Lebens-Interessen vor Augen haben müsse. Die Regierung aber nun dringend die Durchführung innerer Rewrmen und woll- de,. WWW-WMW

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Dttsvevste (Berdauungsbeschwerden) heißt das Uebel, das auch dem reichsten Manne die Lebensfreude vergällt, dem Mlnderbemittelien abtt bie Mühen des Broderwerds erschwert, weil bei der ungenügenden Verdauung auch die Kraft zur Arbeitsleistung und die gute Sstmmung mcht ^nu^b oorhmstoLn ift^ Unter folchm Umständen darf es als eine Wohlthat für die Magenleidenden. b-tr°cht-i werden, d°tz der mineralisch- G-bair von

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