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Redner wendet sich nun gegen bic Nageli sche Theorie cmer phyletrschen Um­wandlungskraft, eine Theorie, deren größter Mangel sei, daß sie die Erscheinungen Nich erkläre und fährt dann fort, daß der Thier-Biologe gar nicht genug betonen könne, wie genau und wie bis in's Kleinste hinein Form und Function Zusammenhängen, wie vollkommen beherrschend die Anpassung an bestimmte Lebensbedingungen sich im thierischen Körper geltend mache. Wenn man auch noch nicht un Stande ser, bei irgend einer Art alle diese Anpassungen nachzuweisen, aber wo immer es.uns auch gelinge, die Bedeutung eines Structurverhältnisfes zu ergründen, entpuppe es sich immer wieder als Anpassung, und wer es je versucht habe, den Bau irgend einer Art ein­gehend zu studiren und sich Rechenschaft zu geben von der Beziehung Kiner Thette zur Function des Ganzen, der werde sehr geneigt sein, mit ihm zu sagen, es beruht JlllcS auf Anpassung, es gibt keinen Theil des Körpers und sei es der kleinste und unbe­deutendste, überhaupt kein Structurvcrhältniß, das nicht entstanden wäre unter dem Einstuß der Lebensbedingungen, sei es bei der betreffenden Art selbst, sei es bei ihren Vorfahren, keines, das nicht diesen Lebensbedingungen entspräche, wie das Flußbett dem in ihm strömenden Fluß. ,

Das seien Ueberzeugungen, keine absolute Beweise, denn bis jcfct Kien mir eben nicht im Stande, irgend eine Art so zu durchschauen, daß wir Wesen und Bedeutung aller ihrer Thcile in allen ihren Beziehungen nachweisen könnten. Redner sucht seine Behauptungen an einer Reihe von Beispielen zu beweisen und kommt dann auf die Vererbung zu sprechen, die er sich so vorstelle, daß dieselbe darauf beruhe, daß von der wirksamen Substanz des Keimes, dem Keimplasma, stets ein Minimum unver­ändert bleibe, wenn sich der Keim zum Organismus entwickele, und daß dieser Rest des Keimplasmas dazu diene, die Grundlage der Kernzelle des neuen Organismus zu bilden. Daraus folge nun die Nichts,rerbbarkeit erworbener Eharactere, in welcher Erziehung man bekanntlich bisher das Gegentheil angenommen habe. Bis letzt liege

Lokale-.

Gieße«, 24. September. Schwurgerichtsverhandlung am23.September, gegen Karl Schreiner Eheleute von Ulrichstein wegen Meineids.

Dieselben waren beschuldigt: .

daß sie in dem Eivilprozeß der Elisabetha Lipp von Ulrichstein gegen den Gensdarmen Hörle daselbst, Alimentation betr., als Zeugen vernommen, am 16 April 1885 Karl Schreiner auch am 4. Juni desselben Jahres vor Großh. Amtsgericht Ulrichstein, einer zur Abnahme von Eiden zu­ständigen Behörde, den vor ihrer Vernehmung geleisteten Eid wissentlich durch ein falsches Zeugniß verletzt haben.

Die Geschworenen verneinten die an sie gestellten Schuldfragen und wurden demgemäß die beiden Angeklagten von Strafe und Kosten freigesprochen, dieselben auch sofort auf freien Fuß gesetzt.

Gießen, 24. September. sZur Philologen-Versammlung.) Nachdem Dank den eifrigen Bemühungen der verschiedenen Comit6s die Vorbereitungen zu Der schon in der nächsten Woche stattfindenden Versammlung so weit beendigt find, und eine Frage, die zu einer geradezu brennenden geworden war, die Frage nach einem geeigneten Lokal für die allgemeinen Sitzungen und das Festessen, nun auch ihre end- giltige Lösung gefunden, dürfte es gerechtfertigt erscheinen, an diesem Platze kurz über den Stand der Dinge zu «fernen.

Vor allem muß erwähnt werden, daß sich die Hostnungen des Comttss auf die Gastfreundlichkeit der Gießener im vollsten Matze erfüllt haben und daß.Quartiere für die zu erwartenden Gäste in genügender Menge zur Verfügung gestellt werden. Es darf darin wohl ein Beweis der Sympathien, die man in unserer Stadt der Ver­sammlung entgegenbringt, erblickt werden. Diese Sympathien finden noch einen weiteren officiellen Ausdruck dadurch, daß die^ Festtheilnehmcr von Seiten der Stadt mit rührnenswertber Liberalität zu einem ^estcomniers ^"^laden wordeii s nd.

Auch der Gesellschafts-Verein hat ferne Raume den ©affen mit großer Zuvor­kommenheit geöffnet und zu Ehren der Versammlung einen Ball und em Conccrt zu arrangiren beschlossen. Das Festessen und die allgemeinen Sitzungen werden in Stein's Garten abgehalten; die Sectionssttzmigen finden dagegen in den Raumen des Gymnasiums und Realgymnasiums statt. Wahrend die Vormittage sammtlich mit allgemeinen und Sectionssitzungen ausgefüllt werden, find ^^achmlttage ben gefc gen Vereinigungen und Vergnügungen Vorbehalten, so der Mittwoch für Festessen uns

aber noch keine Thatsache vor, welche wirklich bewiese, daß erworbene Eigenschaften vererbt werden können. Wir müssen es uns leider versagen, die hochinteressanten Beweisführungen des Redners in ihrer gangen Ausführlichkeit zu reproduciren. Redner schließt mit einem Appell an die Wissenschaft vom Lebendigen, nicht zu warten, bis Physik und Ehemie fertig seien und will in der Erforschung der Dererbungs-Dorgänge keinen Stillstand eintreten sehen, bis die Physiologie der Zelle fertig sei.

Es sei mir noch vergönnt, aus den bisherigen Verhandlungen der einzelnen Sectionen (mit Ausschluß der 25., der sog.Luxhof"-Section, die sich mit der Er­forschung des Gehalts des Spstenbrüus beschäftigt) das allgemein Wissenswertheste in gedrängter Kürze mitzutheilen. , .,

In derPharmacie" referirt Herr Tschirch-Berlin über die Verhandlungen behufs event. Gründung einerPharmaceutischen Gesellschaft" und unterwirft die cm= gelaufenen Gutachten einer eingehenden Besprechung.

Es lagen folgende Vorschläge vor:

1. Zur Gründung einer vollständig selbstständigenpharmaceutischen Gesellschaft in Straßburg zu schreiten; , ,,

2. Die Gründung einerWissenschaftlichen Abtheilung, Scction rc. innerhalb des Deutschen Apothekervereins anzubahnen;

3. Vorläufig gänzlich abzusehen von jeder Neugründung, dagegen die Section Pharmacie auf den Naturforscher-Versammlungen energisch zu unterstützen und zwar

». entweder schlechtweg als Ersatz einer pharmaceutischen Gesellschaft, oder b. als event. Vorläuferin einer festeren Organisation.

Für die Gründung einer selbstständigen Gesellschaft haben sich nur Wenige er­klärt , dagegen hat die Bildung einer Wissenschaftlichen Abtheilung innerhalb des Deutschen Apothekeroereins, namentlich in akademischen Kreisen, Anklang gesunden; die Majorität der Gutachten wünscht aber (zunächst wenigstens) eine Unterstützung der Section Pharmacie. . ...

Die Firma C. Krieger u. (So. in Eoblenz hat mehrere von einer deutschen Faktorei im Frühjahr dieses Jahres importirte Westafrikanische Droguen des Dahome- gebirgs ausgestellt. So eine Bohne Mamona, von welcher 3 Stück eine stark ab­führende Wirkung hervorbrinaen sollen und die auch von den Eingeborenen zu diesem Zwecke benutzt werden. Bessi-Com-Cu ist ein Negerkaffee, der auf einem Strauche wächst und dessen Wurzeln ebenfalls benutzt werden und zwar geschabt und m Wasser gelegt, soll dieses Wasser, wenn getrunken, bei Magenkatarrh eine sehr beruhigende Wirkung ausüben. Aiommah ist ein in der Medicin zu verwendendes Vflanzcnkrmtt, das die Eingeborenen zum Einnehmen und Einreiben gegen Verrenkungen, Geschwülste und Katarrhe gebrauchen. . r . m . -

In der SectionMineralogie, Geologie und Geographie gab Herr vroKUor (Steinmann einen kurzen llcberblicf über dieGeologischen Verhältnisse der sud- amerikanischen Eordilleren". ~ r, = .. .

Redner gab kurz die Resultate einer zweijährigen Forschungsreise m Süd­amerika. Er sprach sich gegen die lange Zeit giltige Auffassung der ganzen y orotUercn als Kettengebirge aus. 9iur der südliche Theil derselben besteht m der Thal aus einer Anzahl paralleler steil aufgerichteter Falten; die peruanischen und bolivianischen Eor­dilleren hingegen, sowie der größte Theil der Eordilleren überhaupt stelle em großes zerstücktes Hochplateau dar. Während also das chilenische Gebirge etwa rn Europa mit dem Nordrande der Alpen zu vergleichen wäre, besitzt das peruanische Plateau eher die Eharactere eines Horstgebirges oder der demselben angelagerten Sedimente. Der äußere pacifische Rand des Gebirges ist in mächtigen, parallelen turnen m die Tiefe gegangen. Interessant sind die mächtigen Terassenbildungen längs der sud- amerikanischen Küsten. Man beobachtet daselbst Muschelbanke in der Hohe von 600 bis 700 Meter über dem heutigen Stande des Meeres. Aus der ungestörten Lagerung derselben schließt der Redner auf ein Zurücksinken des Meeres an diesen Küsten, indem eben durch die horizontale Lage der Sedimente einer Hebung des Festlandes durch einen von unten wirkenden Druck oder Faltenbildung ausgeschlossen ist. Als ein sehr merkwürdiges Verhältniß hebt der Redner die Uebereinstimmung sudamerikanischer Ver­steinerungen und Gesteine mit solchen europäischer Formationen hervor. Er verweilt etwas eingehender bei der Besprechung der sog. Porphyrmatlonen Chiles "noBoli- viens, die zwar schon von Darwin in ihrer petrographischen Beschaffenheit ausführlich beschrieben wurde, deren Altersbestimmung aber erst in neuer Zett gelungen ist. die­selbe ähnelt in ihren Gesteinen dem Rothliegenden Europas, indem stewie diese eine innige Verbindung von Tuffen, Tuffensandsteinen und Porphyren darstellt. Eingelagert sind derselben zahlreiche Nester mit Versteinerungen, welche für diesen ganzen Eomplex ein die mesozoische Periode umfassendes Alter ergeben. Die ältesten der Fossilien ge­hören der Trias, die jüngsten dem Neocome an. Die obere Grenze der Porphyr- fonnation festzustellen, ist nicht gelungen. Nur das hat sich ergeben, daß die oberste Kreide (Danien) nicht mehr zu ihr gehört, da sich diese Etage außerhalb des Eordilleren- systems in ganz anderer Fvcies entwickelt findet. Bekannt ist der sosstlreiche Punkt Ouiriquina in Chile, wo sich zahlreiche Zweischaler und Gastropoden, etwa 7 Ammo- nitenarten und Plesiosaurusreste finden. Die Ammonitenarten dieser Ablagerung weisen auf eine Verbindung mit Indien hin. Ebenso zeigen die Trias- und Juraversteiner- ungen große Anklänge an europäische Formen. r .. -

Besonders tritt dies in den rhätischen Pflanzen Chiles hervor, die annähernd mit Bayreuther Vorkommissen übereinstimmen, sowie in einigen Monotis Arten des Keuper, welche beiden Continenten gemeinsam sind. Der peruanische Lias ferner besitzt alpine Ausbildung mit Phylloceras, Lytoceras u. s. w. wie in Sudeuropa. Die viel­fache Uebereinstimmung so entfernter Gebiete verdiene ganz besonders hervorgehoben zu werden. Das Tertiär entwickelt sich aus der oberen Kreide; es hat keine Unter­brechung in der Sedimentbildung stattgefunden. Das Eocaen enthalt die für Süd­amerika so wichtigen Kohlenlager, welche sich durch Patagonien hindurch und an die Südspitze herum erstrecken. Dann sind noch einige obligacaene Vorkommmise mtt Wirbelthierresten zu nennen. Ueberhaupt nehmen die tertiären Sedimente an dem Aus­bau der Cordilleren nur einen sehr geringen Antheil. (Schluß folgt.)

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unter Vorsitz des Sultans die Frage, ob die Pforte Kraft des ihr durch organisches Statut zugesprochenen Rechtes Truppen nach Rnmelien entsenden solle. Die Meinungen der Minister waren getbeilt; einige befürroorteten die Entsendung von Panzerschiffen mit *>000 Mann nach Burgos, sowie den Einmarsch in Macedomen, andere waren der Ansicht, daß zunächst die Dertragsniächte confultirt werden mußten Vorläufig wurden einige Bataillone aus Adrianopel in einer Grenzstadt von Mustapha Pascha -u'ammelMzogem Es werden Proteste gegen die bulgarische Bewegung

vorbereitet; auch sind alle Maßregeln vorbereitet, um die Armee, wenn nothwcdig, «obil ru mEn. September. Ein Reuter'sches Telegramm meldet, daß drei voll­ständig ausgerüstete mit Martini- und Henry-Gewehren versehene Afghaiien-Regimenter °n Meldung derAgenee H-uas^ Die Psorte

richtete an die VcrtragSmächte ein Rundschreiben.worin sie gegen das Verhalten des Fürsten von Bulgarien und die Verletzung d-S V-rttag-s prottfiirt, und m, tthc.lt, daß der Sultan beschlossen habe, die ihm laut Artikel 1b des Vertrages zustehenden Rechte auszuüben.

A8 Versammlün^Deutfcher Naturforscher »ud Aerzte.

E. C. Straßburg, 22. September.

Der jetzt im Druck vorliegenden Gedächtnißrede des Herrn Pros. Dr. Rühle- Bonn auf Friedr. Theod. Frerichs und Friedr. Gust. I. Henle entnehme ich nach­folgende charakteristische Sähe, nachdem ich noch vorausgeschlckt, daß Or Rühle der älteste ehemalige Assistent von Frerichs, den er m der ^Sreslauer Bluthezett seines Wirkens begleitete, gewesen. Zwei Monate nach Frerichs ^od, am 13. Mai d.^z., so führte Dr. Rühle aus, starb Friedr. Gust. I. Henle Welcher Verlust für die Wissen- chaft der größere fei, wäre eine müßige Frage. Die Anatomen werden darrn uber- einftimmen, daß Henle lange Zeit die Führerschaft der Anatomie in Deutfchland gehabt bat sowie 9Henianb bestreiten wird, daß Frerichs unter den inneren Klinikern der hcr- üorragcnbfte war. - Beide haben sich ganz aus sich heraus zu der Bedeittimg empor- flcarbciict, die sie errungen. Antrieb und Vorbildung ^r Famttie fe^te ihnen, Henle eines Kaufmanns Sohn aus Fürth in Bayern, Frerichs, eines Gastwirthes Sohn aus Aurich in Ostfriesland. Beide empfingen ihre Hauptanregung zur selbst­ständigen Arbeit von hervorragenden Vertretern der Physiologie, Heitte von Johannes Vtüller Frerichs von Rudolph Wagner.

Den Einfluß, den Frerichs durch seine Vorträge tn den medlcmischen Horden auf die lebendige praktische Medicin, die in den Köpfen der Aerzte, Nicht in den Buchern chrer Bibliothek steht, ausgeübt hat und gewiß noch für längere 3,eit au^uuben for = fahren wird, ist jedenfalls ein sehr bedeutender und bei der Würdigung der Roll^d e Frerichs in der deutschen Medicin gespielt, nicht 5_u übergehen. Auch rn dieser Sette der Bedeutung und Einwirkung gehören Beide, Henle und Frerichs, neben einander. Die Gewandtheit der Rede, die Klarheit der Darstellung, die Virtuosität der Zeichnung, die vielseitigen Beziehungen auf die Gesammtwissenschaft machten Henle s Vortrage zu den alänzendsten, die es auf diesem Gebiete gegeben hat.

Wie Henle in der Grundwissenschaft der Medicm, der Anatomie, mehr al-> 40 Jahre lang Großes und Dauerndes geschaffen, so Frerichs auf dem Gebiete der Schluß: und Hauptwissenschaft, der klinischen Medicin. Und wenn auch ihrer beider­seitigen Thätigkeit ein Theil des Ruhmes zufällt, die deutschen Aerzte zu der Stellung fähig gemacht zu haben, die sic cinnehmen, noch immer die gefuchtesten zu fern auf dem ganzen Erdenrund, so mögen Alle die, deren Aufgabe und Pflicht es ist, Aerzte: zu bilden, Sorge tragen und dessen eingedenk bleiben, daß von diesem Ruhme des deittschen ArzteS nichts verloren gebe, daß in den deutschen Aerzten allezeit veremt bleibe die natur,vissenschaftliche und medicinische Bildung, eine die andere fordernd und treibend. Mögen sie dabei der Beiden gedenken, an die ich hier ermnert habe, an Jacob Henle, einen König unter den Anatomen, an Friedr. Th^od. Frerrchs, einen König unter den Klinikern, zwei Fürsten ans dem Reiche der medicinischen Wisfenschaft und Lehre.

Den iuteressanten Vortrag des Herrn Professor A. 9Leismann-Freiburg, dessen Thesen heute von Professor Virchow angegriffen, von Weismami aber geschickt vertheidigt werden, im Auszug mitzutheilen, sei mir noch im Folgenden gestattet Professor Weismann sprach über dieBedeutung der geschlechtlichen Fortpflanzung für btC ^C^nlObemCl)93ierteliabr^un^ert so beginnt Rcbner welches verflossen sei, feitbem^bie Biologie sich allgemeinen Problemen wieber zugewanbt habe, sei durch die vereinte Arbeit zahlreicher Forscher wenigstens boch ber eine Hauptpunkt zur Klarheit gebracht worben, baß bie einzige, wissenschaftlich mögliche Hypothese über d" Entstehung der organischen Welt bie DeScenbenz-Hypothese ist bie Vorstellung emer Entwickln g der Organismenwelt. Redner wolle damit nichts Neues sagen, sondern zunächst nur den sicheren Boden bezeichnen, auf dem wir stehen, ehe er dazu übergeht, das viele noch Unsichere ins Auge zu fassen, welches sich zeige, sobald man von demdaß -u dem wie" weiter fortgehe, sobald man von dem Satz:die Organismenwelt ist durch Ent­wicklung entstanden", zu der Frage komme:wie aber ist dies geschehen, durch welche Kräfte, durch welche Mittel, unter welchen Umständen'^ .

Hier sei noch nichts weniger als Sicherheit, hier stunden sich noch widerstreitende Meinungen entgegen, aber hier sei noch das Gebiet für die weitere Forschung, dao unbekannte Land, in welches einzudringen sei, doch sei es Nicht ganz so unbekannt, wie eS scheine. Darwin habe bereits in dem SelecUons-Princip den Weg gezeigt, auf welchem wir in das unbekannte Land eindringen könnten. Frettich^elen Karl Na gell, der hochverdiente Botaniker, und Andere von t)er Zragroeite t)e§ ^electlon§;^rlnclp§ nicht so sehr überzeugt. Ihnen sei das Selections-Princip hochftens em Hullsprmcip, das Vorhandenes annehme oder verwerfe, das aber nicht im Stande sei, selbst Neues nl schaffen. 9iägeli denke sich die Organismenwelt als Ganzes in ähnlicher Welse cnfftanden, wie das einzelne Individuum. In der lebenden Substanz selbst, in ihrer Molekularstructur soll nach "Nägeli die Ursache liegen, dag sie sich von Zett zu Zeit, d. h. im Laufe ihres säcularen Wachsthums, verändert und sich zu neuen Arten um- v'rägt Aber so viele Freude man auch an dem, wie ein Kunstwerk phantastevoll ent­worfenen und scharfsinnig ausgeführten theoretischen ©ebaude e'npfinde so vitt Anregung man daraus fdlöpte und so überzeugt man sei, daß eS Fortschritt in sich berge und die Schivellc bilde, über die wir zu mancher tieferen Erkenntmtz gelangen werden - so werde eS doch Wenige geben, die sich Nägeli in leinet Grundaittchauung