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krankungen. darunter 59 mit Lödtlichem Ausgang, stattgefunden haben. Unter 342 Geimpften sind 3 Erkrankungen und 1 Todesfall vorgekommen.

Madrid, 13. Juni. Gestern sind hier zwei Personen an der Cholera gestorben.

Der König genehmigte gestern den deutsch-spanischen Handelsvertrag.

Rußland.

Baku, 13. Juni. Gestern wurde der Gehülse des Polizeimeisters aus der Straße durch einen Dolchstich tödtlich verwundet, sodaß er nach einer Stunde verstarb. Der Mörder entkam.

Rasuren.

Metkowich, 13. Juni. Die Eisenbahn Mostar-Metkowich wurde heute in Anwesenheit des Reichs-Finanzministers Kallay und der bosnischen Civil- und Militär-Behörden unter enthusiastischer Betheiligung der Bevölkerung feier* lich eröffnet.__

Telegraphische Depeschen.

Wolff s telegr» Eorrespondenz - Bureau.

Klein-Glienicke, 14. Juni. Heute früh 5 Uhr wurde Se. Köuigl. Hoheit der Prinz Friedrich Carl auf Jagdschloß Glienicke von einem Schlaganfalle getroffen, an der rechten Seite des Körpers zeigen sich Lähmungserscheinungen. Die Doctoren Ebmeyer und Ernesti aus Potsdam, sowie Dr. Kleffel aus Berlin waren sehr rasch zur Stelle. Das Befinden des Prinzen hat sich im Laufe des Tages entschieden gebessert.

Paris, 14. Juni. Die Suezcanal - Commission hat gestern ihre Arbeiten ge­schlossen; die englischen Commissare erkannten an, daß der gegenwärtige Zustand in Egypten ein exceptioneller und vorübergehender sei.

London, 14. Juni. Dem gestern in Greenwich vom Cobden-Club abgehaltenen Banket präsidirte der bisherige Präsident des Local-Gouvernements Board, Sir Charles Dilke. Bei dem Toaste aus Cobden berührte derselbe die egyptische Frage und sagte hierbei, daß es die Hauptsache für England sei, Egypten gegen eine fremde Annexion sicherzustellen und die Ruhe nach der Zurückziehung der englischen Truppen zu erhalten. Dilke sprach sich für eine Garantirung der Neutralität Egyptens seitens der Mächte, wie dies mit Belgien geschehen, aus und meinte, daß man die Ruhe Egyptens durch Verhandlungen mit dem Sultan, dessen Rechte man nicht außer Acht lassen dürfe, voll­kommen werde sicherstellen können.

Petersburg, 14. Juni. Der Finanzminister hat die Reichsbank ermächtigt, die dreizehnte Serie der vierprocentigen Reichsschatzscheine im Gesammtbetrage von fiinfundzwanzig Millionen Rubel zu emittiren, die Dauer ist eine sechsmonatliche vom 27. Mai ab und die Rückzahlung des Kapitals/ sowie der Procente fintier vom 27. No­vember ab statt.

Berlin, 15. Juni. (Privat-Depesche.) Prinz Friedrich Carl ist Vor­mittags IO1/» Uhr zu Klein-Glienicke gestorben.

Universitäts-Chronik.

An der Universität Würzburg habilitirte sich Dr. med. E. B u m m als Privatdocent der medicinischen Fakultät.

Die Universität Erlangen zählt in diesem Semester 810 ^-tudirende; davon studiren ungefähr 400 Theologie, 200 Medicin, 100 Jurisprudenz und 100 Philosophie.

Am 25. Mai d. I. waren 50 Jahre verflossen, seitdem die ehemalige staats- und landwirthschaftliche Akademie Eldena eröffnet wurde. Zum Andenken an die dereinst verlebten schönen Jahre bereiten Commilitonen, Lehrer wie Schüler, eine würdige akademische Feier am 3., 4. und 5. Juli cr. vor. Das Programm zu der­selben ist ein besonders reichhaltiges und enthält u. a. auch eine Fahrt nach der Insel Rügen. Das Fest - Comitö ist bereits zusammengetreten, und diejenigen Com­militonen, deren Wohnsitz dem Fest-Comite unbekannt geblieben, so daß sie keine Ein­ladung oder Programm erhalten haben, würden sich mit dem Lehrer der Landwirthschaft Dr. P. Ptekrusty in Verbindung zu setzen haben.

L o k a l e

Gießen, 15. Juni. Das am Samstag von uns erwähnte Gerücht von einem Pistolen-Duell im Schiffenberger Walde scheint eben nur ein Gerücht gewesen zu sein. Trotz sorgfältigster Recherchirung bat die Behörde keine Fakta ermittelt, welche auf ein stattgefundenes Duell positiv schließen lassen.

Vermischte-.

Darmstadt, 13. Juni. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben ge­stattet, daß die Offiziere der Großherzoglichen (25.) Division während der Sommerhitze statt der Ueberröcke von Tuch solche von weißem Drillich tragen.

Königsberg. Die junge Frau eines hiesigen Handwerksmeisters hatte ihrem Manne eine reiche Aussteuer eingebracht, weigerte sich aber später, ihr in Dokumenten wohl angelegtes Vermögen, welches sich auf ca. 4000 Thaler belaufen soll, der Ver­waltung des Mannes zu überlassen. Da dieses Recht jedem Ehegatten nach dem All­gemeinen Landrechte zusteht, sobald nicht vor der Ehe ein anders lautender Contract geschlossen, so verklagte der Mann seine Frau wegen Herausgabe der Documcnte. Die Frau verweigerte die Auslieferung, auch den ihr zugeschobenen Eid, daß sie jene Papiere besitze. Nun ließ der Gatte seine Gattin auf Grund jener Eidesverweigerung in das Gefängniß setzen, in welchem sie sich seit etwa 4 Wochen befindet. Fünf Monate werden für die Aermste bis zur Wiedergabe der Freiheit noch iu's Land gehen müssen, wenn sie nicht vorher jenen Eid leistet. Die Kosten bestreitet der Ehegatte aus Zinsen von Hypotheken, welche auch der Frau gehören.

Worms, 8.. Juni. Schwere Sorge bereiten dem hiesigen Dombaucomitä der höchst bedenkliche Zustand unseres wundervollen altberühmten Domes, an dem sich vor nunmehr 14 Tagen im westlichen Chor, gerade unterhalb der großen Rosette, der von einem aus dem Jahre 1740 stammenden Grabstein der Anna Gertrudis Litzler aus­gehende und im Sominer 1884 schon von einer Baucommission bemerkte Sprung zu einem klaffenden Riß erweitert hat, welcher, bis hoch oben in die Kuppel oerlauscuti, das Schlimmste befürchten läßt, wenn nicht schleunigst mit allen zu Gebote stehenden Mitteln dem Verfall entgegengearbeitet wird. Es ist denn auch sofort der ganze west­liche Domchor von außen und innen mit Gerüsten versehen wortien, mittelst deren

Herbeigerufene Sachverständige die Schäden genauer untersuchen sollen, um aus Grund der Einsichtnahme in allen Details weitere Anordnungen zu treffen. Mit dem überaus kostspieligen Gerüstbau ist man heute fertig geworden, während die bautechnische \n- spection erst am Montag ihre Thätigkeit beginnen kann. Jetzt schon läßt sich aber sagen, daß ohne namhafte Beiträge zu den Renooationskosten aus öffentlichen Fonds des Landes und des Reiches das Dombaucomite dem drohenden Verhängnis; ziemlich machtlos gegenübersteht. Bei diesen Vorarbeiten hat man durch Zufall die Entdeckung gemacht, daß unter der Kalkverschalung, mit welcher im ganzen westlichen Chor bas einheitliche Aussehen der inneren Sandsternwantiuugen nach der französischen Devastatton des DomeS herbeigeführt wurde, die prächtigsten Säulen nnti steinernen Verzierungen in romanischem Style verborgen liegen. Das Interesse an diesem Funde schwindet aber nahezu angesichts der wichtigeren Frage, wie der Gefahr deS Verfalls schnell begegnet werden kann. Ist doch der Riß an der Chorwand stellenweise ein derartiger, daß man vom Innern des Domes in's Freie schauen kann. Gegenwärtig soll übrigens nach den vorgenommenen Messungen ein ferneres Weichen der Steine nichr zu bemerken sein.

Bielefeld. Eine seltsame Ausstellung findet zur Zeit im hiesigen Rathhause statt. Bei dem Krawall im April, der bekanntlich zur Verhängung des Belagerungs­zustandes führte, griff das Militär mit blanker Waffe ein und es entstand ein wirres Durcheinander, wie es größer nicht gedacht werden kann. Die bei der Gelegenheit verlorenen Gegenstände sind jetzt seit einiger Zeit im Rathhause ausgestellt, um vccog. noscirt zu werden. Spazierstöcke, Uhrberloques, Haarpfeile und dergleichen Dinge fanden bald ihre Eigenthümer, dagegen hat es bisher nicht gelinge» wollen, eine Collection anderer Gegenstände ihrer Herrschaft zuzustellen, nämlich Haarlocken ver­schiedener Farbe und Länge und Tournüren, zum Theile von ganz respectablen Dimensionen.

Düsseldorf, 10. Juni. Die hiesige Staatsanwaltschaft hat aus Anlaß eines am 25. v. M. vorgekommenen Unglücksfalles, hervorgerufen durch die Unsitte des wage­rechten Tragens eines Spazierstockes (wodurch ein Mädchen am Auge schwer verletzt wurde), folgende Verfügung erlassen:Durch die Unsitte, daß einzelne Personen auf den Straßen Spazierstöcke oder Regenschirme horizontal unter dem Arm mit der Spitze nach hinten oder nach vorn tragen, sind schon zahlreiche Körperverletzungen anderer Passanten, besonders beim Umbiegen von Straßenecken oder beim plötzlichen Stillfteben herbeigeführt morden. Die Polizeiverwaltung ersuche ich ganz ergebenst, die Executiv- beamten anzuw'eisen, über alle derartigen Fälle eine genaue Anzeige zu erstatten, und bitte, die Verhandlungen demnächst mir mitzutheilen, um zu prüfen, ob nicht gegen jene Personen wegen fahrlässiger Körperverletzung strafrechtlich einzuschreitcn sein wird." Den Polizeiverwaltungen anderer Städte mit einem:Gehet hin und thuet desgleichen!" bestens empfohlen.

Paris, 11. Juni. Die Stadt Thiers, Hauptort eines Arrondissements des Puy-de-Dome, war, wie bereits kurz telegraphisch gemeldet, der Schauplatz eines ent­setzlichen Unglücksfalls. Man verhandelte vor dem dortigen Zuchtpolizeigericht eine Anklage wegen fahrlässigen Todtschlags und zahlreiche Zeugen und Zuschauer waren im Gerichtsgebäude zusammengedrängt, als plötzlich um 2 Uhr Nachmittags die große Steintreppe des Palastes zusammenbrach und alle aus tien Stufen und Treppenabsätzen befindlichen Personen in ihren Sturz mitriß. Man begann sofort das Rettungswerk; bis 8 Uhr Abends hatte man 18 Leichen hervorgezogen, etwas später 9 weitere Leichen. Die Zahl der Verwundeten betrug bis heute Mittag 60, die der Todten 33. 'Dian kann sich den Jammer der Familien, die ihre Angehörigen suchen, vorstellen.

lVacante Stellen für Militäranwärter im Bereiche des 11. Armee-CorpS.j Cassel, Staotrath, Steueraufseher, 900 jährliche Besoldung und bei guter Dienft- sührung während der halbjährigen Probezeit vierteljährlich 37,5 JL, später 75 Ver­gütung, freie Dienstkleidung. Gräfenroda, Rent-. und Steueramt Ohrdruf, Sleuer- aufseher, 1200 JL Großenbehriugen, Postagentur, Landbriefträger, 510 Gehalt miö 60 Wohnungsgeldzuschuß. Hildburghausen, Garnisonlazareth, Civilkrankenwätter, 600 JL nebst freier Wohnung und" den Feuerungs- und Erleuchtungsdeputaten von 27 Centner Steinkohlen, 22'/, Kloben Weichholz, 30 Pfund Petroleum. Kirtorf, Poft- agentur, Landbriefträger, 450 Gehalt und 60 Wohnungsgeldzuschuß. Salzungen, Postamt, Lantibriesträger, 540 Gehalt und 72 Wohnungsgeldzuschuß. tod)alfai/, Postamt, Landbriefträger, 510 Gehalt und 60 Wohnungsgeldzuschuß. Triptis, Postamt, Landbriesträaer, 510 Gehalt und 60 JL Wobnungsgeldzuschuß.

und

Grünberg, 13. Juni. lFruchtpreise.) Weizen JL 18.00, Korn JL 16.80, Gerste JL 15.50, Hafer JL. 15.00, Erbsen JL 00.00, Linsen JC. 00.00, Lein JL 00.00, Samen Jt 22.00, Kartoffeln 4.30, Wicken 00.00.

Frankfurt, 13. Juni. Auf dem heutigen Markt kostete der Gentner Heu JL 2.503.10, Stroh 2.002.30, Eier das Hundert 4205.30, Butter 1. Qualität 0.90, 2. Qualität JL 1.05, Kartoffeln per Centner <X 2.502.75,

Kohlrabi 610 H pr. St., Erbsen 0,50 Kg. 0.180.22 J4, Rothkraut pr. St. 0000 Huhn^L 1.502.00, 1 Ente JL 2.003.50, 1 Taube 40B0H, Hahn 1.902.50, Gans .X 610.00, Welsche JL 5.00-10.00. _

Kepertoir der vereinigten StabttlMer Frankfurt a. M.

Opernhaus.

Dienstag den 16. Juni: Herodias. Große Preise.

Mittwoch den 17. Juni: Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Zaitberflöte.

Donnerstag den 18. Juni: Gastspiel des Herrn Perotti: 2eil. (Arnold': Herr Perotti.) Große Preise.

Freitag den 19. Juni geschlossen.

Samstag den 20. Juni: Stradella. Hierauf: Goppel io. (2. Akt.) Mittelpreise.

Sonntag den 21. Juni: Gastspiel des Herrn Perotti. Lohengriu.

(Lohengrin: Herr Perotti.) Große Preise.

Schauspielhaus.

Dienstag den 16. Juni: Der Probepfeil. Große Preise.

Mittwoch den 17. Juni: Roman eines armen jungen Mannes Mittelpreise.

Donnerstag den 18. Juni geschlossen.

Freitag den 19. Juni: Der lustige Krieg. Große Preise.

Samstag den 20. Juni: Die zärtlichen Verwandten. Mittelpreise^

Sonntag den 21. Juni: Letzte Vorstellung vor den Schauspiel - Fenen.

Dr. K laus. Mittelpreise. __

Temperatur der Lahn und der Luft

nach Reaumur gemessen am 15. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags. Wasser 18'/20, Luft im Schatten 2V/20.

L. CHr. Rübsamen, Turn- und Schwimmlehrer.

Allgemeiner Anzeiger.

Golhaer Kebensverflcherungsbank.

Berfich.-Bestand am 1. Juni 1885:63 270 Pers, mit 476 280 000 JL

Bankfonds ca. 123 800 000

Versicherungssumme ausbezahlt seit Beginn ca. 139 300 000

Neuer Zugang seit 1. Januar 1883 . 14187 700

Vertreten wird die Bank in Gießen und Lich durch Herrn F. GroS, Bahnhofstraße 66, Gießen. 4462

4470 Gesucht auf sofort oder Johanni ein gut empfohlenes Dienstmädchen.

A. Koch, Hamb. Fischhandlung.

4389 Zwei kräffige Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit gesucht im

Frankfurter Hof.

Erklärung.

Die von der Expedition derHessischen Volkszeitung" in ihrem Dlattt vom Mittwoch den 10. d. Mts. gegen mich gerichtete Beschuldigung erkläre ich als eine Unwahrheit und böswillige Verleumdung. . Q

Gerichtliche Entscheidung einer von mir erhobenen Klage werde ich b ö- zur öffentlichen Kenntniß gelangen lassen- 44

H. W. Lang.

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4406 Wilhelm Nagel, Schtoffermeister.