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in denen bisher allerdings auch säst allzuviel geleistet worden ist. Im Uebrigen lauten die Stimmungsberichte nach wie vor überwiegend günstig für Gladstone und seine Sache. __________________

München, I. Juli. Der Landtag ist heute durch den Prinz-Regenten in Gegenwart aller Prinzen, Minister, Gesandten und Würdenträger feierlich geschlossen worden. Im Auftrage des Ministers des Innern verlas der Regie- rungs-Commissar, Dr. v. Müller, den LandtagZabschied, dessen Schlußpassus lautet: Indem Wir diesen Abschied ertheilen, ist es Unferm Herzen ein unab­weisbares Bedürsniß, inmitten beider Kammern öffentlich auszusprechen, daß die allgemeine Theilnahme des ganzen Landes in den schmerzbewegten Tagen, in denen nach Gottes Rath und Willen über Uns und Unser Königshaus jo tiefes Weh und so herbe Trauer verhängt ward, Uns auf's Innigste ergriffen hat und Uns die Quelle großen Trostes in so bitteren Stunden schwerster Heim­suchung geworden ist. Aus voller Seele danken Wir für die rührenden Be­weise treuester Anhänglichkeit, welche Uns aus yllen Theilen des Königreichs und allen Schichten der Bevölkerung zugegangen sind. Wir werden, treu dem abgelegten Eide die Verfaffung stets zur Richtschnur für die Uns auserlegte Ver­waltung des Staates nehmen und glauben in der muerdigs betätigten engen Verbindung zwischen dem bayerischen Volk und seinem angestammten Herrscher­hause die zuversichtliche Gewähr dafür erblicken zu dürfen, daß mit Gottes Hülfe unter Unserer Regentschaft dem bayerischen Staate in festem V-rbande mit dem deutschen Reiche Zeiten des Glücks und Segens beschieden fein werden.

TckgrGWche DrpeWü-

WoM'S Mrsr.

Berlin, I.Juli. Das Gesetz, betreffend die Beseitigung der schwebenden Schuld von 30 Mill. JL, ist heute veröffentlicht worden.

Dresden, 1. Juli. In der heutigen letzten Hauptversammlung des deutschen Landwirlhschastsvereins wurde als Ort für die nächstjährige Wanderversammlung, die mit einer deutschen landwirthschaftlichen Ausstellung verbunden sein soll, Frank­furt am Main und zum Präsidenten für das nächste Jahr Fürst Wied gewählt.

Paris, 1. Juli. Die gerichtliche Verhandlung über die Vorgänge bei der Schließung der Kapelle in Chateauvilain, wobei Fabrikdirector Fischer erschossen wurde, begann heute in Bourgoin. Die Verhandlungen werden voraussichtlich mehrere Tage erfordern.

Nachdem der Ministerrath einstimmig das Entlassungsgesuch des Generals Saussier abgelehnt, hat der Kriegsminister Boulanger den General Saussier schriftlich ersucht, auf seinem Posten zu verbleiben.

DemJournal des Debats" zufolge hat der Kriegsminister auch an Courcy ein zu dessen Acten bestimmtes Schreiben gerichtet, worin Letzterer wegen Ein­rückung eines Briefes in die Blätter ohne seine Ermächtigung getadelt wird. Der radicale Deputirte Hubbard will wegen der Demission des Generals Saussier inter- pelliren, jedoch zunächst die Antwort Saussier's an den Kriegsminister abwarten.

London, 1. Juli. Chamberlain, Bright und drei andere Vertreter Birming­hams, sowie der Sprecher des Unterh auses, Peel, sind als Candidaten für die Neu­wahl ohne Opposition aufgestellt.

Antwerpen, I.Juni. Der Norddeutsche LloyddampferOder" ist heute Nach­mittag hier eingetroffen.

Lokale».

bildete heuN'ie AZlage Schluß der diesmaligen Session

Meineids. 0 0 3 n ®en Tobias Kraft von Ober-Mockstadt wegen

Wolf schon se??tnchreren Fahren welche er dem Christian Stock von

u» demKrask ÄMSES

Darmstadt, 2. Juli. fPrivatdepesche.j Gelegentlich der Jubelfeier der tech­nischen Hochschule sind von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog ausgezeichnet worden: Die Professoren Schmitt, Sonne und Wagner zu Geheime Bauräthen ernannt, Privatdocent Adamy erhielt den Character als Professor, den Professoren Städel, Werner und Dippel wurde das Ritterkreuz 1. Classe des Philippsordens verliehen.

Darmstadt, 2. Juli. (Privatdepesche.) Der Großherzog, die Großherzoglichen" Prinzen, die Spitzen der Behörden, sowie zahlreiche Festgäste wohnten heute Vormittag im Saalbau dem Festactus der technischen Hochschule bei. Der Verlauf war ehrenvoll und hochbefriedigend.

Universität- - Chronik.

Gießen. Während mehrere deutsche Universitäten in diesem Semester eine vorher nicht erreichte Frequenz verzeichnen konnten, hat die Ludooiciana einen, wenn auch nicht sehr nennenswerthen Rückgang zu verzeichnen; ihr Personalbestand an immatriculirten Hörern (513) bleibt hinter demjenigen der beiden letzten Sommer- femester um 26 (gegen 1885) bezw. 8 (gegen 1884) zurück, überschreitet dagegen den­jenigen der ^ommersemester 1883 und 1882 noch um 49 bezw. 80 und den Durchschnitt der 4 letzten Sommersemester (18821885) immer noch um rund 24 (genau 23 75) Köpfe. Es kann also von einem besorgnißerregenden Rückgänge wie dies schon vielfach» verlautet tm Ernste nicht gesprochen werden und zwar um so weniger, als erwähnenswerthc Differenzen nur in solchen Fächern hervortreten, von denen (wie z B von der Jurisprudenz und der Medicin) allgemein bekannt ist, daß seither ein abnormer Zudrang zu ihnen statt hatte. Wenn hier eine Stockung eintritt, so ist das begreiflich ja wunschenswerth. Wenn wir uns nun fragen, ob zu fürchten sei, daß der thatsächlich vorhandene Rückgang m den künftigen Semestern sich wiederholen, etwa gar in stärkerem Maße sich emstellen werde, so fuhrt uns folgende Erwägung zur Verneinung dieser Frage. Dem aufmerksamen Beobachter ist es schon längst nicht entgangen, daß auf unsere engeren Landsleute von jenseits des Mains, insbesondere die Rheinhessen Heidelberg eme viel intensivere Anziehungskraft ausübt als die Landesuniversität' Die Grunde dafür sollen hier nicht, erörtert werden. Denn - mag dieser Drang nach ^^e^Cr0 ?e0,Sun^et oder Nicht wenn jemals so mußte er in diesem ^emefter T.ArC fünfte Säcularfeier mit Prunk und Pomp und rhelnlscher Geniuthlichkeit begehen wird, auffällig zum Vorscheine kommen. Und das ist geschehen^ wie eine fluchtige Berechnung der Procente beweist, welche auf die Ober- bezw die ^udheßen fallen. Von den immatrikulirten Hörern hessisch r S^ats- angehongkeit waren z.B iM Sommer 1883 40 pCt. Oberhessen und 60pCt. SMessen und sind un laufenden Semester rund 51pCt. Oberhessen und nur 49oEt äff

Provinzen Starkenburg und Rheinhessen, welche»ettme"dM® B-volkerungsmenge Ob-rhe,,ens und di- 4 größten Städte unseres Landes umchsien sch.cken zusammen heu^e nach nicht so uiel Studenten zur Ludooiciana als Erb sen allem. Unter dielen Umstanden darf man sich nicht wundern fflpnn

301)1 der hier ftubirenben Nichthessen wieber auf ben Stanb von 1882/83 (94) gesunken i)t, was gegen bas vergangene Semester eine Abnahme von 18 bebeutet. ' 0 f

<0, ?lC Leipzig zählt nach bem soeben erschienenen Personal'

verzeichnitz diesen Sommer 3108 Studirende laeaen Ri99 «S»T -perionab

biefe 3flbl ^11^ 48 nicht eingeschriebene Hörer Äbegriffm. Sa?arößfe"en^Su1iii -hft

Prozesse machte Stock geltend, dem Kraft kein Miethgeld mehr zu schulden, da er die Locomobile von ihm käuflich erworben habe und es wurde nach erfolgter Zeugenver­nehmung dem Kläger Kraft von hiesigem Landgericht ein Eid dahin auferlegt, daß er dem Stock die Locomobile nicht käuflich abgetreten habe. Kraft hat am 30. Octobcr v. I. den Eid abgeleistet und ist daraufhin. Stock der Klagbitte gemäß verurteilt worden. Auf Antrag des Stock wurde demnächst eine Untersuchung gegen Kraft wegen Meineids eingeleitet und erfolgte dessen Verhaftung.

Die heute vernommenen Zeugen konnten, mit Ausnahme des Stock, bezüglich des erfolgten Kaufabschlusses nichts Bestimmtes deponiren und verneinten daher die Geschworenen die gestellte Schuldfrage, worauf der Angeklagte von Strafe und Kosten freigesprochen und der Staatskasse die Kosten des Verfahrens, sowie der Vertheidigung auferlegt wurden.

Nachdem die Verhandlungen nunmehr beendigt,, dürfte eine Zusammenstellung der zur Aburtheilung gekommenen Fälle von Interesse sein. Es waren beschuldigt des Verbrechens im Amte 1, der Kindstödtung 1, der Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg 1, der Brandstiftung 1, der Urkundenfälschung 1, des betrüglichen Bankerutts bezw. Beihilfe 3, des Meineids 1 und des Verbrechens gegen die Sittlichkeit 4 Personen. Es erfolgte Verurtheilung zu Gefängnißstrafen in 5, zu Zuchthausstrafen in 4 Fällen und Freisprechung ebenfalls in 4 Fällen.

Gießen, 1. Juli. Am Dienstag den 6. Juli concertirt in Stein's Garten dasSüddeutsche Cornet-Quartett", bestehend aus Mitgliedern des Frankfurter Opern­haus-Orchesters. Es liegen uns mehrere Berichte aus Städten und Bädern Süd­deutschlands vor, aus denen hervorgeht, daß die Künstler überall große Erfolge erzielt haben. Besonders wird das vorzügliche Ensemble, sowie die charakteristische Vortrags­weise gerühmt. Auf der Reise nach Bad Ems begriffen, kann hier nur ein Concert gegeben werden; deßhalb wollen wir nicht versäumen, das hiesige musikliebende Pub­likum besonders darauf aufmerksam zu machen.

Vermischte-.

Darmstadt, 30. Juni. sPostpersonalnachrichten.) Versetzt sind: der Post- secretair Zeis berg von Darmstadt nach Straßburg (Elsaß), der Postsecretair Kunzeudorf von Friedberg (Hessen) nach Darmstadt,, dcr Postverwalter Bangert von Großgerau nach Ober-Ingelheim, der Postoerwalter Langenfeld von Ober- Ingelheim nach Großgerau, der Postassistent Conrad von Heppenheim (Bergstraße) nach Mainz. Gestorben ist der Postverwalter Graulich in Wörrstadt.

Würzburg, I.Juli. DerFranks. Ztg." wird telcgraphirt: Um Vs2 Uhr stieß der Bamberger Postzug, der fünfzehn Minuten Verspätung hatte, auf den Berliner Schnellzug. Die Situation ist grauenhaft. Bis jetzt sind 11 Todte und 30 Verwundete aus den Trümmern gezogen.

lieber den Eisenbahnzusammenstoß am Faulenberg kann ich Folgendes mit- tbeilen: Der Stuttgart-Berliner Schnellzug stieß heute Mittag U/s Uhr mit dem von Bamberg um 1 Uhr 20 Minuten hier eintreffen sollenden Postzuge zwischen hier und Rottendorf auf einer freien Strecke zusammen. Der Zusammenstoß war ein furcht­barer. Man hat bis jetzt 10 Todte, ca. 10 Schwerverletzte und eine noch nicht bestimm­bare Anzahl Leichtverwundeter conftatirt. Todt ist Zugführer Oefelein, schwer verletzt ist Postinspector Wiedemann, leicht verletzt sind die liberalen Abgeordneten Sauerbrey und Sellner unb Bahnmeister Wittmann (Oberndorf). Die Schwerverletzten wurden in's Spital verbracht. Sämmtliche Civil- und Militär - Aerzte, Professoren und Assistenten, die Sanitätscompagnie mit sechs Transportmagen sind an der Unglücks- stelle. Die Artillerie sperrte durch Cordon den Platz ob. Das Chaos ist un­beschreiblich.

Im Juliusspital liegen 20 Schwerverletzte, darunter Seifensieder Schneller- Donauwörth (mehrfacher Beinbruch), Juwelier Weinstein-München (Beinbruch). Da­selbst ist soeben gestorben Frau Fleischmann-Marktbreit; schwerverletzt ist ein Kind derselben. Die Scenen, die sich in den Krankensälen abspielen, sind herzzerreißend; Mütter rufen nach ihren Kindern und umgekehrt; dazwischen das Jammern und Stöhnen der zum Tode Verletzten.

/Würzburg, 1. Juli, 9 U. 45 M. Abds. Eine offizielle Mittheilung über das Eisenbahn-Ungliick sagt :Der Postzu, Sir. 49 stieß heute auf offener Strecke zwischen Wurzburg und Rottendors und zwar auf dem Nürnberger Geleise mit bem Curirzng Nr. o3,(Berliner Curierzug) zusammen und wurden in Folge dieses Unfalles 10 Passa­giere und Bedienstete auf der Stelle getödtet, 10 Personen schwer und etwa 20 Per­sonen leicht verwundet. Die Ursache des Unfalles erscheint noch nicht festgestellt" Soweit die offizielle Mittheilung. Dem Vernehmen nach ist falsche Weichenstellung die Ursache. Im Hospital sind bisher vier Todte aufgenommen, nämlich Ida Fleisch- mami-Marktbreit, 22 Jahre Weißer-St. Georgen, 21 Jahre alt, Georg Held, Reisender von Butzbach, 37 Jahre und Hüter, Bauerssohn von Oberberg, 35 Jahre. Im Spitale ausgenommen sind die zumeist schwer Verwundeten: Jakob Einstein-München Post­meister Wiedemann-Würzburg, Marie Junghanns-Würzburg, Christian ©auerbrcm Euerbach, Abgeordneter Georg Scybold-Karlsstadt, Margaretha Herzog-Dürrschütz Joh. Heyl-Thorheim, Karl Deminerlein, Konbukteur zu Fürth, Schimpf-Frankenwein- heim, Jos. Schneller-Würzburg, Nikolaus Emnierling-Rimpar, Joh. Michael Pfister Lehrer von Mamberg, Simon Schüßler, Kondukteur, Wolf, Lehrer von Berchtheim' Christine Hoder von Rothenberg, Christine Heyl-Thorheim, Regine Eues-Rottendorf' Katharine Schneider-Stammbach, Marg. Völker von Herrnheim, Marg. Fleischmann 13/1 A^tbreit, Adam Günther von Zellig, Jos. Buchner, Post choffiwr

von Neudietendorf, Jos. Neubauer-Dmgolzhausen. Verschiedene Leichtverwundete be­finden sich in den Hotels, mehrere bloß Kontusionirte sind abgereist. Als weiter tobt wird genannt Wittwe Weglein-Würzburg. - Der Curicrzug kam verhältnißmäßig gut weg, indem nur die Lokomotive und der Tender zerstört, aber wenige Passagiere be­schädigt wurden, wogegen der von Bamberg kommende Postzug in seinem vorderen Theil nur mehr den Anblick emes Trümmerhaufens darbietet, aus dem die Puffer des Kohlenwagens zwei Stockwerk hoch heroorragen. Artillerie-Mannschaft brachte die Hilfe. Als Ursache wird neuerdings falsches Signalgeben durch den Telegraphen oder durch die elektrische Schellenvorrlchtung bezeichnet.

Würzburg, 1. Juli, 8 Uhr 35 Min. Von den Todten sind weiter aanoscirt worden: Pfarrer Haßloch Lülsfeld, Moritz Buseck (Frankfurt a. M.) Unkenntlich war ein Mann von 25 Jahren (nach einer Visitenkarte in der Tasche und Gummistemvel Emil Oscar, Lehrer in Stadtprozelten), ferner eine Bauernfrau von ca 50 ^brrn mit einem Retourbillet Berchtheim-Würzburg, ein Mann von 35 Jahren und ein Mäd eben von 20 Jahren. - Ferner liegen noch verwundet im Juliushospital- Lehmann (Frankenwelnhelm), 21 I. alt, Oskar Richter (Leipzig), Fuchs, Privatier Seibaid Meta (Kind), Lutz ^-riedr. Die Verletzungen sind meist schwere Knochenbrüch?' Schädel- verletzungeii und Quetschungen der inneren Organe. Die Behandlung ward inirr' Hinderung d-s Pr-si Maas von d-si-n Asstst-nzärzten, Privatdozcnt Dr »öffn MM- dort und Krons ousgefnhrt. In Prlvatbehondlung des Privstdozenten Dr S niS befinden sich leicht verletzt mehrere Russen und Russinen aus Petersburg ebenso Ää0 Praktikant Rausch. Auch in der Privatklinik des Pros. Rodinger-^

Verletzte. Die tobten find schwer zu agnosciren. Im Ganzen sind es bis etzt 14 4-Ovte. * J

Würzburg, 1. Juli, 11 II. 55 M. Soeben kehre ick nnn iTn.rr.^c^rr zurück. Der Zusammenstoß erfolgte etwa drei Kilometer oberhalb Würzb ra auf dem sogenannten Nürnberger Geleise, genau auf einem Wegüberaona fftm? iS? 0611 der Unglücksstelle gegen Rottendorf zu mach, die Ba n n Lmrse Kurve in einem tiefen Emschnitt, in Folge dessen es den beidm L LivfÄ en ünmö ich

beiden Seiten der Geleise liegenden Trümmer^ jeiflen bi? c^toffale »erftÄ.

Ablassen begangen zu etn . Fahrplanmäßig soll d Pos ua l uTrlÄ -in Bahnhof Wurzburg emlaufen, der Courierzna um 1 llbr 20 Min nusr °;

di-s s° ist eine Collisivn auße^'L des Bahchofes unmöglich Dej Posk