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Heitel. Der Bürgermeister schreibt wörtlich:Auf den Artikel Welterod in Nr. 83 des Kreisblattes theile ich Ihnen mit, daß der angebliche Landwehrmann und franzö­sische Kriegsgefangene Breidenbach nicht hier aus Welterod ist. Er hat nach Angabe hiesiger Leute in Begleitung eines Gefährten (Stromers), den Ort Welterod durch­zogen, gutmüthigen Leuten dabei seine traurigen Lebensschicksale erzählt, um sie dadurch zu recht reichlichen Spenden, welche er auf diese Weise auch empfangen, zu bewegen. Bei mir hatte er sich nicht gezeigt, vielmehr es vermieden, in meine Nähe zu kommen, was mich annehmen läßt, daß man es hier wieder mit einem großen Schwindler zu thun hat. Ganz Deutschland scheint durch den betreffenden Artikel desRheinischen Courier" in Aufregung gekommen zu sein, denn aus allen Ecken laufen Briefe an mich ein mit Bitten um nähere Auskunft, resp. um Ausfragen des Breidenbach zu Welterod wegen Koch (eines anderen Deutschen, der sich noch in Algier befinden sollte). Leider kann ich den Kerl aber nicht ausfragen, da er am selbigen Tage nach sehr kurzem Aufenthalte hier, unbekannt wohin, weitergereist ist."

Bei den bevorstehenden Manövern ist den daran theilnehmenden Officieren eine Annehmlichkeit dadurch geschaffen, daß sie sich ohne Weiteres in den Fortgenuß ihrer gewohnten Zeitung setzen können, und zwar einfach dadurch, daß sie bei der Post­anstall ihres Garnisonortes die Nachsendung ihrer Zeitung beantragen und dafür nur 50 für den vierwöchentlichen Zeitraum entrichten. Dieser Postanstalt ist das je­weilige Kantonementsquartier der Garnison bekannt, dieselbe leitet dahin mit aller Beschleunigung die Briefschaften und auch die solchergestalt nacherbetenen Zeitungen über. r r r .

Ehambrey, 28. Juli. Einen rührenden Beweis von aufopfernder Nächsten­liebe wenn man es so nennen darf hat ein auf dem hiesigen Bahnhofe nistendes Rothschwänzchenpaar gegeben. Das Pärchen hat sich unter dem Dache der Bahnhofs­halle ein Nestchen gebaut, wo es mit dem ihm eigenen Reinlichkeitssinne feit einiger Zeit schon für seine vier junge Vöglein emsig sorgt. Heute früh kam nun aus dem Frankenlande ein leerer Kohlenwagen hier an, der jedenfalls auf irgend einer größern Station Frankreichs längere Zeit gestanden batte, denn er barg ein Nestlein mit vier jungen Rothschwänzchen, die bei der Ankunft auf dem Bahnhofe ihren Hunger durch lautes Zwitschern kundgaben. Mitleidige Menschenseelen fingen nun wohl zu ihrer Atzung etliche Fliegen, die von den Jungen begierig verspeist wurden, aber was würde aus den armen Thierchen geschehen, wenn der Wagen nach den Saargruben weiter­lief? Da kam ein Eisenbahnbeamter auf den Gedanken, das Nestchen neben das be­reits unter dem Hallendach befindliche zu stellen, indem die Alten dann gewiß auch für diesen unerwartetenZuwachs" sorgen würden. Gedacht gethan! Das zweite Nestchen wilrde dicht neben das elftere gestellt und bald kam das Welbcken von feinem Ausfluge zurück, Beute für seine Jungen im Schnabel tragend. Wohl mochte ihm schon das weit lebhaftere Gezwitscher der kleinen Hungrigen auffallen, staunend flatterte es vor den beiden Nestern umher, es mochte wohl zählen und wieder zählen, aber statt vier waren es wirklich acht, dazu vier viel kleiner und nackter als die eigenen Jungen. Da bemerkte es auch ohne Zweifel, auf welcher Seite die größere Noth fei und bot, nachdem es sich genugsam von allem überzeugt, den fremden Jungen die erste Nahrung. Staunend flog nun auch das Männchen zu, nach Vogelart schüttelte es vielleicht sein Köpfchen ob der Sonderbarlichkeit, aber die Fremdlinge wußten sein Mitleid rege zu machen und nach einigem geringen Zögern gab auch es den hungernden fremden Vögelchen die nöthige Atzung. Seither fliegen die Alten eifriger denn früher ab und zu, um denachten" ohne stiefelterliche Anwandlung gleichmäßig Nahrung zuzutragen. Können wir Menschenkinder nicht von den kleinen gefiederten Thierchen lernen ?

Aus Melbourne wird gemeldet: Der Recrutirungsschuner Aoung Dick wurde vor einiger Zeit in der Nähe der Malayka-Jnsel von Eingeborenen überfallen und in Abwesenheit des Capitäns ein Theil der Mannschaft' erschlagen. Nach Rück­kehr des Capitäns an Bord ließ er die Leiche der Erschlagenen in's Meer senken und ging darauf das englische KriegsschiffOpal" um Hilfe an, welches das Dorf, auL welchem die Angreifer kamen, beschoß und niederbrannte, viele Einwohner tödtete und sich dann nach der Landara-Jnsel begab, woselbst im Januar vorigen Jahres der eng­lische Capitän Howe nebst seinem Steuermann ermordet wurde, wofür das Dorf drei Monate später niedergebrannt wurde. Da die Eingeborenen auch jetzt die Mörder noch nicht auslieferten, so wurde das Dorf abermals beschossen und durch landende Matrosen bis auf den Grund zerstört.

Schis fSnachrichten.

Bremen, 31. Juli. sPer transatlantischen Telegraph.s Der Postdampfer Main, Capt. R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 18. Juli von Bremen abgegangen war, ist gestern 1 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 31. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.s Der Postdampfer Aller, Capt. F. Hamelmaun, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. Juli von Bremen und am 22. Juli von Southampton abgegangen war, ist gestern 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 31. Juli. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer des Norddeutschen LloydOder", Capt. F. Pfeifer, ist auf der ersten Reise nach Ost- asien am Sonnabend den 31. Juli, einen vollen Tag vor der fahrplanmäßigen Zeit, in Colombo angekommen.

Repertmr Ser vereinigten Stadttheater;u Iranksurt a. K>

Opernhaus.

Dienstag den 3. August: Robert der Teufel.

Mittwoch den 4. August: Carmen. Außer Abonnement.

Donnerstag den 5. August: Die Jüdin.

Freitag den 6. August: Undine. Außer Abonnement.

Samstag den 7. August: Trompeter von Säkkingen.

Sonntag den 8. August: Silvana.

Gchanspielhans.

Dienstag den 3. August: Zum ersten Male: Unter vier Augen. Lustspiel in 1 Akt von Ludwig Fulda. Hierauf neu einstudirt: Badekuren. Zum Schluß: Der zerbrochene Krug.

Mittwoch den 4. August: Mit Vergnügen.

Donnerstag den 5. August geschlossen.

Freitag den 6. Augusts Madame Favart.

Samstag den 7. August: Zum ersten Male wiederholt: Unter vier Augen. Hierauf: Badekuren. Zum Schluß: Der zerbrochene Krug.

Sonntag den 8. August: Neu einstudirt: Das Stiftungsfest. Vorher: Unter vier Augen.

Temperatur Lahu,

Am 2. August, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 141/2°. Luft 13° R. im Schatten.

L. Ehr. Rübsamen.

WecheWe WMhnen.

Mit dem 1. August c. gelangen Aus­nahmesätze für Steine des Spezialtarifs III zwischen einigen diesseitigen Stationen und Frankfurt a/M Ostbahnhof zur Ein­führung. Nähere Auskunft ertheilt unser Tarif-Bureau. 5523

Gießen, den 31. Juli 1886.

________Großherzogliche Direktion._______

Vergebung w Bamrbeiten.

Die nachstehenden, zum Neubau eines Gemeindebackhauses im Orte Klein Lin den erforderlichen Arbeiten sollen im Wege schriftlicher Submission vergeben werden, und zwar:

4.

5.

6.

7.

8.

Zimmerarbeit Weißbinderarbeit Schreinerarbeit Glaserarbeit Schlofferarbeit

V n n n n ii

76,19 170,- 330,46 121,28

59,60 48,02 61,50

veranschl. zu

1. Grab- u. Maurerarbeit JL 1211,73

2. Lungsteinlieserung

3. Backofenaufmauerung

zus. v!L 2078,78 ferner wird gleich­zeitig vergeben:

9. Schlofferarbeit zur Ein­friedigung der Luther- linde mit JL 35,

Pläne, Voranschlag und Beding­ungen sind auf Gr. Bürgermeisterei Klein-Linden emzusehen, woselbst auch die mit entsprechender Aufschrift ver­sehenen Offerten bis spätestens zum 6. August, Mittags 2 Uhr, verschlossen einzureichen sind.

Gießen, den 31. Juli 1886.

I. A.: Rohrer, 5533 Bez.-Bauaufseher.

Mittwoch den 4. August, Nachmittags 2 Uhr, werden auf meiner Amtsstube gegen Baarzahlung versteigert:

Sopha's, Glasschränke, Kleiderschränke, Kommoden, Tische, Spiegel, Bilder, 2 Pferde, 1 Stoßkarren u. a.

K-.. Geißler,

5541 Gerichtsvollzieher.

All gemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung. |

Die Schulgelder für die Stadtknaben- und Stadtmädchenschule pro I I. Quartal 1886/87 können in den nächsten 8 Tagen an den Zahltagen: ? Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten zur hiesigen Stadtkaffe bezahlt werden.

Gießen, den 31. Juli j886.

Der Stadtrechner. _______________________ H. Enders. 5518 \

Hermann Katz.

4946

Gemmerich*©

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Fh. Ellinger.

Holz Lieferung.

Die Lieferung des im Etatsjahre 1886/87 erforderlichen tannen Holzes zum Feueranzünden soll im Submissions­wege vergeben werden. Offerten sind bis zum 5. August L I. bei unter­zeichneter Direction einzureichen.

Gießen, am 29. Juli 1886.

Großh. Direction der Entbindungs- anstalt.

Kaltenbach. 5549

Die Lieferung von 40 Raummeter Buchen-Scheitholz soll im Submissions­wege vergeben werden und sind des- fallsige Offerten bis zum 9. d. M bei Armenkasserechner La über ver- schloffen abzugeben.

Gießen, am 2. August 1886.

Die Armen-Deputation der Stadt Gießen.

__________A. Bramm.__________

Drelen- Bersteigerung.

Mittwoch den 4. August, von Bormittags 9 Uhr an, werden auf dem Schützensestplatze an der Grünbergerstraße mehrere tausend Dielen in allen Breiten und zu jedem Gebrauche geeignet, ver­steigert. 5492

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