r Gch«lstraKe 7.
Erscheint IkßiliH mit b«6 MsntBSS.
Prri- vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mtt
Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mar?
hause erden,
»sen.
. *) Es liegt nicht in dem Thema vorstehenden Aufsatzes, beide Systeme hier
Vlftenschaftlich zu erklären. Solches möge auf etwaigen Wunsch der Leser der Feder atnes Sachverständigen in einer eigenen Abhandlung vorbehalten bleiben.
teil»
sreN'ÜhköHf der Uhren M, Nickels
' 248t)1
kv die ssirers
' 422a
6.
*. Zchvn.
irnmusik)
hitfee 30 Pfß.
Krauß.
dem Eintritt wird man von einem Beamten empfangen, welcher angewiesen ist, allen sich Meldenden die Einrichtungen zu zeigen und zu erklären.
Mit mir wurden noch etwa 20 Personen, Männer und Frauen, demgemäß herumgesuhit und zwar zunächst in dem eigentlichen Raum der Feuerbestattung,^ einer Redeiitnnn b^Wn^6 n?“ ^em ®in?ön0' die in einer dem Ernste und der Bedeutung des Traueractes vollkommen entsprechenden Weise eingerichtet ist. Man
C b s 3:roe der Leichenoerbrennung, ein solches, welches etwa zwei
Stunden und ein ganz neuersundenes, welches nur 50 Minuten in Anspruch nimmt.*) Beide Arten der Verbrennung, zwischen denen die Familie eines Verstorbenen wählen kann, geschehen in geschlossenen Oefen, welche mit Gas geheizt werden, worin man alsdann m einer auf Nollen laufenden duiinen eisernen Umhüllung (von der Dimension iUr Ä ^rne Ecken hat, sondern einem Dampfkessel ähnlich gerundet bie Leiche dem Brande aussetzt, während welchem Acte den trauernden Hinterbliebenen auf Wunsch gestattet ist, dieser Bestattung mit Ausschluß von Fremden bei- zuwohnen. Zwei Reihen von Stühlen sind zu diesem Zwecke in der Bestattungshalle ausgestellt, jegliches C^remoniell ist hierbei gestattet, die zurückbleibende Famili? kann allen ihren religiösen Gefühlen und Wünschen vollständig genügen, gerade wie bei ttner Beerdigung, der einzige Unterschied besteht eben nur darin, daß in dem letzteren Falle die Leichen der theuren Todten in der Erde verfaulen, während bei der Feuer- bestattung die lauternde Flamme die verwesenden Gebeine zu Asche verwandelt und die Hinterbliebenen, falls ihnen solches ein lieber Gedanke, die sterblichen Reste in pietätvoller Weihe bewahren und behüten können.
gefährdtt^ ^e(ißion ^scheint also bei der hier einschlägigen Frage in gar keiner Weise , . , An jenem Oster-Montag Morgen, an welchem ich das Mailänder Crematorium vesuchte, war Abends zuvor gerade ein junges 18jähriges Mädchen darin durch Feuer bestattet worden und ich hatte hiernach Gelegenheit/ die noch warme Asche in einem zierlichen, antik geformten geschweiften kleinen Stein- oder Thon-Sarkophag von etwa U/s Fuß Breite und 1 Fuß Höhe, wie sie dort stets vorräthig sind und gegen geringe Vergütung abgegeben werden, zu sehen. 0 0
Der tiefgebeugte Vater, augenscheinlich ein den höheren Gesellschaftskreisen an- gehoreuder Herr, war in seinem unverhüllten namenlosen Schmerze gerade damit be- Ichastigt, die letzten Reste der in der Blüthe ihrer Jugend von einem jähen Tode oahlngerafften heißgeliebten Tochter zu sammeln, und der Beamte des Crematoriums Mit dem er einige Minuten leise sprach, erzählte mir hierauf, wie ihn der Unglückliche versichert habe, er wie seine Gattin hätten den Gedanken nicht ertragen können, daß das reizendste Geschöpf, das Theuerste^ was sie hienieden besessen, in der Erde langsam von den Würmern zernagt und zerfressen werde und sei ihnen deßhalb das Crema- tormni und dessen gen Himmel lodernde Flamme ein wahrer Trost gewesen Gerade an dem Oster-Sonntag, dem Tage der Auferstehung, sei ihnen diese Bestattungsart durch den keuschen Lichtstrahl statt in dem Moder der Gruft als noch ganz besonders des Vorzugs werth erschienen. Eine vollständig rituelle und ceremonielle kirchliche Todesfeier war dieser Feuerbestattung vorausgegangen.
Vermischte-.
Worms, 30. Mai. Heute versammelten sich im Saale des Cafö Weiß eine Anzahl ehemaligerSchuler des Herrn Or. Schneider, um ein Comitö zu bilden welckel die tfeter des 25fahngen Jubiläums der Brauakademie leiten soll. Das Comilö wurde zusammengesetzt aus den Herren Fritz Hirsch aus Westhofen nia Snt?Äb L. A. Enztnger als Stellvertreter, L. Trautmann als^ Schatzmeister und und «. D°°s° als Wfüter.' seiner
ßcrofit und zwar lall dieselbe am 30. und 31. August und 1. ®es emher ZC August findet Empfang und Begrüßung der Gäste statt woran fick °>n z elliges Zusammensein in Worrets Lokal auschließt. Sodann findet am bc.§ bl. August der feierliche Schlußakt und die officielle Festfeier statt daran anschließend gemeinschaftliches Mittagessen, Abends Fackelzug, Serenade, mit darauf olgendem Commers, zu dessen Präsidenten Herr I Lutber aus (Aieben r,«.*<■# rourbe Verfette ift audi Mitglied des ComitK). Am l.Septembe^ Morgens Frücht stuck. Darauf Fahrt nach Pfeddersheim, Besichtigung der Enzinger'schen Fabriken und ^eier der Fertigstellung des 1000 Filters daselbst. Das ganze Fest verspricht äußerst zu arrangstem^bE" unb lünb fld) ba§ Eomttö es angelegen sein lassen, dasselbe schön
Ein Besuch in dem Crematorium ?u Mailand.
. Am jüngsten Oster-Montag langte ich mit dem Gotthardzuge Moraens 8 UKr rn Mailand an und machte in der mir von früher hinlänglichbrannten präcktiaen und lnteresfanten Hauptstadt der Lombardei nur um deswillen auf einige Stunden Halt, um das vor Kurzem daselbst neu errichtete Crematorium zu besichtiaen dessen auch meninee9TlnrfiO/3ll9lld)C ®iny^tunßen vielfach gepriesen werden und dem deßhalb
Einrichtungen und um so gespannter auf den Eindruck, welchen das ^ai-' für ^de^ Bestattung ^oorrufen und ob es namentlich meine Sympathien
Innf hpä '^""AEeform erh oh en oder abschwächen würde, denn ich bin eben ein- ld)en Dafürhaltens, daß zu einem endgiltigen Urtheil die durch lichste Hi unbUbreibtÖea,°nnene ^Überzeugung stets die zuverlässigste und unerschütter- a in^ nd^rie $Jaße' Als ich den großen Centralbahnhof verlassen hatte war bnnr Qfer»Ün bcn heften Mailänder, wo das Crematorium zu finden sei und ich SS Ä uugenehm überrascht, als mir derselbe sofort die Antwort gab, dasselbe be- flnde fick) tuif dem „Cimitero“, auf dem großen Friedhof, den wohl jeder Fremde kennt ;°Äer au$ ?Ur "^mge Tage einmal in Mailand verweilt hat. Ungesäumt bestieg }t% beiLflCrarbi bereitstehenden Tramwaywagen und fuhr in demselben 9 auf den herr- mplt feine!r weltberühmten weithin ragenden Kathedrale, der imposanten Emanuele und all den prachtvollen, den gewaltigen Platz umsäumenden fnf P^nbc?AbUT be“e” l1« Erotz des Osterfeiertags ein buntes Leben und Treiben entfaltete. Ich nahm nur mdesfen diesmal nicht die Zeit, dasselbe näher zu verfolaen sondern ließ auch von der Piazza del Duomo, auf der alle bie “ielert Ä« MdiTr0 ?TQ^Crblnb F110611 vereinigen und auf der daher jede Minute eine Menge (St!™2000611 antf°inil?-t Unb ?en verschiedensten Windrosen abrollt, zu dem Cimitero monumentale hinausfahren, da unmittelbar bis zu dessen Pforten die £ram- en\JSr ebm- oiertelstün.digen Fahrt durchs belebtm Straßen langte
Ä (? b f ßroßen Graberstadt Mailands an und der Portier bedeutete m.ch, daß das Crematorium am Ende des Friedhofs in der Mitte der Abschlußmauer genau ßEgenuber dem Eingangs-Portale, gelegen sei. *
OstersoS Etrnmi?^ fbt ber Hitze, welche Heuer von der italienischen
^frerfonne ausstromte, auf mein Ziel zu, an den langgestreckten Beerdiaunasstätten rorSischpSS''611 iheilweise großartigen Monumenten, Statuen und Gruppen aus wlnnS ln0 •' roie man ^te ln solcher Fülle und in solch' vollendeter Kunst- schonhert nur auf einem campo santo illustrer italienischer Städte findet und knote nad) diefer stimmungsvollen Wanderung vor einem Gebäude an, dessen an der Rück- tteÄS't'w®*** ■*
Sc^npnL%bSpeUwZrbs0 ?Aolten. In dem dreieckigen Giebel ist die Widmung beo Spenders, eines Mailänder Bürgers, welcher in uneigennütziaster Meise bo^ (Srpmn- Ä^n£t $akrftabt 3Um G°sch°nk- gemadjt 7Ä Wfc'*
Von „Asche" in dem gewöhnlichen Begriffe des Wortes den mir hiprmtt
ÄS”’1"' * “*1,1 *" äjäsäbs
SÄ'XÄXS"
SnSj* “ “■«>* « »,« ü i“.
©te mit ©teineu getäfelten Wände bestehen deßhalb aus eimehmn Gefachern, m welche die Miniatur-Sarkophage eingelassen und alsdann GrabsLrist^?W"b wieder abgeschlossen werden, welche letztere hierauf mst beliebiaer Grabschrift versehen wird, genau so wie auf jedem anderen Friedbosp Swn0rafm ^stet 40 Francs, während für die Feuerbestattung selbst 50 4rnJra bfind, aber nur für die Wohlhabenden! Unter bem ntleM §
Jiaunte befindet sich ein Souterrain, in dem die Reste der Armen gratis aSmS werden, deren Hinterbliebenen dem Willen des Stifters zufolae aud)9nnrh (SrmaEigung betreffs der Leichenverbrennung selbst gewährt wird. $ WW A.,r . verließ nach einstündigem Verweilen diesen Tempel der Feuerbestattnna bp»- auf toleranteste Weife in einer frommen katholischen Stadt mit bem bbnfp^r^ vereinigt ist und war durch Alles, was ich dort gesehen nur^^och Zr ür dü» Sö1e"nanmf?A^ bs!C aud) ba? geringste „Unchristliche" oder^ Anü währleistet?" 0 Unb nUr bie ^m9eit in der Wahl der Bestattung ge-
dürfte vielleicht Manchen, die ein Crematorium noch nicht gesehen unb HA M Een keine r.chttge Vorstellung zu machen im Stande wäre diese an- E^ '-Ädn obiective Schilderung eines Laien willkommen gewesen sein d r HA hier gar iud)t aus die wichtigen sanitären und wirthschaftlichen Fragen der SaAp Jin SW hat und einlassen konnte, welche von ärztlicher und fachLstscher Sest L Ewlsach für die Feuerbestattung geltend gemacht werden, die vielmehr lediglich nach dem in Mai and Geschauten und Beobachteten - und war jetzt n noch e höbtem Maße denn früher - seinem natürlichen und ästhetischen Gefühle folgt ro?nn er bpm ^n^Cn^P?t ^el^eiCmn ö02 dem Verwesen und Verfaulen den Vorzug geben zu müllen glaubt, zumal dem Vorgetragenen zufolge jeder andere Unterschied durch das nnA IS ber Feuerbestattung vollständig verbleibende freie Verfügungsrecht der Hinterbliebenen eines Verstorbenen ausgeschlossen erscheint, sonach hierdurch keinerlei religiöse ViltÄ werden kanm 3U weisenden TeeinÄt
dem Großh. Landgericht kam im Laufe des verflossenen wahres em Fall zur Verhandlung, welcher nunmehr endgiltig vor dem Reichsgericht zur Entscheidung gelangte da diese Entscheidung aber auch für rodtolei Interesse ist, so durfte der Fall auch hier Erwähnung finden. Im März des ner- Menen Jahres kam es m Worms bei einer polizeilichen Einfchreitung zu der Vel- hastung von verschiedenen, Personen, bei welcher ein Kammgarnspinner aus Worms ' dE die Säbelhiebe zweier im Dienste der Stadt Worms steh nden HilZutzleute derart am Arm verletzt wurde, daß der linke Arm des Mannes steif und^ Jul weiteren Mett untauglich wurde. Der also betroffene Spinner strengte bei dem @ro6b. ßanb=
18851 erfnk0fpUbip«Hb fAan 1,llb in feiner Sitzung vom 4. JJkrj 1885 .erfolgte die sslidarische Verurthestung der beiden Beschuldigten zu einer Wnrma nnA fortlaufenden Rente, mit der Motivierung, daß die Stadt
^orms Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen für den durch ihre Hilfsschutz- bel\rÄnen übertragenen Dienstverrichtungen angerichteten Schaden unzweifel-
$ verantwortlich fei. 2lns diesen Gründen erfolgte die Verurtheiluna ber Stadt Worms zur Zahlung der Entschädigung, obwohl ber Anwalt ber Stadt hSisSS•■2 bSeif.unl,bcr ^Jar0e beantragt hatte, eventuell aber nicht diese, sondern AuA^bos tornMi n^rra0VlebeSn Handlungen der Schutzleute aufzukommen habe. Auch das Großh. Oberlandesgericht tu Darmstadt bestätigte das Urtheil des Land-
51e.betbe.u Beklagten ergriffen hierauf das Rechtsmittel der Revision an das Reichsgericht tn Leipzig, doch wurde dieselbe durch Urtheil vom 29. Mai d F verworfen, so daß nunmehr die Stadt Worms rechtskräftig zum Ersatz des dem Kläger entstandenen Schadens verurtheilt wurde. 0er
g c 29. Mai. Als Curiosum in der Münzkunde dürfte es erscheinen, datz
ifi S Frz. Gramm hier nach Jahre langer Mühe gelungen
burA brbp bna ? b ■Surlbl0ejl schwedischer Roththaler zusammenzubringem
hurch die das tragische Ende des Staatsministers Freiherrn v. Schlitz, genannt Gortz unter Carl XII von Schweden 1719 wesentlich veranlaßt wurde. Der Genannte der fY s Verbesserung der zerrütteten Finanzen Schwedens betraut war, suchte dieses Ziel durch bedenkliche Mittel, u. A. auch durch eine russische Allianz gegen Polen Dänemark und England zu erreichen. Der Tod Karls XII. kreuzte die fast ur S geMe^uJkne des Ministers, der alsdann unschuldiger Weise des Unterschleifs und der Veirat^rei beschuldigt und 1719 hingerichtet warb. Die erwähnten Roththaler wurden nach Gorzens Plane nach unb nach in 10 verschiedenen Stempeln ausgeprägt,
eit, werden unter u r 4215 vwmetfler.
'tz!ar.
Nachmittags
ftr* 128 Zweites Blatt Donnerstag den 3. Juni L888
Gießener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
11
4228
NN.
M-1-5


