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Beilage m Nr. 126 desGießener Anzeiger".

Darmstadt, 28. Mai. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Bei­lage Nr. 14) enthält:

1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Ergebnisse der Verwaltung der Wittwen- und Waisen-Kasse der Volksschul­lehrer vom Jahre 1883/84 betreffend.

2. Bekanntmachung Großh. Provinzialdirection Rheinhessen, den Aus­schlag des Gehalts des Rabbinen zu Bingen für das Jahr 1886 betreffend.

3. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Lauterbach, die Umlagen zur Be­streitung der Bedürfnisse für die israelitische Religions-Gemeinde Crainfeld, im Kreise Lauterbach, für 1886/87 betreffend.

4. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Etatsjahr 1886/87 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Com- munal-Bedürfniffe in den Land-Gemeinden des Kreises Gießen.

5. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Jahr 1886 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Alsseld.

6. Namensveränderung.

7. Dienstnachrichten.

8. Nuhestandsversetzung.

9. Sterbesälle:

Gestorben sind: Am 21. Januar ^r Oberappellations- und Caffations- gerichtsrath i. P. Karl Draudt zu Darmstadt; am 4. Februar der Hofgärtner des Hofgartens Bessungen I Martin Noack; am 7. Februar dec Brückenmeister i. P. Johann Stoehr zu Mainz; am 9. Februar Der Schullehrer an der Ge­meindeschule zu Fahrenbach Johann Eller; am 20. Februar der Gymnasiallehrer Dr. Textor zu Gießen; am 25. Februar der Lehrer i. P. Jacob Wenzel von Bubenheim zu Ober-Ingelheim; am 7. März der Oberrechnungs-Probator 2. Kl. bei der 1. Ju]tificatur-Abtheilung dec Oberrechnungs-Kammer Christian Decher zu Darmstadt; am 12. März der Director an der Realschule zu Wimpfen a. B. Karl Landgraf; am 24. Marz der Lehrer i. P. Adam Georg. Kiffeberth zu Dexheim, zuletzt wohnhaft in Bessungen; am 25. März der evang. Pfarrer - Franz Hoffmann zu Altenstadt; am 1. April der Schullehrer i. P. Valentin Listmann zu Lauterbach; am 10. April der Pferdewärter i. P. Wilhelm Best zu Darmstadt; am 13. April der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Rieder- Kinzig Johs. Simmermacher; am 13. April der Pedell an dem Gymnasium und der Realschule zu Worms Marianus Schneider;" am 19. April der Rechts­anwalt Justizrath Dr. Karl Dornseiff in Gießen; am 25. April der Weichen­wärter i. P. Philipp Frey zu Darmstadt; an dems. Tage der Forstmeister i. P. Ludwig Leo zu Büdingen; am 29. April der Kreis-Schulinspector für den Kreis Büdingen Johs. Karg.

Berlin, 29. Mai. Die Aussichten für das Zustandekommen eines . brauchbaren Branntweinsteuer-Gesetzes haben sich seit gestern wieder gebeffert. Der von den Conservativen auszuarbeitende, vielleicht schon ausgearbeitete Entwurf, der demnächst vor die Commission gelangen soll, wird, wie man hört, auf der Einführung von Zwangs-Genoffenschaften beruhen und die Verbrauchs­steuer soll entsprechend dem Reben-Entwurf der Regierung bei dem ersten lieber# ganz in den Verkehr unter Herabsetzung der Steuersätze der Vorlage erhoben werden. Bei weitestgehender Berücksichtigung der landwirthschaftlichen Jntereffen soll doch auch den fiskalischen Ansprüchen genügend Rechnung getragen sein. Man muß Näheres über diese Vorschläge abwarten, ehe man sich ein Urtheil bilden kann. Die Conservativen verhandeln augenblicklich mit dem Centrum und es ist wohl möglich, daß die Anträge alsbald mit einer gesicherten Mehrheit

hinter sich auftreten. Die conservativ-klerikale Verständigung scheint bereits ziemlich weit gediehen zu sein, und wenn die Regierung dafür gewonnen wird, wozu Aussicht vorhanden ist, könnte ein positives Ergebniß schon sehr bald erzielt werden.

Köln, 29. Mai. DerKöln. Ztg." wird aus Petersburg vom Heuti­gen gemdoet: Die ungünstige Ausnahme, welche die neulichen Meldungen über die Absicht von einer weiteren bedeutenden russischen Zollerhöhung vor Allem auf Eisen und Kohlen in Deutschland gefunden, ist hier sowohl in Regierungs-, wie in Finanzkreisen wohl bemerkt worden. Wie zuverlässig mitgetheilt wird, hat man sich jetzt h'er, zumal auch hinsichtlich Der geplanten Rentenumänderung, entschlossen, für dieses Jahr auf jede weitere Zollerhöhung im Verkehr mit Deutschland zu verzichten.

WeLMischLes.

Fried berg, 26. Mai. sDorweltlichcr Fund.) Kürzlich fand sich in der Back­steinfabrik des Herrn Weisensee zu Ober-Wöllstadt in einer Tiefe von beinahe 5 Meter in dein angeflößten Lehmboden das zum größten Theile ausgezeichnet erhaltene fast voll­ständige Scelett des Polarfuchses. Es ist diese Auffindung um so weniger ausfallend, da sich bei Friedberg auch schon Ueberreste des Nennthiers, desElenn und vieler anderer noch unbestimmter Thiere vorfanden.

sPräjudice des Reichsgerichts.) Geldrollcn, welche mit der Bezeichnung ihres Inhalts und mit einem zu dieser Bezeichnung in Beziehung gebrachten Namen versehen worden sind, können nach einem Erzeugnisse des Reichsgerichts vom 26. October 1885 für beweiserhebliche Privaturknnden gelten und es kann mithin das Beschreiben einer solchen Geldrolle mit einer wissentlich falschen Inhaltsangabe als Urkundenfälschung" angesehen werden. Die zu einem Dienstboten in der Auf­regung gethane Aeußerung:Scheere Dich fort, ich kann Dich nicht brauchen" oder ähnlich berechtigt nach einem Erkenntniß des Reichsgerichts denselben keineswegs, den Dienst zu verlassen. Zur giltigen Entlassung gehört die Uebergabe des Dienst­buches und Auszahlung des Lohnes.

In Watsons Bai, Australien, wurde kürzlich ein 14 Fuß langer Haifisch gefangen. Im Magen desselben fand man mehrere Knochen, den unteren Theil eines menschlichen Rückgrates, sowie mehrere Ueberreste von Menschenfleisch. Den weiteren Inhalt des Magens bildete die Hälfte einer Drillichhose, eine ein Pemlystück enthaltende Tasche und eine Hosenträgerschnalle. Der dritte Steuermann desAustral" war später im Stande, die Hose als dem zweiten Steward desAustral" gehörig zu be­zeichnen. Letzterer war einer der drei Seeleute, welche vor längerer Zeit mit einem Wallfischfahrerboot verunglückt waren und von denen man bisher nichts weiter gehört hat. Kurz nach dem erwähnten Fange wurden im Hafen von Sidney eine ganze Anzahl von Haifischen gesehen, welche den Kadaver einer Kuh umschwammen. Sieben Haifische wurden erlegt. Im Magen eines derselben fand sich ein Menschen­fuß vor.

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