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Trottotrpflafterung in der Schillerstraße. Kostendecreturen.

Telegraphische Depeschen.

Wolffs telegr. Correspondenz - Bureau.

Berlin, 29. November. Seine Majestät der Kaiser nahm heute Vormittag die Vorträge des Generals v. Albedyll, des Grafen Perponcher und des Wirkl. Geh Raths Wilmowski entgegen und empfing dann das Präsidium des Reichstags und darauf, im Beisein des Grafen Herbert v. Bismarck, den neuernannten schwedischen Gesandten, Kammerherrn v. Lagerheim, und den neuernannten Gesandten der Re­publik Columbia, General Palacio. Um 5 Uhr begibt sich der Kaiser zum Diner beim Prinzen Alexander von Preußen.

Bei dem heutigen Empfange des Präsidiums des Reichstags betonte der Kaiser, indem er über die Aufgaben des Reichstages sprach, die Militärvorlage auf deren Annahme er hoffe, da ja auch andere Parlamente den Forderungen für das Heer entgegenkommend seien. Deutschland sei bereits von den Nachbarstaaten über­flügelt. Im Uebrigen sprach der Kaiser die Zuversicht aus, der Frieden werde er­halten bleiben.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Oberlandesgertchts- Präsidenten Holleben zum Kanzler im Königreich Preußen.

Pesth, 29. November. Ungarische Delegation. Graf Zichy fragte den Minister des Auswärtigen mit Rücksicht auf das Gerücht, daß die russische Diplomatie die Er­nennung des Fürsten von Mingrelien zum Gouverneur von Ostrumelien bei der Pforte in Vorschlag gebracht habe, welchen Standpunkt der Minister des Auswärtigen dem­gegenüber einnehmen werde. Sectionschef L-zegenyi antwortete, daß der Minister von diesen oder ähnlichen Vorgängen keine Kenntniß habe. Uebrigens sei es bekannt baß die Ernennung eines General-Gouverneurs von Ostrumelien nur im Sinne des Berliner Vertrags vorgenommen werden könne und daß dieselbe der Bestätigung sämmtlicher Signaturmächte bedürfe. Die Antwort wird zur Kenntniß genommen Darauf erfolgte die Annahme des Budgets des Ministers des Auswärtigen in un­veränderter Form.

Bern, 29. November. Die beiden eidgenössischen Räthe wurden heute eröffnet Der Ständerath nahm mit großer Majorität das Gesetz, betreffend Organisation des Landsturms, an.

Dublin, 29. November. Zahlreiches Militär und Polizei ist in Sligo con- centrirt. In Folge des Verbots des Vicekönigs fand das angekündigte Meeting nicht in Sligo statt, es wurde vielmehr in Folge eines geheimen Arrangements in einem Dorfe in der Nahe der Stadt abgehalten. Die Deputirten O'Brien und Kelly hielten Reden und sprachen unter heftigen Angriffen gegen die Regierung die Absicht aus die Bewegung fortzusetzen. Nur eine geringe Polizeimacht war anwesend. Die Re­gierung beschloß, O'Brien ebenso wie Dillon gerichtlich zu verfolgen.

Petersburg, 29. November. In Taschkent fand Vormittags ein starkes Erd­beben statt. Viele Häuser des russischen Viertels sind beschädigt

©MF* 29. SRooember. Kaulbars ist gestern Vormittag hier eingetroffen und Abends nach Petersburg weltergerefft.

Vermischt«».

, Gießen, 30. November. Ein junger, blühender Mensch von Rechtenbacki batie vorige Woche beim Holzfällen im Finsterlohwaldc das Unglück, daß ihm aus der Höhe ein Ast mit großer Wucht direct auf den Kopf fiel, wodurch er sofort di- Smacke oerlor, er verspürte scheinbar keine weitere ernste Verletzung und verzehrte alsbald c?n

Die Quellwasserleitung.

Gießen, 30. November. Gestenr Nachmittag fand die Einweihunader neuen Herberge zur Heimath unter recht ansehnlicher Bethetligung von hier und auswar s statt Unter den Vertretern von Behörden bemerkten wir den Herrn Pro­vinzialdirector vr. Bo ekmann Herrn Bürgermeister Bramm, Herrn Polizeirath Fresenius, u. A. Dre HanSwer^meister, welche an dem Bau gearbeitet, hatten sich vollzählig emgefunden. Die Feier eröffnete Herr Gvmnasiallebrer Stamm, der Vorsitzende des Oberhessischen Vereins für innere Mission Mit einer Ansprache. Er warf darin einen Rückblick auf die Geschichte der Anstalt und deren erfreuliche Entwicklung, betonte den Umschwung, der in der Stimmmrg der Bevölkerung gegenüber der Herberge eingetreten sei und sich in der so ^cn Aeubau kundgegeben habe, und sprach schließlich Allen, die das Werk unterstützt und gefordert haben, vor Allem dem darum sehr verdienten Baumeister, Herrn Architekt I. Stein, und sämmtlichen $au:£)anb: Herr auÄ' Nach dem Gesang einiger Liederoerse vollzog

Herr Harrer Sch l os se r die Einweihung mit einer kurzen Weiherede und Gebet ?°rrC 2UT m0C- ?e er m J bem besang:Nun danket Alle Gott" und Seaens- !frhu$ im ^""^olgenden Besichtigung des Hauses waren alle Gäste des

Ae zweckmäßige und praktische Einrichtung und die bei aller Ein- r ° 8C^mÄae ^lide Ausführung des Baues. (Auch die eigen- thumliche Anlage der Aborte, dre manchen Leuten schon so viel Kovfreibrecken.,2 ^at, fand ihre Erklärung und Würdigung aus sanitären Gründen.) Ein geselliges Zusammensein bet einem Glase Wem und kalter Küche hielt einen orn^n Festtheilnehmer noch bis zum Abend zusammen und gab Gelegenbett l nnrf> In* U^Wvrt. Möchte denn die stg-nsräch-Anstalt^ Ln B°n blüh n' und Mochten sich auch Freunde finden, die willig sind das noch 4bis 5onn betragende Deficit des Baues zu decken! ? ' nod) bis 5000

L o k a 8 e

Gießen, 30. November. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 2. December 1886, Nachmittags 4 Uhr. B

L Ergänzungswahl zur Stadtoerordneten-Versammlung für die Periode loo l/<7<X

2. Aufnahme eines Anlehens bei dem Reichsinvalidenfonds.

3. Ausführung der Gewerbeordnung S 100, e pos. 3 in Bezua auf die bis 1885/6 dahier bestehende Innung der Barbiere u. s. w 9 1

£ des Realgymnasiums vom Jahre 1885/86.

5. Bestandliste des Realgymnasiums und der Realschule.

6. Reclamation gegen die Hebregister der directen Steuern von 1881/82 "

7. Das Retten und Fahren durch die Wetzsteingasse.

o £cS Louis Keller um käufliche Überlassung städtischen Geländes.

9- Ze uch der Firma Heyligenstadt & Comp. um Bauerlaubniß.

10. Gesuch des Stemhauermeisters Emil Kalbfleisch um Erlaubntß zur Er- nchtung ctner provisorischen Ausstellungshalle.

11. Gesuch der Firma Goldenberg & Markus um Erlaubniß zur Erbauung eines Fruchtlagerhauses. 6 w 0

12. Gesuch der Königlichen Bauinspection Marburg um Erlaubniß zur Er­bauung von Weichenstellerbuden. 0

13- Zesuch des Weißbindermeisters Georg Möhl wegen Wasserabführung.

14. Gesuch des Sig^nnnb Rosenbaum wegen desgleichen und wegen Ent­fernung zweier Schoorbaume. 0

15. Gesuch des Fellhändlers Israel Klebe um Erlaubniß zum Ueberbrücken des Schoorgrabens.

Gießen, 30. November. sTheater.^ Ein echtes Musenkind innrer Knetsels neuer SchwankSie weiß etwas". Das Stück ntm-ht fpinL griS61- hervorragenden Buhnen und - gefüllt sehr. Das Publikum amüsirt s^ köstlich über die harmlosen Scherze. Kneisel bat sich in neuester Seit mit großem Geschick I? Moser-Schonthan'tchen Richtung angeschlossen und seine Parole heiß!Im für Das Amü-ment des Publikums, Daß der Dichter dieses redlich thutz b wsts di

erste^Aufführung von Sie weiß etwas", welche vor ausverkauftem Sperrsitz stattfand. Unsere Künstler gaben sich große Mühe, das Publikum zu erbeitlrn und fanden dafür den lebhaftesten Beifall. Die Damen Reidner, Fricke Schrader und Hartmann, sowie die Herren Becker, Schröder, Banse und Reidner l/nd nut Auszeichnung zu nennen. Das Ensemble war, wie wir das bei der Rudolnb schen Gesellschaft gewohnt sind, wiederum ein sehr flottes. r Adolph.

Handel und Verkehr.

_ , ^^ßen 30. November. Aut dem heutigen Markt Meu: Butter per

1.05-! 15, Hübnereier 2 St. 13-15 Enteneier St. 0-0 X pr St 4-7 Käsematte 30 A, Erbsen pr. Liter 18 A, Linsen 32 A Tauben ner sfirmrAR Ä 60 ^^hner per Stsick X 0.80-1.00, Hahnen pr. Sttlck ^ 0 50-0 85 ^Entm

Stück j« 1001.40, Ochsenfleisch per Pfund 6264 A, Kuh- und Rindst^.ch

A. Schweinefleisch 5660 k Hammelfleisch 50-66 4, Kalbfleisch 46-50 X 00-4.50. °°** ** 350-5-53 Mil» per Liter 1218 J

Franksurt, 29. November. Der heutige Viehmarkt war stark befahren 9rn»* waren 361 Ochsen, ca. 30 Bullen, ca- 322 Kühe und Rinder ca 242*

Die Preise stellten sich : Hchsen 1. Ouall JL 64-66, 2. Quall ^ 58-60

Rinder 1. Qual. JL 56-58, 2. Qual. JL 4448 ver 100 Mund A?

Kälber 1. D«l 60-63 2. Qual. 50-52 "per 7 Pfund Wch^wiK^^'

Ai ^0- November. (Eetreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer

16,75 17,00, fremder 16,5019,00, Roggen eff dies utL 13 50 v

JL 13,7514,00, Gerste effectiv hiesige und Wetterauer JL 1500 ison* *- 00,<»-00,00,' Hafer eff. Sief. X Ü.50-13M fremder ^00M-M00 ' ,, r Hasborn (an der Koln-Gießener Eisenbahn), 29. November. Auf den beutto^ hiesigen Markt wurden gebracht 510 Stück Rindvieh und 411 Schweine Der Us

Weihnachtsmarkt wird am Mittwoch den 22. December und der Neuiabrsnwrtt am Mittwoch den 29. December l. I. dahier abgehalten. ^euiayrömarkt

o n ^.rUn, 29 November. Der Discont der Reichsbank ist heute auf 4v(5t d.-r Lombardzmsfuß für Darlehne gegen ausschließliche Verpfändung von Sch..^n-r schreibungen des Reichs oder eines deutschen Staates auf 4i/zpEt., gegen Verosändunn sonstiger Effecten unb Waaren auf 5pCt. erhöht worden. 0 9 Verpfandung

I Ä^rachtes Butterbrod mit bestem Appetit. Die auffallend veränderte Gesichtsfarbe jedoch veranlaßte ferne Kameraden, auf Anrathen des herbeigerufenen Arztes, mit ihm nach Hause zu gehen; dort in's Bett gebracht war der Bedauernswerthe schon nach einer halben Stunde todt. Jedenfalls hatte ein innerer Bluterguß die Lähmung dn Sprache und den raschen Tod verursacht. y 0 ecT

, 29. November. Zwischen der hessischen Regierung und der hiesigen Schweben eben Verhandlungen um die Eigenthumsverhältnisse des Ufergeländes auf dem lenseitigen Ufer (der Kasteler Seite) der Festung festzustellen Neben dem ehemaligen großen Exercierplatz hinter der Reduitkaserne, welcher durch

Bruckenrampe zum Theil verbaut wurde und für welchen die Regierung der Militärbehörde einen gleich großen Platz in Eigenthum überwiesen hat, dreht es sich isachlich um das Ufergelände an der Ueberfahrtsstelle der Trajectboote der Erled gung dieser Eigenthumsfragen hoffen die Bewohner von Kastel, daß sich eine Gelegenheit ergeben wird daß die hessische Regierung, welche in den oben erwähnten Verhandlungen durch den Oberbaurath Schäffer von Darmstadt vertreten ist, in pr°iecthten Bahnhofsbaues in Kastel ihren Einfluß zur endlichen mSn "sündigen Baues bei der preußischen Staatsbahnoerwaltung geltend

machen werde. Auf die jungft erwähnte Erklärung des socialiftischen Landtaas- abgeordneten Jost hat jetzt der von den Socialdemokraten vor die Thür gesetzte Schneider Ley end ecker eine Erwiderung folgen lassen. Die in der Erklärung von ^?n^yendecker zwischen dm Zeilen gemachten Vorwürfe ehrenrühriger Handlungm ber seiner Erwiderung vollständig unberührt gelassen und läßt die in fpinpn ??rafer gipfelnde Erwiderung unschwer erkennen, daß Herr Leyendecker von semen ehemaligen freunden uit6 sttzigen Gegnern noch weitere unangenehme Ent- hullungen zu befurchten hat. Wie das Comitä in seiner gestrigen Sitzung beschlossen ? Ä ^cr auJ 26,500 JL belaufende Reingewinn von dem jüngsten Wohl- thattgkeitsbazar folgendermaßen vertheilt: Vaterländischer Frauenverein 8000 jc Il fenverein 2000^ Alicenverein für Pfleglinge 2000 JL, Militärfrauenverein 1000 ^^"^.^bewahranstalt 500 jl, Franziskanerinnen 1500 JL, Krankenschwestern von pr 9s0!!!Abn Forschung 250 JL, Evangelischer Hülfsverein 1000 JL, Armenkasse der rsraelittschen Gemeinde 1000 JL, freireligiöser Frauenverein 250 JL, Elisabethen- und Vinzenzverem 1000 dem Cigarrenspitzenverein 150 JL und endlich der hiesigen Bürgermeisterei zur directen Vertheilung an die Armen 8000 JL Sämmtliche Gelbe? sind den Vereinen und Corporationen unter der Voraussetzung, daß nur hiesige Arme bannt unterstützt werden, überwiesen worden. Von den zahlreichen Bahnbediensteten die jungft unter Diebstahlsverdacht verhaftet wurden, ist der größte Theil wieder in W'^te ftd) beraussiellt, ist die ganze Diebstahlsgeschichte üV" worden" rocit ^er unb nur üon einigen gewissenlosen Reportern so aufgebauscht

Mannheim, 25. November. Heute früh fand in einem Walde in der Näbe unserer Stadt ein Duell zwischen Premierlieutenant in der Reserve, Köster und Dragonerlieutenant Scheele statt. Letzterer erhielt einen Schuß in den Kopf und btteb ^uell ist auf eine schwere Schädigung des Familienglücks des Herrn Kösttr durch Scheele zuruckzufuhren. Allgemein steht die Sympathie der Bevölkeruna auf S°U°n d-s H-rrn Köst-r .Di- V°rb-r-itung-n ium Smdlampf waren f»on fdt einigen Tagen enbgilhg getroffen und war Herr Köster, ber vor Kurzem zum Premier- lieutenant ber Reserve ernannt wurde, vom Ehrengericht in Straßburg zum Duell autorisirt da er einem elsaffischen Ulanenregiment angehörte. Ebenso hatte das hiesige Uk^^richt das Duell bezüglich des Lieutenants Scheele gutgeheißen. Als Sekundantm hefigen Garriison. Ulanenofficiere aus Straßburg und für Scheele Offictere der s- i T Mnig Humbert im Ghetto von Florenz.^ Aus Florenz wird gemeldet- König Humbert, der mtt der Königin in unserer Stadt weilte, sprach letzthin dem Bürgermeister gegenüber den Wunsch aus das historische Ghetto von Florm? von dessen Absonderlichkeit er so viel gehört habe, zu besichtigen Diesem föninfirfipn Wunsche wurde selbstverständlich entsprochen und ber Äönfg, nur vom Adjüionlen Gener-il Baste begleitet, wurde am Eingänge in das alte finstere Ghetto, dos >um Ntebcrreißen bestimmt, von seinen ehemaligen Bewohnern fast ganz verlassen ist' vom ^A0C1mben ?<r ^on'0 ta0t£: /'Beigen Sie mir nun das Häßlichste unb 2l6ftofjenbftc; ich will alles aus eigener Anschauung kennen lernen." Der Könta besichtigte nun eingehend das Winkelwerk von schmutzigen Gassen und Gäßchm trat h'e und da in -m,besonders armseliges Häuschen ein, alles mit höchstem Fnteress- bestchtigend. Des Königs Miene rouroe, je weiter er kam, noch ernster wie gewöhnlich 9e «ju ben »egleitenben,daß hier in den übelriechenden elenden Lochern Menschen durch Jahrhunderte leben konnten. Es war Seit dast die neuen Ideen diesem menschenunwürdigen Dasein ein Ende machten", unb' aus den bevorstehenden Umbau d-s Stadttheils anspielend, äußerte der König- Möge mit diesem elenden Gemäuer auch die Erinnerung an diese Schmach vergangener Jabr- hunderte fallen." - Der Königsbesuch währte anderthalb Stunden, worauf der König abschiednehmend zum Bürgermeister sagte:Nehmen Sie meinen besten Dank

Iochm hat mich im dochsten Grade interessirt und betrübt iu- g^lch. Ich habe nur einmal un Leben schrecklichere Wohnungen gesehen hit> d°ci" in Neapel, die ich zur Zeit der Choieraepidemie befichtigt habe/'

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