Ausgabe 
1.4.1886 Erstes Blatt
 
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aus einer höheren Gewerbeschule zu einer Hochschule entwickelt. Wie jene hat sie nur eine verhältnißmäßig kurze Vergangenheit hinter sich; ist ja überhaupt die wissenschaft­liche Pflege der Technik noch sehr jungen Alters. Wenn trotzdem eine Feier, aller­dings nur in bescheidenem Rahmen, beabsichtigt wird, so wird dabei einmal dem Vorgänge der anderen technischen Hochschulen, von welchen z. B. Stuttgart 1879, Hannover 1881 ähnliche Jubelfeiern veranstaltet haben, gefolgt; andererseits aber und hauptsächlich geschieht es aus den Wunsch einer großen Anzahl ehemaliger Schüler der Anstalt, welche freudig die Gelegenheit ergreifen, ihren Gefühlen der Dankbarkeit und Anhänglichkeit für die Schule Ausdruck zu verleihen. Der vor mehreren Jahren gegründeteVerein ehemaliger Studirenden der technischen Hochschule zu Darmstadt" ist schon seit geraumer Zeit mit den Vorarbeiten zur Feier beschäftigt, an welchen sich die Doeenten und die derzeitige Studentenschaft freudig betheiligen.

Der unter dem Vorsitze des derzeitigen Directors, Professor vr. Schmitt, gebildete Fest-Ausschuß hat gleichfalls seine Arbeiten bereits vor längerer Zeit be­gonnen und zwar mit der Aufstellung eines Adressen-Verzeichnisses der ehemalige» Studirenden. Dieses Verzeichniß, welches nahezu 3000 Namen aufweist, ist an alle diejenigen ehemaligen Studirenden versendet worden, deren Adressen ermittelt werden konnten.

In der heutigen Nummer unseres Blattes ist eine vom Fest-Ausschuß aus­gehende Aufforderung zur Betheiligung an der Jubelfeier enthalten. Insbesondere werden alle diejenigen ehemaligen Studirenden, deren Adressen trotz größter Mühe­waltung nicht erhalten werden konnten, aufgefordert, dieselben an den Fest-Ausschuß einzmenden.

Wir lenken die Aufmerksamkeit unserer Leser auch an dieser Stelle auf die Anzeige.

lauten:Valeurs ä recouver Bureau de poste ä . . . . Recommand6. Nach Portugal müssen sämmtliche Aufträge an das Postamt in Lissabon adressirt werden. 2ie Taxe ist gleich derjenigen für einen Einschreibbrief in demselben Gewicht. Am Be­stimmungsort werden für jedes eingelöste Papier zu Lasten des Auftraggebers 10 Centimen (10 Pfg.) gekürzt, außerdem natürlich die Postanweisungsgebühr. Die

Billige und zweckmäßige Holzconservirung.

Unsere heutige Nummer enthält eine Beilage, welche in eingehender Weise die Frage einer rationellen Holzerhaltung behandelt und es darf angenommen werden, vaß ein so zeitgemäßes Thema für unseren Leserkreis allseitiges Interesse bietet. Kost­spielige Eisenconstructionen sind jetzt vielfach an die Stelle der ehemals üblichen Holzanlagen getreten, weil die Holzpreise gegen früher eine ganz erhebliche Steigerung erfahren mußten und weil ein zweckentsprechendes Diittel zur Erzielung einer größeren Dauerhaftigkeit und Widerstandsfähigkeit der Nutzhölzer wenig bekannt war.

Das antiseptische (fänlnißwidrige) Anstrichöl Osrdolineum Arenarlus scheint nun in der That volle Aufmerksamkeit zu verdienen, denn nach den uns vorliegenden zahl­reichen Attesten von maßgebenden Staats- und Civilbehörden, Baumeistern, Groß­industriellen und Landwirthen handelt es sich hier um ein Holzconservirungsöl von ganz hervorragender und unbestreitbarer Zweckmäßigkeit, welches einfachste Verwendung mit sehr billigem Preise verbindet. Wir möchten daher unserem Leserkreis die heutige Beilage zu eingehender Beachtung emvfehlen und machen noch besonders darauf auf­merksam, daß die Firma Jean Dem & Cie., Giessen, sich zu jeder gewünschten Aus- kunftsertheilung bereit erklärt hat. 2371

Die technische Hochschule zu Darmstadt begeht in den Tagen vom I Lagerfrist der nicht alsbald eingelösten Aufträge am Bestimmungsort ist auf48Stunden 1. bis 4. Juli d. I. die Jubelfeier ihres fünfzigjährigen Bestehens. In gleicher Weise, I abgekürzt. Wechselproteste werden nur in Belgien, Frankreich, Luxemburg und der wie die allermeisten Schwesteranstalten deutscher Zunge, hat sie sich im Laufe der Zeit I Schweiz ausgeführt.

Handel und Verkehr.

Vom 1. April ab erfährt der Postauftragsverkehr im Weltpostverkehr eine tiefeingreifende Erweiterung bezw. Vervollkommnung. Außer den bisher dafür schon gewonnenen Staaten: Frankreich (mit Algerien und Tunis), Luxemburg, Oesterreich- Ungarn, Rumänien und Schweiz, werden neu daran theilnehmen Aegypten, Italien und Portugal. Die Niederlande beharren einstweilen bei dem mit Dcutschlaird ge­troffenen Sonderabkommen. Im übrigen Verkehr gelten folgende Bestimmungen: Der Meistbetrag der Aufträge darf 1000 Francs erreichen, was nach Belgien und Luxemburg dem Satze von 800 Mark, nach Oesterreich-Ungarn von 400 Gulden, nach Portugal von 180 Milreis gleichkommt. Es kommt für den internationglen Auftragsdienst ein doppelsprachiges (deutsch-französisches) neues Formular zur Anwendung. Die Aufträge dürften beliebig viel Anlagen, auch solche, die von verschiedenen Zahlungspflichtigen-in demselben Bestimmungsorte eingehoben werden sollen, enthalten. Auftrag und Anlagen sind an die Bestimmungs-Postanstalt unter Umschlag zu adressiren, die Aufschrift soll

wünschen 2 Vereine Pflege des Kunstgewerbes, 1 Verein die Errichtung von Fach­werkstätten, 1 Verein die Ausbildung talentvoller Handwerker auf Staatskosten, 1 Ver­ein die zeitweise Veranstaltung von Ausstellung von Lehrlingsarbeiten und 1 Verein die Errichtung gewerblicher Ausstellungshallen.

Die zur Zeit ihres Baues als ein Weltwunder angestaunte Nigibahn erhält jetzt eine Wettbewerberin, die Pilatusbahn, deren Bau nunmehr beschlossen ist. Diese wird eine Steigung von 48 zu 100 zu überwinden haben, um eine Höhe zu erreichen, rvelche diejenige des Rigi weit überragt. Die Anlagekosten sind auf 2,050,000 Frcs. veranschlagt. Das Actienkapital ist zum größten Theile bereits gezeichnet. Auf dem P'.latus wird das daselbst befindliche Hotel gekauft und durch einen Neubau erweitert, um etwa 200 Personen Unterkunft gewähren zu können.

Frankfurt a. M., 29. März. In der Nidda wurde gestern von Kindern unfern Heddernheims die unbekleidete Leiche eines etwa 16jährigen Mädchens auf- flffunben. Dieselbe hatte einen Strick um die Hand. Eine Untersuchungscommifsion bestehend aus den Herren Staatsanwalt Uhles, Kreisphysikus Dr. Wilbmnd, ein Unter­suchungsrichter und Secretär begaben sich an Ort und Stelle. w

Am 1. April wird die diesjährige Grindbrunnensaison unter entsprechender Feierlichkeit eröffnet.

[ßine Ursache vieler Verbrechen.) Vor dem Berliner Landgericht stand am 5. März der Arbeiter Mierschkv unter der Anklage wiederholten Diebstahls im Rück­fälle. Er gestand alles ein und fügte nur hinzu, daß die über ihn verhängte Polizei­aufsicht an seinen Rückfällen Schuld sei. Hierüber erklärte er sich im Verhör näher. Präsident:Warum haben Sie denn, eben aus dem Zuchthause entlassen, gleich wieder gestohlen?" Angeklagter:Der Mensch will doch leben." Präsident: Warum arbeiten Sie denn nicht?" Angeklagter:Det is leichte jesagt; aber da schicken Sie mir mitten in'n Winter aus'n Zuchthaus raue, un da soll if mir Hals über Kopp Arbeet verschaffen. Wer nimmt mir denn? Un wenn if wirklich wat finde un will arbeeten, dann jagen sie mir doch bald wieder fort. Präsident: Sie brauchen doch nicht zu sagen, daß Sie aus dem Zuchthause kommen." An- getlagter:Haben Sie Ahnung, Herr Jerichtshof. Wat if nid) faße, det sagen die Krimiuells. Da kommen die Sck)utzleute un fragen nach mir, weil if doch unner so­genannte Polizeiaufsicht stehe, un denn weeß der Arbeitsherr schon Bcscheed und schmeißt mir raus, bet habe if ville Male durchjemacht." Auf Grund der Gesetze mußte der bedauernswerthe Mensch zu 21/« Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Polizei­aufsicht verartheilt werden. In der Begründung des Urtheils hob aber der Gerichtshof hervor, daß die Angaben des Angeklagten nicht unwahrscheinlich feien. Es müsse für einen Zuchthäusler furchtbar schwer sein, Arbeit zu bekommen, insbesondere im Winter. Diesmal würde der Angeklagte seinem Wunsche gemäß im Sommer wieder auf freien Fuß gefetzt werden, hoffentlich werde es ihm dann gelingen, Arbeit zu bekommen. Allerdings fei nicht zu verkennen, daß die Polizeiaufsicht ihm hierbei hindernd im Wege sei, doch stehe es nicht in der Macht des Gerichtshofes, hiervon Abstand zu nehmen.

sNur nobel.) An einem der letzten Sonntage ging ein junges Frauen­zimmer mit noblem Hut und Schleier, schönem Kleide und mächtiger Tournüre auf bit Eisenbahn in St. Gallen. Durch irgend welchen Unfall kam sie zu Falle, brach tben Fuß und mußte in Folge dessen in das Spital verbracht werden. Als man dort nun trotz ihres Sträubens begann, sie ihrer noblen Kleider zu entledigen und auf diese Weise ihrerNoblesse" immer mehr auf den Grund kam, da stellte es sich zum gerechten Staunen heraus, daß sie schließlick; statt in einem Hemde in einem Sack steckte, der noch mit gewaltigen Buchstaben die Firma einer Stickfabrik trug. Oben waren in den Sack drei Löcher geschnitten für den Kopf und für die Arme. Außen fix und innen nix.

Von einem geduldigen und ausdauernden Bibelleser enlnehmen wir ein be­redtes Zeugniß aus einer im Besitze der königlichen Bibliothek zu Berlin befindlichen sogenannten Francke'schen Bibel aus dem Jahre 1736. Auf dem weißen Schutzblatte vor dem Titel hat er folgende erbauliche Statistik niebergefd)nebcn:Die gane Bibel enthält: Ein und Dreyßig Tausend Einhundert und Acht und Siebenzig Verse (31,178), Sieben mahl Hundert und Drei und Siebenzig Tausend, Sechshundert Zwei und Neunzig Wörther (773,692), Drei Millionen fünf mahl Hundert sechs und Sechszig Tausend vier Hundert und Achtzig Buchstaben (3,566,480). Der Name Jehova kommt vor Sechs Tausend Acht Hundert und fünf und Fünfzig mahl (6855). Und daß Wort, Und, kamt Sechs und Vierzig Tausend, Zwei Hundert und Sieben und Zwanzig mahl Vor, daß Mittelste Capitel ist der Ein Hundert und Siebenzehnte Psalm, Und der Mittelste Vers in der Bibel ist der Achte Vers des Einhundert und Einste Psalms 1803:"

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