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Arbeiter-Colonie für das Großher^ogthum Hessen und den Regierungsbezirk Wiesbaden.

Der am 3. April 1884 von dem Vorstand unseres Vereins erlassene Ausruf, worin um Beiträge zur Gründung einer Arbeiter-Colonie gebeten wurde, hat willige Herzen und Hände gesunden; mehr als 100 000 X wurden von Privaten, Vereinen und Behörden gespendet, und es war uns hierdurch möglich, die Colonie auf dem von dem Vereine gepachteten Großherzoglich Hessischen Domanialgut Nen-Ulrichstem bei Homberg a. d. Ohm zu errichten. Der Verein hat die Pachtung ain 1. Juli d. I. angetreten, und am 28. v. M., nach Vollendung der nothwendigen Bauarbeiten, konnte die Colonie mit einem Bestand von 11 (Kolonisten scierlich eröffnet werden.

Die Herstellung der Gebäude, die Uebernahme der Pachtung, die Anschaffung des erforderlichen Inventars für die Gutswirthschaft und für die Colonie haben indesfen die uns zur Verfügung stehenden Mittel sehr geschmälert, so daß nur noch em Capital- bestand von etwa 50 000 X übrig bleibt, dessen Zinsen-Ertrag zu den Kosten der Unterhaltung der Colonie verwendet werden kann. Allerdings ist in dem Staatsbudget des Großherzogthums Hessen für 1885/88 ein jährlicher Zuschuß von 2000 X bv willigt und ein gleicher Betrag ist von den Eommunalverbänden des Regierungsbezirks Wiesbaden zu erwarten, indessen kann für dieses Werk der freiwilligen Liebesthätigkeit auf größere Unterstützung von Seiten der staatlichen und cornrnunalen Organe mcht gerechnet werden. ~ . ...

Von Vereinen, (Korporationen, Sparkassen und Privaten wurden außer rcid^ Ucheii einmaligen Gaben auch jährliche Beiträge zugesagt, und manche Freunde der gemeinnützigen Unternehmung glaubten ihre Entschließung über ihren regelmäßigen Beitrag vorerst aussetzen zu sollen, bis die (Kolonie gegründet sein werde. Dies ist nun geschehen und wir können heute sagen, daß die uns zur Verfügung stehenden Mittel, auch wenn wir die bis jetzt gezeichneten Beiträge im ungefähren Betrag von 4000 X hinzurechnen, nicht hinreichen, um neben der jährlichen Pacht von 1800 X die Kosten der (Kolonie, welche auf einen Personalbestand von 100 bis 120 (Kolonisten berechnet ist, zu decken. Der unterzeichnete Verwaltungsausschuß sieht sich deshalb veranlaßt, mit der Anzeige, daß er die Erhebung der gezeichneten, jährlichen Beitrage für 1885 nunmehr vornehmen lassen wird, die Bitte uni weitere einmalige oder jähr­liche Beiträge zu verbinden und die Arbeiter-Eolonie dem Wohlivollen und der wert- thätigen Theilnahme der Bevölkerung des Vereinsbezirks zu empfehlen, damit der Zweck, den arbeitslosen aber arbeitswilligen Wandernden den Segen einer geordneten Arbeit und eines durch eigene Kraft erworbenen Unterhalts zu gewähren, er­reicht wird. .....

Durch Zusendung getragener, aber noch verwendbarer Kleidungsstücke jur männ­liche Arbeiter 'würde die (Kolonie in Stand gesetzt werden, an der Ausgabe für An- I fchaffung von Kleidern wesentliche Ersparnisse zu machen, und würden wir für solche sehr dankbar sein; die Ablieferung der Kleidungsstücke kann an jeden der Unterzeichneten, sowie an den Jnspeetor Schmidt zu Neu-Ulrichstein erfolgen.

Frankfurt a. M., den 14. October 1885.

Der Verwaltungsausschutz des Vereins für das Grotzherzogthum Hetzen und den Regierungsbezirk Wiesbaden zur Beschäftigung Arbeitsloser-

Dr. Goldmann, Oberconsistorial-Präsident, Vorsitzender.

von Hergenhahn, Polizeipräsident. Dr. von Strauß und Torney, Polizeipräsident. Münzenberger, geistlicher Rath. Ladenburg, geheimer Eommerzienrath.

I Srrrtmann, Rechtsanwalt. Dr. Stromberger, Pfarrer, Schriftführer.

Theater.

Gießen, 22. October 1885.

Bei unserer gegenwärtigen Theaterlage werden wir nicht mehr das Vergnügen haben, Frau Charlotte Lange in dieser Saison auftreten zu sehen. Frau Lange hat eine größere Zahl auswärtiger Gastspiele, nach Danzig, Oldenburg, (Koblenz, Bromberg'n. s. w. neben ihrer Franksurter Thätigkeit abgeschlossen und so verfugt die Künstlerin nur über ganz wenige freie Zeit. Bei der außerordentlichen Anstrengung und Mühe, welche jede Gastreise mit sich bringt, dürfte unser lieber Gajt kaum bereit fein, in dieser Saison wiederzukehren und so möge denn jeder Verehrer echter drama­tischer Kunst sich den Freitag Abend nicht entgehen lassen. 2ßir bedauern nur, baß das diesmalige Gastspiel nur zwei Rollen umsaßt, denn jede Gestalt, die uns Frau Charlotte Lange bisher verkörperte, war anders, jede Charakterisuung eigenartig,, jede Wiedergabe glänzend, so daß der Wunsch, immer neue Schöpfungen zu sehen, alle Bewunderer unseres Gastes durchdringt.

der zweiten Abtheilung (Einkommen von 500 bis 2300 X) 174,682, zusammen also 189,303 Einkommensteuerpflichtige mit einem Gelammt - Einkommensteuerkapital von 23,063,875 X cingeschätzt. Dabei kommen in der Provinz Starkenourg auf 393,911 Einwohner 75,870 EinkommensteuerPflichtige mit 8,807,310, in Oberhesteil auf 265,277 Einwohner 44,496 mit 4,695,645, in Rheinhessen auf 277,152 Einwohner 68,973 mit 9,560,920 X Einkommensteuerkapital. Von den größeren Städten des Landes zahlt Mainz 19,329 Einkommensteuerpflichtige mit 4,257,575, Darmstadt 10,947 mit 2,812,620, Offenbach 8929 mit 1,433,925, Worms 5552 mit 1,030,140 und Gießen 3932 mit 1,044,240 X Einkommensteuerkapital; die Gemeinde Bcssungen weist 1665 Ein- kommenfteuerpflichtige mit 342,915 X Einkomnicnsteuerkapital auf. Im ^ahre 1870 belief sich das gesammte Einkommensteuerkapital im Großherzogthum auf 12,7ol,30a «X, es hat sich mithin in 15 Jahren um 10,312,572 X ober 80,9 Procent vermehrt. Der Zugang von 188485 auf 188586 beträgt 4,283,961 X oder 22,8 vCl.

Im Rechnungsjahr 1884 -85 beliefen sich die von den Hauptsteuerämtern des Großherzogthums erstatteten Steuerrückvergütungen für ausgeführtes Bier auf zu­sammen 37,431 X 85 4- (N. H- V.)

Bremen, 20. October. ^Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.) Rettung aus Seegefahr. Herr Hafenmeister Polack in Cuxhaven berichtet:

Am 15. d. M., Abends 8V2 Uhr, wurde mir gemeldet, daß eine englische Tjalk auf dem Osterhörner Stack fcstgerathen und voll Wasser gelaufen sei; der (Kapitän habe sich mit 2 Mann im eigenen Boote nach Cuxhaven begeben, doch sei dei^ Steuer­mann an Bord zurückgeblieben. Mittlerweile hatte sich der seitherige ONO Wind zum Sturm gesteigert, es lies eine hohe See, die Befürchtung lag nahe, daß das geftrandete Schiff aufbrechen oder kentern würde, weshalb das RettungsbootEsther" gegen 9 Uhr zur Rettung des Steuermanns abging. Gegen UVa Uhr war die Rettung

$ Das verunglückte Schiff war die englische TjalkRicle", Capt. Edminstone, mit Eisen von Hamburg nach England bestimmt.

Derselbe berichtet ferner:

Am 16. d. M. mit Tagwerden erblickte die Besatzung der Lootsen-Galiote Johann Heinrich" in der Nähe der rothen Tonne 2 Personen in dem Mast eines gesunkenen Schiffes. Das auf der Galiote ftationirte Rettungsboot fuhr daher Wort ab und befreite die Nothleidenden gegen 7 Uhr aus ihrer gefährlichen Lage.

Das gesunkene Schiff war die deutsche TjalkGrctjelina", Capt. Willms, nut eisernen Röhren von Veile nach Hamburg bestimmt. Die Tjalk war am 15. Avenös bei heftigem OSO Wind plötzlich leck geworden und gesunken, das Schiffsboot war bei der Katastrophe zerschellt und nur mit genauer Roth hatte sich die Besatzung in den Mast flüchten können, woselbst sie 12 Stunden lang, den Tod vor Augen, auf ihre Rettung warten mußte.

Herr Strandvogt Halliger in Bing auf Rügen berichtet:

Am 16. d. M., Vormittags 9 Uhr, wurde mir durch den Fischerknecht Wcsscl - aus Neu-Mukran die Nachricht gebracht, daß ein Schiff in bcr Nähe von Prora geftranbet sei. Ich rief sofort bic Mannschaft unseres RettungsbootesDr. H. A. Schu­macher" zusammen unb ließ 8 Pferbe vor ben Wagen des Bootes spannen, ba bte Stranbungsstelle ungefähr 1 Stunbe von ber Station entfernt war unb der Weg durch tiefen Sand führte. Nachdem das Boot um 10/2 Uhr zu Wasser gebracht worden war, gelang cs uns trotz des harten Ost-Sturmes und der hohen See, die aus 2 Personen bestehende Besatzung glücklich in das Boot unb an Laub zu bringen.

Das geftranbete Schiff war bie deutsche SchaluppeMarie", Capt. Stamm, in Ballast von Iftadt nach Bornholm bestimmt.

Teilen. Ein- «bg-ichloss-ne Arbeit werde trotzdem vor.ussichtlich der nächsten ®en«4l= i Ennode voraeleat werden. - Das Kirchengcsctz über den nachträglichen Anschlutz

die PcnsionSordnung des Kirchengesetzcs von. 26. Januar 1880 wurde ... der Com- iniffioiSmfl angenommen Betreffs der Einsuhrung nnes allgemeinen Butz- und Bettages wurde di- Festsetzung desjclb-n aus den letzten Freitag des ArrcheniahrcS gcwun.cht. 21 October. Die Landesvcrsammlung wählt-

stimmig den Pristz-n Albrecht von Preußen zum Regenten. L-ammtl-chc Mitglieder des Regentschastsrathes, sowie sämmtliche Mitglieder der Landesvcrsammlung wohnten der 21. October. Der Landtag wählte eine Commission von drei

Mitgli-o-s" welch)- sich zum Prinzen Albrecht nach vorheriger Ansrage begebe., soll. Ans Beschluß des Landtags wurde gegenüber der Meldung eines auswärtigen Blatts ausdrücklich zu Protocoll constatirt. daß sämmtliche Abgeordnete anwezend waren und

SSÄSM* f°nd aus der Arth-Rigi-Bahn ein- Entgleisung des Zuges statt. Der Locornotioführer wurde getodtet, ein Heizer schwer verwandel. Unter 20 Passagieren sind 4 schwer verletzt (meist Schenkelbruche), alle Passagi^e smb^chwe^. Abgeorbnetenhaus. Bei ber Namenabstimmung

über ben Abreßcntwurs wurde derjenige ber Minorität mit 194 gegen 129 Stimmen abgelehnt unb derjenige der Majorität mit 177 gegen 146 (Stimmen angenommen Die Demokraten und Antisemiten hatten sich bei der 2(bftimmung über den Entwurf ber Minorität entfernt, sodann aber bei ber Abstimmung über den AdreßenUvurf der I Majorität gegen diesen gestimmt. Die südtyrolischen Abgeordneten hatten sich bet der I Abstimmung über den Entwurf der Majorität entfernt. I

Kopenhagen. 21. October. Als Minister-Präsident Cltrup heute Nachmittag 5 Uhr nach seiner Wohnung z.urückkehrtc, feuerte im Thorweg d-rselb^ mt lungei Mann, angeblich Typograph, einen schliß auf ihn ab, bei icboa) nicht traf, ^ei I hat er mürbe sofort verhaftet. Nach dem Polizei-Rapport ist der Attentäter der I 19jährige Julius Raßmussen, Typograph bei einer radikalen Zeitung. Derselbe er klärte, über fein Motiv befragt, es let cm gutes, nämlich jum gelten ber ^reibeit. I Der Attentäter sprach Estnip vor besten Wohnung an unb feuerte zwei Schüße auf I Estrup ab, wovon ber erste ben Rock desselben zerriß unb an einem Knopz abprallte. I (Kftrup ergriff ben Attentäter, übergab ihn bcr Polizei unb begab sich bann zum Diner, I .i o,11 Dctober. Die Königin von Dänemark, bie Prinzessin von Wales I

unb bie Herzogin von Cumberlanb sind heute Vormittag zu ben morgen ftattfuibenben | Hochzeitsfeierlichkeiten bes Prinzen Waldemar in (Ku em getroffen.

v _ Eine Depesche Courcy's aus Hanoi vom 19. d. M. beftarigt, daß m der Umgegend von Kuangtri und Camelo (Provinz Kuangtri) Ruhestörungen vorgekommen sind wobei eine Anzahl Christen ermordet wurden. Die, Aufwiegler wurden durch Chasseurs unb tongkingesische Tirailleurs verfolgt, ein Chafseur und einige ^irailleurs wurden getöbtet. In Hus würbe bie Ruhe nicht gestört. ,

Paris 21. October. Die Gerüchte über einen Wechfel auf bem französischen I Botschastcrposten in Lonbon werden von gut unterrichteter Seite für unbegrunbet eatHtsottDon, 21. October. Der Minister Hicks - Beach erklärte gestern in einer Versammlung der (Konservativen zu York, es sei aller Grund zu glauben vorhanden, daß der Friede im Orient erhalten bleibe. Die Regierung werde versuchen, nut den anderen Mächten dahin zu wirken, daß ben Bevölkerungen bcr Balkanstaaten eine gute Regierung unb Befriebigung ihrer Wünsche zu Theil werbe, sowie baß Konstantinopel gegen einen etwaigen Angriff einer fremden Macht geschützt wurde. Mit dem Sultan sei in Betreff der Mitwirkung der Pforte bei der Reform der Verwaltung und einer Pacisicirung des Sudans ein Einvernehmen hergestellt

- Wie dieMorning - Post" erfährt, fei die britische Regierung der Ansicht daß vor der Einberufung einer (Konferenz zur Berathung der rumelischen Angelegenheit gewisse wichtige Punkte zunächst unter den Siguatarmächten zu regeln feien. Uebngens feien die englische, die französische unb bie italienische Regierung der Meinung, daß die Herstellang des status quo ante unthunlich sei.

Rom, 21. October, Abends. In ber Provinz Palermo famen geftern 56 Choleraerkrankungen unb 30 Choleratobesfälle vor, bavon in ber Stadt Palermo 44 ^Madrid, 21. October. Der Köllig, welcher einige Zeit an einem Katarrh i gelitten hat, gilt für völlig hergestellt und beabsichtige, sich demnächst nach dem Prado zu ktge 21. October. Die kaiserliche Familie ist heute Mittag im Putilow-

Hafen (Leekanal) gelandet und um 2 Uhr 40 Min. in Gatschina eingetroffen.

Sofia, 21. October. Die Regierung theilte heute dem diplomatischen Corps die Abschrift einer Rote mit, welche sie am letzten Samstag dem strbischen Vertreter überreicht hat. Die Rote erinnert an die Vorgänge vom 23. Juni gelegentlich einer Versammlung an der serbischen Grenze, wo serbische Beamte sich bemühten, bulgarifdie Bauern für eine Bulgarien feindliche Bewegung aufzureizen. Die aus diesem Anlaß gegebenen Versicherungen Serbiens seien hier mit Befriedigung aufgenommen. Trotz­dem hätten die subversiven Umtriebe gewisser königlicher Beamten, welche namentlich genannt werden, ihren Fortgang genommen. Die Genannten hätten Einwohner in bulgarischen Dörfern, bie speciell bezeichnet werben, zu bewegen gesucht, sich gegen bic bulgarischen Behörben aufzulehnen, bic Telegraphenbrähte zu zerschneiben unb eine Petiiion zu unterzeichnen, worin bie bulgarischen Bauern um Annexion ihres Gebiets fettens Serbiens bitten. Zugleich sei benfelben bie Zusicherung gemacht, baß eine serbische Armee alsbalb erscheinen werbe, um sie zu vertheibigen. Den Ortsvorstänben und benen, welche sich an dem Unternehmen besonders betheiligen würden, seien größere Geldsummen, der Bevölkerung die Befreiung von Steuern und Militärdienst auf fünf Jahre versprochen worden. Die Note bemerkt schließlich, daß die auf bulgarischem Gebiete überraschten Unruhestifter strenge bestraft würden und hebt hervor, daß die bulgarische Negierung, die es verstanden, jede Beunruhigung bcr serbischen Grenz- biftiiete von Bulgarien her zu verhinbern, die serbische Regierung um entsprechende Maßregeln im Interesse der bulgarischen Grenzdistricte ersuchen müsse. Diese Note ist von Serbien noch nicht beantwortet worden.

Bukarest, 21. October. Dem Vernehmeii nach wird der Kronprinz von Oester­reich zum Besuche des Königspaares in Sinaia erwartet.

Der neuernannte französische Gesandte Coiitoaly überreichte sein Beglaubig­ungsschreiben dem König unb sprach babei bie unueränbcite freunbschastliche Gesinnung Frankreichs aus.

Sofia, 21. October. Die Behörben ber Grenzbistricte melben, an der serbischen Grenze herrsche Ruhe; die Gerüchte über die Einberufung der bulgarischen 9tationab garbe seien baher zur Zeit als gegenstanbslos anzusehen.

Philippopel, 21. October. Gestern früh gingen 2 Regimenter Infanterie unb 1 Bataillon freiwilliger Truppen an bie serbische Grenze ab, um bie Streitkräfte ba- feldst zu verstärken.

Athen, 21. October. Contoguris ist provisorisch zum Cultusminister unb Bubulis zum Marineminifter ernannt worben. Die übrigen Minister sind auf ihren Posten verblieben.

Vermischte-.

Darmstadt, 19. October. Das Schulministerium hat Veranlassung ge- nonunen, das bereits unterni 11. Mai 1883 erlassene, ben Hanbel mit Schnlbebürf- nissen betreffenbe Ausschreiben, einzuschärfen unb insbesonbere bie Kreis-Schul-Com- mission beauftragt, barüber zu wachen, daß keine Schreibhefte von gewissen Lieferanten zum Gebrauch in den Klassen allgemein vorgeschrieben, resp. die nicht von einer be­stimmten Firma hergestellten nicht zurückgewiesen würden.

Die Centralstelle für Gewerbe hat in Sachen des Verbots der Sonntags- arbeit etwa 4300 Fragebogen hinausgegeben, von welchen jedoch nur etwa 1900 mit der gewünschten Fragebeantwortung wieder emgelaufen fein sollen. Das so gewonnene flNaterial dürfte bei richtiger und sachgemäßer Bearbeitung, bie wohl zu erwarten steht, Höchst schätzbare Beiträge zur Beurtheilung der vorliegenden Frage bieten.

Von 936,340 Einwohnern unseres Großherzogthums sind für das Jahr 7188586 in der ersten Abtheilung (Einkommen von 2600 und mehr Mark) 14,621, in

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