Ausgabe 
18.1.1885 Zweites Blatt
 
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1 «Nd Scheit« 11 Perrücken und ^riseur-Grschml

6Md)ültrMn g April, «chru . schristlich mrttr tb. d. Bl. wtnbtn.

Beilage ;u Nr. 15 desGiehcncr Anzeiger'.

hardsfelden der auf weitere ventl. auH ver- .351 n LPh zu jedem ^betriebe bt> . kigarren- l bei Vormund, nn) tzurkhardsf^.

Allgemeiner Anzeiger.

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fämmtlKfce Änobentlaffen,

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und ihm dann die hübschen Verse gegeben.

beschreit hat.V«i* Muw ** "

Deinem Brüderchen getheilt?- fragt der Onk-l. -

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Vermischtes.

__ sSchncll-S Räumen der Schulen-! Ueber die bei schneller Räumung der Schulanstalten in Brand- und Pamkfällen einzuhaltende Ordnung und Über btt d,-falls corzunthwenden Proben find nach Einvernahme der B.zirksschulinspett'onen und deS städtischen OberturnlehrerS In der Stadt Hof besondere Bestimmungen erlassen worden: ,. ,, .

A. Vorbereitende Hebungen.

J.der Unterrichtstag bietet Gelegenheit, Lehrer und Schüler auf die Stunde der Gefahr vorzuberetten- Vom 1. Schuljahre an b'S zur obersten Klage sollen sämrnt- liche Schulklassen von ihren Lehrern darauf eingrübt werden, bet jedesmaligem gletch- ze tigen Verlassen der Schulräume folgende Ordnung ein,uhalten:

1) yüf den lauten Rus des LchrerSEms- erheben fich alle Schüler von Ihren Plätzen, ordnen ihre Bücher und kl.idcn sich an.

«2) Auf den weiteren RufSteel* sammeln sich alle Schüler wieder in oder neben ihren bestimmten Plätzen und sprechen ihr Schlutzgebet. Der.Lehrer tritt hierauf, fclbft rum dortaehen gerüstet, an die Schulthüre.

3) Auf den RufDrei" öffnet der Lehrer die Thüre und stellt sich an die Sp tze seiner Schüler, die sich in geordnetem Zuge nach vorher genau bestimmter Reihenfolge ihrem Lehrer anschließm und das Schullocal still und ohne Uebereilung und ohne »Dnlben lappen hat stets die Klasse den Vortritt, deren Lehrer zuerst an ihnen ankommt. B im Zusammentr-ffen auf tiefer liegenden Treppen haben die Klaffen den Vorzug, die von einem höher gelegenen Stockwerk herabkommen.

5) jn ununterbrochener Reihe verläßt in dieser Weise Klosse für Klaffe daS SchulhauS und, vor demselben angekommen, ohne Verzug den Schulplotz Der Besuch der Aborte während deS HinauSgehenS, sowie daS Spielen in der Nähe drs Schui- hauseS und auf dem Schulwege ist hintanzuhalttn.

B. Proben tm schnellen Räumen der Schulhäuser:

Diese Proben haben stattzufinden: e , . Ql

1) nur auf anfär glich vorher angekündigte, später plötzlich erfolgende An- v'dnung der betriffenben kgl. BezirkSschul.r.spcct'0N ober einer von der Stadtschulen- commission hierzu ocrpflictt.ten Peisönlichkeit. die aber stets tm vorherigen Einvernehmen

scheint. Die Zimmerthür ist dann zu verschließen, die Fenster find zu öffnen und die Hülfe von außen ist abzuwai ten. Mit Ruhe und Kaltblütigkeit hält der Lehrer die ihm anvertrouie Jugend vor unbesonnenen nutzlosen Schritten zurück.

10) Sümmtliche AuSgangSthüren deS GibäudeS werden benutzt. Der Weg durch die Fenster ist auch im Parterre verboten.

11) Die Schüler werden in geschloffenen Reihen in die nächstliegenden noch freien Straßen geführt, eoenL tm Schulhofe zusammengehalten.

12) Dem Eindringen deS Publikum« tn die Schulhauser und in die Schulhöse Bestimmungen * wurden gedruckt und an die Stadtschulencommission, die vier BezirkSschulinsp ctionen, an die sämmtlichen Lehrer und Lehrerinnen und an die drei Schulhausmeister vertheilt. Ferner ist für jede« der drei Schuldäuser ein Signal. Instrument (Pfiffe) anzuschoffen- Die Lehrer, deren Klaffen sich tm untersten S ock- weik der Schulhäuser nächst der HaupiauSgangSthür befinden, werden Ql6.btll'n,0c bestimmt, welche bei einer wirklichen FeuerSgefahr da« Allarm,eichen zu geben Haden, und e« werden ihnen daher die Signal-Instrumente Sur Aufbewahrung im Schul- z'mmer ausgeantwortet. In jedem Schulhause find jährlich zwei Proben ad- -uhalten.

b. o d.

e.

f.

Wetzlar, 13. Januar. Gestern Abend gegen Vx5 Uhr gelang e« dem Wald­wärter Lang von Nauborn, in dem dortigen Gemeindewalde zwei Wilderer aus Der That zu ertappen. Al« die beiden Männer da« Herannahen de« Schutzbeomten ve- merften, zogen sie sich nach dem Stoppelberg zurück. Lang verfolgte die W'lderer. aiB fich einer derselben plötzlich umwandte und einen Schuß aus den Walbwaner ao. feuerte, wodurch der Beamte mehrere glücklicherweise wenig erhebliche Schrotverletzungen an der linken Hand, dem linken Oberarm und der rechten Backe erhielt. In Folge einer Haussuchung, welche nach der bei der hfisigen Polizei erfolgten Anzeige alsbald vorgenommen wurde, konnte bereit« gestern Abend zur Verhaftung einer unter Verdacht stehenden Persönlichkeit geschritten werden. , ln

Von dem ©djnee, welcher am verflossenen Samßtag und auch gestern «n ziemlicher Menge niebetfid, ist tn der Stadt und der unmittelbaren Umgebung der. srlben nur wenig Übrig geblieben. Ander« In den höher gelegenen Orten de« Kreises. In Greifenstein mußte z. B- gestern ein Thetl der Einwohnerschaft aufgeboten werden, um durch den an vielen Stellen mtnnShoch liegenden Schnee einen Weg nach dem nahen Dorfe Edingen und der Chaussee hindurchzuschaufeln.

Biebrich, 13 Januar. Gestern Vormittag wurde hier im Rheine di. Leiche eine« Soldaten dis in Wiesbaden garmsonirenden 80. Regiment« giländet. Der junge Mann war noch Rikrut und der Sohn sehr wohlhavender Eltern au« dem Ham­burgischen; in seiner Tascbe fand man noch Über 400 JL und seine «ott>ene Uhr und Kette. Am Abend vorher, befand er sich noch in einer husizen Winhschast. Abneigung gegen den Soldatenftan> soll ihn freiwillig in den Tod getrieben haben

Mannheim. 13. Januar. Em Massenmord unter einer Schafheerde, welche in der Nähe der hiesigen Compoftfabrlk im Pferche standen, wurde Sonn ag Nacht« von zwei Hunden vciÜbt, die zur nächtlichen Bewachung dieser städtischen Anstalt von dem Verwalter derselben gehalten werden. Die Hunde brachen in den Pferch zer­fleischten dort, was ihnen unter die Zähne gekommen, und das Uebrlge that die Pamr unter den Thieren, von welchen viele durch ängstliches Zusammendrängen den Er­stickungstod erlitten. Bi« jetzt sind Über 100 Schafe diesem bestialischen Hundeanfall erlegen und sollen noch ca. 50 derart'g beschädigt sein, daß man ihrem Verenden ent- gegensieht. Der Schaden, der dem EigenihÜmer der Schafheerde erwachsen, mag sich auf ungefähr 4000 JL stillen, für welchen die Stadt aufzukommen haben wird. EM theures Hammelfleisch für den Stadtsäckel.

fRedliche Theilung l Die kleine Louise ist beim Onkel zum Besuch und dieser erkundigt sich angelegentlich nach Allem, wa« der Weihnachtsmann der Kleinen Hast Du auch die Knallbonbons, die ich Dir geschickt habe, hübsch mit uuvdiir Ui- C..M. ^Jawohl, lieber Onkel, erwiderte t ich habe immer die Bonbon« und Chocoladeplätzchen geg ssen - - ' . Ach, erliest gar zu gern, der kleine

5sßormS, 12. Januar. [UnglütfSfaU] Der Knecht -in-S Maur-rm°Ist-iS ,u Heppenheim a. b. B , Namens iS. Schmitt von da, erlitt am Samstag Vormitta» zwischen 10 und 11 Uhr tn Folge etneS Sturz s °om Wagen eine V»l-bung der Hals- Wirbelsäule. Der schwer Beschädigte wurde tn der Dachkammer einer Wirthschaft >m Rosengarten niedergelegt, unbegreiflicherweise wurde aber, wie e« scheint, erst am Sonntag ein Arzt von hier zur Hülseleistung requlrtrt, der die ^forstge Verbringung de« schwer Verletzten tn da« Hospital dahier anordnete; diese« sollte derselbe ledoch nicht mehr lebend erreichen, denn der BedauernSwerthe, welcher Familienvater sein soll, gab während fetmß Transportes vom Rosengarten MS Hospital (gegen 1 Uhr Nach­mittags) seinen Geist auf.

München, im Januar. Zwei zwar noch äußerst junge, aber trotzdem schon für unsere Afrikabesitzungen begeisterte Deutsche, dieSöhne^achtbarer^E^n dahier, sparten seit längerer Reit Geld zusammen, um eineS TageS, ro e dieMl « 'ätg- berichtet, nach diesen vielverheißenden Ländern zu reisen. glaubten ^on als hinr7lchend um die - kleine Reise nach Afrika antreten zu können. Zur eigenen Sicherheit kaufte man sich noch von obigem Gelbe je ein Zer^erol für 1 und vor­gestern begaben sie sich nun auf die Reise. Da Afrika im Süden zu suchen ist, wählte man die Tour über Kufstein, zunächst nach Innsbruck. Dortselbst wurde ein kleiner Halt gemacht, denn der Weg nach Klein-Popo ist eben noch weit. Dort wurden sie auf eine telegraphische Meldung hin nach wenigen Stunden aufgegriffen und unter Begleitung wieder nach Norden abgeschubt. Zu allem Glück Haden sich die betreffenden Lehrmeister einoerftanden erklärt, die Flüchtlinge wieder °"runehmen sic aber unter bessere Aufsicht zu stellen, da ihnen sonst Klein- und Groß-Popo tn Deutsch-

I land gezeigt würden. _______________________

mit der Schulinspection zu handeln hat; ,

2) nur auf ein ganz bestimmte«, stet« gleichlautende« und nicht zu verkennende« Allarmzcichen mit einer schrillen, besonder« emgestimmten Pfeife;

3) zu verschiedenen Tageszeiten unter möglichster Schonung der Schulzeit, be­sonder« vor Einnitt der Fre'viertelstunde und de« Schulschluffe«;

4) in verschiedener W tse, indem

einzelne Klaffen.

Schulen einzelner Stockwerke,

nur sämmiliche Mäbchenklaffen,

alle Kloss n gleichzeitig allarmirt werden, und zwar aa ohne Mitnahme von Büchern und Kleidern, bb. unter Mitnahme dieser Gegenstände, unter Ausschluß einer bestimmten AuSgangSthüre oder Treppe,

mit Einübung deS Haltens m'tten tm Marsch aller Klassen ober auch des sofortigen ZurückkehrenS.

C. Schnelle Räumung der Schulgeb Sude tm Ernstfälle, bei FeuerS­gefahr ober sonst entstanbener Panik.

1) Nur bei einem Branbe im Schulhause selbst ist dieses zu räumen.

2) SlS Allarmzeichen gilt fortgesetztes schrille« Pfeifen auf einer für alle schulen gleich gestimmten Pfeife.

3) Di- Schüler haben sich, sobald sie den bekannten Pfiff hören, sofort in Reihen zu ordnen, selbst wenn der Klaffelehr'r im Augenbl'ck nicht im Schulzimmer anwefind |etn sollte. In Abwesenheit 6t« L hrer« schlt ßt fich die betreffende Klaffe jener Ad- theilung an, welche der AuSgangStreppe näher ist. L A , ,, ,

4) Der Lehrer nimmt sofort Stellung an der Schulthüre und öffnet dieselbe so. daß sie nicht zurückfallen kann. Er schreitet der Klasse voraus, nachdem er sich über­zeugt hat. daß alle Schüler versammelt sind, auch die etwa zufällig auß rhald des Lehrz mmer« gewesenen, und nachdem er ein kurzes Wort der Beruhigung an die Schüler 0iItd,t5)l,ÄrOpoelbafte, Kurzsichtige, Nervenschwache rc. sitzen in der Schule in den vorderen Plätzen und in der Nähe der Thüre, sie werden gegebenenfalls von dem Klassenlehrer auch von unersch'vckenen kräfttgen Mitschülern geführt, evrntnell ge­tragen. Zu Boden fallende Schüler sind von ihren Nachbarn sofort aufzurichten und mit sortzuiühren. . _

6) Da« Tempo deS Gehen« ist ein beschleunigte«; jebe Uebereilung, jebe Ueber- stürzung ist mit Nachdruck zu verhüten.

7) Die Klassen reihen sich tn den Gängen, beim Abstieg an den Treppen, beim Verlaffen de« SchulbauseS an den HauSthüren so, wie es ihr Eintr«ffen mit sich bringt und ohne daß die g schioffene Reihe unterbrochen wird. Die aus den oberen Stock- wei ken kommenden Klassen haben an den unteren Treppen den Vortritt vor den gleich­zeitig ankommenden Schulabtheilungen tiefer gelegener Stockwerke.

8) Die Schüler tn den Parterre Lehrzimmern verbleiben in ihren Schulräumen, bi« alle Schulen das HauS geräumt haben. Können sie aber einen Ausgang benutzen, der zu erreichen ist, ohne den Weg der von oben kommenden Schulen kreuzen zu müssen, so verlaffen auch sie auf dem eigenen Wege daS SchulhauS so rasch al« möglich

9) Sind Gänge und Treppen so mit Rauch anqefüllt, daß dieselben nicht mehr pasfirbar erscheinen, so führt der betreffende Lehrer seine Schüler in ein Lehrzimmer zurück, daS der Gefahr am entferntesten liegt und von außm am zugänglichsten er-

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