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zeitige Gefangennahme der englisch ägyptischen Garnison des Fleckens Gildezza mit England in Conflict gerathen ist, jo hat die italienische Regierung in Lon­don angefragt, welche Schritte England gegen den Emir von Harrar zu unter­nehmen gedenke.

Die am 2 3. Mai neu zu wählende italienische Deputirten- kammer wird am 10. Juni zusammentreten.

Die englische Regierung hat nunmehr auf die Wiedereroberung des Sudan definitiv verzichtet. Es geht dies aus ihrer Antwortnote auf den von Mukhtar Pascha vorgelegten Plan zur Reorganisation des egyptischen Heeres deutlich hervor. Die Antwort selbst enthält die vollständige Ablehnung des ge­nannten Planes Seitens der englischen Regierung und dies dürfte für das weitere Zusammenarbeiten Sir Drummond Wolff's und Mukhtar Pascha's in Kairo wohl schwerlich sehr ersprießlich fern.

Darmstadt, 28. April. Aus Veranlassung eines Gesuchs der Ange­stellten der Oberheff. Eisenbahnen um Gleichstellung mit den Angestellten der Main-Neckar-Bahn hatte die zweite Kammer an Die Regierung das Ersuchen gerichtet:eine angemessene Gehaltsaufbesserung der Oberheff. Eisenbahnbeamten in Erwägung zu ziehen." Die erste Kammer trat diesem Gesuche nicht bei und war deshalb der Finanzausschuß zweiter Kammer veranlaßt, in eine noch­malige Erwägung der Angelegenheit einzutreten. Nach dem von dem Abg. Wolfskehl erstatteten Bericht ist der Ausschuß geteilter Anficht. Die Mehr­heit nimmt Anstand, eineallgemeine" Erhöhung zu empfehlen, die Minderheit hält dagegen das Verlangen der Oberheff. Eisenbahnbeansien nach einer Ver- befferung ihrer Gehaltsbezüge, wenn auch nicht bis zur Höhe der den Main- Neckarbahn-Beamten gewährten Gehalte, doch in angemeffener Beschränkung, für nach Lage der Verhältniffe gerechtsertigt und eine Erwägung desselben durch Großh. Regierung für angezeigt.

Stuttgart, 29. April. Das zu Ehren Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Wilhelm von Preußen veranstaltete Reitersest ist in glänzender Weise verlausen. Die Prinzesfin Wilhelm von Württemberg saß zwischen ihrem Ge­mahl und dem Prinzen Wilhelm von Preußen. Zum Schluß wurde von dem gesammten Publikum eine große Ovation dargebracht. Heute machten die preußischen Gäste Ausflüge in die Umgegend, nahmen das Dejeuner bei der Großfürstin Vera ein und werden sich zur Prinzessin Friedrich von Württem­berg zum Diner begeben. Prinz Wilhelm wird dann um 7V2 Uhr Abends nach Karlsruhe abreisen.

Telegraphische Depeschen.

WrM'S telegr. E-s>rr-s-orrdem-B«r,ra«.

München, 29. April. DenNeuesten Nachrichten" zufolge beauftragte der König das Staatsministcrium, beim Landtage eine Vorlage über die Regelung der Verhältnisse der Cabinetskasse einzubringen, welche dahin geht, eine Staatsanleihe von sehr namhaftem Betrage aufzunehmen, deren Zinsen und Tilgung durch jährliche Ab­züge von der Civilliste gedeckt werden sollen. DieNeuesten Nachrichten" fügen hinzu, datz die patriotische Partei dem Projeete nicht abgeneigt sei, als Preis der Zustimmung aber ein Ministerium Franckenstein fordere und daß es momentan sehr fraglich sei, ob das Ministerium Lutz die Anleihe-Vorlage an die Kammer bringen werde.

Wien, 29. April. Ein Telegramm desCorrespondenz-Vureaus" aus Athen meldet, die griechische Regierung suche den Schritt des französischen Gesandten zu Gunsten ihrer chauvinistischen Aspirationen auszubeuten, um durch Verbreitung an­geblicher französischer Zusagen zu Gunsten Griechenlands die französische Politik, von welcher die Bevölkerung auf das Bestimmteste die Erfüllung angeblicher Versprechungen erwarte, von der Politik der anderen Mächte zu trennen und sie möglichst zu engagiren. Von den übrigen Mächten, einschließlich Rußland, werde das Vorgehen ihrer Gesandten ausdrücklich gebilligt. Graf Mouy soll von der französischen Regierung angewiesen sein, der griechischen Regierung den wahren Standpunkt Frankreichs klarzulegen, welches nicht gewillt sei, in die griechische Frage sich weiter hineinziehen zu lassen, als seine Beziehungen zu den übrigen Mächten und sein fester Wille, jede gesonderte Action zu vermeiden, es zulassen.

Paris, 29. April. Gegenüber der gestrigen Antwort Delyannis' an die Bürger-Deputation meldet ein Havas-Telegramm aus Athen, Griechenland habe einfach seine Zustimmung zu der französischen Note erklärt, worin eine Mediation nicht ver­sprochen sei. Delyannis hätte überdies erklärt, daß die Demobilisirung und die Zurückführung der Truppen auf Friedensfuß in der Antwort auf die französische Mittheilung einbegriffen gewesen sei. Delyannis habe sich laut und offen in diesem Sinne geäußert.

Wien, 29. April. Wie hiesige Blätter melden, sind bei einem gestern in Mährisch-Friedland ausgebrochenen Feuer 60 Häuser, darunter die Schule und das Gemeindehaus, eingeäschert und 8 Menschen verunglückt.

Haag, 29. April. Nach einer amtlichen Mittheilung zog das Cabinet seine Demission zurück. Es verlautet, die Kammer werde nicht aufgelöst, sondern es werde eine neue Revision der Wahlbezirks-Eintheilung vorgeschlagen werden.

Brindisi, 29. April. Von gestern bis heute Mittag kamen hier 3 Cholera- Erkrankungen und 1 Cholera - Todesfall vor. In Ostuni 3 Erkrankungen, in Eschie 1 Todesfall.

Treviso, 29. April. Der ehemalige Minister des Aeußern, Visconti Venosta, erklärt in einem Schreiben an dieGazetta Treviso", daß er eine Candidatur ablehne und sich vom politischen Leben zurückziehe.

Konstantinopel, 29. April. Ein Rundschreiben der Pforte vom 28. er. an ihre Vertreter der sechs Großmächte sagt: Nachdem die Mächte in einem Prioat- schreiben an Graf Mouy bezüglich der Abrüstung die abgegebene Erklärung Delyannis' nicht für befriedigend erachteten, überreichten dieselben in Athen ein Ultimatum, welches positive Abrüstungs-Zusicherungen verlangte. Die Pforte danke den Mächten aufrichtig für diesen kräftigen, zur Sicherung des von Allen so gewünschten Friedens und zur Sperrung jedes Ausweges für die von Griechenland bei den Mächten er­hobenen, unbedingt unzulässigen Forderungen, unternommenen Schritt. Das Rund­schreiben schließt, daß nur eine rasche und bedingungslose Abrüstung allein uns be­friedigen und bestimmen können, auf das legitime, unbestreitbare Recht zu verzichten, für die durch die Rüstungen und die kriegerische, nicht zu rechtfertigende Haltung Griechenlands uns auferlegten riesigen Opfer Entschädigung zu verlangen.

Univerfitäts - Chronik.

Jena, 24. April. Herr Professor Dr. Hirzel in Leipzig hat den an ihn er­gangenen Ruf als Professor der klassischen Philologie und Mitdirector des philologischen Seminars an hiesiger Universität angenommen. Herr Hofrath Dr. Sohncke ordentlicher Professor der Physik allhier, wird einem ehrenvollen Rufe an die tech­nische Hochschule zu München Folge leisten und zum Herbste dorthin übersiedeln.

Jena, 24. April. Eines wie guten Klanges sich unsere Universität selbst in den fernsten Reichen erfreut, beweist von Neuem wieder die Thatsache, daß die Anzahl der hier ihren Studien obliegenden Japaner im nächsten Semester sich bedeutend ver­mehren wird. Zu den bereits an unterer Hochschule studirenden Angehörigen des -fernen Japan sind nämlich in diesen Tagen 4 neue Landsleute hinzugekommen, welchen binnen Kurzem noch zwei andere folgen werden, so daß dann die Gesammtzahl der Japaner 9 betragen wird. Dieselben gehören, wie hier noch bemerkt sein mag ver­schiedenen Fakultäten an.

l, Der seit dem Tode Droysen's erledigte Lehrstuhl für Geschichte zu Berlin ^wlrd wahrscheinlich durch Professor Dr, Köhler, Secretär des deutschen Instituts für

archäologische Correspondenz in Athen, besetzt werden. Ebenso ist es gelungen, den Geographen und Weltreisenden Freiherrn F. v. Richthofen, seit 188c> Professor der Geographie in Leipzig, früher in Bonn, für Berlin znrückzugewmnen; er wird den physisch-geographischen Unterricht übernehmen.

Zur fünften Säcularfeier der Universität Heidelberg wird unter dem TitelRuperto Carola* eine illustrirte Festchronik erscheinen; die Redactlon hat Geh. Hofrath Bartsch übernommen. Sie wird zugleich das ofsicielle Organ für alle daS Jubiläum betreffenden Mittheilungen sein und die Liste sämmtlicher Festtheilnehmer enthalten. In Wort und Bild soll sie eine vollständige Darstellung des Festes, sowie Skizzen aus der Geschichte der Stadt und Universität Heidelberg bringen -uns wird in erster Linie Denen, die das Jubiläum mitfeiern, ohne Zweifel ein hochwillkommenes Gedenkbuch werden.

Vermischtes.

Mainz, 27. April. (Erfindung.) Herr Dr. C. Gaßner jr. in Mainz hat ein neues galvanisches Trocken-Elemcnt construirt, welches durch feine außerordentliche Leistungsfähigkeit die zu elektrischen Schellen gebräuchlichen nassen Batterien zu ver­drängen geeignet erscheint. Da das neue Element absolut ohne Flüssigkeit in einer Zinkbüchse montirt ist, so fallen all die Unannehmlichkeiten, welche die ipit Salz­lösung gefüllten Batteriegläser im Gefolge hatten, hinweg, auch soll der Preis ein billiger sein. Diese neue Erfindung ist bereits in verschiedenen Staaten zum Patent angemeldet.

Bingen, 26. April. Am verflossenen Montag, den 19. dss. Mts., wurde am Fuße der Burg Rheinstein, im Bürgermeistereibezirk Niederheimbach, die Leiche eines 50 bis 60 Jahre alten, zweifelsohne den besseren Ständen angehörigen Mannes im Rheine gefunden. Die äußere ärztliche Untersuchung hat ergeben, daß der Tod nicht durch Ertrinken eingetreten ist, es haben sich auch keine Spuren von Gewaltthätig- keiten vorgefunden. Der Mann ist Sonntag den 18. d. M., Vormittags, mehrfach an der Stelle und in deren Nähe gewesen, wo er anscheinend in der Nacht darauf den Tod gefunden hat, und war er hierbei in Begleitung zweier Frauenzimmer, welche die NamenMargaretha" undBertha" geführt haben sollen; von diesen war eine etwa im Anfänge der 30er Jahre, klein, ziemlich corpulent, von auffallender Tracht und auffallenden Manieren, mit rothen Backen, die andere schlanker, blaß und zurück­haltender. Der Todte schien im Besitz von vielem Gelde gewesen zu sein, denn er soll ein Portemonnaie schwer mit Goldstücken gefüllt und eine schöne Uhr getragen haben, bei der Leiche wurde dagegen nur ein Zehnpsennigstück und ein einfacher Uhrschlüssel vorgefunden. Dagegen war in der Westentasche ein goldener Trauring mit der In­schriftPH. Boesser, 25. Dec. 1852." Der Gefundene hat einen kräftigen, muskulösen, sehr wohlgenährten Körper, grauweißen, schönen Vollbart, ist 1,80 Meter groß und bat, nach seinen Händen zu schließen, nie körperliche Arbeit verrichtet. Mehrfach hatte derselbe im Verkehr mit seinen Begleiterinnen sich der englischen Sprache bedient. Die Kleidung bestand in dunkelblauem langem Gehrock (mit langen Schößen), schwarz­blauem Ueberzieher, lein. Taschentuch mit altdeutschen Mustern, aschgrauen wollenen Handschuhen, grüngestickten Hosenträgern mit rothen Sternen, schwarzem halbseidenem Halstuche, braunwollenem Unterhemd, schwarzer Tuchweste, Schaftenstiefeln mit Doppel­sohlen 2c. Ferner wurde bei der Leiche ein einmal coupirtes einfaches Billet zweiter KlasseFulda-Frankfurt a. M." gefunden. Die Begleiterinnen, von denen die eine auf der Station Trechlingshausen am Sonntag Abend 7 Uhr zwei einfache Billete nach Bingen löste, sind auffallender Weise spurlos verschwuoden. Auf der Station gab dieses Frauenzimmer an, die Gesellschaft hätte Sonntagsbillete von Frankfurt nach Bingen. Die fraglichen Personen sind in Bingen unbekannt. Hoffentlich wird es bald gelingen, diesen mysteriösen Fall aufzuklären. Alle Diejenigen, welche über die Identität des Geländeten und der beiden Frauenzimmer Auskunft geben können, werden gebeten, der nächsten Polizeibehörde schleunigst Mittheilung zu machen, auch werden die Zeitungsredactionen um Verbeitung dieser Nachricht ersucht.

St. Johann a. d. S., 22. April. Den auf Grube Camphausen in der Nacht zum 18. April v. I. verunglückten Bergleuten werden drei Denkmäler errichtet: einS auf dem Friedhöfe zu Dudmeilcr, eins auf dem Friedhöfe zu Herrensohr und eins auf dem Becroigungsplatze zu Fischbach. Die Denkmäler, aus grauem Sandstein, erhalten dieselbe Gestalt und Größe (Höhe 6 Mtr.). Die feierliche Einweihung soll dem Ver­nehmen nach demnächst stattfinden.

Berlin, 29. April. Im Processe wegen der Mittheilungen desBerliner Tageblatts" über den angeblich in hiesigen höheren Gesellschaftskreisen r orgekommenen Diebstahl einer Brillanttaube ergab die gerichtliche Verhandlung die völlige Grund­losigkeit der verbreiteten Mittheilung. Das Schöffengericht verurtheilte wegen des da­durch begangenengroben Unfugs" den Redactcnr desB. T.", Perl, zu dreitägiger, den Berichterstatter Wolff zu vierzehntagiger Haft.

Lemberg, 27. April. Der Brand in Lisko ist nach derW. A. Z." gestern Nachts, als die Bevölkerung dieser Ortschaft schon in tiefen Schlaf versunken war, ausgebrochen. Ein heftiger Sturmwind begünstigte das rasche Umsichgreifen des Feuers, so daß die Bevölkerung kaum mehr in der Flucht die Rettung des nackten Lebens suchen konnte. Die Liskoer Feuerwehr war dem Brande gegenüber ohnmächtig, da sie nur zwei unvollkommene Spritzen zur Verfügung hatte. Außerdem mangelte es an Wasser, da nur zwei Brunnen in Lisko vorhanden sind. Im Ganzen wurden 290 Häuser eingeäschert, darunter 20 einstöckige. Nach eingelangten Relationen soll das Gerichtsgebäude mit allen Acten verbrannt sein; auch das Schloß des Grafen Krasicki mit der Bibliothek. Die Entstehungsursache des Brandes ist noch nicht fest- gestellt. Ein Theil der Häuser war assekurirt, und zwar zumeist bei der Krakauer Assekuranz und bei der PragerSlavia". Die Ortschaft Lisko, sowie 14 Dörfer in der dortigen Umgegend sind Eigenthum des Grafen Edmund Krasicki.

Leipzig. Die Stadtverordneten genehmigten in ihrer letzten Sitzung die Schlußabrechnung über das 8. deutsche Bundesschießen, welches mit einem Deficit von 104,855 v* abschließt. Die hiesige Schützengesellschaft hat ihren Anthcil mit 15,700 * bereits an die Stadtkasse abgeführt; die auf die Stadt Leipzig entfallende Summe r rl« r noch um ^OCO JL durch den Ehrenpreis der Stadt Leipzig zum Festschreßen.

. . I» dem Orte Diesdorf bei Magdeburg fuhr am Palmsonntag ein Blitz c Kirche, als eben der Consirmationsgottesdienst beendet war, und schlug in der Vorhalle, wo die Kinder des Regens halber noch zurückgeblieben waren, 4 Knaben nieder und verletzte einige Erwachsene. Glücklicherweise waren die Kinder nicht ge- todtet, sondern nur augenblicklich gelähmt, so daß sie mit zum Theil versengten Kleidern rote tobt hinweggetragen wurden, sich später aber wieder erholten.

* Gegen die Spielhölle in Monaco wird der Kampf immer nachdrücklicher. InNizza hat sich ein internationaler Verein gebildet, der eine Schrift veröffentlicht und an alle europäischen Negierungen versandt hat, in welcher diese dringend gebeten werden, den Fürsten Karl III. von Monaco zur Abstellung des Unwesens zu nöthigen. ?onoK 2°^ rmb bte nach den Akten zusammengestellten Selbstmorde von 1877 bis 1885 nut Namen, Hetmath, Todestag nebst hinterlassenen Briefen aufgeführt. Der r V.cni8=r als 1820! - Diese Ziffer spricht ober nur von den Si. Menschenleben; über die,sicherlich nach vielen Tausenden zählenden Mcusck-n. die durch ihre Spielverluste unglücklich ober gar zu anderen Verbrechen getrieben §us- ^..Seit vielen Jahrhunderten ist der sarazenischen See- räuberet, die grade an dieser Küste, entern der irdischen Paradiese, besonders schwung­haft betrieben wurde, ein Gude gemacht. Wann endlich wird nun auch jener, unter werden^i" CtnCl $cn * Negierung geübten Räuberei das Handwerk gelegt

12 Medaillen und Diplome

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