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Deroration des Saales war in prachtvoller Weise hergestellt, Transparente mit sinniger Aufschrift, Feuerwehr-Emblemen u. s. w. waren in geschmackvollem Arrangement an­gebracht und von der Gallerte ertönten die munteren Weisen unserer bewährten Regimentsmusik.

Ter erste Hauptmann Marx begrüßte die Anwesenden und legtem erläuternden Worten die Bedeutung des Tages dar, worauf Herr Bürgermeister Bram in auf das Wachse«, Blühen und Gedeihen der F. G. F. einen Salamander commandirte. Tas Herauf von Herrn Lieutenant v. Panter ausgcbrachle Hoch auf Se. Majestät den Kaiser wurde mit Begeisterung ausgenommen. , t c.

Ter zweite Hauptmann Herr M. Loos, erklärte nun tu längerer Rede die Entstehung der Feuerwehren im Allgemeinen und verbreitete sich sodann auf die Gründung des Corps, hierbei die Anwesenden auffordernd, zum Gedächtnisse des Stifters Herrn Gg. Phil. Gail sowohl, als auch dessen Sohnes, HerrnCommerzien- rath Carl Gail, sich von den Sitzen zu erheben, welchem seitens der Versammlung entsprochen wurde. Ferner gedachte er der verstorbenen Hauptleute L. Köhler und Neider als wackerer Feuerwehrmänner und treue Kameraden. Weiter drückte der Redner den Wunsch aus, das; das seither von Seiten des Hauses Gail dem Corps erwiesene Wohlwollen auch ferner erhalten bleiben möge und schloß mit einem Hoch auf das Haus Gail. Hieraus nahm Herr Wild. Gaii das Wort, indem er seiner Sympathie für die Feuerwehr Ausdruck gab und aus das Gedeihen des Corps fein Mas leerte. Hieran schloß sich ein von dem Hauptmann commandirte5 Feuerwehr. Salamander auf die dem Corps noch angehörenden Mitgründer, sowie älteren Mil- glieder Herr Uhl als erster Sprecher des Turnvereins b-achte den beiden hiesigen Wehren einGut Heil", worauf Herr Stadtverordneter Hom Verger auf die bciocn Hauptleute der F. G. F., Marr und Loos, toastirte. Herr W. Cidmann brachte den Toast auf Se. Kgl. Hoheit den Großherzog ans, welcher mit großem Cn ynsiaSmus aufgcnommen wurde. Ter zweite Hauptmann der Gießener Frct.villtgen Feuerwehr, Herr L Petri Iif verband mit dem Dank für die Einladung ein. Hoch auf die zramemdschaftlichkeit zwischen unseren beiden freiwilligen Feuerwehren. Herr Com- mcrzienrath Roll gedachte in einem Toaste der Damen, Herr S adtoerordneter Bai st des den'scheu Heeres und speciell des hiesigen Regiments, worauf Herr Lieu tenant Lindpainlner auf den Herrn Bürgermeister als ersten Vertreter der Bürger­schaft unb Protector aller Vereine, denen das Wohl der Stadt am Herzen liegt, ein Hoch ansbrachic. Herr Volkmann, Hauptmann der Heuchelheimer Feuerwehr, sprach int Rantcit des gen. Corps ben Tank aus und schloß mit einem Hoch auf die F. G. F.

Cs folgte noch eine Reihe von Toasten, auf den Stadl Vorstand, Her n Philipp Bauer als Dirigent des Bäuerischen Gesangve eins, auf unser deutsches Vaterland, sowie auf unsere benachbarten Feuerwehren u. s. w. , , .

Cin von dem früheren Adjutanten des Corps, Henn H. Elle zu Tusielborf eingegangenes Glückwunsch-Telegramm rvurde verlesen und fand allseiftgen Beifall.

Die Seilens des Bau 'scheu Gesangvereins vortrefflich ausgefüyrten GesangS- vorträge trugen wesentlich zum gelungenen VeAaufe des Bankets bei, welches auch in dem sehr beifällig aufgenommenen Hoch auf gen. Verein die verdiente Anerkennung fand. Auch einige sehr gelungene komische Vorträge verfehlten ihre Wirkung nicht uni) versetzte die Anwesenden in die animirteste Stimmung, welche dieselben noch bis zur späten Stunde verfammelt hielt. .

Qum Schluß sprechen wir noch den Wunsch aus, dag die Frcrwtllige Gail |chc Feuerwehr noch recht lange, lange Jahre in ungeschwächter Mitgliederzahl sortbestehen möge zum Besten und Wohle unserer Vaterstadt.

Da nunmehr in Stein's Garten ein geeignetes Local gefunden, tritt auch die schon lange projectirte Abt-Feier wieder in den Vordergrund und die Vorbe­reitungen zu derselben nehmen den Gesangverein dcr.Bürgcrgesellschaft vollauf in Anspruch. Am 18. Cetober soll zu Gunsten des Wiesbadener Abt-Denkmals ein Coneert statt- finden, dessen Programm im ersten Theile ausschließlich Compositioncit des belieb.en Liedcrconrponisten bringt; gemischte und Männer-Chöre werden eine angenehme Ab­wechslung bilden und so glauben wir, daß eine rech' ansehnliche Zahl unserer Musik- fteunde ihr Scherflein dazu beitragen wird, um dem echten deutschen Volkssängcr cin würdiges Denkmal setzen zu können.

- Ein Leser unseres Blattes schreibt uns: Auf die Schüler einer Vorschulklasse des h'csigen Gymnasiums hat die Nachsichtdie Philologen kommen" eine ähnliche Wirkung gehabt, wie früher der Rufdie Hunnen kommen" auf die Völker. Am ver­gangenen Sonnabend kommt mein Junge ganz erregt nach Hause, hängt den Tornister ab, wirst den Hut auf den nächsten Tisch und erzählt: Papa, mir haben acht Tage Ferien, die Philologen kommen! Tie anderen Jungen haben ihre Tintengläser mit nach Hause genommen, ich konnte mein's iricht mitbringen, es war zu voll! (Sorgen­voll.) Ja, die Philologen!Die tunken uns die ganze Tinte aus!"

Die Schüler einer hiesigen Lehranstalt luftirten sich heute Nacht in der Lud- wigssttaße mit Kellerfensterausheben, Laternenausmachen und dergl. Allotria mehr. Die Polizei war so ungalant die Bürsch'chen abzufassen.

Vermischtes.

* Ans Oberhessen, 28. September. Rach Vollendung der sehr umfangreichen Restaurationsarbeiten im Innern der Kirche zu Alten-Buseck konnte gestern der Gottesdienst in derselben zum erstenmale wieder seil Pfingsten d. I. stattfinden. Tic Crösinungs- und Einweihunasfcierlichkeit, im einfachen Rahmen gehalten, war eine durch­aus würdige und ansprechende. Cinc für die Feier besonders zusammengcstellte Liturgie, sowie die Festprcdigten Vor- und Nachmittags hielt der Ortsgeistliche, Herr Pfarrer Scriba. Einen recht erhebenden Eindruck machten die Gesänge des für die Cin- weihungsfeierlichkeit gebildeten, von Hcr.n Lehrer Roth mit Geschick geleiteten Kirchenchors, und glauben wir gewiß im Sinne aller Fesithrtlnehmer zu handeln, wenn wir den Wunsch nnd die Hoffnung aussprechen, daß aus diesem provisorischen Kirchen­chor recht bald ein definitiver m erb tu möge. Die unter der umsichtigen Leitung des Herrn Bezirksbauaufseher Senßfelder vorgenommcnen Restaurationsarbti-en zeugen von Geschmack und haben dem Innern des Go tcshauses eine dc und Weihe ver­liehen, die demselben srnherhin in mancher Hinsicht abging. Tie Gemeinden Alten- Bnseck und Trohe haben aber durch Vcrwillignng der nicht unbeträchtlichen Kosten der Renovation einen gewiß anerkennenswerlhcn kirchlichen Sinn bclnnbet.

Pfungstadt, 24. Septbr. Heute bat sich cin gräßlicher Unglücksfall hier zu- getragen. Cin Dienstmädchen, welches in's Feld ging, wollte sich unterwegs hinten aus einen daher kommenden Wagen setzen, kam dabei mit beiden Beinen in ein Rad und wurden beide gebrochen. Zum Glück hörte der Fuhr mann sofort den Hilfe­schrei und hielt die Pferde an, sonst wären bim Mädchen die Beine ganz abgerissen worden.

Dortmund, 28. September. In vergangener Nacht brannte die Dortmunder Actienbraue'ei ab. Ter Schaben ist bcbeuteiiD.

An der Versicherung der Dortmunder Aetienbraucrci sind betheiligt der Londoner Phönix, die Nor'.h Britische, die Berliner Union unb die Leipziger Fener- versicherungs-Getellschast. Der Braud war Heu.c Morgen um 7 Uhr gelöscht. Die Kellereien, Eismaschine, die neue Mälzerei und das Brauhaus sind unversehrt, mithin tritt keinerlei Betriebsstörung ein. Alles ist hinreichend versichert. (F. Z.)

Hande! und Bevkebr.

Gieken, 29. September. Auf dem heutigen Markt Butter per Psunb X 1.101.20, Hühnereier pr. Stck. 67 H, Enteneier St. 00 H, Käse pr. St. 57 4, Kälematte 30 Erbsen pr- Liter 22 Linsen 32 H, Tauben per Paar 0,50 bis 0,60 Hühner ver Stück 0851.30, Hahnen or. Stück v*L 0.501.00, Enten per Stück cM 1.401.70. Ochsenfleisch per Pfund 6800 Kuh- und Rindfleisch

5660 Schweinefleisch 5060 H, Hammelfleiich 6470 Kalbfleisch 4850

Kartoffeln per 100 Kilo JL 3.004.00, Milch per Liter 1216 4, Zwiebeln per Centner JL 4.00-6.00.

Frankfurt, 28. Septbr. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Metterauer v*L 17.0017,25, fremder vtt 17,5018,50, Roggen eff. hies. JL 15,0000,00, fremder v4L 15,00-15,50, Gerste effectiv hiesige und Wctterauer JL 15,5016,50, fremde JL. 16,5018,50, Hafer eff. hies. 13,5000,00 fremder JL 13,5014,50. Rüböl, eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. JL 26,50. Branntwein eff. ohne Faß JL 38.

Frankfurt, 28. Septbr. Der heutige Viehmarkt war stark befahren. Ange­trieben waren 413 Ochsen, ca. 26 Bullen, ca. 418 Kühe und Rinder, ca. 363 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. JL 6768, 2. Qual. JL 5862. Kühe und Rinder 1. Qual. 5456, 2. Qual. JL 4250 per 100 Pfund Schlachtgewicht, Kalber 1. Qual. 6062 H, 2. Qual. 5052 H per 1 Pfund Schlachtgewicht.

Herborn (an der Köln-Gießencr Eisenbahn), 28. Septbr. Aus den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 916 Stück Rindvieh und 1004 Stück Schweine. Ter nächste Markt ist am Montag den 16. November d. I., zugleich Flachsmarkt.

Das geschäftstreibende Publikum sei hierdurch aufmerksam gemacht, daß mit dem .Inkrafttreten des Börsensteucr-Gesetzes am 1. October Discontomarken, insbesondere die Iteichsbauk cinzureichenden, nicht mehr gestempelt zu werden brauchen. Ebenso brauaM Rechnungen unb Abrechnungen über Werthpapiere unb Wechsel, Conto- Corrcnts rc. künftig nicht mehr gestempelt zu werden. Tie alten Reichsstempelmarken und gestempelten Schlußschein-Formulare werden am 1. October ungültig, der Betrag dafür wirb aber auf Antrag baar erstattet.

Gottesdienst in der Synagoge.

Laubhüttenfest.

Mittwoch Abend 530 Uhr, Donnerstag Morgen 8 Uhr, Donnerstag Mittag 4 Uhr, Donnerstag Abend 615 Uhr, Freitag Morgen 8 Uhr, Freitag Abend 515 Uhr, Samstag Morgen 8:1 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 6r° Uhr.

Freitag den 2. Bctoder d. I., Nachmittags 3 Ubr, sollen die den Erben des Georg Hein­rich Sony gehörigen Grundstücke:

Flur Nr.

IV 44 1181 Mir. Acker am Wis­marer Weg, über dem Schwalbachischen Acker,

IV 45 1675 Mtr. Acker daselbst,

IV 46 1862 w

IV 47 981

vil 46 1300 Mir. Acker auf dem Lansertsroder Weg,

VII 46a 13Cj Mir. Acker oaselbst,

VII 47 1300

VII 51 5723

XV 277 2950 Mtr. Acker, auf die kleine Weide.

XXIV 259 1931 Mtr. Acker vor dem Steinbrunnen, auf den Stumpsenweg,

XXIV 259a 1925 Mir. Acker daselbst, XXVIII 45 1300 Mir. Acker, am Alten­feld, auf das Bruch,

XXXX 324 -63 Mir. Acker, auf dem Sand,

XXXX 325 638 Mtr. Acker daselbst, XXXXI 155 5063 Mtr. Acker aus der

Wart, aus den Wartweg, XXXXI1 128 5056 Mtr. Acker in der

Lichtenau, an der Stein­kaute, gegen die Hohl, auf hiesigem Ortsgericht nochmals meist­bietend versteigert werden.

Gießen, den 24. September 1885. Großh. Ortsgericht.

6953 Lüdeking.

Neue Malter-Säcke geeignet zu Fmcht, Mehl, Kartoffeln u. s. ro., das Stück 45 u. 50 H bei 6767 L, Mühlhausen.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Die Rechnung über Einnahme und Ausgabe der israel. Religionsgemeinde Gießen für 1884/85 liegt 8 Tage lang zur ^Einsicht aller Betheiligten aus dem Bureau des unterzeichneten Vorstandes offen.

Gießen, den 28. September 1885.

Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen. M. Homberger. 6958

Den Empfang der neuen Winter­mäntel, sowie eines neuen Sortiments in Regenmänteln beehre mich ergebenst anzuzeigen. 6957

S, WllWSlIMII Mfiilgff.

Ein großer Posten zurückgesetzter wollener Hier iimi IM»

spottbillig, empfiehlt 6969

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Zur Verpachtung der im Walde zu Rordeck, 12 Km von der Bahn­station Lollar der Main-Weser-Bahn Gelegenen

Oolorit-Steinbrüche

von 2,3 ha und 0,5 ha Größe, ist Termin auf

Sonnabend den 10. Oktober,

Vormittags 11 Uhr, in der Wohnung des Bürgermeisters

Wisker zu Nordeck anberaumt, wozu hierdurch eingeladen wird, mit dem Bemerken, daß oie Be­dingungen vor dem Termine bei dem Unterzeichneten eingesehen werden können.

Marburg, am 28. September 1885. 6966 Rohr, Administrator.

Keikgeöolenes.

6951 Eine prachtvolle

Uhner Dogge (Hunb) zu verkanten; IV« Jahr alt; aus ber Zuchterei .Cäsar u. Minka".

Näheres in der Expeb. b- Bl-

Blumentische, Sessel, Stuhl sitze empfiehlt billigst

LoniS Lony, 6661 Marktstraße 23.