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Wir bemerken zugleich, daß wir für die Nachweisung eines jeden Morgen für unsere Fabrik bestimmten, angemeldeten und ausgestellten, nachweislich mit Jauche gedüngten Rüben 25 Mark Belohnung zahlen.
Diejenigen Herren Rübenzüchter, welche in diesem Frühjahre aus Benutzung der Fabriksdrillmaschinen zum Legen der Rübenkörner reflectiren, wollen die betreffende Anzeige (wie in den Jahren vorher — gemeindeweise geordnet und unter Angabe der Größe der einzelnen Parzellen) bis spätestens 10. März an die Fabrik einreichen.
Stockheim, den 24. Februar 1886.
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Allgemeiner Anzeiger.
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Bei Herannahen der Rübenbestellung machen wir die Herren Rübenzüchter nochmals ausdrücklich auf § II der Statuten und § 2 der Instruction aufmerksam.
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ständig Herr seines schwierigen Instruments und hatte im Manfred eine große Aufgabe zu lösen. Gerade ein wunderlieblicher Ausdruck liegt in dem Melodram, nur vom Oboe begleitet, welches hier den melodischen Alpenkuhreigen vergegenwärtigt. Herr Krausse löste diese Aufgabe mit meisterhaftem Gefühl.
Daß nach einer solchen Aufführung die Stimmung eine gehobene war, läßt sich voraussetzen, nur schade, daß die Eroica - Sinfon ie von Beethoven darunter bedenklich leiden mußte. Ein großer Theil des Publikums verschwand und ein anderer Theil hörte mechanisch das Tonwerk mit an.
So fand trotz der glänzenden Interpretation von Seiten unseres Orchesters bte- Sinfonie nicht die Aufnahme, die wir erwartet hatten.
Dem Musikdirector Herrn Felchner und der ganzen ausführenden Schaar vorn Orchester bis zum Gesangverein mag es jedoch, genügen, daß, wie wir conftatireii können und mit Freuden kuudgeben, Alles in höchster Befriedigung den Saal verließ. — und das will bei unserem anspruchsvollen Eoncertpublikum viel sagen.
Nächste Sitzung Mittwoch den 3. März. Tagesordnung: Petitionen, Wahl- Prüfungen, kleinere Vorlagen.
Kirchliche Anzeigen der evannel. Gemeinde.
Heute, Montag, Abend 8 Uhr, Bibelstunde in der Kleinkinderschule, 1. Jo- hannesbrief Kap. 5, von Vers 6 an, Pfarrer Or. Naumann.
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Telegraphische Depesche».
Wolff'S telegr. «orresporrderrz- Bureau.
London, 28. Februar. In dem heutigen Termin vor dem Polizeigericht beantragten die Socialistenführer Hyndman und Genossen, die Vorladung von Entlastungszeugen, darunter den ehemaligen Polizeichef Henderson. Die Sache wurde schließlich auf nächsten Mittwoch vertagt. .
Sofia, 28. Februar. D:e Regierung gestattete wegen der Wahrscheinlichkeit des Friedensschlusfes die freie Getreide-Ausfuhr. „
Bukarest, 28. Februar. Mijatovic hat definitive Weisungen bezüglich des von Madjid Pascha und Geschow vorgeschlagenen einzigen Friedensartikels noch nicht erhalten. Dieselben werden morgen erwartet.
Kepertoir der vereinigten Stadttheater zu Frankfurt a. M.
Opernhaus.
Dienstag den 2. März: Königin von Saba.
Mittwoch den 3. März: Gastspiel des Herrn Nachbaur und Concert der Wiener Pianistin Ilona Eibenschütz. Die weiße Frau. (Georg Brown: Herr Nachbaur.) Hierauf: Concert. Außer Abonnement. Kleine Preise.
Donnerstag den 4. März: Zum ersten Male: Hoff mann's Erzählungen. Oper von Offenbach.
Freitag den 5. März geschlossen.
Samstag den 6. März: A'ida. (Rhadames: Herr Nachbaur.)
Sonntag den 7. März: Zum ersten Male wiederholt: Hoffmann's Erzählungen.
Schauspielhaus.
Dienstag den 2. März: Ein Tropfen Gift.
Mittwoch den 3. März: Alexandra.
Donnerstag den 4. März geschlossen.
Freitag den 5. März: Alexandra.
Samstag den 6. März: Marie Stuart.
Vermischte-.
Barneck (bei Leipzig), 25. Februar. Der „Kreuzzeitung" schreibt man: Auf die Depesche vom Versinken einer Fläche von 10 Morgen in der Nähe des Dorfes. Zöschen, beeilte ich mich, heute an Ort und Stelle mich persönlich von dem Unglück zu vergewissern. Zu meinem nicht geringen Erstaunen lachten mich die darüber Be- sragten an und erklärten die ganze Geschichte für erfunden.
Posen, 27. Februar. Der heutige Frühzug der Stargard-Posener Bahn verunglückte zwischen Kreuz und Trotzig. Die Locomotive, der Gepäckwagen und mehrere andere Wagen entgleisten. Zur Abholung der Passagiere mußte von hier aus eine Locomotive entgegengesandt werden.
— (Grubenunfälle.j Im verflossenen Jahre wurden 16 Explosionen schlagender Wetter in englischen Kohlenbergwerken verzeichnet, von denen 10 mit einem Verlust von 322 Menschenleben verknüpft waren. 3 Explosionen allein verursachten den Tod von 300 Bergleuten. Von fremdländischen Kohlenfeldern wurden 15 'mit Lebensverlust verknüpfte Explosionen schlagender Wetter gemeldet, und zwar haben durch diese Katastrophen in Europa 450 und in Amerika 100 Bergleute ihr Leben eingebüßt.
— [ÄranEcncontroIe.] Nach einer Mittheilung des „Freiberger Anzeiger" hat die Generalversammlung der Ortskrankenkasse für die Hilfsgewerbe bei Handel und Verkehr zu Freiberg neuerdings einstimmig beschlossen, die bisher durch besondere Beaufsichtigung geübte Krankencontrole künftig ganz einzustellen, dafür aber an jedem Samstag diejenigen Kranken, welche Krankengeld beziehen, nach Warnen, Stand und Wohnung im Freiberger Anzeiger bekannt zu machen. Hierdurch wird die Krankencontrole zur allgemeinen Pflicht und Befugniß, da man erwartet, daß jedes Kasfen- mitglied, welches in seiner Umgebung einen Mißbrauch der Kasse bemerkt, dem Kassenverwalter sofort hiervon Anzeige erstatten werde.
Lokales.
Gießen, 1. März. Aus Anlaß des Auftretens des Herrn Directors Possart im gestrigen^ Concert des Concertvereins Deranftatteten ihm zu Ehren die hiesigen Gorps am Samstag einen solennen Fackelzug.
Die Vorlesungen an unserer Universität werden zum größten Theile kommenden Samstag geschlossen. Professor Harnack mußte wegen schwerer Erkrankung seines Vaters aussetzen. Er will die Vorlesungen im nächsten Semester ab;
— Das am Samstag in Stein's Saalbau abgehaltene Winterfest des Turnvereins war sehr zahlreich besucht und nahm einen glänzenden Verlauf. Näheren Bericht in nächster Nummer.___________________________________________________________
Universität^ - Chronik
— Der große Senat der Universität Heidelberg hat nach lebhafter Debatte mit 15 gegen 14 Stimmen beschlossen, daß die Professoren sich am Festzuge bei der Jubelfeier der Universität in moderner Tracht, nicht im Talar beteiligen. Die historische Tracht der norddeutschen Universitäten ist dort nicht eingeführt.
— Professor vr. Lommel in Erlangen ist für die erledigte Professur der Physik zu München berufen worden.
-- Der Studienlehrer am Maxgymnasium in München, Dr. phi). Wilhelm Geiger aus Nürnberg, wurde als Privatdocent in die philos. Fakultät der dortigen Universität ausgenommen.
— An die neubewilligte Stelle eines ordentlichen Professors für Kirchengeschichte an der Universität München, soll dem Vernehmen nach der Professor Dr. Knöpsler in Passau, ein geborener Tübinger, berufen werden.
Handel And Berkrdr.
Grün berg, 27. Februar. (Frachtpreise.) Weizen JL 16.50, Korn JL 14.00, Gerste JL 00.00, Hafer JL 13.00, Erbsen JL OO.uO, Linsen JL 00.00, Lein JL 00.00, Samen X 00.00, Kartoffeln Jt 0.00, Wicken 00.00.
Musik.
V' Sietzen, 28. Februar.
Wenn jemals ein Bühnenheros das Publikum hinreißen, entzücken, begeistern konnte, so war es Possart mit feiner Manfred-Recitation heute Abend.
Selbst der größte Pessimismus auf dem Gebiete des Melodrams mußte vor dieser Leistung unbedingt die Waffen strecken; denn es war keine einfache Kunst der -Redeweise, sondern wahrhafte Sprache des Gesanges, die wir hörten. Die herrliche Melodie der Worte verband sich mit Schumann's Tonschöpfung und steigerte sich in der Beschwörung der Astarte zu einem Gefühlsausbruck, bei welchem alle Saiten des Herzens erklangen.
Den Manfred allen Schmrtckes, aller scenischen Effecte baar, in den engen Rahmen des Concertsaals zu bringen und noch dazu mit einem schwachen poetisch unbedeutenden verbindenden Text, soweit derselbe das Original nicht berührt, ist immerhin ein kühnes Unternehmen und es bedarf eines Künstlers, wie Herrn Hosschauspiel- director Ernst Possart, um solche Erfolge damit zu erzielen, wie die heutigen. Ihr Jünger der dramatischen Kunst, die ihr das Ziel anstrebt, Menschen darzustellen, geht zu diesem Meister in die Schule und versucht es, durch Fleiß und Eifer von ihm die Gestaltungskraft zu profitiren; nur dann werdet ihr mit Eurem Talent im Stande sein, eine Gefühlssprache zu reden, die zum Herzen bringt und die Hörer wirklich erwärmt. Es gtebt eben nur einen Possart und auch nur einen Manfred; denn nur in solcher Vollendung wiedergegeben, wie durch den vortrefflichen Künstler können wir uns ein Bild von Byron's Schilderung des mit sich selbst zerfallenen Characters, des leibhaftigen Ahasverus denken.
Der unportirte Prologus, Herr Wilh. Diegelmann aus Frankfurt zeichnete sich wohl durch ein starkes, klangvolles Organ aus, verschwand aber neben dem Titanen Possart vollständig; „die Erscheinung war so riesengroß, daß er sich recht als Zwerg empfinden mußte." So lange er Geister interpretirte, fanden wir die Monotonie seiner Rede gerechtfertigt, aber aus der Erzählung, dem Gemsjäger und dem Abt hätte er reichere Mittel schöpfen dürfen; wenigstens hätte der Manfreb-Recitator ihm mehr Feuer einflößen können.
Fräulein Marie Langsdorfs gestaltete ihren Part recht wirkungsvoll und brachte ihr Altsolo mit künstlerischem Geschick. Neben ihr zeichneten sich auch die Herren Pros. O., stud. H., W. und D. anerkennenswerth aus.
Das Orchester bewältigte neben Herrn Possart den Schwerpunkt der Aufführung und legte wiederum vom eingehendsten Studium das beste Zeugniß ab.
In der Ouvertüre traten die von uns in den Vorberichten bereits besprochenen Motiven deutlich und treffend markirt an's Licht, während sich die melodramatischen Sätze eng mit der Rede verbanden. Besonders bemerkenswerth erscheint uns bei dieser Gelegenheit das Oboesolo des Herrn Musikdirectors Kraufse. Derselbe war voll-
Sonntag den 7. März: Neu einftubirt: Gustel von Blasewitz. Hierauf: einftubirt: Der zerbrochene Krug. Zum Schluß: Man sucht einen Erzieher.


