Htti
Hube, -
96, Zweites Blatt. Sonntag den 26. April 1885
Meßmer Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Breil vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mtt Brin-eriotz^ Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Start 50 Pi.
Erscheint täglich mit »««nähme deS Msntsgl.
Betret»t Schulstraße 7.
//
Heil
Nr. 3 Lindenplatz Nr. 3.
2453
3,50-3,80, 4,00-4,50, 4,80-5,50
H
II
n
n
Man könnte nerren, denn Zoll, Zoll oor Ostern- beschäftigte nimmt. Ob aber der
Thätigkeit gedeihlich zu entwickeln, um da« Ziel zu erreichen, welches den Absichten, Manschen und Hoffnungen des Kaisers entspreche. — Der Schluß der Reichsrathr-Sitzung wird nunmehr die Wahlcampagne in Oesterreich bald sich zu ihrer vollen Höhe erheben lassen- Bereits ist die Vereinigte Linke mit einem Aufrufe vor die deutfch-liberale Wählerschaft getreten, welcher einen RechenschastS' bericht über die abgelausene Session und ein Programm der deutsch-liberalen Partei für die Zukunft enthält. Vorläufig hat der Aufruf die Confiscation derjenigen liberalen Wiener Blätter, welche ihn veröffentlichten, zur Folge gehabt. — Das ungarische Unterhaus hat die Oberhaus-Reform in der vom Oberhause beschlossenen Fassung am Mittwoch mit 219 gegen 133 Stimmen angenommen. ,
Die öffentliche Meinung Frankreichs widmet ihr meistes In» teteffe gegenwärtig dem Conflicte, welcher sich aus der bekannten Affaire des „Bosphore Egyptien" zwischen den Westmächten zu entwickeln droht. Anfänglich spielte dieselbe nur zwischen Frankreich und Egypten, da aber Mr. Gladstone im Unterhause die englische Regierung als mit verantwortlich sür die egypiische in dieser Angelegenheit erklärte, so ist aus ihr nun ein französisch» englischer Competenz-Conflict entstanden. Das Pariser Cabinet hat von der egyptischen Regierung in entschiedenster Weise Genugthuung sür die Unterdrückung des französischen Interessen-Organs „Bosphore Egyptien" verlangt, eine definitive Antwort Egyptens steht aber zur Stunde noch au«; wie sich indessen der „Temps" aus London berichten läßt, stünde eine baldige befriedigende Lösung der Frage des „Bosphore Egyptien" mit Sicherheit zu erwarten.
In Bezug auf die afghanische Streitfrage hat sich der poli- tische Horizont in den letzten Tagen eher noch mehr umwölkt, als aufgeheiteri- Die jetzt in London eingetroffenen Depeschen des englischen Grenz-Commiffarr Lumsden, welche den Russen die Schuld an dem Zusammenstöße mit den Afghanen aufbürden, haben offenbar die Stimmung der Londoner leitenden Kreise gegen Rußland noch mehr verschärsi. Als ein Symptom für die wieder gespannter gewordene Situation ist das Verlangen Englands zu betrachten, Ruß- land solle weitere und bessere Erklärungen über das Verhallen General Komaroff's abgeben, als bisher — ein Verlangen, dem man in Petersburg schwerlich in der von England gewünschten Weise entsprechen dürste. Außerdem melden die dem Cabinet Gladstone nahestehenden „Daily News": Die englisch - rusirschen Verhandlungen förderten nicht die Aussichten auf eine gütliche Verständigung. Das russische Cabinet scheine in seiner bisherigen Stellung zu beharren; die Nachgiebigkeit Englands sei nahezu erschöpst. — Es scheint dem- nach wirklich hohe Zeit zu sein, daß sich die europäische Diplomatie endlich in s Mittel legt und wenigstens den Versuch macht, einen Ausgleich zwischen den beiden Nebenbuhlern herbeizuführen.
Wir haben eine Parthie ,
moderne Kleiderstoffe, schwarze CachemirS und Seideu- zenge, Damen-Umhänge, Paletots, Jaqnettes und
Wochen - Ueberficht.
Gießen, 25. April.
SB ober **,|
den Reichstag ganz gut auch das Zoll-Parlament und Zoll lautet das Thema, welches ihn schon wochenlang und ihn auch jetzt wieder fast ausschließlich in Anspruch Reichstag nächstens endlich mit der zweiten Lesung der ZMarif-Nooelle fertig werden wird, steht noch dahin, da noch immer verschiedene Positionen in der Zoll-Commission zu berathen sind, die mit ihren Arbeiten nur sehr langsam vorwärts kommt. In dieser Woche hat der Reichstag mit bea Viehzöllen wieder einen wichtigen Theil der Novelle erledigt, und zwar durchaus im Sinne der freien wirthschastlichen Vereinigung, deren bei den verschiedenen Positionen beantragte Zoll-Erhöhungen trotz des Widerspruches Der Linken sämmtlich angenommen wurden.
Es gilt nun als feststehend, daß das Centrum seine definitive Zustimmung zu den Zoll-Erhöhungen von der Annahme des Huene'schen Ver- Rndungs-Gesetzes im preußischen Abgeoronetenhause abhängig machen werde. Da die Commission dasselbe mit großer Majorität bereits genehmigt hat, so ist auch an der Annahme des Huene'schen Antrages im Plenum nicht zu zweifeln imb somit erscheint auch das Persectwerden der Zolltarif-Novelle in dritter Lesung als gesichert. Daß der Reichstag letztere noch vor Pfingsten zum Ab- schluß bringen wird, ist ebenfalls nicht zu bezweifeln, da der Huene'sche Antrag jedenfalls noch in nächster Woche im Abgeordnetenhause zu Berathung gelangt.
Die Königin von England ist am Donnerstag, von Aix-les-Bains kommend, in Darmstadt eingetroffen, wo sie u. A. der am heutigen Samstag slattfindenden Confirmation des Erbgroßherzogs beiwohnt. Die fortdauernde Anwesenheit der englischen Monarchin auf dem Continente dürfte wohl mit als iin Zeichen aufzufassen sein, daß die Spannung zwischen England und Rußland keineswegs jenen beunruhigenden Charakter trägt, den man ihr nach den jüngsten, Meder ernster klingenden Meldungen eigentlich beilegen müßte.
In Oesterreich ist am Mittwoch der osficielle Schluß der sechs- Hrigen Legislaturperiode des Reichsrathes mittelst einer vom Kaiser in Person »erlesenen Thronrede erfolgt. Dieselbe zählt zunächst in üblicher Weise die Magen auf, welche während der nun verflossenen Legislaturperiode des Reichs- rathetz zu Stande gekommen sind und spricht die dankende Anerkennung des Kaisers für die Leistungen des Parlamentes aus. Weiter betont die Rede die guten Beziehungen der kaiserlichen Regierung zu allen Mächten, was zu der MmnL berechtige, daß der Friede der Monarchie auch ferner werde erhalten bleiben ' Unter den Segnungen des Friedens werde die kaiserliche Regierung
:e AfiW1'
wovon die reinen Farben 5 H per Stück kosten, zu n ,, ii 6 ,, „
sowie eine Parthie , , w
fertige Herren-Anzüge, Paletots, Sack- und Taillen- Röcke, Joppen, Hosen, Knaben- und Confirmanden- Anzüge 2c.f
ferner eine Parthie Buckskins zum Verkauf ausgesetzt, welche zu ganz bedeutend ermäßigten Preisen abgegeben werden. 2518
Gebrüder Stamm.
N. 8. Reue Sendungen für die laufende Saison treffen noch täglich ein.
Betreffend: DaS Verbrennen dürrer Crescentien auf Feld- und Gartengrundstücken in der Nähe der Stadt Gießen.
Die Unsitte des Verbrennens dürrer Crescentien auf Feld- und Gartengrundstücken in der Nähe der Stadt bat mit der Ausdehnung der äußeren Stadttheile in steigendem Maße zu einer gröblichen Belästigung eines großen Theils der Einwohnerschaft geführt. Große Massen dicken stinkenden Qualms wälzen sich nach der Stadt und erfüllen stundenlang Straßen und Wohnungen mit einem penetranten, widerwärtigen Gestank. Wer feine Wohnraume nicht verpestet haben will, muß die Fenster geschloffen halten, was namentlich für Kranke, welche im Zimmer frische Luft genießen sollen, eine höchst störende Beschränkung ist. Der Vorwand, daß mit der Asche die Grundstücke gedüngt werden, ist nicht stichhaltig, da durch Unterarbeiten der unverbrannten Crescentien in den Boden demselben erheblich mehr Dungstoffe zugeführt werden, als durch die Aschenrückstände. Ist die Quantität zum Unterarbeiten zu groß, so kann der Ueberschuß bei Kesselfeuer Verwendung finden. r A r L
Die vorerwähnte, ohne Nothwendigkeit erfolgende, ungebührliche Belästigung einer großen Mehrheit von Personen erscheint als grober Unfug un Sinne des 360, pos. 11 des Strafgesetzbuchs und wird in Zukunft als solcher behandelt werden. Die Schutzmannschaft und das Feldschutzpersonal ist angewiesen, Personen, welche in der vorbemerkten Weise bewirken, daß Theile der Stadt mit Qualm überzogen werden, auf Grund der citirtert Gesetzesstelle ur Anz eige zu bringen.
Zur Warnung Derer, die es angeht, wird dies zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Gießen, den 23. April 1885. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
I. V.: Kraemer. ____________
rteS ZiM"M m KlinilM
eb. b- Bl.
von 15 fr eit pr. 1.x
JÄSw
bereu und
H, b- D»' /welche mit; lird'E
ii H ii " 7 u- 8 ,, „
abzugeben und garantire für guten Zug und Brand.
Geneigten Aufträgen sehe ich entgegen- e
Daniel
Durch Uebernahme eines großen Postens fehlfarbiger, sogenannter
Ausschuss-Cigarren
bin ich in Stand gesetzt, Kistchen von 100 Stuck
:r zu vemich- Cderstraßt 6, Zimmer, mit u micthen- W
Alicestrch l! l
Löhnungen Wolkengmj.!
blirtesM-
er zu vmA
mtncr mitU
terstraße 6S.
i w L. Tt«
MesichL, |
? i" Dermitti ÖKlLjhJ
llthorstrch, inner in rut l1- Riegchi^
öts zu oermifö
Familienlogis en-
h Neustadl L ürte§ Zimmü bergerftrbfee !■
l,^-4ZimM, m Zubehör, pr en-
rterstraße 75.!
Zimmer jn raße 8, varleiu
1< gj v ■ 20 $
-'S
' bliiben. Unter den Segnungen oes yneoens Werve uie iai|euiu,e biSarrlicb und pflichtgetreu auf den eingeschlagenen Bahnen fortsahren, ihre l*u tü Aufgaben zu erfüllen, um das Begonnene zu vollenden und die verfassungsmäßige


